Pessach-Impuls: Maror (Bitteres)

Im letzten Blog-Eintrag habe ich vom Pessach-Paket erzählt und den Impuls- bzw. Meditationskarten, die es enthielt. Ein Beispiel möchte ich hier vorstellen, nämlich die Maror-Karte. „Mar“ ist das hebräische Wort für „bitter“. „Maror“ sind die bitteren Kräuter, die wir zu Pessach in einer der symbolischen Speisen zu uns nehmen, die an die bittere Situation des Sklavendaseins erinnern. 

Hier ist die künstlerische Darstellung von Polina Lifshitz :
Maror Karte
Den Impuls-Text findet man hier.

Zum Weiterlesen:
Pessach 5779
die einzelnen Teile des Seder
Was gehört auf den Seder-Teller?

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Gedenkgottesdienst für Michael Walzer (SJ), Franz Keller (SJ) und andere

Jedes Jahr Ende Januar oder Anfang Februar treffen wir – Gemeindemitglieder Sankt Michael), (Ex-)BewohnerINNEN der WG Naunynstraße und Mitglieder der CAJ (christliche Arbeiterjugend) uns in Sankt Michael. Ursprünglich war es ein Gottesdienst mit Nachtreffen für Michael Walzer (SJ), einen der Begründer der WG Naunynstraße, der 1986 im Alter von 38 Jahren an einem Gehirntumor verstorben ist. 

Dieses Jahr ist also zum 35. Mal dieser Gottesdienst gefeiert worden, in kleinerer Form und ohne Nachtreffen mit Essen, Austausch und gemütlichem Beisammensein. Ich staune, daß jedes Jahr noch Menschen kommen, die Michael gekannt haben und sich mit ihm in der CAJ engagiert haben.

Kerzen für die Verstorbenen

Im Januar 2014 ist dann Bruder Franz Keller verstorben, der seitdem auch ins Gedenken einbezogen wird, das sich inzwischen erweitert hat auf verstorbene Mitarbeiter der Gemeinde, (Ex-)Bewohner und Freunde der WG Naunynstraße sowie der CAJ: Pfarrer Schlüter, Godehard Pünder, Dieter Kirschner, Johannes Siebner (SJ), Jutta Becker, Heinrich Müller, Karlheinz, Bernd, Tiger-Lilli, Petra Löbenau, Rolf Kutschera (Rockn Rollf) und Christian Becker.

Wir waren sehr bewegt als Alain am Schluß des G-ttesdienstes das Lied von kleinen Vogel sang, das wir sonst immer gemeinsam singen.

Wir waren sehr traurig, daß Christian Herwartz nicht bei uns sein konnte.

Zum Weiterlesen:

Erinnerungen an Franz Keller von Bewohnern
Ein Nachruf von Franz Keller ist hier oder auch hier.
Ein Nachruf und andere Texte von / über Michael Walzer ist hier
Mehr zu Heinrich Müller (genannt „der Eiermann) ist hier
Nachruf Dieter Kirschner
Zum Tod von Margit Forster und Jutta Becker
Zum Tod von Provinzial Johannes Siebner (SJ)

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Lichtmess und die schwarze Krippe

Lichtmess, Darstellung des Herrn, Maria Reinigung – die Bezeichnungen für den 40. Tag nach Weihnachten sind unterschiedlich – so unterschiedlich wie die Schwerpunkte, die zu unterschiedlichen Zeiten der Kirchengeschichte in den Blick genommen wurden. Bei uns steht die Krippe immer bis zum 2. Februar, dem Tag, an dem früher die Weihnachtszeit endete. Dieses Jahr waren wir, von wenigen Ausnahmen abgesehen, allein mit der Krippe – sozusagen im Corona-Modus. 

Unsere Krippe ist ein besonderes Kunstwerk. Sie wurde von einem in Simbabwe bekannten Künstler geschnitzt und einer Gemeinde im damaligen Ostberlin geschenkt. Die Gemeinde wollte die Krippe nicht haben, weil die Figuren schwarz sind. Auf Wegen, von denen wir nicht mehr wissen, kam sie zu uns.

