Ein Tisch erzählt … vom Fest (1)

Ich bin der Tisch von der Wohngemeinschaft Naunynstraße. Seit 38 Jahren stehe ich nun schon hier mitten im im Wohnzimmer. Ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und aus aller Welt haben sich schon an mir versammelt, gegessen, erzählt, gespielt, gearbeitet, gelacht und geweint … Mit dem Zählen habe ich schon lange aufgehört. Was ich schon alles gehört und erlebt habe, das geht auf keine Kuhhaut hat auf keiner Tischplatte Platz

Nur manchmal, wenn viele Leute zusammen kommen – wie an Weihnachten oder bei Freundeskreistreffen – werde ich in die Küche gebracht, mit einer Tischdecke geschmückt und habe dann viele gute Sachen anzubieten. Jeder, wirklich JEDER, der in die Naunynstraße kommt, kennt mich.

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

der Tisch beim Samstagsfrühstück – Foto: Luke Sonnenglanz

In den letzten Monaten und Wochen wurde an mir viel über das Fest geredet und diskutiert, das zu Christians 73. Geburtstag, zu seinem Abschied von der WG in der Naunynstraße und zur Übergabe der Verantwortung an Iris und Michael – oft Generations-wechsel genannt. In den letzten Wochen haben sich dann regelmäßig am Dienstag Nachmittag einige Menschen um mich versammelt, um die konkrete Planung des Festes zu besprechen. Viele Fragen standen im Raum: Wo kann das Fest stattfinden? Wieviele Menschen würden wohl kommen? Was wird es zu essen und zu trinken geben? Wieviele Getränke müssen bestellt werden?  Welche Programmbeiträge wird es geben? Ist genug Geschirr und Besteck da? Wo bekommen wir Biertische und Bänke? Wer hat Ideen für die Deko? Wer begrüßt die Gäste? Wer hilft beim Aufbau und beim Aufräumen?  Listen wurden geschrieben und dauernd verändert. Ich habe schon heftig bedauert, daß ich nicht dabei sein kann.

Aber es sollte alles ganz anders kommen. Denn da gab es auch noch andere Zusammenkünfte, Treffen, die ich nur am Rande mitbekommen habe. Sie fanden hinter verschlossener Tür – genauer gesagt in Christians Büro mit Iris und Michael – statt. Heute weiß ich, daß es bei diesen Gesprächen um das Ritual zur Übergabe und um den Dankgottesdienst am Sonntag in der Sankt Michaelskirche ging.

Aber selbst in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nie vorstellen können, daß ich dabei eine tragende Rolle – eine Hauptrolle spielen würde…

zum Weiterlesen:
Ein Tisch erzählt … vom Fest: Teil 2

Ein Tisch … als Zeichen der Gemeinschaft (Teil 3)

Advertisements

4 Gedanken zu „Ein Tisch erzählt … vom Fest (1)

  1. Pingback: Ein Tisch erzählt … vom Fest (2) | naunyn

  2. Pingback: Strassenexerzitien-Herberge | naunyn

  3. Pingback: Ein Tisch … als Zeichen der Gemeinschaft | naunyn

  4. Pingback: Abschied von Michael | naunyn

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s