Fünf Jahre …

… sind es schon – auf den Tag genau, an dem wir mit fast 350 Menschen an einem Samstag im Refugio den 73. Gaburtstag von Christian gefeiert haben, seinen Abschied und die Übergabe der Verantwortung für die Wohngemeinschaft.

Unser Wohnzimmertisch, an dem wir uns zu den Mahlzeiten, zu Gesprächen, zum Kommunitätsabend, zum Gottesdienst feiern, mit Besucher*innen, zur Klärung von Konflikten, zum Feiern und zu vielen anderen Anlässen versammeln, erzählt in zwei Beiträgen vom Fest. Im dritten Beitrag hat dann Christian das Wort:

Ich bin der Tisch von der Wohngemeinschaft Naunynstraße. Seit 38 Jahren stehe ich nun schon hier mitten im im Wohnzimmer. Ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und aus aller Welt haben sich schon an mir versammelt, gegessen, erzählt, gespielt, gearbeitet, gelacht und geweint … Mit dem Zählen habe ich schon lange aufgehört. Was ich schon alles gehört und erlebt habe, das geht auf keine Kuhhaut hat auf keiner Tischplatte Platz:

Tisch nach dem Dankgottesdienst vor der Michaelskirche mit den Resten vom Fest (Foto: Miriam Bondy)

Ein Tisch erzählt vom ‚Fest (1)
ein Tisch erzählt vom Fest (2)

ein Tisch als Zeichen der Gemeinschaft (3)

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Bundesverdienstkreuz für Klaus Mertes SJ

Wir freuen uns sehr, daß Bundespräsident Frank Walter Steinmeier am 8. April Klaus Mertes, der ein langjähriger Freund unserer Gemein-schaft ist und Mathias Katsch das Bundesverdienstkreuz überreicht hat:

„Sie haben sich mit viel Mut und großer Beharrlichkeit für die Aufdeckung und Aufklärung abscheulicher Verbrechen in unserer Gesellschaft engagiert. Sie sind eingetreten für die Schwächsten unter uns, für an Leib und Seele tief verletzte Kinder und Jugendliche, für lange Zeit Vergessene oder Verschwiegene.“

Die Rede des Bundespräsidenten und die Reaktionen von Mathias Katsch und Klaus Mertes SJ kann man hier ansehen:

Der Redetext ist hier nachzulesen.

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Auf den Hasen XXL gekommen …

 Beim großen und bekannten Schokoladenhaus ist dieser Schokohase in Sondergröße einer Mitarbeiterin aus der Hand gerutscht zu Boden gegangen. Dabei erlitt er eine schwere Kopfverletzung mit Abbruch seiner langen Ohren. Aus diesem Grund konnte er weder als Dekoration verwendet werden noch in den Verkauf kommen und sollte in der Mülltonne entsorgt werden, weil es den Mitarbeitenden untersagt ist, Bruchware mit nach Hause zu nehmen. Deshalb kam ein Mitbewohner unserer WG zum Zug.

Er konnte den Hasen retten, weil er als Mitarbeiter einer Fremdfirma im Schokoladenhaus tätig war. So ist der Hase mit abgetrennten Ohren bei uns gelandet und wurde am Ostersonntag fachmännischgerecht einer Wundversorgung mit Bitterschokoladenkuvertüre unterzogen.

Einige Mitbewohner haben ihn sehr ins Herz geschlossen und dafür plädiert, daß er nicht geschlachtet und gegessen werden soll.

Zum Weiterlesen:
Licht ist da zum Weitergeben
der Fülle Raum geben
Osterfrühstück 2020
Ostern alle Tage
Ostergruß in 31 Sprachen
Ostern ganz anders (Kurt Marti)
Mit Osteraugen sehen (Klaus Hemmerle)
Premiere: Unser Ostertisch

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Premiere: Unser Ostertisch

Ostertisch 2021

Dieses Jahr haben wir erstmals vor unserem Wohnzimmerfenster einen Ostertisch aufgebaut: hartgekochte Eier wurden gefärbt∗, drei Osterlämmer wurden gebacken (davon zwei verschenkt), Eier wurden ausgeblasen und für den Osterstrauß gestaltet und zwar in verschiedenen Techniken (bemalt, bedruckt, gebatikt, Schmetterlinge wurden in Origami-Technik gefaltet und Kerzen gefärbt (Bild hier).

