Tschau-i-i-i Werner

Gestern ist Werner Jäger, ein langjähriger Freund unserer Gemeinschaft, an den Folgen seiner Krebserkrankung verstorben. Mehr als zehn Jahre hat er uns besucht, seit dem Tod seiner Lebensgefährtin Ingrid zwei bis drei Mal die Woche. 

Werner war seine eigene private Tafel-Organisation. Er hat Lebensmittel, die abgelaufen waren,  von Geschäften in seiner Umgebung abgeholt und verteilt. Sich selber nannte er „Weitergeber – Ich bin Werner, der Weitergeber. Ich brauche ja nur ganz wenig. Neunzig Prozent gebe ich weiter“. 

Sein Blaumann war sein Markenzeichen. Nur bei der Beerdigung seiner Lebensgefährtin Ingrid trug er einen Anzug. Er begrüßte uns immer mit „hallö-öchen“ (langes Ö) und verabschiedete sich mit einem „Tschau-i-i) (ganz langes I). Wenn irgendetwas besonders wichtig war und besonders unterstrichen werden sollte, wurde ein „HÖMMA“ eingeschoben, was besonders unsere migrantischen Mitbewohner irritierte bis sie herausfanden, daß es „hör mal“ bedeutete. 

Die letzten drei Wochen nach seinem Krankenhausaufenthalt konnte er im Lazarus-Hospiz verbringen. Dort hat er sich sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Wir sind dankbar für diese Zeit und wissen es zu schätzen, daß dort – auch in Corona-Zeiten – rund um die Uhr Besuche möglich sind. 

Mehr zu Werner: W wie Werner oder Weitergeber
Kommunitätsabend über und mit Werner
Internetseite vom  Lazarus-Hospiz. Auf dem Foto sieht man das Zimmer von Werner.
Artikel über das Lazarus-Hospiz in der Berliner Morgenpost vom 11.5.2021: Im Hospiz muss am Ende niemand allein sein

Hier einige visuelle Eindrücke vom Lazarus-Hospiz (Video 3 Minuten).

weitere Nachrufe von ehemaligen Mitbewohnern und Freunden

 

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