Inspirierendes Pfingstfest

 

 

 

 

 

 

Bild: Sybille Kramer-Tezzele

Allen, die es feiern wünschen wir ein frohes, dynamisches und inspirierendes Pfingstfest mit einem Gedicht von Wilhelm Bruners:

Pfingsten

Die Nacht war voller Musik
Tanz und Gesang
Die Tora hatten sie studiert
die alten Weisungen neu gehört
Auf dem Berg
waren sie gewesen
Die Stimme hatten sie gesehen

Jetzt taumelten sie in den Tag
noch blind von der ersten Sonne

Einige blieben
bis das Licht zum Feuer wuchs
der Wind zum Sturm
und sie ins Gebet trieb

in die Preisung
mit allem

Einige von uns waren gestern im Pfingstgottesdienst in Sankt Michael und beim anschließenden Frühstück. Dort war das Pfingstgedicht dann Ausgangspunkt für unseren Austausch. Die Jünger kamen 50 Tage nach Pessach nach Jerusalem zum Wochenfest Schawuot, an dem die Gabe der Torah am Sinai gefeiert wird. Das schlägt sich im Satz „die Stimme hatten sie gesehen“ nieder, denn im Torahabschnitt (Exodus 24) ist vom „Sehen der Stimme“ die Rede, also einer Gleichzeitigkeit einer Hör- und Seherfahrung. Dies nimmt die neutestamentliche Pfingsterzählung auf, wenn vom Brausen (Hörerfahrung) und den Feuerzungen (Seherfahrung) die Rede ist.

Mehr zum Wochenfest Schawuot

Besuch beim CAJ-Projekt „viele Sprachen – eine Stimme“

Gestern waren wir zur Eröffnung des Projekts „viele Sprachen – eine Stimme“ von der CAJ-Berlin (christliche Arbeiterjugend) eingeladen, in dem es um die Förderung der interkulturellen Öffnung der CAJ geht. Die WG ist seit über 30 Jahren mit der CAJ verbunden, war doch Michael Walzer (SJ), der als Arbeiterpriester mit Christian Herwartz (SJ) das gemeinsame Leben begann, der Initiator für die Wiederbegründung der CAJ. Heute finden sich in der Berliner und der Luckenwalder Gruppe Christen und Muslime zusammen. Sie sind zwischen 16 und 27 Jahren, mit oder ohne Migrationserfahrung und auch Geflüchtete unter ihnen. Beim Projekt „viele Sprachen – eine Stimme“ engagieren sie sich gegen Mißstände, die ihnen in ihrem Umfeld begegnen. Im Schulprojekt machen sie darauf aufmerksam, daß Jugendliche nicht-deutscher Muttersprache in der Schule bei Klausuren benachteiligt sind und fordern, daß Wörterbücher benutzt werden dürfen und die Bearbeitungszeit für die Schüler nicht-deutscher Muttersprache länger ist. Erste Erfolge konnten bereits in Brandenburg erzielt werden Andere Bereiche ihres Engagements sind die Themen „Wohnen“ und „Arbeit“. Wer keinen sicheren Aufenthaltsstatus hat, hat bei der Wohnungssuche schlechte Karten. Die CAJler, die neben der Schule jobben und migrantisch oder geflüchtet sind, machen immer wieder die Erfahrung, daß sie für die gleiche Arbeit geringere Entlohnung bekommen als deutsche Jugendliche.

Wir wurden gefragt, ob wir als Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Religionszughörigkeit aus unseren Erfahrungshintergrund einen Beitrag leisten können, damit die Mitglieder der CAJ noch mehr über religiöse Fragen ins Gespräch kommen können. Dazu wurde verabredet, miteinander auszuprobieren, ob interreligiöser Bibliolog oder interreligiöses Bibliodrama für diese Gruppe eine geeignete Form sind.

Es war ein bewegender Abend mit vielen schönen Begegnungen und wichtigen Impulsen.

