Laubhüttenfest – Sukkot … mal anders

Eine Laubhütte (Sukka) auf dem Hinterhof – kein Platz dort.
Eine Laubhütte auf dem Balkon – kein Balkon. Deshalb bei uns auf dem Tisch:

Erinnerung an die vierzig Jahre in der Wüste. EINER geht voran – geht mit: Tags als Wolkensäule – nachts als Feuersäule. Die Israeliten – wir – unterwegs, verletzbar, verwundbar, ausgesetzt äußerlich und innerlich. Die Sukka – ein Schutz: auf Zeit, vorläufig bis zum nächsten Aufbrechen.

Jeden Tag wird eine andere biblische Person in die Sukka eingeladen – traditionell alles Männer, alle waren Hirten außer Aaron. Inzwischen in neuerer Zeit gibt es auch biblische Frauen oder Paare: Abraham und Sarah, David und Abigail …

 

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Geburtstagsessen …

und viele Sprachen am Tisch: französisch, spanisch, englisch, arabisch, deutsch, portugiesisch, russisch, bulgarisch, hebräisch sowie fünf afrikanische Sprachen und:
UNO geht IMMER und mit ALLEN.

 

 

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Interreligiöses Friedensgebet Oktober 2019: Staunen und Erschrecken

Meistens in der Mitte des Vormonats trifft sich eine Gruppe um das interreligiöse Friedensgebet für den kommenden Monat vorzubereiten. Die Anwesenden tauschen sich aus, welche Fragestellungen sie bewegen und entscheiden ein Thema, für das dann ein Einladungstext entwickelt wird. Beim letzten Treffen standen die weltweiten Klimaproteste im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Lange Zeit fanden diese Treffen in unserem WG-Wohnzimmer statt. Hier nun die Einladung für Oktober:
Alle sind willkommen / Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden / Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying/
GRUPPE INTERRELIGIöSES FRIEDENSGEBET BERLIN
AUF DEM GENDARMENMARKT
SONNTAG, 6. OKTOBER 2019
UM 15:00 UHR (NAHE DEUTSCHER DOM)
STAUNEN UND ERSCHRECKEN

Religiöse Menschen kennen mit allen Menschen guten Willens das Staunen über das Leben in seiner wunderbaren Vielfalt. Aber wir kennen auch das staunende Erschrecken und erschrockenes Staunen, wenn Leben eingegrenzt, verhindert und zerstört wird. Das benennen wir als eiskalten Missbrauch der Macht, wenn Menschen und das sie umgebende anvertraute Lebendige zu Opfern von Machtinteressen und eigensüchtigem Lebenswillen gemacht werden. Wo aber Ehrfurcht vor dem Lebendigen waltet, erkennen wir den heilsamen Einfluss der Religionen. Sie verdeutlichen mit Lehren und Gebräuchen den Dienst am Leben, das aus der Quelle des Lebens zu uns gelangt. Sie erinnern uns daran, dass Gott den Menschen dient und sie von Gott zu einem lebensdienlichen Handeln gerufen sind.

Staunend stehen wir im Gebet vor diesem auch uns geheimnisvollen und unergründlichen Gott, den wir mit seinem Handeln leicht übersehen und leugnen. In seinem Angesicht erschrecken wir im Blick auf unserer Handeln und richten uns täglich neu auf ein friedliches Zusammenleben mit allen Menschen aus. Deshalb versammeln wir uns an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr auf dem Gendarmenmarkt am Deutschen Dom mit dieser – oft nicht wahrgenommenen und auch unter uns durch Machtinteressen gefährdeten – Gemeinsamkeit mit allen Menschen guten Willens. Wir bestärken unseren gemeinsamen Herzenswunsch auf unterschied-liche Weise in Stille oder im ausgesprochenen Gebet.

Die staunende Ehrfurcht vor der ganzen Wirklichkeit lädt uns zum Dank gegenüber dem Leben und zum Widerspruch gegenüber allem Unrecht ein. Wir sagen ein bekennendes JA zur offenen Zukunft im Respekt gegenüber allen Menschen und mit unserer Verantwortung in der Gesellschaft ein schützendes NEIN besonders bei Leugnung der Menschenwürde und Bestreitung von Menschenrechten. Lebensmut empfangen wir von denen, die im Dienst des Lebens für unseren Lebensweg zum Licht und Zeichen wurden. Wir erkennen sie auch im bewundernden Staunen bei Kindern. So wird Frieden wachsen, wenn wir mit Demut und im Respekt gegenüber der ganzen Schöpfung leben, die uns anvertraut ist um Lebensräume zu gestalten.