In der Weihnachtszeit kommen immer wieder Freunde, Bekannte, Menschen aus der Nachbarschaft, aus der katholischen oder evangelischen Kirchengemeinde zu uns, setzen sich (mit oder ohne uns) an die Krippe, haben eine Zeit der Stille, zünden ein Teelicht oder ein Räucherstäbchen an … Auf unserem Wohnzimmertisch stehen Tee und Kaffee – manchmal auch Plätzchen bereit. Jede/r kann sich bedienen. So anders die Weihnachtszeit dieses Jahr 2020.

In den letzten Jahren hat immer unser ältester Mitbewohner die Krippe mit dem einen oder der anderen, die hier wohnen aufgebaut. Dieses Jahr war ihm das zum ersten Mal – aus gesundheitlichen Gründen – nicht mehr möglich. 

So sah unsere Krippe dieses Jahr aus:

Krippe 2020

Krippe 2016 (Video mit Bibliolog)
Krippe 2017
Krippe 2018
Krippe 2019
Einen Beitrag in diesem Blog zum Inhalt vom Fest Darstellung des Herrn / Maria Lichtmess und den Bezügen zur jüdischen Tradition kann man hier nachlesen.

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Anstrengender Jahresbeginn

Einige, die den monatlichen Newsletter der Jesuiten erhalten und den geistlichen Impuls von Klaus Mertes gelesen haben, haben ganz richtig vermutet, daß es die momentane Situation in unserer Wohngemeinschaft ist, die er im ersten Absatz  thematisiert: 

„Bericht aus einer Wohngemeinschaft: Ein Mitbewohner, auf die 90 zugehend, ist seit drei Wochen zu einem schweren Pflegefall geworden. Die Einzelheiten zu beschreiben erspare ich mir und Ihnen, den Leserinnen und Lesern. Kurz nach Weihnachten dachten wir, er würde bald sterben. Es ist nicht so weit gekommen. In besonders schwierigen Phasen hält uns die Pflege und die Sorge gemeinsam 24 Stunden lang in Atem. Nachts wechseln sich drei von uns ab, um selbst genug Zeit zum Schlafen zu haben. Kurz nach Weihnachten müssen wir den Notarzt rufen, wegen akuter Schmerzen unseres pflegebedürftigen Mitbewohners. Der holt ihn ab, lässt ihn aber nach einigen Stunden mit dem Notarztwagen zurückbringen – die Schmerzursache ist beseitigt, aber das Krankenhaus ist eben kein Pflegeheim. Wie weiter?

Das benachbarte Pflegeheim hat keinen Platz. Dort steht er eigentlich auf der Warteliste. Mit Hilfe einer Freundin gelingt es uns, eventuell in einem anderen Pflegeheim vorübergehend einen Platz zu ergattern – vorausgesetzt, unser Mitbewohner ist negativ auf Corona getestet. Wir lassen ihn testen – vier Tage später ist der Befund da: Positiv. Daraufhin müssen wir alle für 14 Tage in Quarantäne. Zu beschreiben, was das im Einzelnen bedeutet, erspare ich mir und Ihnen ebenfalls. Wir sind ratlos. Da uns die Windeln fehlen, sind wir nun auf Freunde angewiesen, die sie uns besorgen und vor die Tür legen. Doch woher? Bei der Krankenkasse ist niemand erreichbar. Die Apotheken rücken nichts raus. Über verschlungene Wege, die vorerst ein Geheimnis bleiben sollen, gelingt es dann doch, Windeln für die nächsten beiden Tage zu bekommen. Wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht…“

So haben wir den Anfang des neuen Jahres in Quarantäne verbracht und uns über viele Nachfragen und Anteilnahme, wie es uns geht gefreut und auch über viel praktische Unterstützung, Ein befreundetes Paar hat uns zwei Mal einen ganzen Kofferraum voller Lebensmittel von den Schwestern von Mutter Theresa gebracht. Immer am Samstag bringen Händler der umliegenden Geschäfte Obst, Gemüse sowie am Wochenende ablaufende Milchprodukte zu den Schwestern, wo sie verteilt werden. Immer wieder wurden wir von Freunden gefragt, ob man Besorgungen für uns übernehmen kann.

