Mit Ignatius von Loyola auf die Straße …

… heißt ein Artikel, in dem einige neue Exerzitienformen wie Filmexerzitien oder Exerzitien auf der Straße vorgestellt werden und zwar hier. 

Allerdings ist der einleitende Text etwas irreführend, wenn es da heißt:

Exerzitien sind in, aber nicht jeder findet schnell einen Zugang zu Bibeltexten und geistlichen Übungen. Deshalb haben sich in den letzten Jahrzehnten einige Varianten etabliert, die Exerzitien auch für weniger geübte Menschen attraktiv machen wollen.

Den Exerzitien auf der Straße sind ja nicht Überlegungen vorausgegangen, wie man Exerzitien „für weniger geübte Menschen attraktiv“ machen könnte, sondern es kam ein Jesuit im Rahmen seiner Ordensausbildung zu Christian und wollte bei uns Exerzitien machen um herauszufinden, ob er in ein Aidshospiz gehen sollte oder nicht. Aufgrund der räumlichen Bedingungen in unserer Wohnung, in der fast immer viele Menschen sind, und der es keinen Raum der Stille gibt, ist die Straße zum Ort der Exerzitien geworden. Auch die ersten Kurse haben nicht etwa „weniger geübte Menschen“ angezogen, sondern haben mit Ordensleuten unterschiedlicher Gemeinschaften stattgefunden.

 

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Mit Osteraugen sehen

In der Emmaus-Geschichte im 24. Kapitel des Lukas-Evangeliums heißt es:
Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Doch im selben Augenblick verschwand er; sie sahen ihn nicht mehr „War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen…“ (Neue Genfer Übersetzung)

Zum Ostermontag ein Oster-Wunsch formuliert von Klaus Hemmerle:
Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben sehen,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit
in den Wunden bis zur Heilung.
Ich wünsche uns Osteraugen,
die in Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im ICH bis zum Du
zu sehen vermögen.
Und dazu wünsche ich uns alle österliche Kraft und Frieden,
Licht, Hoffnung und Glauben,
dass das Leben stärker ist als der Tod.
Klaus Hemmerle (1929 – 1994)
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Pessach 5779

Pessach beginnt heute abend:

 

Übersetzung: Pessach ist eine dauerhafte Erinnerung an unsere Verantwortung für die, die unterdrückt oder versklavt sind – sei es körperlich, intellektuell oder ideologisch. (Mehr dazu hier)

Denen, die es feiern, ein koscheres und fröhliches Pessach.

Gründonnerstag – Erinnerung an L.

Vor drei Wochen bei Schwester Ingrid in Siessen: Wir sitzen zusammen und sie erzählt aus den 22 Jahren in Berlin. Darunter ein Erlebnis, das mir seitdem immer wieder nach-geht und zum Gründonnerstag paßt, nämlich von L. Ich habe ihn noch kennengelernt. Inzwischen ist er verstorben an seiner schweren Drogenabhängigkeit und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Wenn er nach Sankt Michael in die Sonntags-messe kam, dann suchte er die Nähe von Schwester Ingrid.

Einmal als der Priester während der Eucharistiefeier die Hostie hob, schrie L. laut: Judas, das Schwein hat dich verraten. Der Priester hob den Kelch, und L. schrie: Und auch ich bin so ein Schwein.