Was so passiert im Advent – interreligiöses Friedensgebet im Dezember

Mahnwache und Interreligiöses Friedensgebet auf dem Hausvogteiplatz am Sonntag, 4.12.2016 um 15.00 Uhr

Wir treffen uns im Dezember nicht auf dem Gendarmenmarkt, sondern weichen dem Markt­treiben, gehen auf den Hausvogteiplatz nebenan – wo der Novemberpogrom 1938 wütete. Zur Vorbereitung unserer Gebets- und Mahnwache für den Dezember trafen wir uns im „traurigen Monat November“ – wie der  jüdische Dichter Heinrich Heine es anmerkte. Wir machten uns die Übergänge bewusst, auf die wir achten wollen. Das „Jahr der Barmherzig­keit“ neigte sich dem Ende zu. Die Friedensdekade fand ihren Abschluss. Die Lichter des indischen Diwali-Festes verlöschten. Fast unbemerkt feiert die Gemeinde der Sikhs im November den Geburts­tag ihres Guru Nanak, der die aufrüttelnde Botschaft verkündete: „Es gibt keine Hindus, es gibt keine Muslime, es gibt nur Geschöpfe Gottes“. Seine Botschaft entstand fast gleichzeitig mit der Neu-Besinnung des Christentums zur Zeit der Reformation.

Im Berliner Forum der Religionen begegnen sich diese altehrwürdige Religion aus dem fernen Osten, die so konsequente Religion aus dem Mittleren Osten und die uns so nahe Religion, die Europa prägte. Noch sind die Annäherungen der Gottesverehrer und Men­schenfreunde zöger­lich. Aber die kulturellen Bräuche können den Weg zueinander erleich­tern. Plätze und Märkte geben dafür die klassische Form. Ein Markt gibt Raum für Möglich­keiten, eröffnet den Zugang für Begegnung und Austausch, für Fest und Feier. Für den einen ist es der Wintermarkt mit warmen Klamotten, ein anderer will den Rummel-Markt mit Glühwein, für den anderen ist es ein Flohmarkt ohne lästige Flöhe, wieder ein anderer sieht sich auf solchen Märkten lästig als Konsument vermarktet. Auch gibt es eine Marktstraße mit Märchen von Schnee und Eis und Pfefferkuchenhaus – aber wer sucht den Weihnachtsmarkt oder gar einen Christ-Markt? So ganz ohne Schießbuden und Kriegsspielzeug?

Das in uns gelegte Verlangen nach einem friedlichen Miteinander treibt uns aus dem traurigen November auf den Markt des Advent; denn es ist eine Sehnsucht in der Schöpfung, dass die Kinder Gottes erkennbar werden und sich erkennbar machen. Danach verlangte auch den Guru der Sikhs: „Es gibt keine Hindus, es gibt keine Muslime, es gibt nur Geschöpfe Gottes“.

Diese Botschaft trifft die nicht unvorbereitet, die im Abendland in der Adventszeit dem Geburtstag von Jesus aus Nazareth entgegensehen. Er spiegelt die Gewissheit aller Geschöpfe, dass aus Glauben, in Liebe und mit Hoffnung alle Möglichkeiten aufgetan sind, um das scheinbar Unmögliche wirklich werden zu lassen: „Es gibt nur Geschöpfe Gottes“.

Wieso eigentlich „nur“ -?-  Und: Was hat er gemeint?
Vielleicht treffen wir uns auf einem der Märkte, um darüber mit anderen zu sprechen.

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