Nur eine Frage ist immer noch offen: die nach den Windeln. Nachdem wir die Zeit zwischen den Jahren überbrücken konnten, hat die Hausärztin am 4. Januar die Verordnung an die Krankenkasse geschickt. Die Krankenkasse hat diese Verordnung an einen Fachhandel nach Süddeutschland weitergegeben, wo sie bis vorgestern nicht ankam. So geht das Ping-Pong hin und her. Der Fachhandel kann nichts schicken, weil keine Verordnung von der Krankenkasse vorliegt. Die Krankenkasse meint, man müsse warten bis die Verordnung beim Fachhandel eintrifft. Nach drei Wochen und mehreren Nachfragen ist immer noch nichts passiert. Der Vorschlag, die Verordnung nochmal zu übermitteln, da sie offenbar verloren gegangen ist oder ein Übermittlungs-fehler vorliegt, wird von der Krankenkasse nur zögerlich aufgenommen. Vorgestern lag dem Medizindienstleister noch nichts vor. Immerhin haben wir gestern per D-H-L – das wäre nochmal eine eigene Geschichte – ein Probepaket bekommen, damit wir „schon mal überbrücken können“ – Inhalt: 3 (in Worten: drei) Windeln. Gewickelt wird unser Mitbewohner seit 22. Dezember. 

Der Platz für unseren Mitbewohner im Pflegeheim ist frei, aber da das Pflegeheim derzeit unter Quarantäne steht, kann er nicht aufgenommen werden.

Die positive Nachricht: Niemand von uns hatte Symptome.

Wir halten Euch auf dem Laufenden, wie es weitergeht.

So ging es weiter:
Schneckenpost
Das etwas andere Care-Paket
Gut angekommen – Christians Umzug ins Marienstift

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Das neue Normal: Sankt Martin 2020

Vertraute und lieb gewordene Traditionen loslassen: Keine Martinsumzüge mit bunten Laternen im Freien, sondern in Kirchenräumen. Auch das traditionelle Martinsspiel der Kindergarten-eltern vor der Sankt-Michaelskirche, zu dem viele ehemalige Kindergartenkinder – teilweise inzwischen schon im jugendlichen Alter – kommen, fällt aus. Und doch: Sankt Martin findet statt. In manchen Straßen ist Sankt Martin mit Bollerwagen und Pferd unterwegs. Die Kinder stehen mit ihren Laternen am Straßenrand oder an den Fenstern. Die Geschichte wird erzählt und Süßigkeiten verteilt (Video hier).  

Auch wir haben gefeiert. Ein Mitbewohner hat uns am Vorabend, unserem wöchentlichen Kommunitätsabend, mit Martinsgänse-hühnerkeulen, Klößen und Rotkohl überrascht. Zum Nachtisch flogen süße Martinsgänse mit Sahnefüllung ein, und wer die Geschichte und das Brauchtum um den Martinstag nicht kannte, konnte darüber mehr an unserem Wohnzimmer-tisch erfahren, auch mit welch unterschied-lichen Techniken Laternen gebastelt werden können und welche Erinnerungen die unter uns, die Sankt Martin als Kinder gefeiert haben, verbinden. Zum G-ttesdienst ließen wir uns von den Gedanken der abendlichen Andacht von Bruder Philipp aus dem Benediktinerkloster Maria Laach online anregen. 

Und immer wieder herausfordernd ist der Text von Christian Herwartz „Martin von Tours: Engagiert die Gleicheit mit dem Nächsten leben“, der für ein Buch über Männerspiritualität entstanden ist und hier nachgelesen werden kann. Er enthält einige weniger bekannte Aspekte aus dem Leben dieses Heiligen wie diesen:

„Als Einsiedler führte Martin ein asketisches Leben der Reinigung. Einige Brüder schlossen sich seiner Lebensweise an. Es entstand eine Gemeinschaft. Martin wurde Abt des entstehenden Klosters Marmoutier und damit zur einem Pionier des gallischen Mönchtums. Das Volk in Tours entdeckte ihn. Sie spürten seine königlichen Leitungsfähigkeiten, mit denen er aus einer inneren Klarheit heraus Entscheidungen fällte und sich der Sorgen seiner Mitmenschen annahm. Auch als Bischof lebte Martin in einer Einsiedelei und blieb seiner monastischen Berufung treu. Seine Neigung zum kontemplativen Leben und die Demut eines Mönches halfen ihm bei seinen pastoralen Verpflichtungen. Dabei lag ihm besonders die Heilung der Kranken am Herzen, wie Sulpicius Servus immer wieder erzählt.“

