Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2019: Empfangen und Annehmen

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, prayingGruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 2. Juni 2019 um 15:00 Uhr (nahe Deutscher Dom)

 

EMPFANGEN UND ANNEHMEN

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Fröhliche Gebewillige und freudige Geschenkemacher haben es schwer mit sich selbst bei Empfangen und Annehmen. Das gilt für Frauen und Männer – zumal in dieser frühsommerlichen Zeit, wenn wir uns an diesem Sonntag zwischen den Pilgerfesten Himmelfahrt und Pfingsten begrüßen mit leichter Tasche – nichts zu verschenken – lächelnd: Zu Pfingsten sind die Geschenke am Geringsten!

Da wandert es sich doch beschwingt zum Rastplatz und sagt es sich leicht: Woher? – Wohin? Und : Wo bin ich eigentlich? Wie flockiger Blütenstaub sind diese Fragen über die ganze Menschheit geweht, und überall verbreiten sie sich durch kraftvolle Winde und inspirierende Boten.

Es begann am Ostermontag zwischen Jerusalem und Emmaus und zurück. Unter Fragenden und meist auf dem Wege empfängt der suchende Mensch Antworten und mit ihnen den Weg, die Wahrheit und Leben:

Wohin? Unterwegs mit anderen im Dasein für andere. Selbstsicher durch andere, ohne den selbstbezogenen Kampf ums Dasein.
Woher? Geboren aus Achtung und Würde und Ehrfurcht wächst im Menschen dann auch der lebensvolle Widerstand.
Wo? An Orten, wo die Zerstörung des Lebens eindringt, auch und sogar in uns selbst, aufstehend gegen das Selbstzerstörerische – ein unheimlicher Schauplatz! In dieser Arena – mit welcher Rüstung am Leibe lässt sich der Frieden wieder gewinnen?

In welcher Bereitschaftskleidung? Der Zuschnitt wird im Brief an die Epheser empfohlen und das sollten wir annehmen: Sommerlich leicht bekleidet mit Ephesus-Fasern im Gewebe, geeignet auch für Sommerwinde und Fake-Storms:

Aufbruchwillige tragen die geistliche Zurüstung aus Wahrheit und Gerechtigkeit,  zum Auftreten mit der Botschaft des Friedens, in schnittiger Rede und beharrlichem Gebet unter dem Glaubenshut der Zusage des Heils!
Unter diesem Hut und Schirm werden sie nicht versengen, sondern sie werden sich Segen zusprechen von A bis Z als: Atheisten, Anfänger, Buddhisten, Christen, Hindu, Jesuaner und Muslime, Sarnas, Taoisten, als Wilde und Zweifler. Mitein-ander unterwegs als Söhne der Barmherzigkeit, als Töchter des Lichts, als Geschöpfe Gottes, bereitet um den Frieden auszubreiten durch das Wehen des Geistes.

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Frühstücksgespräche

Unter der Woche frühstücken wir immer um 8.00 Uhr – also die BewohnerINNEN, die zuhause sind und nicht nachts gearbeitet haben. Manchmal kommt der eine oder andere Frühstücksgast dazu. Wenn Menschen aus so verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen und Alters zusammen sind, dann kommen ganz unterschiedliche Themen und Positionen ins Gespräch. In der letzten Zeit kam folgendes auf den Tisch:

  • Gewalt in Familien – wann wird von außen eingegriffen
  • Gewalt gegen Männer (von Frauen ausgeübt)
  • Arbeiten auf der Baustelle
  • Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus: Wer erinnert sich wie und an was?
  • Was genau ist der Unterschied zwischen Prostituierte, Nutte, Hure, Flittchen
  • Eifersucht
  • Trauer – ist sie kulturspezifisch?
  • Schlachten, Verhältnis zu Haustieren
  • Umgang mit Nacktheit – FKK
  • Schnarchverhalten einzelner Mitbewohner
  • Kalendersysteme und Zeiterleben
  • Fastenzeiten in unterschiedlichen Kulturen
  • Taize und Assisi: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Jom ha schoah – jeder Mensch hat einen Namen

Gestern Abend (1. Mai) hat der Jom haSchoah begonnen, der Tag an dem Juden in der ganzen Welt sich an die Ermordung der sechs Millionen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. In Berlin vor dem jüdischen Gemeindezentrum werden aus dem „Gedenkbuch für die ermordeten Juden aus Berlin“ die Namen der fast 59 000 aus Berlin deportierten Juden vorgelesen.

In Israel wird um 10.00 Uhr vormittags für drei Minuten das Leben still stehen während im ganzen Land die Sirenen heulen.

Bei vielen Gedenkveranstaltungen wird ein Gedicht von Zelda Schneersohn Mishkovsky (1914 – 1984) rezitiert:

Jeder Mensch hat einen Namen (Lechol isch jesch schem):

Jeder Mensch hat einen Namen
den G-TT ihm gegeben
den Vater und Mutter ihm gegeben.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Gestalt und sein Lächeln ihm geben.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den das Gebirge ihm gibt
und die Wände, in denen er lebt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Sünde ihm gibt
und die Sehnsucht, die sein Leben prägt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Feinde ihm geben
und den seine Liebe ihm gibt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Feste ihm geben
den seine Arbeit ihm gibt.
Jeder Mensch hat einen Namen
vom Kreislauf des Jahres
und von seiner Blindheit ihm beigelegt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den das Meer ihm gibt
und schließlich auch der eigene Tod.