Interreligiöses Friedensgebet zur Langen Nacht der Religionen

Am Samstag den 15. Juni findet zum achten Mal die „lange Nacht der Religionen“ statt. Thema ist „Wasser des Lebens“. Die Initiative „interreligiöses Friedensgebet Berlin“ lädt zum Abschluß der langen Nacht um 23.00 Uhr zum Friedensgebet ein – wie immer auf dem Gendarmenmarkt. Hier der Einladungstext:

Wasser des Lebens
Die Lange Nacht der Religionen Berlin lädt in diesem Jahr am 15. Juni zu Gebeten und Veranstaltungen zum Thema Wasser des Lebens ein.
Notwendig ist das Leben schenkende Wasser, das wir innerlich und äußerlich dringend brauchen. Ist der freie Zugang zu sauberem Wasser nicht ein Menschenrecht?

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Mahnen – Nachdenklich machen – Danken – Hoffen
Damit den flüchtenden Menschen das Wasser wieder zum Wasser des Lebens wird, sehen wir kritisch auf uns. Wir sehen unsere eigene Verantwortung durch unser Konsumverhalten, durch Raubbau in Afrika und anderen Teilen dieser Welt. Wir sehen unseren Anteil an Klimaveränderungen, Wassermangel, Wüstenbildungen und Verschmutzungen der Umwelt, die zu Fluchtursachen werden. Und nicht zuletzt sind wir entsetzt darüber, wie das Mittelmeer zum Friedhof wird. Seeleute bleiben lieber unter Deck, denn sie sind angewiesen, Ertrinkende nicht zu retten. Die Europäische Union nimmt Tote in Kauf – durch die Absperrung der Häfen und Landesgrenzen und durch die Kriminalisierung von Helfenden auf dem Meer. Traurig gedenken wir der Toten.
Nach dem Aussprechen der Klage sehen wir Ermutigendes
Sehen wir die Menschen, die sich gegen offensichtliches Unrecht stellen, Worte erheben und sich gegenseitig Kraft spenden. Ja, da sind Menschen, die hinsehen, löschen, retten und Brunnen bauen. Sie entwickeln voll erwachender Kreativität Ideen und Aktionen, die uns auf dieser Erde eine menschenwürdigere Zukunft ermöglichen. Ihnen gilt unser Dank.
Wir in der Europäischen Union werden von der UN mit Sitz in New York zu selbstverständlichem Handeln ermahnt: Menschen vor dem Ertrinken zu retten.
Doch längst sind da Menschen, die das Unrecht nicht aushalten und aus den Häfen aufbrechen, um im Mittelmeer Leben zu retten. Strafandrohungen erschrecken sie nicht. Dass Ihr das einzig Richtige tut, nämlich zu retten, wo Rettung nötig ist, gibt uns unsere Menschlichkeit zurück. Ihr seid ein Segen. Danke.Wir hoffen auf ein besseres Miteinander. In dem wir uns gegenseitig ermöglichen, was wir brauchen, uns sehen und wahrnehmen als Mitwesen in dieser Welt und bereitwilliger werden, uns zu verändern.

Das Programm der langen Nacht der Religionen ist hier

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Schawuot und Pfingsten am gleichen Tag

Dieses Jahr fallen das jüdische Wochenfest Schawuot und das christliche Pfingstfest zusammen. Wir haben beides begangen und feiern noch weiter. Den inneren Zusammenhang zwischen Schawuot (50 Tage nach Pessach) und Pfingsten (50 Tage nach Ostern) zeigt ein Gedicht von Wilhelm Bruners auf.

Unser Samstagsfrühstückstisch war mit Blumen geschmückt. Es gab einige milchige Speisen wie verschiedene Frischkäsezubereitungen und eine süße Quarkspeise. Anschließend legten einige gemeinsam in einem Bibliolog das erste Kapitel vom Buch Ruth aus. Dabei entstand der Wunsch, auch die anderen Kapitel bibliologisch zu erschließen, was wir in den nächsten Wochen tun werden. Wer sich anschließen möchte, findet die Treffen unter „Termine“.  Das Buch Ruth kann man unter ganz unterschiedlichen Perspektiven erschließen:

Ruth …
– die Geschichte eines Aufbruchs und Neubeginns
– eine Geschichte von Loslassen und Trauer
– Die Geschichte einer Frauenfreundschaft
– eine Liebesgeschichte
– die Geschichte einer Hinwendung zum jüdischen Volk und zur jüdischen
Religion

Schawuot-Pfingsten-Abendessen

Am Abend hat Franz ein leckeres Festmahl zubereitet, an dem wir uns mit einigen Gästen erfreut haben:

Als Vorspeise gab es einen knackigen Spinatsalt mit Kirschen. Als Hauptspeise folgte der berühmte Gemüsereis mit Fisch begleitet von einer Spinat-Kokos-Sauce. Den Abschluß bildete dann eine Erdbeer-Käsesahne-Torte von Iris, die leider nicht mehr ins Bild gesetzt werden konnte, weil sie sehr schnell ihre Fans fand.

