Kerze der Erinnerung

Sonntagsg-ttesdienst am 27. Januar 2019: Kerze der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus (Foto: Katrin Wetzel)

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27. Januar 2019 – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Dance Me To The End Of Love
Tanz mit mir die Liebe bis zum Schluss.
Leonard Cohen (Melodie & Text) dachte beim Schreiben dieses Songs an die Ermordeten der Shoah und sang für die Vielen, die nie eine Chance bekamen, ihre Liebe zu leben. Hier eine Interpretation von Karsten Troyke und Sharon Brauner auf der Weidendammbrücke in Berlin:

interreligiöses Friedensgebet im Februar 2019: GAST-OFFEN Wohnen

Alle sind willkommen                                                       All are welcome
Hoffnung für Frieden                                                       Hope for Peace
innehalten, schweigen,                                        pause for a moment, in silence
sprechen, singen, beten                                           speaking, singing, praying

Die Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin lädt ein auf dem Gendarmenmarkt
SONNTAG, 3. FEBRUAR 2019 UM 15:00 UHR (NäHE DEUTSCHER DOM)

  GAST-OFFEN WOHNEN

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Der Himmel wird wahrnehmbar heller. Das christliche Abendland benannte den 2. Februar zum Lichttag und feiert ihn als Mariens Lichtmess. Wohl alle mit uns wohnenden Menschen feiern auf je ihre Weise das aufsteigende Licht. Dabei entdecken wir unseren gemeinsamen Weg, denn es ist Licht für den Weg, der uns vom Himmel gewiesen ist. So bezeugen es die Religionen, die aus ihrem erleuchteten Wissen mit ihrer Botschaft bekennen: Wir Menschen sind Pilger auf Erden. Auf der Erde sind nicht nur unsere Wege angelegt, sondern die Erde ist auch wohnlich eingerichtet und ausgestattet. Wir sind darauf gewiesen, dass wir das Klima, die Nahrung und auch den Wohnraum miteinander teilen. Dabei wird uns die Einsicht zuteil, dass wir aufeinander angewiesen und einander zugewiesen sind. Wir nehmen einander an als Menschen, die pilgern und einander Gastfreundschaft gewähren – eine Gemein-schaft der Erwartungsvollen – unterwegs.

Doch wie steht es um die Gastbereitschaft in unseren Städten? Was sagen darüber jene Menschen auf der Straße ohne behördliche Anmeldung, die in Last- oder Bau-Wagen schlafen, abgewiesen sind und abgeschoben werden sollen? Abgetan? Einer von ihnen erfror am 1. Januar in der Winternacht. Aber es gibt sie, die Initiativen wie Notunter-künfte, Kältebusse und eine große Zahl unbekannter Helfer. Sie alle leben und verwirklichen diese Gast- und Hilfsbereitschaft.

Aber leider ist „Wohnrecht für Alle“ vielerorts zu einem bloßen Schlagwort verkommen. Denn es widerspricht der Gastbereitschaft einer Stadt, wenn immer mehr Wohnungen so aufwendig saniert werden, dass die bisherigen Bewohner ihren vertrauten Lebens-bereich verlassen müssen, um den Wenigen Platz zu machen, die sich diesen Luxus leisten können.

Der vieldeutige Hinweis, dass im Himmel viele Wohnungen sind, regt an zur Einübung von Gastfreundlichkeit auf Erden. Gastfreundschaft ist ein Ausdruck jener Freiheit, mit der die Pilger den Friedensgruß auf ihre Pilgerstation bringen. Sie gehört zu der Vorfreu-de, wie sie weltweit von Hindus an ihren Pilgerorten besungen wird. Mit ihnen erfahren wir uns als Geschwister der Erwartung. So werden unsere Wohnungen zu solchen Orten des Friedens, zu denen wir die Wegbegleiter auf Händen tragen möchten und manchmal auch ertragen lernen.

Alle, die auf diesen Frieden hin pilgern, folgen wohl auch dem Gott, der mit seinem Volk zu der bleibenden Stadt pilgerte. Diese Vision ist lebendig, wenn wir Licht und Leben feiern. Wir sind unterwegs ohne bleibende Statt und entdecken die Wahrheit dieser Gemeinsamkeit mitten im bewegten Leben. Das Licht auf dem Weg des Le-bens leuchtet um uns und in uns.

Mehr vom Samstagsfrühstück mit den Sternsingern (Teil 2)

Ilona, die oft zum Samstagsfrühstück kommt, hat uns einige Zeilen zum Samstagsfrühstück vom letzten Samstag geschickt. Sie schreibt:

Dieses Samstagsfrühstück war für mich ein ganz Besonderes.

Es hatten sich viele Gäste eingefunden, die kürzer oder auch länger blieben, und die Tafel war immer gut besetzt. Der Tisch war wieder reichlich gedeckt und es gab extra Leckereien, wobei ich die selbstgemachten Trüffel von Iris hervorheben möchte.

