Besuchswochenende im Dezember

Am Freitagabend war Markus Franz, der als Delegat für alle Jesuiten 70+ zuständig ist, bei uns. Er wollte auf seiner Berlin-Reise Christian Schmidt sehen. Das war eine schöne Gelegenheit die Chanukka-Lichter und die Schabbat-Kerzen anzuzünden und miteinander zu Abend zu essen. Danach nahm Markus sich noch Zeit um mit Christian und einzelnen Mitbewohnern über unser Zusammenleben zu sprechen. Schön, daß wir dabei das gegenseitige Kennenlernen vertiefen konnten.

Am Samstagabend kam eine bunte Schar zum vorletzten Chanukka-Abend. Wenn die siebte Kerze angezündet ist, ist das Licht schon fast vollständig und nach dem jüdischen Kalender beginnt der Monat Tewet.  Für die christlichen Gäste war es der Beginn ihres 2. Adventssonntags, also für alle eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, wofür wir dankbar sind. Mit Latkes (Kartoffelpuffer natur, mit Karotten, Zuccini oder Lauch), Frischkäse, Obstsalat, Geschichten und Gesprächen wurde es ein fröhlicher Abend. Besonderen Anklang fand die Geschichte von Golda, einem Pferd, das für einige Turbulenzen in einer Familie während des Chanukka-Festes sorgt.

Am Samstagnachmittag schaute noch Christian Herwartz vorbei. Alain kam auch noch dazu, und wir konnten noch in Öl gebackene Hefeteilchen geniesen und Neuigkeiten austauschen. Am Abend wurde dann der Leuchter mit allen Kerzen angezündet:

Chanukka – letzter Tag

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Nikolaus-Frühstück religionsübergreifend

Beim Nikolaus-Frühstück haben wir die Legen-den über den Heiligen aus dem Bilderbuch von Anselm Grün gelesen, das uns der Kindergarten geliehen hat.  Es werden auch einige weniger bekannte Geschichten erzählt, etwa wie Nikolaus einen Jungen rettet, der bei einer Bootsfahrt in einen Fluß gefallen ist, obwohl der Bischof nicht vor Ort war.

Ein muslimischer Mitbewohner wollte wissen, ob Nikolaus ein Prophet gewesen ist. Im Frühstücks-gespräch fanden wir heraus, daß einige der Ge-schichten, die von Nikolaus erzählt werden, in der jüdischen und muslimischen Tradition dem Pro-pheten Elias (Elyas/ Ilyas) zugeschrieben werden.

Außerdem fanden die Socken, die uns Gertrud vor kurzem geschickt hat, die passenden Füsse zur großen Freude der Beschenkten.

Die zweite Kerze am Chanukka-Leuchter

wurde am Abend entzündet verbunden mit einem Austausch zu folgenden Fragen:

  • Für welche Situation im eigenen Leben wünsche ich mir Licht
  • Welche Menschen, die mir nahe sind, sind in einer schwierigen Situation und brauchen Licht
  • Für welche Probleme in der Welt wünsche ich mir das Licht der Veränderung

חג חנוכה שמח

 

Advent meets Chanukka

Spinat-Latkes

Beim Frühstück haben wir die erste Kerze am Adventskranz angezündet und einen Text zum Advent als Zeit  des „dazwischen“ gelesen. Nach der Messe in Sankt Michael hat Roswitha zu ihrem Geburtstag eingeladen. Vor vielen Jahren hat sie den Kreis gegründet, der sich immer nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Frühstück und Gespräch trifft. Viele sind gekommen, die irgendeinmal zu diesem Kreis gehörten. Der kleine Gemeindesaal war brechend voll, weil viele Menschen sich mit Roswitha freuen wollten.

Am Abend wurde dann die erste Kerze am Chanukka-Leuchter angezündet, die Chanukka-Geschichte vom Aufstand der Makkabäer erzählt – ein Bilderbuch half dabei. Um an das Wunder zu erinnern, daß das Öl für den Leuchter acht Tage gereicht hat statt nur für einen Tag, gibt es Speisen die in Öl gebacken sind. So verzehrten wir mit großem Appetit Spinat-Latkes (Kartoffelpuffer) mit Lachsfrischkäse.

