Tod – eine Ausstellung

Bald beginnt der November, der Totenmonat. Ein Freund unserer Gemeinschaft ist an dieser Gruppenausstellung beteiligt und hat uns die folgende Einladung geschickt: 

Der Tod ist das Sicherste im Leben, er ist bereits mit der Geburt angelegt und bildet den Kern unseres Bewusstseins. Sterben ist das Gegenteil von Kontrolle. Fantasie, Angst und Kaltblütigkeit im Umgang mit dem Tod hat immer schon die Glaubensfragen der Menschen geprägt. Vorstellungen eines Lebens nach dem Tod wirken sich enorm auf die Lebensführung aus. Weitreichende Vorstellungen sind tradiert, gekoppelt mit Vorstellungen von Bestrafung oder Belohnung. Manche Menschen glauben, die Toten würden alles miterleben. Gern lässt man sich von Mythen, Geistergeschichten oder Filmen in eine surreale Vorstellung des Tot-Seins entführen, weil die Vorstellung des molekularen Zerfalls und der geistigen Nichtexistenz schwer fällt. Dass der Tod keine Strafe, sondern vielmehr ein Naturgesetz ist, stellte bereits der Grieche Seneca fest.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl individueller Auseinandersetzungen mit Fragen zum Thema Tod.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler:
Marion Angulanza ��� Michael Augustinski ��� Sandra Becker ��� Gerda Berger ��� Ute Deutz ��� Ute Faber ��� Ulrich Heemann ��� Sibylle Hoessler ��� Susanne Knaack ��� Ina Lindemann ��� N��NZI ��� Larissa Nod ��� Gerd Pilz ��� Jens Reulecke ��� Franziska Rutishauser ��� Marianne Stoll ��� Andrea Sunder-Plassmann ��� Catrin Wechler ��� Rolf-Jürgen Windorf ��� H. H. Zwanzig

wann:
6. November 2020 bis 29. November 2020

Verein Berliner Künstler
Schöneberger Ufer 57
D-10785 Berlin Tiergarten-Mitte

Öffnungszeiten der Galerie  
Di – Fr | 15 – 19 Uhr  
Sa – So | 14 – 18 Uhr   

Lob des Gehens …

heißt ein Podcast, der gerade gestartet wurde und den ich über Herrn Buddenbohm entdeckt habe. Die erste Folge fand ich sehr ansprechend und bin gespannt auf die nächsten Beiträge, die hier zu finden sein werden. Nicola Wessinghage aus Hamburg unterhält sich

„mit verschiedenen Menschen über die vielen Facetten des Gehens. Dabei bewege ich mich in ganz unterschiedlichen Themenfeldern, von der Anatomie über Architektur, Neurologie, Kommunikation, Kunst, Kultur und Geschichte. In einigen Episoden wird es auch um kleine Experimente bzw. Erfahrungsberichte gehen. Denn Aufhänger für diesen Podcast waren vor allem meine eigene Lust am Gehen und die Neugier, besser zu verstehen, warum es auf so verschiedene Arten so gut tut, zu Fuß unterwegs zu sein.“

In unserer WG spielt das Unterwegs sein zu Fuß, das Gehen im Alltag eine große Rolle. Vielleicht ist unsere Gemeinschaft auch deshalb der Ort geworden, an dem die Exerzitien auf der Straße entstanden sind ohne daß das jemand geplant hätte.

Zum Weiterlesen und Weiterhören:
Podcast Lob des Gehens
Beiträge hier im Blog über  Exerzitien auf der Straße

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Rettungsort

Gestern hat er sich auf den Weg gemacht: Auf den Weg zurück zu seiner Familie, zurück in sein Land: „Eine neue Seite aufschlagen“ – wie er sagt. Er hat es gewagt, weiß nicht wie lange wegen Corona der Weg noch offen bleibt. Zurück bleiben im Gewürzfach zwei Tüten Ras el-Hanout, die Erinnerung an seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, an die herrlich duftenden und wunderbar schmeckenden Tajines und Couscousgerichte – und an einem Kommunitätsabend, an dem einer sagte: „Hier ist mein Rettungsort“ und er zustimmte: „Meiner auch“. Er wird vermißt.