 

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Interreligiöses Friedensgebet November 2020

AKTUELL: Auf Grund der Corona-Pandemie haben wir seit April 2020 nicht zum interreligiösen Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt eingeladen. Am ersten Sonntag des Monats zwischen 15 und 16 Uhr sind Sie aber herzlich eingeladen, Ihre Wünsche und Hoffnungen für eine friedliche Welt in Worte zu fassen oder ins stille Gebet zu gehen – wo auch immer Sie sich aufhalten:

Wenn der Zeitplan zerbricht

Die Macher der Zahlen und Zeiten, die uns den Wechsel von Sommerzeit und Winterzeit verordnen: Diese sind es nicht, die den Zeitgeist steuern könnten! Die Kenner der Zahlen und Zeiten, die uns Abstand, Abwasch und Abwehr verordnen:

Diese sind es nicht, die Anstand und Achtsamkeit gegenüber allem Lebendigen wecken. Die Mächtigen der Zeiten, die Zahlen verwalten und Maßnahmen gestalten:

Diese sind es nicht, die den Hauch des Todes und auch nicht den Atem des Lebens aufhalten. Des Meisters kraftvolles Wort steuert, weckt, gestaltet. Wort ist Zeitansage und Lebenszusage.

Die Meisterung der Lebenszeit geschieht nie als Über-Macht, aber in Kraft, um den Ohnmächtigen zu erheben und die ÜbermächtigTen zu befreien. Das geschieht in diesen Tagen, wenn der Zeitplan zerbricht und die Risse zutage kommen, alljährlich im Übergang von Monat zehn zu elf – nach altem Kalender von acht zu neun.

Daran erinnern die Namen oct. und nov.

Die Monatswende markiert für den abendländischen Kulturkreis seit alters her eine Zeitenwendeund ist durch Ökumene und Weltkirche weltweit bewusst. Lichtgestützt sind die kräftigenden Worte des Thesenklopfers und seiner Tischreden. Sein Weckruf am letzten Oktobertag nistet sich ein im Chor aller Heiligen – durch den alle Seelen wieder zum klingen kommen.

Das wird erinnert nur einmal im Jahr, im Licht des Oktobers bevor der November dämmert, in dessen Halblicht die Umformung geschah und die Umwertung der Werte beschleunigt wurde, wie geschehen im November:

Ein ganzes Zeitalter geht unter mit Weltkriegsende 1918.
Eine Kalte Kriegs Epoche vergeht 1989.
Brandfackeln der Pogromnacht 1938 lodern und sind kein Licht für die Toten.
Ein Leuchten im November 1989 sollte das Pogromfeuer nicht dämpfen.

Heiße Herzen der Bürgerrechtler wärmten das im Kalten Krieg frierende Haus Europa. Und heute? Das Haus Europa friert im Halbdunkel, wenn zu Halloween die Gruselgeister herbeigerufen werden und in grinsenden Schädel-Masken sichtbar sind. So lebhaft zeigt sich der unbedachte Zeitgeist mit Todeshauch und gibt sich zu erkennen als Abstand vom Anstand, als Abkehr und Abschied statt Einkehr in den Lebenskreis, der aus der Quelle des Lebens gebildet, Worte der einhelligen und einsichtigen Weisheit in Indien hervorbrachte und – als des Meisters kraftvolles Wort – steuert, weckt, gestaltet.

‚Lass Glauben in meinen Taten sein. Er ist Wasser, das ins verdorrte Land strömt.
Lass Liebe in meinen Taten sein, sie sät die gute Tat ins tote Land.
Lass Hoffnung in meinen Taten sein, sie ist die ermutigende Vision der großen Ernte.‘

 

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Torah-Freude (Simchat Torah)

Am Montag ist die Zeit der jüdischen Feiertage mit Simchat Torah (Torahfreude) zuende gegangen. Wir feiern, daß wir die Torah haben und mit ihr leben. Auch bei diesem Fest war vieles anders als sonst. Wir konnten wegen der Abstandsregeln nicht mit den Torahrollen tanzen. Das Wesentliche – jenseits dessen, was in dieser Welt derzeit möglich oder nicht möglich ist – fasst dieser Text zusammen: 

 

 

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet im Oktober 2020

Alle sind willkommen / Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden / Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying
Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

4. Oktober 2020 – an getrennten Orten

Heilung und Leben – Klang und Licht


Mit Beginn des Monats Oktober hat vor zehn Jahren die ‚UN – Dekade der Biodiversität – Biologische Vielfalt‘ begonnen. Nun wurde sie unter Beteiligung von zehn mal zehn Regierungsvertretern aus einhundert UNO-Mitgliedsstaaten beendet.

