Frühstücksgespräche (3) im Herbst

Unter der Woche frühstücken wir immer um 8.00 Uhr – also die BewohnerINNEN, die zuhause sind und nicht nachts gearbeitet haben. Manchmal kommt der eine oder andere Frühstücksgast dazu. Wenn Menschen aus so verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen und Alters zusammen sind, dann kommen ganz unterschiedliche Anliegen und Positionen ins Gespräch. Im kamen wir über folgende Themen ins Gespräch:

  • Gefahren beim Arbeiten auf der Baustelle
  • Frauenarbeit – Männerarbeit: Wer macht was in unterschiedlichen Gesellschaften
  • Warum sammeln alte Menschen in Deutschland, die im Sozialsystem sind, Flaschen
  • Scham: Wofür schämt man sich
  • Hunger – was bedeutet es als Kind zu hungern und was hat es für Auswirkungen auf das Leben als Erwachsener und auf die Nachkommen (Blockade von Leningrad)
  • Welche Formen von öffentlichen Nahverkehr gibt es und wie funktioniert das
  • Familienkonflikte – die Familie verlassen
  • unterschiedliche Formen sexueller Orientierung und sexuellen Verhaltens und wie verschiedene Kulturen das einordnen und bewerten
  • Wie könnte öffentlicher Nahverkehr organisiert werden damit mehr Leute auf das Auto verzichten
  • Stellenwert von Geschichte im Bewußtsein von Europäern und Afrikanern: Mündlichkeit und Schriftlichkeit von Überlieferungen und die Auswirkungen
  • Wie ist in Deutschland Abtreibung geregelt
  • Was ist Schwangerschaftskonfliktberatung und wie funktioniert sie
  • Warum ist am 3. Oktober in Deutschland Nationalfeiertag
  • Fläche von Deutschland heute, vor der Wiedervereinigung (BRD – DDR), vor dem 2. Weltkrieg, vor dem 1. Weltkrieg
  • Wie wird in unterschiedlichen Kulturen mit Konflikten umgegangen
  • sportliche Aktivitäten einzelner Mitbewohner in unterschiedlichen Lebensphasen
  • was sind Psychopharmaka und wie wirken sie
  • Reisen – wer hat welche Reisemöglichkeiten und womit
  • unterwegs in Südostasien
  • Bericht vom Besuch bei Schwester Ingrid in Siessen
  • „lebenslänglich“ als Haftstrafe – was bedeutet das in verschiedenen Ländern
  • Sklaverei heute
  • Urlaub: Warum haben Urlaubsreisen in Deutschland eine große Bedeutung
  • Auto: Was kostet die Anschaffung und Haltung in unterschiedlichen Ländern
  • Warum Boxen für aggressive Jugendliche ein „guter Sport“ ist und was man dabei lernen kann
  • Psychische Krankheiten / Depressionen: Anlage oder Umwelteinflüsse
  • Erfahrungen mit Schuluniformen
  • Wahrheit – Halbwahrheit – Notlüge – Lüge
  • Antisemitismus
  • Alternativen zur „industrialisierten Landwirtschaft“: Solidarische Landwirtschaft
  • die Jugendtreffen in Taizé früher und heute und wie die bekannten Taizé-Kanons entstanden sind
  • Erwerbslosigkeit und wie es sich anfühlt, dass sie gesellschaftlich unsichtbar ist
  • Venedig – touristisch überfüllt (over-tourism)
  • Was gilt als gutes Benehmen (das gehört sich – das gehört sich nicht) und wie wird es vermittelt und an die nächste Generation weitergegeben
  • Landwirtschaft in Deutschland: Wachsen oder weichen
  • Rinderhaltung im Vergleich
  • Adoption in verschiedenen Kulturen

 

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Alle sind willkommen / Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden / Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Hausvogteiplatz
Sonntag, 1. Dezember 2019 um 15:00 Uhr

Einladung zu einer veränderten Rolle in der Gesellschaft

Mitten in der lärmenden Vielfalt von unterschiedlichen Interessen wollen besonders junge Menschen ihre Eigen-verantwortung erkennen und lernen. Die Suche nach dem selbstver-antworteten Leben findet sich auch bei Genesen-den nach einer schweren Krankheit, bei Gedemütigten nach schwerer seelischer Verletzung oder bei Men-schen nach der Übe-rwindung einer Sucht. Entscheidend ist der das eigene Leben aufbauende Schritt in eine neue Zukunft. Doch dieser Impuls alleine kann zu einer Haltung führen, in der nur das eigene Ich, der eigene Verein, das eigene Land und – bei der häufigen Verkürzung der Perspektiven – nur noch das eigene Geld gesehen wird.