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Torah-Freude (Simchat Torah)

Am Montag ist die Zeit der jüdischen Feiertage mit Simchat Torah (Torahfreude) zuende gegangen. Wir feiern, daß wir die Torah haben und mit ihr leben. Auch bei diesem Fest war vieles anders als sonst. Wir konnten wegen der Abstandsregeln nicht mit den Torahrollen tanzen. Das Wesentliche – jenseits dessen, was in dieser Welt derzeit möglich oder nicht möglich ist – fasst dieser Text zusammen: 

 

 

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Laubhüttenfest in Zeiten von Corona oder von der Verletzlichkeit unseres Lebens

Dach einer Laubhütte

Sieben Tage Laubhüttenfest (Sukkot) – ein Erntedankfest und eine Erinnerung an die vierzig Jahre in der Wüste. EINER geht voran – geht mit: Tags als Wolkensäule – nachts als Feuersäule. Die Israeliten – wir – unterwegs, verletzbar, verwundbar, ausgesetzt äußerlich und innerlich. Die Sukka – ein Schutz: auf Zeit, vorläufig bis zum nächsten Aufbrechen – ein Provisorium. Sieben Tage in einer Laubhütte leben und wo das von den Temperaturen her nicht möglich ist, zumindest die Mahlzeiten dort einnehmen. Sich mit Freunden und Bekannten treffen zum Reden, Lernen … Spontan hingehen – ins Gemeindezentrum oder wo „privat“ eine steht. All das ist in diesem Jahr der Pandemie so nicht möglich. Und doch bringt uns Corona und die damit verbundenen Umstände näher an die ursprüngliche Bedeutung dieses Festes.

Unsere Vorfahren waren vierzig Jahre in der Wüste unterwegs nach ihrer Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten auf ihrem Weg ins Land der Verheißung. Sie waren der Hitze, der Kälte und den Sandstürmen ausgesetzt und bauten immer wieder an neuen Rastplätzen provisorische Hütten. Die Mehrzahl derer, die aus Ägypten ausgezogen waren, starben unterwegs und kamen nicht im Land der Verheißung an.Sie erlebten die Zerbrechlichkeit, Verletzbarkeit und Vorläufigkeit des Lebens. Ihre Lebensbedingungen waren ganz andere als unsere unter „normalen“ Umständen. Aber was ist in diesem Jahr – in diesen Zeiten –  normal?

Wenn ich aus dem Haus gehe und auf den Straßen Kreuzbergs unterwegs bin, sehe ich immer mehr Leute, die sich in Hauseingängen, auf Treppenstufen, auf Sitzplätzen von Bushaltestellen oder auf den Parkbänken im Engelbecken provisorisch eingerichtet haben und versuchen zu schlafen oder mit Einkaufswägen unterwegs sind, in denen sie ihre Habseligkeiten mit sich führen. Immer mehr Menschen verlieren ihr Zuhause, sind auf öffentliche Essensausgabestellen und in der kalten Jahreszeit immer mehr auf Notübernachtungsprogramme angewiesen.

Zu Vor-Corona-Zeiten hat uns die Sukka an die Brüchigkeit, Begrenzungen und Endlichkeit unseres Alltagslebens erinnert. Dieses Jahr 2020 brauchen wir die Laubhütte, damit sie uns daran erinnert, daß die Zerbrechlichkeit, wie wir sie in diesen Zeiten erleben, vorübergehend und vorläufig ist. Wir brauchen die Laubhütte um uns bewußt zu machen, daß die zeitweiligen Strukturen, in denen wir leben, keine Lösung auf Dauer sind und auch nicht sein können und dürfen.

Dieses Jahr können wir nicht wie in anderen Jahren viele Gäste in die Sukka einladen. Es gibt einen schönen Brauch, Gäste aus biblischen Zeiten in die Sukka einzuladen, die „Uschpisim“. Das kann uns nähren und stärken. Uschpisim ist das aramäische Wort für Gäste, die besonders wertgeschätzt werden. Man lädt sie in die Sukka ein, denn jeder Tag steht unter dem Zeichen eines anderen himmlischen Gastes. Der Brauch ist in einem mystischem Zweig des Judentums entstanden, – bei den Kabbalisten von Sefat. Die sieben Gäste haben gemeinsam, dass sie alle Hirten waren: Am ersten Abend ist es Abraham, am zweiten Isaak, am dritten Jakob, am vierten Josef, am fünften Moses, am sechsten Aaron und am siebten David. Da das sehr einseitig auf Männer zentriert ist, kamen jüdische Frauen in den letzten drei Jahrzehnten auf die Idee, auch biblische Frauen als Gäste einzuladen. Nach dem Verständnis der Kabbala ordnen wir unser Wesen, wenn wir jeden Abend einen anderen himmlischen Gast empfangen und ehren. Diese Gäste werden als uschpisin dimnuta (Gäste des Glaubens) gesehen.