Zum Weiterlesen:

Schulaktion / Schulprojekt der CAJ
Michael Walzer (1948 – 1986)

Nachruf Petra Löwenau

Jeden Freitag veröffentlicht der Tagesspiegel auf den Berlin-Seiten zwei oder drei Nachrufe auf ganz normale Berliner. Petra Löwenau war über die CAJ (christliche Arbeiterjugend) mit der Naunyn-WG in Verbindung gekommen. Ulf hat uns vor einigen Wochen beim Sonntagsfrühstück in St. Michael erzählt, daß Petra vermutlich im Februar verstorben ist. Wer den Nachruf lesen möchte findet ihn hier.

interreligiöses Friedensgebet im Mai 2017

Hier ist die Einladung zum interreligiösen Friedensgebet:

wann: So 7. Mai 2017 vom 15.00 – 16.00 Uhr am
wo: Gendarmenmarkt / vor dem Deutschen Dom

Mitten in einer Zeit der Spannungen engagieren wir uns betend für eine Kultur des Friedens.

Unser interreligiöses Gebet in Berlin begann 2001, als Georg W. Busch zum Krieg aufrief gegen die von ihm gesehene Achse des Bösen: Iran, Irak, Nordkorea. Mit einem Besuch in Berlin  warb er um Unterstützung. Die westlichen Militärtinterventionen in Afghanistan, Irak und Libyen töteten seitdem eine Million Menschen, weitere Millionen wurden an Leib und Seele verletzt, unzählige flüchteten aus den zerstörten Ländern. Wieder einmal fördert Gewalt das, was sie zerstören will. (Martin Luther King).

Nachdem die USA aus Geldmangel – 17 Billionen Dollar Staatsschulden – keine neuen Militäreinsätze plante, Russland und China in die Lücke sprangen, droht nach dem schnellen Abschuss von 59 Marschflugkörpern auf ein Ziel in Syrien und dem angriffsbereiten Flottenverband vor Nordkorea eine neue Konfrontation zwischen den Weltmächten.

Deutschland beteiligt sich auch an den Kriegen, um sich an Bodenschätzen zu bereichern, ohne ausreichend den eigenen Bedarf zu hinterfragen: Aufklärungs-Tornados der Bundeswehr liefern Bilder für die Bombardierung von zivilen Opfern; Afrika wird im Nahen und Mittleren Osten von der Airbase in Ramstein (Pfalz) aus mit Drohnen überwacht; die Verteidigungsministerin Ursula van der Leyen stimmte – mit der Gefahr die Kriege zu verewigen – drastischen Rüstungsausgaben zu. Wir sehen die neue Konfrontation zwischen den Weltmächten und die Waffenindustrie sucht neue Einsatzorte.

Widerstand bewirkte schon: Die Waffentechnikmesse in Köln wurde für 2018 abgesagt; der „Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ stoppte vorerst die Panzerlieferung nach Saudi-Arabien; die Europäische Investionsbank (EIB) lehnte die Finanzierung von EU-Rüstungsprojekten ab.

Mit allen Kräften setzen wir uns dafür ein, Waffenlieferungen zu ächten; Waffenstillstände auszuhandeln; Hilfskräften den Weg zu Hungernden und Verwundeten in die Ländern mit großer Not in Nordafrika zu öffnen; die Lebensmöglichkeiten zu teilen – zur Zeit besitzen acht Einzelpersonen die Hälfte des weltweiten Reichtums.
Lasst uns beten und für das Leben aller engagieren. Gott, mit all Deinen Namen, stehe uns bei.

Abschied von Schwester Ingrid

 

Am Weissen Sonntag (23. April) war die Michaelskirche gefüllt bis auf den letzten Platz. Viele Menschen waren gekommen um sich von Schwester Ingrid zu verabschieden, die nach 22 Jahren in Berlin in das Mutterhaus ihres Klosters in Siessen zurückgeht. Für viele Menschen – auch in unserer Wohngemeinschaft – war sie eine wichtige Ansprechpartnerin, hat – wo immer sie konnte – mit Rat und Tat weitergeholfen und für viele Menschen mit ihren unterschiedlichen Anliegen gebetet.  Es war ein fröhlicher und feierlicher Gottesdienst, eine Art Erntedank, der mit einem selbst gedichteten Lied auf Schwester Ingrid abschloß. Anschließend war noch Zeit zum Zusammensein mit reichhaltigen kulinarischen Köstlichkeiten bis der Reisesegen gegeben wurde. Auf der Homepage vom Kloster Siessen kann man einige Fotos von diesem Tag sehen.