∗Man kann Eier gleichzeitig in mehreren Farben färben. Dazu braucht man für jede Farbe einen Gefrierbeutel zu 3 Litern. Den Gefrierbeutel stülpt man in ein hohes Gefäß z.B. in einen 1-Liter-Joghurteiner. Darin macht man eine Farbe an und legt dann 5 bis 7 Eier hinein.

Den Beutel hebt man mit den Inhalt in einen Topf, sodaß der Beutel zum Teil auf dem Topfboden aufliegt (ca. 7 cm Topfhöhe). Den Beutel befestigt man mit einer Holzwäscheklammer am Topfrand. Der Beutel darf nicht geschlossen sein, sonst platzt er während des Kochens. Mit weiteren Farben genauso verfahren. Dann noch heißes Wasser aufgießen. Das Wasser im Topf nun zum Kochen bringen und die Eier einige Minuten kochen lassen. Dann die Eier wie gewohnt abschrecken. Die Farblösung in den einzelnen Beuteln kann man in Joghurteimer oder große Marmeladengläser geben und dann zum weiteren Färben verwenden. Die Eier in unserem Osterkörbchen (siehe Foto oben) wurden in vier Farben gefärbt und dann teilweise in andere Farbtöne getaucht.

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Osterlicht 2021

Hinter den Trauerblumen
müde vor Vergänglichkeit
leuchtet am fernen Horizont
eine neue Hoffnung auf.
Wir sehen es mit eigenen Augen:
Das Licht ist stärker als die Dunkelheit
und glauben tief im Herzen
daß Leben stärker ist als der Tod.
(Joe Übelmesser SJ)

Zum Weiterlesen:

Ostern alle Tage
Ostergruß in 31 Sprachen
Ostern ganz anders (Kurt Marti)
Mit Osteraugen sehen (Klaus Hemmerle)
Premiere: Unser Ostertisch

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Gründonnerstagstradition: Kreuzbrote

Am Gründonnerstag gibt es in den verschiedenen Regionen unterschiedliche kulinarische Traditionen mit grünen Speisen: In Frankfurt gibt es grüne Sauce. Die Kräuter gibt es in dieser Zusammenstellung nur in den Tagen davor in den Lebensmittelgeschäften. Ein klassisches Mittagessen sind Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei. Bei uns gab es heute zum Frühstück Kreuzbrote aus Hefeteig und gemischten frischen Kräutern wie sie im Alpenvorland Tradition sind:

Kreuzbrote 2021

Kreuzbrote – Hefegebäck mit Kräutern

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Pessach-Impuls: Maror (Bitteres)

Im letzten Blog-Eintrag habe ich vom Pessach-Paket erzählt und den Impuls- bzw. Meditationskarten, die es enthielt. Ein Beispiel möchte ich hier vorstellen, nämlich die Maror-Karte. „Mar“ ist das hebräische Wort für „bitter“. „Maror“ sind die bitteren Kräuter, die wir zu Pessach in einer der symbolischen Speisen zu uns nehmen, die an die bittere Situation des Sklavendaseins erinnern. 

Hier ist die künstlerische Darstellung von Polina Lifshitz :
Maror Karte
Den Impuls-Text findet man hier.

Zum Weiterlesen:
Pessach 5779
die einzelnen Teile des Seder
Was gehört auf den Seder-Teller?

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Coming soon: Pessach 5781 im Corona-Modus

Pessachpaket 1

Pessachpaket 5781

Es ist nun das zweite Jahr, in dem wir Pessach nicht in großer Runde zuhause oder im jüdischen Gemeindezentrum mit Freunden, Verwandten und mindestens einem fremden Gast feiern können. Base Berlin und Hillel Deutschland, zwei jüdische Organisationen, haben sich für diese Situation etwas Besonderes überlegt und mit vielen Freiwilligen Pessach-Pakete gepackt, die auf die Situation von Singles abgestimmt sind:

Hinten rechts ein Paket mit Mazzen (ungesäuerte Brote), in der Mitte zwei Gläser mit Maror (Bitterkräuter) und Charosset, das den Lehm symbolisiert mit dem die Israeliten als Sklaven der Ägypter Bauwerke errichten mußten.. Auf der rechten Seite liegt ein Faltblatt mit den traditionellen Segenssprüchen, die die die einzelnen Teile des Seder einleiten und begleiten. Normalerweise – wenn man in großer Runde versammelt ist – hat jede/r eine Haggada: Ein Heft im DIN A4 – Format, etwa einen halben Zentimeter dick, mit der Liturgie, also den Segenssprüchen, den Fragen, den Gebeten und Auslegungen, die abwechselnd gelesen werden.