Ein fröhliches Chanukka – allen, die es feiern.

Stand der Lichter 1 (Adventskranz) : 1 (Chanukka-Leuchter)

Der „andere Advent“ beim Samstagsfrühstück

Adventskalender

Nun begleitet uns das vierte Jahr der andere-Advent-Adventskalender – ein Geschenk von Susanne und Reinhard – durch die Adventszeit. Jeden Tag finden sich die Bewohner, die mögen nach dem Frühstück zusammen. Wir zünden die Kerzen am Adventskranz an und lesen die Geschichte. Dieses Jahr stehen die Sinne und Sinneswahrnehmungen im Mittelpunkt. Im Hinfüh-rungstext heißt es:

Wie riecht es im Dezember? Wo klingeln uns im Advent die Ohren? Und wie schmeckt das neue Jahr? Die Sonntage im Kalender widmen sich in diesem Jahr den menschlichen Sinnen: dem Gleichgewichtssinn, dem Sehen, Riechen, Hören, Spüren und Schmecken. Lassen Sie sich von Texten und Bildern verführen, die Advents- und Weihnachtszeit aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen!

Heute fand sich zum ‚Samstagsfrühstück eine bunt gemischte Runde zusammen. Zum Abschluß des Beisammenseins haben wir die Geschichte vom Drachen am Dezemberhimmel gelesen. Wir wünschen denen, die ihn feiern, einen lichtvollen Advent.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet im Dezember: Menschenrechte

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

auf dem Hausvogteiplatz
Sonntag, 2. Dezember 2018 um 15:00 Uhr

Menschenrechte

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Am 10. Dezember jährt sich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zum 70. Mal, verkündet durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
In der Präambel wird erläutert, warum es notwendig ist, die Menschenrechte „als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal“ in den Raum zu stellen. Denn ohne sie ist es in der Geschichte der Menschheit immer wieder „zu Akten der Barbarei“ gekommen. Menschen verschiedener Religionen sind dabei nicht unschuldig. Dies vor allem, wenn eine religiöse Enge auf den eigenen Glauben fokussiert sich gegen anders glaubende und ihr Leben anders gestaltende Menschen richtet.

Dass ein Recht auf freie Ausübung der Religion Teil der Menschenrechte ist, ist gut und wichtig. Dazu gehört auch das Recht auf Wechsel von Religion oder Weltanschauung. Der Grund, warum wir die Menschenrechte in den Mittelpunkt unseres Gebets stellen wollen, ist aber ein anderer: Was sie vor allem auszeichnet, ist die Bedingungslosigkeit: Durch Geburt als Mensch gelten die Grundsätze für uns alle. Es braucht aber neben der Anerkennung von Rechten auch die Umsetzung, die mit Pflichten einhergeht. So, wie das Gebet nicht reicht, wenn sich nicht im Tun das Gebetsanliegen wiederfindet.

Wir beten um die Gültigkeit und Erreichung des Ideals, dass allen Menschen Ihre grundlegenden Rechte zugänglich gemacht und sie ihr Leben menschenwürdig leben können. Außerdem möchten wir die Brüderlichkeit erweitern zur Geschwisterlichkeit und das Wort Rasse ersetzt wissen um den Begriff Ethnie. Jede Zeit hat ihr Wissen und ihre Worte – um die Menschenrechte zeitlos werden zu lassen, brauchen sie Gerechtigkeit und Frieden auch in der Wortwahl.

Novemberausklang

Zum Ewigkeitssonntag hat Andreas, der auch hier mit liest, auf seiner Facebook-Seite ein Gedicht von Rose Ausländer geteilt:

Noch bist du da

Wirf deine Angst
in die Luft

Bald 
ist deine Zeit um
bald wächst der Himmel
unter dem Gras
fallen deine Träume ins Nirgends.

Noch
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da

Sei was du bist
Gib was du hast