Besuchswochenende im Dezember

Am Freitagabend war Markus Franz, der als Delegat für alle Jesuiten 70+ zuständig ist, bei uns. Er wollte auf seiner Berlin-Reise Christian Schmidt sehen. Das war eine schöne Gelegenheit die Chanukka-Lichter und die Schabbat-Kerzen anzuzünden und miteinander zu Abend zu essen. Danach nahm Markus sich noch Zeit um mit Christian und einzelnen Mitbewohnern über unser Zusammenleben zu sprechen. Schön, daß wir dabei das gegenseitige Kennenlernen vertiefen konnten.

Am Samstagabend kam eine bunte Schar zum vorletzten Chanukka-Abend. Wenn die siebte Kerze angezündet ist, ist das Licht schon fast vollständig und nach dem jüdischen Kalender beginnt der Monat Tewet.  Für die christlichen Gäste war es der Beginn ihres 2. Adventssonntags, also für alle eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, wofür wir dankbar sind. Mit Latkes (Kartoffelpuffer natur, mit Karotten, Zuccini oder Lauch), Frischkäse, Obstsalat, Geschichten und Gesprächen wurde es ein fröhlicher Abend. Besonderen Anklang fand die Geschichte von Golda, einem Pferd, das für einige Turbulenzen in einer Familie während des Chanukka-Festes sorgt.

Am Samstagnachmittag schaute noch Christian Herwartz vorbei. Alain kam auch noch dazu, und wir konnten noch in Öl gebackene Hefeteilchen geniesen und Neuigkeiten austauschen. Am Abend wurde dann der Leuchter mit allen Kerzen angezündet:

Chanukka – letzter Tag

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Allerheiligen

Grab Franz Keller

Heute waren die Mitbewohner, die Zeit hatten am Vormittag auf dem St. Hedwigs Domfriedhof in Reinickendorf, wo auf dem Gräberfeld der Jesuiten Franz Keller und Michael Walzer begraben sind. Einige haben Franz Keller noch persönlich gekannt. Michael Walzer, der mit Christian Herwartz das gemeinsame Leben in Kreuzberg begonnen hat, kennen wir alle nur aus den Erzählungen von Christian Herwartz. Wir hatten Blumen, Lichter und Räucherstäbchen dabei. Das gemeinsame Erinnern, die Stille und das Vater Unser miteinander zu teilen war eine schöne Erfahrung.

Wir wußten nicht, daß die Grabstellen neu belegt werden. Deshalb waren wir erstaunt und teilweise erschrocken, daß die Grabstelle von Michael Walzer neu belegt war. Pater Peter Kegebein, der uns auch verbunden war, ist dort im Sommer beigesetzt worden. Der Grabstein von Michael Walzer lag noch daneben.

Zum Weiterlesen:
Letztes Jahr Allerheiligen mit den Nachrufen von Franz Keller und Michael Walzer und zwar hier.

Profess-Jubiläum von Schwester Ingrid in Siessen

Am Wochenende wurde im Kloster Siessen ein großes Fest gefeiert. Drei junge Schwestern legten ihre zeitliche Profess ab, und außerdem gab es unterschiedliche Profeß-Jubiläen: 40 Jahre, 60 Jahre, 65 Jahre und 70 Jahre gehen einige Schwestern diesen Weg. Wir wollten Schwester Ingrid einen Kartengruß zu ihrem 60. Profeßjubiläum schicken, haben aber nichts im Internet gefunden. So wurden Rolf und Iris kreativ. Dabei kam dann folgendes Bild heraus:

Gruß zum Profeßjubiläum (Foto: Sr. Rita)

Zum Weiterlesen:
Samstagsfrühstück mit Besuch aus Siessen
Abschied von Schwester Ingrid
Schwester Ingrid und das i-Tüpfele

Kommunitätsabend mit dem Provinzial

Gestern hatten wir Besuch von Pater Johannes Siebner, der seit einem Jahr Provinzial ist und zum Kommunitätsabend kam. Im Rahmen seiner Visite bei den alten Brüdern in Kladow hat er auch unseren ältesten Mitbewohner Christian Schmidt besucht. Nach einem leckeren Abendessen hatten wir Zeit für intensives aufeinander Hören und Austausch. Pater Siebner ezählte von seiner langjährigen Beziehung zur Naunynstraße (30 Jahre), vom ersten Jahr als Provinzial und nahm Anteil an den Fragen, die uns als Gemeinschaft bewegen. Die Zeit verging wie im Flug. und wir freuen uns auf ein nächstes Zusammentreffen.

Europäische Bibeldialoge: Heil und Heilung

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Schon wieder ist es eine Woche her, daß eine Gruppe der europäischen Bibeldialoge (früher Berliner Bibelwochen) die WG besuchte. 28 Ehrenamtliche aus verschiedenen Ländern, die sich in unterschiedlichen Bereichen der Seelsorge engagieren, waren einige Tage zum Thema „Heil und Heilung“ zusammengekommen. Nach einer Einführung in die Exerzitien auf der Straße unter diesem Themenschwerpunkt waren sie eineinhalb Stunden auf Kreuzberger Straßen unterwegs und konnten eigene Erfahrungen machen. Zum Nachgespräch in zwei Gruppen konnten wir uns dann im Kirchenraum von Sankt Michael treffen, denn dafür wäre unser Wohngemeinschaftswohnzimmer zu klein gewesen. Sankt Michael hat auch insofern mit den Exerzitien auf der Straße zu tun, weil dort die ersten Kurse in der damaligen Notübernachtung stattfanden. Ein besonderes Geschenk war, daß Christian dabei sein konnte und ein anderer Begleiter seine ersten Erfahrungen mit dem Begleiten machen konnte. Auf dem ‚Weblog der europäischen Bibeldialoge kann man noch mehr dazu nachlesen.