Wir begrüßen die Initiative der evangelischen Kirchen Deutschlands, die den Schrei der Ertrinkenden aufnahmen und ein Rettungsschiff ins Mittelmeer entsenden werden. Bekenntnis zum Leben, das ist auch der Widerstand der katholischen Weltkirche gegen den weltweiten Menschenhandel – und die universale Erkenntnis von der heiligen Gabe des Lebens in Glaubensgemeinschaften und Religionen.

 

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Erntedank meets Rosch haSchana (jüd. Neujahrsfest)

Erntedank-Altar Sankt Michael

Am letzten Sonntag wurde in der katholischen Gemeinde Sankt Michael, auf deren Gebiet unsere Wohngemeinschaft liegt, das Erntedankfest begangen und ein Kind getauft. Vor dem Altar waren die reichlichen Gaben aufgebaut, die für das Fest mitgebracht worden waren. Anschließend wurde im Gemeindesaal noch bei einem schönen Essen in großer Runde weitergefeiert. In der Wohngemeinschaft freuten wir uns dann über einen großen Teil der Erntedankgaben, die unsere Gemüsekiste füllten und in den darauffolgenden Tagen verarbeitet wurden.

Kiddusch Rosch haSchana 5780

Am Abend begann dann das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana (wörtlich: Kopf des Jahres). Franz hatte ein leckeres Essen für uns und einige Gäste vorbereitet, das wir mit dem Kiddusch zum Feiertag (Bild) begannen – also mit dem Entzünden der Kerzen und den Segenssprüchen zum Feiertag und den Apfelspalten, die in Honig eingetaucht werden mit dem Wunsch, daß es ein süßes neues Jahr 5780 werden möge. Nach dem Essen haben wir noch lange mit unseren Gästen gesungen und hatten einen fröhlichen Abend.

Rosch Haschana ist der Tag, an dem G-tt den Menschen erschaffen hat als Krönung der Schöpfung. Ebenso sagt Rabbi Elieser, dass unsere Stammväter im Monat Tischri geboren wurden, da sie Anfang für eine Welt waren, die bisher sündhaft war. An Rosch Haschana wurden Sara, Rachel und Chana bedacht. Sie waren vorher kinderlos, doch von diesem Tag an schenkte ihnen G-tt die Hoffnung auf Kindersegen.

An Rosch Haschana wurde Josef aus dem Gefängnis entlassen, in dem er zwölf Jahre lang unschuldig eingesperrt war. Von diesem Tag an begann sein Licht zu leuchten. Am Rosch Haschana wurde der Sklaverei unserer Väter in Ägypten ein Ende gesetzt, und so wurde der Tag der Anfang der Erlösung.

Quelle: hier

Sehr phantasievoll gestaltete Erntedankaltäre findet man hier

 

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Ausflug zum Pflaumenpflücken

Am Wochenende waren wir zu dritt unterwegs in Brandenburg. Der Nehemiahof, eine evangelische Gemeinschaft im Süden von Berlin, hat auf seinem Gelände viele Pflaumenbäume. Wir durften zum Ernteeinsatz kommen. Bei wunderbarem Spät-sommerwetter konnten wir uns über die süßen und aromatischen Früchte freuen. Nach dem Ernteeinsatz waren wir noch zu Kaffee und frischen Pflaumenstreußelkuchen eingeladen und haben einiges aus der Geschichte der Gemeinschaft und ihrem gegenwärtigen Anliegen erfahren. Menschen in Krisen finden Aufnahme. Häuser für ein Mehrgenerationen-wohnen sind im Entstehen und einige Ponys haben dort ein Zuhause gefunden. Wir freuen uns über diesen neu entstandenen Kontakt, den wir der Vermittlung von Miriam verdanken.

Zum Weiterlesen:
Website vom Nehemiahof

 

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