Auch wenn wir uns um den Tisch in der Laubhütte nicht so versammeln können wie in anderen Jahren und Gastfreundschaft üben können, wie wir es gern tun würden, so brauchen wir diesen Tisch als Zeichen der Erinnerung an die Menschen, die sich nicht aussuchen können wie wir, ob sie sich draußen oder drinnen aufhalten, weil es für sie kein DRINNEN mehr gibt und nur gelegentlich die Möglichkeit besteht, sich für eine halbe Stunde zur Einnahme eines warmen Essens hinzusetzen, wenn sie nicht gar gleich nach dem Austeilen eines Essenspackets gehen müssen, weil sonst die Einhaltung der Corona-Regeln nicht mehr zu bewerkstelligen ist und die Schließung der Essensausgabe droht.  Alte Menschen sitzen am Ostbahnhof auf Bordsteinen um die warme Mahlzeit zu verzehren, die sie vom Caritas-Foodtruck erhalten haben. Im Bahnhofsbereich weisen Beschilderungen darauf hin, daß sich dort nur aufhalten darf, wer eine gültige Fahrkarte vorweisen kann.

Man mag das mit Zweigen bedeckte Dach der Sukkah malerisch und die Sicht auf die Sterne und den Mond großartig finden, aber die, die unter Planen und wackeligen Zeltkonstruktionen die Nacht verbringen, für sie bedeutet jedes Loch weniger Schutz vor Regen, Wind, Kälte und ist ein mögliches Einfallstor für Krankheiten, die für sie bedrohlicher sind als für uns, weil viele von ihnen von medizinischer Versorgung weitgehend abgeschnitten sind.

Was können wir tun?

1. Wir können Essensausgabestellen, Suppenküchen, den Caritas-Foodtruck, Einrichtungen der Kältehilfe durch Geld- oder Sachspenden unterstützen.

2. Auch Menschen, die sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren wollen, werden gesucht. Gerade jetzt werden an vielen Stellen neue Ehrenamtliche gebraucht, weil aus Altersgründen viele, die seit Jahren im Einsatz sind, wegen erhöhter Gefährdung vor Corona ihr Engagement nicht mehr fortsetzen können.

3. Auch häusliche Gewalt nimmt in diesen Zeiten zu. Wir können Einrichtungen, die sich in diesem Bereich einsetzen, unterstützen. Auch wenn wir selber gerade ein mehr zurückgezogenes Leben führen, können wir achtsam sein, ob wir in unserem Umfeld Zeichen häuslicher Gewalt wahrnehmen.

4. Viele von denen, die bis jetzt immer wieder zu den Helfenden gehört haben und in scheinbar gesicherten Verhältnissen gelebt haben, sind durch Corona in Not geraten, weil sie keine oder stark eingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten haben. Für sie kann es schwer sein, sich mit ihrer Not und Bedürftigkeit zu zeigen. Wem es schwer fällt, sich direkt an andere oder auch an soziale Einrichtungen zu wenden, für den oder die kann eine der Telefonberatungsstellen ein erster Ort zum Gespräch darüber sein (Telefonseelsorge, Corona-Telefon …).

Mehr Infos zum Laubhüttenfest
Mehr zum Caritas-Foodtruck


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Sackgasse Europa

Schon viele Monate haben wir ihn nicht mehr gesehen. Seit ein paar Jahren ist er in Deutschland – einige Monate auch bei uns. Er arbeitet für seine Familie in Afrika – schmutzige Arbeit bei der Reinigung von mit Öl verschmierten Maschinen. Er arbeitet im Drei-Schicht-System und versucht so viele Überstunden wie möglich zu machen, arbeitet auch zwei Schichten hintereinander wenn es sich ergibt. Nur den Sonntag nimmt er für sich in einer schwarzen Gemeinde. 

Die Ansprüche der Familie in Afrika sind hoch. Er ist das älteste von acht Kindern. Für die jüngeren Geschwister soll er Schuluniformen und Schulbildung finanzieren. Der Vater ist immer wieder wochenlang im Krankenhaus. Auch dafür braucht die Familie Geld. Und das Dorf möchte eine Mangoplantage. Er selber kommt mit ganz wenig aus: Jeden Tag Maisbrei und Kleidung aus der Kleiderkammer – da, wo man keine Papiere vorzeigen muß. Seit wir ihn kennen hat er Bauchweh, Kopfweh, Atemprobleme – manchmal mehreres gleichzeitig. Die Medikamente, die er bekommt, greifen nicht. 

