Samstagsfrühstück … mit dem Provinzial

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

Der 6. Januar war für uns in diesem Jahr ein ganz besonderer Tag. Da das Samstagsfrühstück mit dem Dreikönigsfest zusammenfiel, hatten wir auf einen Besuch der Sternsinger gehofft. Aber die wollten sich erst ab 14.00 Uhr auf den Weg machen.

Wir konnten uns wieder über einen reich gedeckten Tisch und viele Besucher freuen – auch von weiter her: Siglinde aus Nürnberg war gerade in der Stadt und später kam auch Jens aus Leipzig dazu. Ein besonderer Höhepunkt und eine besondere Freude für uns war, daß der seit 1. Juni amtierende neue Provinzial Johannes Siebner (SJ )zu uns kam. Er ist Berliner, kennt die WG Naunynstraße und war zuletzt vor über 20 Jahren da. Er wurde befragt, wie viele Jesuiten es in Deutschland gibt (etwas über 300), worum es bei den Jesuiten geht (Bildung, Spiritualität und Gerechtigkeit). Er erzählte uns von seiner Romreise, wo er sich vor kurzem zwei Wochen lang mit anderen im letzten Jahr neu ernannten Provinziälen aus der ganzen Welt getroffen und ausgetauscht hat. ‚Einiges davon kann man auch in seinem Artikel „Wie geht Provinzial?“ nachlesen samt Foto mit Papst Franziskus.

Schwester Rita brachte uns ein Sternsinger-Lied mit und eine Betrachtung von Karl Rahner SJ zum Feiertag, die überschrieben war mit „Reise des Herzens„. Dort heißt es:

„Sie sehen einen Stern seltsam am Himmel emporsteigen. Und wenn sie auch erschrecken vor der Kühnheit ihres Herzens, so gehorchen sie doch und brechen auf. Sie gehen verschlungene Wege, aber vor Gottes Augen ist es der gerade Weg zu ihm, weil sie ihn in Treue suchen …Und wie sie endlich ankommen und niederknien, tun sie nur, was sie eigentlich immer taten, was sie auf der Suche und Reise schon taten: sie bringen das Gold ihrer Liebe, den Weihrauch ihrer Ehrfurcht, die Myrrhe ihrer Schmerzen vor das Antlitz des unsichtbar-sichtbaren Gottes. Still, wie sie gekommen sind, schwinden sie wieder aus dem Gesichtskreis der heiligen Geschichte … Lasst auch uns auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott gehen! Lasst uns aufbrechen und vergessen, was hinter uns liegt … Der Weg geht durch Wüsten und Finsternisse. Aber verzage nicht: der Stern ist da und leuchtet … Brich auf, mein Herz, und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst Du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren: Lass es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen. Denn du wirst ihn finden.“

Mich erinnerte das an das Unterwegssein bei den Exerzitien auf der Straße. Später am Vormittag würde Pater Siebner sagen: „Unser größtes Exerzitienwerk sind die Straßenexerzitien. Und die brauchen keine Häuser“.

Unser Freund Roj erzählte uns, daß dieser Samstag auch der Tag war, an dem Hindus an die Ermordung von Mahatma Gandhi vor siebzig Jahren erinnern. Er hat aus seiner Tradition das Lied mitgebracht und gesungen, das Mahatma Gandhi bei der öffentlichen Versammlung gesungen hat, in deren späteren Verlauf er von einem Fanatiker ermordet worden ist. Es waren für uns alle sehr bewegende Momente.

Auch in der jüdischen Tradition war dieser Samstag ein besonderer: Es war im G-ttesdienst der Synagoge der Schabbat, an dem ein neues Buch im Torahlesezyklus begonnen wurde mit dem Wochenabschnitt Schemot, also das Buch Exodus (2. Buch Mose) mit der Erzählung der Geburt des Moses. Das stellt insofern eine Parallele dar, weil in der Kindheitsgeschichte des Evangelisten Matthäus einige Motive aus der Geburtsgeschichte von Moses auftauchen.

Und dann kamen sie ganz überraschend doch noch: Die Sternsinger von Sankt Michael – eigentlich mehr Sternsingerinnen. Sie hatten Liederhefte dabei, die rasch verteilt waren. So sangen wir miteinander einige Sternsinger-Lieder. Weihrauch zog durch die Wohnung und der Segen für uns und für alle die bei uns ein und aus gehen wurde an die Türpfosten geschrieben.

Sternsinger 2018

Daneben und dazwischen gab es viel Zeit für Gespräche und Kennenlernen. Es war ein reicher Vormittag, der nach dem Frühstück noch nicht zu Ende war, sondern etwas später für die, die wollten und auch andere, die neu dazu kamen mit einem Bibliolog zum Tagesevangelium, dem Besuch der Sterndeuter, weiterging.

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2 Gedanken zu „Samstagsfrühstück … mit dem Provinzial

  1. Pingback: Weihnachtszeit – Besuchszeit | naunyn

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