Alle Beteiligten und Mitwirkenden sind von den bedrückenden Ergebnissen getrieben,
dass noch vor Ablauf der folgenden zehn Wochen eine Auswertung der Ergebnisse
und die Weiterführung der Untersuchungen und Maßnahmen beschlossen werden soll.
Das Helmholtz – Umweltzentrum Leipzig – gegründet 1990 mit der Vereinigung der zwei deutschen Staaten und deren verschiedenen Volksgruppen wird weiterhin kompetente Mitarbeit koordinieren und im UN-Generalsekretariat einbringen, um die noch verbliebene Vielfalt vor weiterer Zerstörung zu sichern.

Weitere Strategien zur Förderung des Lebens und dessen Vielfalt werden erarbeitet,
damit lebenzerstörende Gesellschaftsformen und zerstörerische Siedlungsformen, unreflektierte Denkweisen und unbedachte Verhaltensweisen korrigiert werden.

Die vielgestaltigen Religionen und diversen Weltanschauungen in unserer Stadt werden um so mehr ihre Verantwortung erkennen und die Sinne öffnen zum Dank an den Schöpfer. Sie begegnen ihm durch erwiesene Ehrfurcht vor dem Leben und erhöhte Achtsamkeit für die heilige Gabe und Fülle des Lebens. So wie dieses sich äußert bei Erntedankfesten in allen Religionen, findet das auch im Gedenken an Franziskus von Assisi statt, dessen Todestag der 3. Oktober 1226 war.

Die Erinnerung an diesen Heiligen findet ihren besonderen Ausdruck in einer aktuellen 95 Cent Briefmarke. Im Jahr 1220, vor 800 Jahren geschieht weltgeschichtlich Bewegendes:
Der christliche Franziskus trifft sich mit dem muslimischen Sultan. Die franziskanische Regel entsteht. Sein Sonnengesang verkündet:

Klang und Licht – Heilung und Leben.

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Samstagsfrühstück – das neue Normal (1)

Seit Beginn der Wohngemeinschaft – also inzwischen über 40 Jahre – gibt es die Einladung am Samstagvormittag:

Zu Tisch – Samstagsfrühstück: Immer am Samstag gibt es einen langen Tisch – seit fast vierzig Jahren. Mit Kaffee, Tee, Brötchen, Aufstrichen, selbstgemachten Marmeladen,  Käse, und das was ihr mitbringen wollt. Das Frühstück ist entstanden, weil wir den Alltag miteinander teilen wollen. Nicht jede/r für sich sondern miteinander. Ab 9.30 Uhr unserem Wohngemeinschafts-wohnzimmer bis 12.30 Uhr und manchmal etwas länger.

Und nun gilt durch die veränderte Situation (Corona) dieser Zusatz:

Wer kommt, wird gebeten, sich die Hände zu waschen. Der Tisch ist so gedeckt, daß wir weiter auseinander sitzen können.

Früstückstisch in Zeiten des Corona-Virus

In das neue Normal vom Samstagsfrühstück finden wir nach und nach tastend hinein. Nach und nach kommen wieder mehr Gäste – MEHR: das heißt am letzten Samstag zehn Menschen über die ganze Frühstückszeit verteilt. Der eine kürzer, die andere länger. Erstmals seit Corona-Beginn war jemand zum ersten Mal da. Sonst gibt es kaum ein Frühstück, an dem nicht jemand noch ganz Unbekanntes kommt. Und zwei, die schon lange nicht mehr da waren, haben uns wieder besucht. Neu war eine Novizin von den Franziskanerinnen in Siessen, die gerade in Berlin ein Praktikum macht. Ihr Klostername, den sie bei der Einkleidung führte zu einem Austausch, welche Namen wir haben, nach wem wir benannt sind und wer uns diese(n) Namen gegeben hat.

Zum Weiterlesen:
Mehr zum Samstagsfrühstück

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