Es widerspricht grundsätzlich nicht dem Eigeninteresse, dass die Menschen für sich
entwickeln, wenn sie auch die Not des Anderen in den Blick nehmen und bereit sind, auf eigene Interessen zu verzichten. Denn dann fallen die Mauern zwischen Men-schen und eine Zukunft des Miteinanderlebens kommt in den Blick. Das solidarische Handeln, zu dem alle Menschen von Anbeginn berufen sind, rückt in den Mittelpunkt. Das Wissen um den gemeinsamen Ursprung meldet sich gegen alles Vergessen und Vertuschen bei den Menschen zurück.

Wir vernehmen darin eine Einladung zum Ändern unserer Rolle in der Gesellschaft. Das Angebot wird besonders aktuell, wenn sich Menschen in eine gesellschaftliche Komfort-zone zurückgezogen haben, oder wenn sie in die Isolation gedrängt wurden. Die Alter-native dazu wird Wirklichkeit, wenn sich der Blick auf das gemeinsame Le-ben mit allen Menschen und mit der Natur öffnet. Dann können wir uns nicht mehr verschließen vor den 50 Millionen Kindern, die weltweit auf Müllkippen leben und auch nicht vor den Opfern von Menschenhandel, die zur Gewinnmaximierung verschleppt wurden.

Die Bewusstwerdung unserer veränderten gesellschaftlichen Rolle verpflichtet uns zu
solidarischem Handeln mit allen Menschen gleicher Gesinnung. Im Gebet bringen wir die Not des Nächsten ins Wort vor Gott – in welcher Sprache auch immer. Und es wird ein Dank sein für das immer wieder gelingende Miteinander von Gott und Mensch, von Mensch zu Mensch, von Mensch und Mitwelt.

 

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Freitag der 13. Dezember

wird – so wie es aussieht – der Tag sein,an dem unsere unfreiwillige Offline-Existenz (begonnen am 30. Oktober) endet und wir „angeschaltet“ werden. Dazu bedurfte es vierer Gesprächstermine vor Ort, weil im Spracherkennungs-Online-System unser „Fall“ nicht vorgesehen war (Hausverwaltung stellt Kabel auf andere Firma um und die Signale unseres bisherigen Telefon- und Internetanbieters werden nicht mehr auf dem bisherigen Weg empfangen). Immerhin: Der katholische Kindergarten in unserer Nachbarschaft war ein Vierteljahr ohne Telefon und Internet.

Wir sind vorsichtig optimistisch.

 

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Balance finden in Zwiespältigkeiten

Mich mitfreuen können, daß einer, der für geringen Stundenlohn arbeitet, sich über die Jeans für sechs Euro freut. Und gleichzeitig um die Produktionsbedingungen wissen unter denen solche Jeans entstehen.

Mich freuen können über die große Menge Himbeeren von der Tafel. Gleichzeitig fassungslos sein über Himbeeren im November und, dass sie zu dieser Jahreszeit auf den Markt kommen, und wegen der Überproduktion letztlich bei der Tafel landen und weggeworfen werden würden, wenn es die Tafel nicht gäbe.

 

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Vom Reichtum eines ganz normalen Sonntags im November

Frühstück zu acht. Dabei über Kindergarten gesprochen, der in allen Sprachen am Tisch „Kindergarten“ heißt. Schoko-Mousse-Torte vorbereitet. Besuch vonAnna. Konflikt beruhtigt nicht gelöst. Zu Fuß zum Gedenkrundgang und unterwegs einige Bekannte getroffen. In der Herbstsonne gesessen und von einer schwierigen Situation erzählen können. Rundgan: Berliner Mauerweg eineinhalb Kilometer mitgegangen von der Jakobikirche bis zum Gemeindezentrum der Aleviten. Dabei viel Bewegendes, Schockierendes, Skandalöses und auch Ermutigendes von Zeitzeugen und aus Archiven gehört. Herr Marokko kommt beglückt vom Sprachtandem deutsch-französich zurück. Mit zwei Bewohnern aus Nordafrika Kaffee getrunken und Schokoladentorte gegessen. Dabei gehört und per Smartphone gezeigt bekommen, wie die traditionelle Kleidung von Frauen und Männern in diesen beiden Ländern aussieht und wie sie von jungen DesignerINNen weiterentwickelt und von Models präsentiert wird. Gespräche kreuz und quer zwischen Mitbewohnern. Einer macht den Essensplan für die kommende Woche in der Arbeitsstelle. Ein anderer freut sich, daß die Fortbildung,vor der er Angst hatte, gut gelaufen ist. Ein anderer ist gefrustet, dass noch kein Anmachholz zerkleinert wurde für den Kachelofen im Wohnzimmer. Ein anderer ist krank und mag nur Tee trinken. Eine Freundin der WG kommt und holt die Monatskarte ab, die sie uns für einige Tage geliehen hat. Ein Mitbewohner klärt, wann und wo er Brot holt. Ein trauriger Ex-Mitbewohner kommt und bringt Umzugskartons für die Sachen, die er noch bei uns hat und nächste Woche abholt. Herr Tunesien kocht ein Pilz-Gemüse-Gericht und unterzieht die Küche einer gründlichen Reinigung. Ein Brief wird per Hand geschrieben …