Sonntagsüberraschung

Mehr als drei Jahre ist es her, daß sie das letzte Mal in der Naunynstraße war. Seit einiger Zeit lebt sie in Berlin, und heute hatten wir die Freude, daß Katharina spontan ganz plötzlich vor der Tür stand. Glücklicherweise waren einige zuhause, was am Sonntagnachmittag nicht so selbstverständlich ist. Bei Kräutertee und Obst hörten wir von der Afrikareise, von der Familie und von der ersten Zeit in Berlin. Und schon am nächsten Samstag sehen wir uns wieder beim Frauentagsessen.

 

Samstagsfrühstück … mit dem Provinzial

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

Der 6. Januar war für uns in diesem Jahr ein ganz besonderer Tag. Da das Samstagsfrühstück mit dem Dreikönigsfest zusammenfiel, hatten wir auf einen Besuch der Sternsinger gehofft. Aber die wollten sich erst ab 14.00 Uhr auf den Weg machen.

Wir konnten uns wieder über einen reich gedeckten Tisch und viele Besucher freuen – auch von weiter her: Siglinde aus Nürnberg war gerade in der Stadt und später kam auch Jens aus Leipzig dazu. Ein besonderer Höhepunkt und eine besondere Freude für uns war, daß der seit 1. Juni amtierende neue Provinzial Johannes Siebner (SJ )zu uns kam. Er ist Berliner, kennt die WG Naunynstraße und war zuletzt vor über 20 Jahren da. Er wurde befragt, wie viele Jesuiten es in Deutschland gibt (etwas über 300), worum es bei den Jesuiten geht (Bildung, Spiritualität und Gerechtigkeit). Er erzählte uns von seiner Romreise, wo er sich vor kurzem zwei Wochen lang mit anderen im letzten Jahr neu ernannten Provinziälen aus der ganzen Welt getroffen und ausgetauscht hat. ‚Einiges davon kann man auch in seinem Artikel „Wie geht Provinzial?“ nachlesen samt Foto mit Papst Franziskus.

Schwester Rita brachte uns ein Sternsinger-Lied mit und eine Betrachtung von Karl Rahner SJ zum Feiertag, die überschrieben war mit „Reise des Herzens„. Dort heißt es:

„Sie sehen einen Stern seltsam am Himmel emporsteigen. Und wenn sie auch erschrecken vor der Kühnheit ihres Herzens, so gehorchen sie doch und brechen auf. Sie gehen verschlungene Wege, aber vor Gottes Augen ist es der gerade Weg zu ihm, weil sie ihn in Treue suchen …Und wie sie endlich ankommen und niederknien, tun sie nur, was sie eigentlich immer taten, was sie auf der Suche und Reise schon taten: sie bringen das Gold ihrer Liebe, den Weihrauch ihrer Ehrfurcht, die Myrrhe ihrer Schmerzen vor das Antlitz des unsichtbar-sichtbaren Gottes. Still, wie sie gekommen sind, schwinden sie wieder aus dem Gesichtskreis der heiligen Geschichte … Lasst auch uns auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott gehen! Lasst uns aufbrechen und vergessen, was hinter uns liegt … Der Weg geht durch Wüsten und Finsternisse. Aber verzage nicht: der Stern ist da und leuchtet … Brich auf, mein Herz, und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst Du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren: Lass es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen. Denn du wirst ihn finden.“

Mich erinnerte das an das Unterwegssein bei den Exerzitien auf der Straße. Später am Vormittag würde Pater Siebner sagen: „Unser größtes Exerzitienwerk sind die Straßenexerzitien. Und die brauchen keine Häuser“.

Unser Freund Roj erzählte uns, daß dieser Samstag auch der Tag war, an dem Hindus an die Ermordung von Mahatma Gandhi vor siebzig Jahren erinnern. Er hat aus seiner Tradition das Lied mitgebracht und gesungen, das Mahatma Gandhi bei der öffentlichen Versammlung gesungen hat, in deren späteren Verlauf er von einem Fanatiker ermordet worden ist. Es waren für uns alle sehr bewegende Momente.

Auch in der jüdischen Tradition war dieser Samstag ein besonderer: Es war im G-ttesdienst der Synagoge der Schabbat, an dem ein neues Buch im Torahlesezyklus begonnen wurde mit dem Wochenabschnitt Schemot, also das Buch Exodus (2. Buch Mose) mit der Erzählung der Geburt des Moses. Das stellt insofern eine Parallele dar, weil in der Kindheitsgeschichte des Evangelisten Matthäus einige Motive aus der Geburtsgeschichte von Moses auftauchen.

Und dann kamen sie ganz überraschend doch noch: Die Sternsinger von Sankt Michael – eigentlich mehr Sternsingerinnen. Sie hatten Liederhefte dabei, die rasch verteilt waren. So sangen wir miteinander einige Sternsinger-Lieder. Weihrauch zog durch die Wohnung und der Segen für uns und für alle die bei uns ein und aus gehen wurde an die Türpfosten geschrieben.

Sternsinger 2018

Daneben und dazwischen gab es viel Zeit für Gespräche und Kennenlernen. Es war ein reicher Vormittag, der nach dem Frühstück noch nicht zu Ende war, sondern etwas später für die, die wollten und auch andere, die neu dazu kamen mit einem Bibliolog zum Tagesevangelium, dem Besuch der Sterndeuter, weiterging.