Wenn man allein feiert ist das so nicht durchführbar. Deswegen liegen hier die künstlerisch gestalteten quadratischen Karten. Jede steht für einen Abschnitt der Seder-Feier. Auf der Rückseite ist dann ein Impuls zum Nachdenken oder eine Meditation abgedruckt, von ganz unterschiedlichen Menschen verfaßt. Eine ansprechende und schöne Idee.

Zum Weiterlesen:
Pessach 5779
die einzelnen Teile des Seder

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Montagsfrage: Warum bloggst Du und wie hat das damals bei dir angefangen?

Header 3Immer montags wirft Herr Joel aus dem schönen Luxemburg eine Frage in den virtuellen Raum. Diese Woche geht es um die Anfänge des eigenen Bloggens. Ich habe an anderer Stelle vor gut zwei Jahrzehnten mit dem Bloggen begonnen und verbinde damit viele schöne und bereichernde Erfahrungen. Anfang 2015 bin ich in die Naunyn-WG (benannt nach der Straße mitten in Kreuzberg, in der wir leben) gezogen, in einer Zeit großer Umbrüche. Ein langjähriger Mitbewohner war im Jahr zuvor verstorben und absehbar war, daß der letzte Mitbewohner aus der Gründergeneration im Jahr darauf die WG verlassen würde.

In den – damals – 36 Jahren ihres Bestehens hatten Männer und Frauen – gelegentlich auch Kinder – aus über 70 Ländern in der WG gelebt. Ein großer Freundeskreis, zu dem sich Menschen aus vielen Ländern zählen, ist in dieser Zeit entstanden. Um in Kontakt zu bleiben und aus unserem WG-Leben zu erzählen wurde im Januar 2016 mit diesem Blog begonnen. Im ersten Blogeintrag hieß es:

Herzlich Willkommen …

…auf dem Naunynblog. 2016 wird für unsere Kommunität ein spannendes, von Umbrüchen geprägtes Jahr werden. Deshalb haben wir beschlossen dieses Blog zu starten um Freunden und Freundinnen der Naunynstraße und anderen Interessierten die Möglichkeit zu geben an unserem Leben Anteil zu nehmen.

Wir freuen uns über Mails unter naunyn (at) gmx (dot) de  und weiterhin natürlich über Euer Klingeln an unserer nach wie vor offenen Tür.

Viele von denen, die zu uns kommen – sei es zu Besuch oder zum Mitleben – sind in einer Notsituation und suchen nach einem Ort, wo sie zur Ruhe kommen und sich sortieren können. Alles kann hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht erzählt werden. Trotzdem bleibt noch Einiges, was hier geteilt werden kann. Das Spektrum reicht von „Alltagssplitter“ bis „Welt im Wohnzimmer“ und dazwischen liegt Vieles, wie etwa  „Aphorismen“ unseres ehemaligen ältesten Mitbewohners, „Armut“, „Besuche“, „BewohnerINNEN“, „Denkanstöße“, „Feste und Feiern“, „Frühstücksgespräche“, „Freunde“, „Kommunitätsabend“, „Kulinarisches“, „Kunst“, „Musik“, „Nachrufe“, „Politisches“, „Samstagsfrühstück“, „Straßenexerzitien“, „UnterstützerINNEN“, „Vielfalt“ …

Durch das Bloggen sind auch Kontakte zu Menschen entstanden, die uns (noch) nicht persönlich kennengelernt haben. Einige wollen uns besuchen sobald es die Corona-Situation erlaubt.

Mit diesem Beitrag werden es 519 Postings sein, die hier erschienen sind.

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