Alles und noch mehr an einem ganz normalen Sonntag im November.

vom Netz

Letzte Woche hat unsere Hausverwaltung neue Kabel verlegen lassen für mehr Internet und noch mehr Fernsehsender. Niemand vom Haus wollte und brauchte das, aber rechtlich konnten wir keinen Einfluss nehmen. Nun sind wir seit letzten Mittwoch ohne Internet und ohne Festnetzanschluß. Wie lange – das wissen wir nicht.

Interreligiöses Friedensgebet November 2019: Lichtkräfte gegen Dunkelmächte

Alle sind willkommen  /  Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden  /  Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 3. November 2019 um 15:00 Uhr (nahe Deutscher Dom)

Lichtkräfte gegen Dunkelmächte im November

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Lichterketten werden auch in den kommenden dunklen Novembertagen leuchten. Sie rufen Erinnerungen wach an Menschenketten, die 1989 Lichter in ihren Händen hielten, als Leuchtzeichen einer friedlichen Revolution und richtungsweisend wie der weitergeh-ende gesellschaftliche Wandel gestaltet werden kann. In Gerechtigkeit und Frieden!

Vor 101 Jahren gab es hier keine solchen Leuchtzeichen. Da blitzte das tödliche Feuer aus Kanonen und Gewehrläufen bis endlich am 11. November 1918 die Waffen schwiegen. Doch die neue Staatsform von 1919 verhinderte nicht, dass 30 Jahre später die wahre Bedeutung von Gerechtigkeit und Frieden von den Machthabern erneut ins Gegenteil verkehrt wurden.

Das Recht jedes einzelnen Menschen auf Gerechtigkeit wird zwar, vor allem bei Kriegswirren, oft überhört, kann aber niemals außer Kraft gesetzt werden, denn es ist uns zugesprochen und damit unumstößlich. Es ist die übergeordnete Grundlage, die die Gemeinschaft der Menschen verbindet. Dafür erheben die Religionen ihre Stimme und bringen nicht nur ‚im Namen des Volkes‘ sondern im Namen Gottes das Recht zur Sprache. Denn Gerechtigkeit und Frieden bilden eine Einheit und können das friedvolle Miteinander nicht nur in unserem Land, sondern mit und unter allen Menschen befördern.

Dreißig Jahre nach den Ereignissen vom November 1989 stehen wir betend und in Gedanken bei allen heute entrechteten Menschen. Wir beten für die indigenen Völker am Amazonas, für die Papuas in Indonesien, für die Adivasis in Indien, für die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer, für die Kriegsopfer in Mittelost, für die Brexit-Geschädigten in Mittel-europa und für die vielen Namenlosen. Auch wenn ihnen der Zugang zu ihren Grund-rechten aus rassistischen oder religiösen Gründen oder aus wirtschaftlicher Gier oder aus Ignoranz und Dummheit verwehrt ist, sind sie deshalb nicht rechtlos. Vielmehr sind sie berechtigt zur Teilhabe an Würde und Werten, die der Schöpfer den Menschen zuerkannt hat. Grundsätzlich! Die Verursacher der Ungerechtigkeiten aber mögen erleuchtet werden, damit sie sich zur Einsicht und Umkehr und zur Erneuerung leiten lassen.

Wir sind dankbar für jeden, der auf Umsetzung des gegebenen Rechtes und die Würde jedes einzelnen aufmerksam macht und sich dafür einsetzt. Wir stehen auch  in Dankbarkeit an der Seite derjenigen, die den Gedemütigten beistehen und ihnen helfen, damit sie wieder Vertrauen fassen, den von Gott gewollten Weg zurück in ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden zu finden.

 

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