Heute wird er von Weinkrämpfen geschüttelt. Er will zurück in sein Heimatland, obwohl das eine Riesenschande ist. Er hat es nicht geschafft. Aber er hält es nicht mehr aus hier. Er war schon bei der Botschaft seines Landes. Sie sagen, sie können nichts für ihn tun.

Heißt konkret: Sie wollen nicht. So ist die Strategie von manchem afrikanischen Land. Die Bürger sollen hier arbeiten und Geld nach Hause schicken. Man will sie nicht zurück haben. Das ist Kalkül. Wer keinen Paß hat, kann seine Staatsbürgerschaft nicht nachweisen und bleibt draußen – in Europa. Das wissen sie nicht, wenn sie sich auf den Weg machen und denken, sie könnten zurück nach Hause, wenn es doch nicht gut läuft in Europa: Zurück in die Heimat – wenn auch mit Schande.

Aber in diesem Punkt hat er Glück. Er hat einen gültigen Paß seines Landes.  Für ihn kommt ein Rückkehrerprogramm der Bundesrepublik in Frage – man mag davon halten, was man will. Davon hat er noch nichts gehört und ist erleichtert als er erfährt, wo er sich dazu beraten lassen kann. Ob es für ihn einen Weg zurück gibt?

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Wohngemeinschaft mit Gott

 

Das Magazin 3_2020 zeigt die Lichtinstallation mit dem Hashtag #hope auf das Matterhorn

Was für eine Überraschung als letzte Woche die aktuelle Ausgabe von andere Zeiten – Magazin zum Kirchenjahr bei uns im Briefkasten lag. Reportagen, Betrachtungen und informative Texte eröffnen Zugänge zu den besonderen Tagen und Zeiten des Kirchenjahres – dieses Mal vom Franziskus-tag über das Rosenkranzfest, den-Reformations-tag und Buß- und Bettag bis hin zum Ewigkeitssonntag. Erst einmal blieb das Heft bis zum Wochenende liegen um mit mehr Zeit und Muße hineinzuschauen. Aber am Samstag war es dann soweit, gerade noch rechtzeitig vor dem Franziskusfest, das bei uns eine herausgehobene Rolle spielt, weil der Chefkoch an diesem Tag Namenstag feiert.  Die letzten Jahre waren immer einige von uns beim Transitus, einer Liturgie der franziskanischen Gemeinschaften am Vorabend des Namenstags, in dem der Heimgang von Franziskus im Mittelpunkt steht. Jedes Jahr lädt eine andere der franziskanischen Gemeinschaften in Berlin dazu ein. Und wir durften dazu kommen. Aber aus den bekannten Gründen fand dieses feierliche Treffen mit Gottesdienst und anschließendem Beisammensein mit einem schönen Essen und anregenden Gesprächen leider nicht in dieser Form statt. 

Ich nehme nun am Samstagabend das „andere Zeiten“ – Heft zur Hand, lese auf den ersten beiden Seiten einige kurze Hinweise und schlage dann auf Seite vier den ersten doppelseitigen Artikel auf: „Wohngemeinschaft mit Gott“ springt mir die Überschrift entgegen. Da steht auf einer Rasenfläche ein langer Tisch mit Gartenstühlen. Nicht unser Tisch – einen solchen Tisch haben wir nicht, aber es geht um uns, um unsere WG in Kreuzberg.

Zum Franziskusfest erzählt Schwester Birgitta Harsch, eine Franziskanerin aus Reute, wie die Frage „wie wir unseren einfachen und alternativen Lebensstil in unserer Gemeinschaft leben oder an manchen Stellen nicht leben“ sie auf neues Terrain führte, nämlich zu Exerzitien auf der Straße in unsere Wohngemeinschaft mitten in Kreuzberg, was sie erlebt hat und wie das ihren weiteren Weg in ihrem Ordensleben beeinflußt hat. Sie schreibt: 