Den Sonntag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück, und wer wollte konnte dann einen Gottesdienst besuchen. Auch beim Nachgespräch in Sankt Michael waren Schawuot und Pfingsten noch Gesprächsthema. Wir wünschen denen, die hier mitlesen und feiern noch frohe Feiertage.

Sommermorgen – ganz anders

Morgens kurz vor halb sieben. Es ist noch kühl und ich bin unterwegs zu den Franziskanerinnen. Da sitzen sie auf einer Treppenstufe zum Hauseingang: Zwei junge Münner, Nordafrikaner, Mitte zwanzig – wenn überhaupt, sehr freundlich. Ich bleibe stehen, sehe das bereits ausgepackte weiße Pulver. Es sind die Vorbereitungen für den nächsten Schuß. Ich bleibe stehen sage: „Guten Morgen“. Der eine, der links vor mir sitzt, schaut auf, sagt: „Entschuldigung“. Ich gehe um die beiden herum zur Haustür. Als ich eine Stunde später das Haus verlasse, sehe ich noch die Reste des Drogenkonsums – schon etwas verweht.

Zum Weiterlesen:
Im Görlitzer Park

 

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Juni – ein Monat voller Geschenke

 

Der Juni kommt und damit ein Monat voller Geschenke:

Musliminnen und Muslime feiern das Ende des Fastenmonats Ramadan und lassen Arme und Mittellose an ihrer Freude teilhaben. Kinder bekommen zum Zuckerfest Geschenke.

Juden und Jüdinnen feiern Schawuot – das Wochenfest und damit, daß G-tt das Geschenk der Torah, die der Ewige am Sinai gegeben hat.

Christen und Christinnen feiern das Geschenk der Geistkraft G-ttes an Pfingsten.

Aleviten erinnern sich an Abdal Musa, der ihnen die Ordnung ihres religiösen Wissens und ihrer Gebetsurituale geschenkt hat.

Katholiken feiern Fronleichnam – und damit das Geschenk der ständigen Gegenwart Christi.

Hindus begehen die Ganga Puja. Der Ganges ist der heilige Fluß Indiens. Sie geben damit ihrer Wertschätzung Ausdruck für alles, was ihnen durch den Fluß geschenkt wird.

Das Thema vom interreligiösen Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt am 2. Juni ist deshalb: Empfangen und Annehmen. Mehr dazu hier.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2019: Empfangen und Annehmen

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, prayingGruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 2. Juni 2019 um 15:00 Uhr (nahe Deutscher Dom)

 

EMPFANGEN UND ANNEHMEN

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Fröhliche Gebewillige und freudige Geschenkemacher haben es schwer mit sich selbst bei Empfangen und Annehmen. Das gilt für Frauen und Männer – zumal in dieser frühsommerlichen Zeit, wenn wir uns an diesem Sonntag zwischen den Pilgerfesten Himmelfahrt und Pfingsten begrüßen mit leichter Tasche – nichts zu verschenken – lächelnd: Zu Pfingsten sind die Geschenke am Geringsten!

Da wandert es sich doch beschwingt zum Rastplatz und sagt es sich leicht: Woher? – Wohin? Und : Wo bin ich eigentlich? Wie flockiger Blütenstaub sind diese Fragen über die ganze Menschheit geweht, und überall verbreiten sie sich durch kraftvolle Winde und inspirierende Boten.

Es begann am Ostermontag zwischen Jerusalem und Emmaus und zurück. Unter Fragenden und meist auf dem Wege empfängt der suchende Mensch Antworten und mit ihnen den Weg, die Wahrheit und Leben:

Wohin? Unterwegs mit anderen im Dasein für andere. Selbstsicher durch andere, ohne den selbstbezogenen Kampf ums Dasein.
Woher? Geboren aus Achtung und Würde und Ehrfurcht wächst im Menschen dann auch der lebensvolle Widerstand.
Wo? An Orten, wo die Zerstörung des Lebens eindringt, auch und sogar in uns selbst, aufstehend gegen das Selbstzerstörerische – ein unheimlicher Schauplatz! In dieser Arena – mit welcher Rüstung am Leibe lässt sich der Frieden wieder gewinnen?

In welcher Bereitschaftskleidung? Der Zuschnitt wird im Brief an die Epheser empfohlen und das sollten wir annehmen: Sommerlich leicht bekleidet mit Ephesus-Fasern im Gewebe, geeignet auch für Sommerwinde und Fake-Storms:

Aufbruchwillige tragen die geistliche Zurüstung aus Wahrheit und Gerechtigkeit,  zum Auftreten mit der Botschaft des Friedens, in schnittiger Rede und beharrlichem Gebet unter dem Glaubenshut der Zusage des Heils!
Unter diesem Hut und Schirm werden sie nicht versengen, sondern sie werden sich Segen zusprechen von A bis Z als: Atheisten, Anfänger, Buddhisten, Christen, Hindu, Jesuaner und Muslime, Sarnas, Taoisten, als Wilde und Zweifler. Mitein-ander unterwegs als Söhne der Barmherzigkeit, als Töchter des Lichts, als Geschöpfe Gottes, bereitet um den Frieden auszubreiten durch das Wehen des Geistes.