Mit Tattoos vom Glauben erzählen …

Auf katholisch.de gibt es ein Interview zum Thema mit Christian und zwar hier.

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Top 3 im Jahr 2018

Am meisten Interesse bei den Leserinnen und Lesern  fanden im Jahr 2018 die Beiträge rund um das Samstagsfrühstück knapp gefolgt – und zwar über das ganze Jahr – vom Nachruf von Dieter Kirschner, der auch die meisten Kommentare hatte, sowie die Termine-Seite. Die WordPress-Statistik zeigt – im Vergleich zu früher – nur noch wenige Suchbegriffe an. Am meisten gesucht wurde „Dieter Kirschner“ noch vor „Naunyn-WG“ und auf Platz drei „Wilhelm Bruners“, von dem sich ein Gedicht vom Stern und eines über Schawuot / Pfingsten auf dem Blog befindet.

Gedenktage im November – interreligiöses Friedensgebet

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying
Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 4. November 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

GEDENKTAGE IM NOVEMBER

Sie laden uns zur Besinnung ein, auf Vergangenes, Gegenwärtiges und Erwartetes.
Drei grundsätzliche Fragen helfen dabei, unseren Lebensweg zu gestalten:

* WOHER KOMMEN WIR?
Aus der Fülle der ‚runden‘ Gedenktage im November 2018 ragt das Ende des Ersten Welt-krieges vor 100 Jahren hervor. Rund daran ist wohl nur die Zahl Null.
Alles andere ist weder rund noch richtig, sondern nicht abgeschlossen und rissig.
Aber wir sehen auch einen hoffnungsvollen Aufbruch in eine Gesellschaftsordnung ohne die Doppelherrschaft von Staatsdiktat und Religionsmacht, von Kaiser und Kirche.

* WO BEFINDEN WIR UNS?
In unserer Gesprächsrunde war ein Gast aus Kabinda, der uns das Schicksal seines Landes und Kontinents nach dem ersten Weltkrieg vergegenwärtigte.
Mit Verwunderung und Abscheu sahen wir auf die Leiden der Menschen in den Kolonien.
Gewissenslos ließen die Regierungen des abendländisch-atlantischen, also vorrangig christ- lichen Kulturkreises, schwarze Menschen auf unterschiedlichen Schlachtfeldern vernichten.
Sie bluten im Strudel der heutigen Wirtschaft weiter aus.
Unser afrikanischer Gast wies auch auf die religiöse Verblendung hin,
die im November 1938 zur Ermordung der Juden durch die faschistische Diktatur führte.

* WOHIN GEHEN WIR?
Dem Unrecht und der Gewalt treten wir im Interreligiösen Friedensgebet mit der Hoffnung auf einsichtige Umkehr und wirkliche Erneuerung entgegen.
Wir hören mit dem Gast von dem verweigerten Recht auf Selbstbestimmung in seinem Land. Mit ihm und seinem Volk stehen wir zwischen den imperialistischen Interessen und dem nationalen Rückzug aus der weltweiten Gemeinschaft aller Menschen.

Ihr Mächtigen in Wirtschaft und Politik lasst Euch leiten von Ehrfurcht und Liebe!
Ihr Religionen öffnet eure Häuser für die Gebete der Friedensdekade 2018!
Darum bitten wir!/

Lesung: Die neuen Leiden des Mädchens Kiều

Stefan Täubner (SJ) hat einige Jahre in der Jesuiten-WG in Kreuzberg gelebt und dort seine Berufung für das Leben mit Vietnamesen entdeckt. Vietnamesische Boat-People waren die ersten Geflüchteten, die in der Naunynstraße mitgelebt haben. Über diese Lebenswelt hat Stefan Täubner einen Roman geschrieben, den er nächsten Sonntag vorstellen wird:


Einladung zur Autorenlesung in Berlin am
5. August 2018

Der Roman: „Die neuen Leiden des  Mädchens Kiều“ (2018) von P. Stefan Taeubner SJ  (Lê Phan)

Termin:  So. 5.8.2018  ab 17:30

Ort.: Im Saal der Kirchengemeinde Corpus Christ, Nähe S-Bahn Landsberger  Alle, Conrad-Blenkle-Str. 64, 10407 Berlin (Eingang Links)


Programm:

17:30 Empfang

18:00
Einführung durch Dr. Trương Hồng Quang
Lesung mit P. Taeubner

Musikalische Umrahmung: Prof. Đặng Ngọc Long (mit der siebensätzigen „KIỀU-SUITE“ für die klassische Gitarre)