Dann wurde uns der Besuch der Sternsinger angekündigt, die etwas später auch eintrafen. Sie erzählten uns von einem Projekt für behinderte Kinder in Peru, für das sie dieses Jahr sammeln. Ich erfuhr vom Brauch des „Dreikönigskuchen“. Iris hatte für diesen Anlass extra einen gebacken und die Sternsinger durften sich als erste jeder ein Stück davon nehmen. Sie sangen für uns, räucherten die Stube mit Weihrauch, und wir sangen auch alle etwas gemeinsam. Als Abschluß wurde das Segenszeichen für das neue Jahr an den Türrahmen geschrieben.

Wer wollte, konnte ein Klebchen mit dem Segenszeichen darauf für zuhause erhalten. Ich freute mich sehr, einen „Segen-to-go“ zu erhalten.

Schon während der Gesänge hatte ich das Gefühl, die Atmosphäre im Raum verdichtet sich irgendwie. Zum Schluß war dieses Gefühl ganz stark, es hielt auch noch an, als die Sternsinger wieder weg waren. Ich glaube, der Geist Gottes war sehr präsent anwesend.

Mir ist nicht bekannt, ob andere auch etwas spürten. Jedenfalls war es so, dass an diesem Tag nach Frühstücksende nicht wie sonst die meisten plötzlich gingen. Alle blieben sitzen und scherten sich nicht um die Uhrzeit. Mehrere Grüppchen hatten sich gebildet, die sich lebhaft unterhielten. Ich saß still inmitten des Stimmengewirrs, während der eine oder andere Gesprächsfetzen an mein Ohr drang. Es gab mir ein Gefühl des Friedens, die vielen unterschiedlichen Menschen so zusammensitzen und miteinander reden zu sehen.

Mit diesem schönen Gefühl in mir verabschiedete ich mich. Ich fühlte mich bis zum Abend wie in einem Kokon, in dem der Geist Gottes mich umgab.

Dieses Frühstück war ein Geschenk für mich!

Samstagsfrühstück mit den Sternsingern (Teil 1)

 

Nikolausüberraschung im Januar oder: aller guten Dinge sind drei

Nikolaus-Überraschung

Am 6. Dezember hatten wir in der Wohngemeinschaft ein religions-übergreifendes Nikolaus-Frühstück. Am 19. Dezember feierte ein Mitbewohner mit diesem Namen, der orthodoxer Christ ist, seinen Namenstag und gestern brachte uns ein evangelischer Nikolaus noch ein Paket, das über mehrere Stationen unterwegs hängen geblieben war. Und das kam so: Irgendwann im vergangenen Jahr wurde im Seniorenkreis der Hephatha-Gemeinde in Berlin-Neukölln eine der Geschichten aus dem Einfach-ohne-Buch vorgelesen. Im November sprachen dann die Mitglieder des Seniorenkreises darüber, wem sie dieses Jahr eine Nikolausfreude machen wollen. Zehn Empfänger – darunter unsere Wohngemeinschaft – wurden ausgewählt. Jedes Mitglied brachte von einem Produkt zehn Stück mit. Da gab es Tee, Honigkuchen, Rotkäppchen-Sekt, Süßigkeiten, Stollen, Honig, Brotaufstrich … Dann wurden die Pakete zusammengestellt und auf den Weg geschickt. Wir haben uns darüber sehr gefreut und sagen ein herzliches Dankeschön.

Samstagsfrühstück … mit den Sternsingern

Dreikönigskuchen

Seit einigen Tagen sind sie wieder unterwegs: Kinder und Jugendliche, die für notleidende Kinder in anderen Ländern Geld sammeln und zugleich die Wohnungen, in die sie kommen, segnen und den Menschen, die dort wohnen, Freude und Segen bringen.

Sie sammeln für sinnvolle Hilfsprojekte, die den Ländern nicht von außen aufgedrückt werden, sondern die vor Ort bestehen und mit finanzieller Hilfe stärker werden. Heuer geht es um eine Einrichtung in Lima, Peru für behinderte Kinder, denen durch Bildung und Hilfsmittel (Rollstühle, Gehhilfen etc.) die Teilhabe am Leben ermöglicht wird. (mehr dazu hier).

Am Samstagsfrühstück gestern war es dann soweit. Die Sternsinger von Sankt Michael kamen mit Liedern, Segen, Weihrauch und Infos über die Projekte in Peru, für die dieses Jahr gesammelt wird. An unserem reich gedeckten Frühstückstisch mit Dreikönigs-kuchen (Foto oben) hatten sich Menschen aus allen Kontinenten – außer – Australien – eingefunden.

Wer wollte, konnte die Kurzfassung des Segens (20 C + M + B 19) auch als beschrifteten Klebestreifen für Zuhause mitnehmen. Besonders bewegte mich die Frage einer alevitischen Frau, ob sie für ihre beiden Söhne, die gerade in einer schwierigen Situation seien, auch einen Streifen mit dem Segen mitnehmen dürfe. Klar – der Segen ist für alle da.

Die Sternsingerinnen bekamen als Erste etwas vom Dreikönigskuchen, einem Hefekuchen mit Marzipan und Trockenfrüchten, der in Süd-Frankreich, der Schweiz und in Spanien zum Dreikönigstag gehört.

Zum Weiterlesen:
Überraschungsbesuch der Sternsinger 2018 (mit Fotos)