„Moment mal … waren da vor meiner Zeit in der WG nicht auch Vorbehalte und Ängste gegenüber Menschen aus verschiedenen Kulturen und anderer Hautfarbe? Monate zuvor hatte ich die Sehnsucht verspürt, ganz einfach leben zu wollen. Und wo hatte Gott mich hingeführt? Wunderbare Menschen hatten mich unkompliziert und selbstverständlich abgeholt in ihre Gemeinschaft hinein und einer, Gott, war mittendrin, um mich zu empfangen – einfach! Er wußte um meine tiefe Sehnsucht …“

Wir wußten nichts von diesem Artikel. Er war und ist ein Geschenk. Wir haben ihn am Sonntagmorgen beim Feiertagsfrühstück zum Franziskusfest gelesen, waren sehr berührt und haben uns sehr gefreut. Was für ein schöner Tagesbeginn mit diesem Gruß von einer den meisten jetzigen Mitbewohnern unbekannten Schwester.

Wer das Magazin „Andere Zeiten“ kostenlos beziehen möchte, kann die aktuelle Ausgabe      hier bestellen. Es liegt dann drei Mal im Jahr im Briefkasten. 

Zum Weiterlesen:
Wer gastfreundlich sein will, muß Platz schaffen…  – ein Gespräch von Angela Krumpen (domradio) mit Christian Herwartz
Mehr zu Exerzitien auf der Straße

 

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Viel Grund zum Feiern am 4. Oktober …

… gibt es heute bei uns. Der Chefkoch hat Namenstag. Er hat uns mit einem köstlichen Frühstück verwöhnt: Mit Spiegeleiern, mit Lachs und mit einer Torte, die seinem Namenspatron gewidmet war. Weil Franz von Assisi ein enges Verhältnis zu Tieren hat, sie verstanden hat und ihnen gepredigt hat, ist heute auch Welttierschutztag.

Und weil der vierte Oktober in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, feiern Christen das Erntedankfest. Für Juden ist heute der zweite Tag des Laubhüttenfestes (Sukkot).  In Schweden wird der Tag der Zimtschnecke begangen. Dem haben wir uns auch angeschlossen.

Zum Franziskus-Fest hat Schwester Birgitta von den Franziskanerinnen aus Reute einen Artikel Artikel über unsere Gemeinschaft geschrieben.

 

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet im Oktober 2020

Alle sind willkommen / Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden / Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying
Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

4. Oktober 2020 – an getrennten Orten

Heilung und Leben – Klang und Licht


Mit Beginn des Monats Oktober hat vor zehn Jahren die ‚UN – Dekade der Biodiversität – Biologische Vielfalt‘ begonnen. Nun wurde sie unter Beteiligung von zehn mal zehn Regierungsvertretern aus einhundert UNO-Mitgliedsstaaten beendet.

Alle Beteiligten und Mitwirkenden sind von den bedrückenden Ergebnissen getrieben,
dass noch vor Ablauf der folgenden zehn Wochen eine Auswertung der Ergebnisse
und die Weiterführung der Untersuchungen und Maßnahmen beschlossen werden soll.
Das Helmholtz – Umweltzentrum Leipzig – gegründet 1990 mit der Vereinigung der zwei deutschen Staaten und deren verschiedenen Volksgruppen wird weiterhin kompetente Mitarbeit koordinieren und im UN-Generalsekretariat einbringen, um die noch verbliebene Vielfalt vor weiterer Zerstörung zu sichern.

Weitere Strategien zur Förderung des Lebens und dessen Vielfalt werden erarbeitet,
damit lebenzerstörende Gesellschaftsformen und zerstörerische Siedlungsformen, unreflektierte Denkweisen und unbedachte Verhaltensweisen korrigiert werden.

Die vielgestaltigen Religionen und diversen Weltanschauungen in unserer Stadt werden um so mehr ihre Verantwortung erkennen und die Sinne öffnen zum Dank an den Schöpfer. Sie begegnen ihm durch erwiesene Ehrfurcht vor dem Leben und erhöhte Achtsamkeit für die heilige Gabe und Fülle des Lebens. So wie dieses sich äußert bei Erntedankfesten in allen Religionen, findet das auch im Gedenken an Franziskus von Assisi statt, dessen Todestag der 3. Oktober 1226 war.

Die Erinnerung an diesen Heiligen findet ihren besonderen Ausdruck in einer aktuellen 95 Cent Briefmarke. Im Jahr 1220, vor 800 Jahren geschieht weltgeschichtlich Bewegendes:
Der christliche Franziskus trifft sich mit dem muslimischen Sultan. Die franziskanische Regel entsteht. Sein Sonnengesang verkündet:

Klang und Licht – Heilung und Leben.

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