Zum Weiterlesen:
Samstagsfrühstück mit Besuch aus Siessen

 

Frühlingsanfang kulinarisch: Ostern kommt bald

 


Zum heutigen Sonntagsfrühstück überraschte uns Franz mit neuen kulinarischen Kreationen und hat schon mal für Ostern geübt: Die Eier waren gefüllt mit Frischkäse, Olivenpaste, Senf, Zitronensaft und Gewürzen. Es blieb kein Krümel übrig.

 

Außerdem gab es noch Gurken- Tomatenblumen mit einer er-frischenden Sauce, deren Zutaten Franz auch nach eingehender Nachfrage nicht preisgeben wollte. Fotografisch in Szene gesetzt wurden diese Köstlich-keiten von unserem Haus- und Hoffotografen Luke Sonnenglanz.

 

 

Frauentagsessen und Reiseerlebnisse

Mit diesem wunderschönen liebevoll gedeckten Tisch empfing uns Franz gestern Abend zum nachträglichen Frauentagsessen, das verschoben worden war, weil die Hälfte der Mitbewohnerinnen und WG-Freundinnen  am 8. März nicht in Berlin waren.

Als Vorspeise gab es Tomaten-Tulpen mit leckeren Frischkäse-füllungen (Bild links). Die Frischkäsereste gab es heute morgen zum Frühstück. Als Hauptgericht wurde Lachs und für die vegetarisch Speisenden Paneerkäse gereicht. Beilage war ein bunter Gemüsereis mit Sauce.

Den visuellen Mittelpunkt der Tafel bildete diese bunte Salatplatte mit Radieschen-Blüten, Rosen aus hauchdünnen Karottenschalen und Hyazinthenblüten, die aus roten Beeten geformt waren und in einem Ruccola-Bett appetitlich mit einer fruchtigen Salatsauce angerichtet waren. Vermutlich belegt Franz gerade im Internet einen Foodstyling-Kurs (auf deutsch: Gemüseschnitzen). In einer munteren geschlechtergemischten Runde ließen wir uns dieses köstliche Mahl bei intensiven Gesprächen schmecken, ist der Frauentag doch nur Anlaß für diese kulinarische Explosion.

Marga erzählte von ihrem Einsatz im Nordirak in der Region Zakho). Dort leben in der Nähe der Stadt Erbil in fünf Flüchtlingslagern 47 000 Menschen, die als binnenver-triebene Jesiden  vor dem IS geflohen sind. Die Menschen leben in einfachsten Zelten bei Temperaturen von -6 Grad im Winter und 51 Grad Celsius im Hochsommer. Für Gemeinschaftszentren, ärztliche Versorgung und Schulen standen Container mit Klimaanlagen zur Verfügung. Allerdings fällt der Strom täglich sechs Stunden aus. Marga war einem Programm für Lehrerfortbildung beteiligt. Enrico teilte mit uns erste Eindrücke von seiner Italienreise, die ihn bis nach Brindisi geführt hat.

Der Nachtisch war dann frisch und blumig-fruchtig:

Links sind Erdbeeren, die von Maria zu Blüten geschnitzt wurden, zu sehen – ein bis jetzt unentdecktes Talent. In der Mitte sind Ananas-Trauben-Blüten-Fruchtspieße (siehe auch großes Bild oben) und rechts Erdbeer-Schoko-Blumen mit Pistazien.
Hier scheint sich eine neue kulinarische Tradition zu entwickeln, denn bereits im letzten Jahr gab es für alle am 8. März erstmals ein Frauentagsessen.

(Fotos: Luke Sonnenglanz)