85 Jahre …

… wurde  vorgestern unser ältester Mitbewohner Christian Schmidt (SJ). Franz zauberte einen kreativen Frühstücksteller für das Geburtstagskind, und wir nahmen uns Zeit für ein ausführliches Geburtstagsfrühstück.

 

Im Lauf des Tages kamen immer wieder Gäste und telefonische Geburtstagsgrüße. Weil der Geburtstag auf einen Dienstag fiel, gab es dann zum Kommunitätsabend als besonderes Abendessen die Lieblingsspeisen von Christian: gefüllte Paprikaschoten mit Kartoffeln und Salat und zum Nachtisch Eiskonfekt und Kuchen.

 

Video: Christian Schmidt – Jesuiten und Kunst

 

 

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Gewaltfreie Kommunikation

Vor drei Jahren habe ich Tom Froitzheim bei Exerzitien auf der Straße in Flensburg kennengelernt. Inzwischen ist er nach Berlin gezogen und kommt immer wieder zum Samstagsfrühstück in die Naunynstraße. Vor einigen Monaten bot er uns als Geschenk ein Seminar in gewaltfreier Kommunikation (non-violent communication) an. Er ist damit während eines Studienaufenthalts in den USA in Berührung gekommen und hat diesen Ansatz bei Marshall Rosenberg, der diesen Zugang entwickelt hat, gelernt.

Wir teilen dieses Geschenk gern mit anderen Intereressierten und bieten deshalb mit der Pfarrgemeinde Sankt Michael und Pax Christi einen Einführungsabend für Interessierte an und zwar am Donnerstag den 24. August ab 19.45 in Sankt Michael (Waldemarstr. 8-10). Wer dann weitermachen will, kann eine Übungsgruppe besuchen. Tom hat dazu einige kleine Einführung geschrieben:

Im täglichen Zusammenleben – sei es in der Familie, auf der Arbeit oder mit Fremden in Supermarkt oder UBahn
– kriegen wir uns (meist unvorhergesehen) mit anderen regelmäßig in die Haare. Egal, ob sich die Spannungen dabei um eine Bagatelle oder etwas ernst zu nehmendes drehen, fällt es uns schwer mit Meinungsverschieden-heiten friedlich und konstruktiv umzugehen. Wenn dann noch Schuldzuweisungen durch die Luft fliegen und es nach Rechthaberei stinkt, fühlen wir uns in solchen
Situationen oft überfordert. Im „Ernstfall“ geben wir vielleicht klein bei, was natürlich auch keine angemessene Lösung darstellt. „Gewaltfreie (bedürfnis-orientierte) Kommunikation“ ist eine Möglichkeit, Konflikte – aber auch andere schwierige Situationen – zu entschärfen und für uns (und die anderen!) zufrieden stellender aufzulösen. Wir lernen, auf was in uns und im anderen zu achten ist, damit wir während einer Auseinandersetzung zurück zu gegenseitigem Verständnis und akzeptabler Kommunikation finden. Hierbei konzentrieren wir uns vor allem auf die lebenswichtigen unerfüllten Bedürfnisse in uns und dem anderen (und die damit verbundenen Emotionen).  Dann drücken wir diese und denen entsprechende Ziele konkret aus, um der Erfüllung dieser Bedürfnisse näher zu kommen… (mehr hier)

Nachtrag:
Ab September 2017 wird es immer am 2. Mittwoch des Monats eine offene Übungsgruppe „gewaltfreie Kommunikation“ geben – zum ersten Mal am:

Mi 13.. September 2017 von 18.30 h bis 20.30 h

Offene Übungsgruppe für Gewaltfreie Kommunikation (GfK) in Kreuzberg
Ort: Gemeinderäume der St. Michael Gemeinde, Dresdener Str. 28, 10999 Berlin.
Anmeldung bis 24 Stunden vorher an Tom Froitzheim MailEinfachTom@gmail.com

 

Brot-Vermehrung

Es ist Sonntag Morgen, und ich überlege, was ich für das Frühstück in Sankt Michael mitbringen kann. Im Brotkasten sind noch zwei Päckchen Brot mit je acht Scheiben. Nicht viel für elf Bewohner, die wir derzeit sind, weil einige unterwegs sind. Deshalb zögere ich, packe dann ein Päckchen zu den anderen Lebensmitteln dazu. Der August ist der zweite Monat mit 31 Tagen – für ame Menschen eine besonders schwierige Situation (dazu habe ich schon letztes Jahr geschrieben und zwar hier). Im Gemeindezentrum haben wir nach der Messe ein schönes Frühstück mit einem lebendigen Austausch. Als wir mit dem Abspülen und Aufräumen der Küche fast fertig sind, liegen auf der Arbeitsplatte drei Päckchen Brot genau von der Sorte, von der ich ein Päckchen mitgebracht hatte und jemand sagt: „Das ist für die Naunynstraße. Wenn Ihr noch mehr braucht, könnt Ihr noch bei den Schwestern nebenan holen.“

 

Kleinigkeiten: inklusiv – exklusiv

„Deinen Zettel auf dem Frühstückstisch konnte ich nicht lesen“ läßt mich ein Mitbewohner wissen. Ich hatte eine Nachricht hinterlassen, daß ich beim Frühstück nicht da sein würde. Meine Handschrift ist eigentlich gut lesbar. Deswegen bin ich kurz irritiert. Der Mitbewohner fügt hinzu: „Wenn Du nächstes Mal in Druckschrift schreibst, dann kann ich auch lesen. Wenn Buchstaben verbunden sind, kann ich nicht lesen.“

Druckschrift verwende ich nicht gern, weil ich meine Druckschrift für krakelig halte. Für ihn, der aus einer anderen Kultur mit einem anderen Schriftsynstem kommt, ist meine krakelige Druckschrift leichter lesbar als meine schöne Schreibschrift. Wie oft hängt es an Kleinigkeiten, ob jemand teilhaben kann oder von etwas ausgeschlossen ist?