„Die neuen Leiden des Mädchens Kieu“ erzählt Geschichten aus einer Lebenswelt, in der Stefan Taeubner seit Jahren zu Hause ist: Aus der Lebenswelt mittelvietnamesischer Flüchtlinge, die von ihren Familien nach Deutschland geschickt werden, um Geld zu verdienen. Solche Flüchtlinge betreut der Autor seit Jahrzehnten als Seelsorger: in seiner katholischen Gemeinde in Berlin, in Justizvollzugseinrichtungen und Abschiebeknästen in ganz Deutschland und Tschechien und in den letzten Jahren schwerpunktmäßig in Sachsen. Kaum jemand war und ist so dicht dran an den Sorgen, enttäuschten Hoffnungen und kleinen Freuden dieser Menschen wie Taeubner…  Die Geschichte des Mädchens Kieu wird im Roman erzählt: In der alten literarischen Vorlage und in der heutigen Form über die Geschichte einer Protagonistin.“ (Marina Mai)

Der Autor: Lê Phan  – Stefan Taeubner SJ geb. 1961 in Hamburg, Mitglied im Jesuitenorden, studierte Philosophie, Theologie und Sozialarbeit arbeitet seit 1996 als Seelsorger für Vietnamesen in Berlin, Tschechien und Sachsen.

Zum Weiterlesen:
Einst abgeschoben – jetzt geweiht  erzählt von Thao, einem Ex-Mitbewohner, der nach Vietnam abgeschoben worden ist und vor einiger Zeit zum Priester geweiht wurde. Stefan Täubner hat ihn aus diesem Anlaß besucht.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2018: Lebenszeichen

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin
auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 3. Juni 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Lebenszeichen

Am Beginn des Monats Juni schon erfüllt die hochsommerliche Feststimmung und heiße Festlaune unsere Stadt Berlin. Die Religionen feiern ihre so beliebten Feste auf ihren
Höfen unter schattigen Bäumen. Mit Gästen – versteht sich – denn gerade Gäste sind Teil der Menschheitsfamilie – vielleicht entdecken sie sich als Geschwister in der Familie Gottes, wenn sie gemeinsam die Festfreude erleben am Ende des Ramadan oder beim Johannisfeuer und zur Sommersonnenwende?

Vielfältig sind die Einladungen zu den Festen. An vorgerückter Stelle sind Licht und Leben – Essen und Trinken – Lebensfreude und Lebenshilfe. Die Botschaft vom Wachsen und Werden hat uns erreicht. Die Religionen dieser Stadt tragen insgesamt dazu bei, dass wir eintreten ins volle Leben. Das geschieht durch die Schlüsselworte ihrer Botschaften. Wir erleben es in diesen Tagen. Aber wir erfahren auch dieses: Unter den Gästen unserer Sommerfeste befinden sich auch diejenigen, die vom vollen Leben ausgeschlossen sind. Sie sind unter uns als Opfer und Zeugen der dunklen und lebenszerstörenden Kräfte. Sie kommen als Schutzsuchende zu uns. Ein neuer Klang in der traditionellen Feststimmung weckt die Aufmerksamkeit für Stimmen der Verfolgten und Bedrängten. Und dann hören wir deren Aufatmen und sehen die wiederkehrende Hoffnung in ihren Gesichtern. Das Seufzen derer, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, steht unter der Verheißung: ‚…denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.‘

Unter diesem Licht zeigen wir unsere Verbundenheit mit denen, die an Geist und Seele wachsen und werden. Darauf hat der in der Weltgeschichte geachtete Prophet Johannes, genannt der Täufer, hingewiesen. Einem alten Brauch folgend, brennen und glühen deshalb am Johannistag an den Seen und in unseren Parks die Johannisfeuer.
Wachsame Frauen und Männer feiern in den Sommerfesten ihrer Gemeinschaften also nicht den Übergang aus dem längsten Tag in eine romantische Nacht, sondern die wiederkehrende Hoffnung und bleibende Gewissheit:

Das schöpferische Licht in unserer Welt wird nicht abnehmen. Das Feuer der Liebe wird nicht verlöschen. Die Wärme der Barmherzigkeit wird nicht erkalten. Dieses Wissen und Glauben und Verstehen verbindet angesichts aller dunklen Drohkulissen erst recht die Familie der Kinder Gottes. Sie findet sich zusammen bei abnehmendem und zunehmen-dem Licht in allen Religionen. Das ist das Zeugnis des Lebens der Menschheitsfamilie.