Seligpreisungen – mal anders

Rana, der gerade zu Besuch bei uns ist, hat uns zum G-ttesdienst am Kommunitätsabend Seligpreisungen formuliert von Klaus Hemmerle (1929 – 1994) mitgebracht:

Selig, die immer  bereit sind  den ersten Schritt zu tun  – denn sie  werden entdecken,  dass der andere viel  offener ist,  als  er zeigen  konnte.

Selig, die nie sagen:  Jetzt  ist Schluss  – denn sie werden den neuen Anfang finden.

Selig, die erst hören und dann reden  – denn man wird ihnen  zuhören.

Selig, die das Körnchen Wahrheit in jedem  Diskussionsbeitrag  heraushören  – denn sie  werden integrieren  und vermitteln  können.

Selig, die ihre Position  nie ausnützen  – denn sie  werden geachtet  werden.

Selig, die nie beleidigt  oder enttäuscht  sind  – denn sie  werden das Klima prägen.

Selig, die verlieren  und unterliegen  können  – denn der Herr kann dann gewinnen. 

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„Mit statt für“ – Begegnungen mit Geflüchteten auf Augenhöhe

Nadine, die in der WG Naunynstraße mitgelebt hat und schon öfter Strassenexerzitien begleitet hat, schreibt auf diesem Erfahrungshintergrund über ihre Engagement in der Arbeit mit Geflüchteten und zwar hier.

Gebet aus dem Irak

Aus der Tiefe rufen wir zu dir, du Gott des Friedens.
Aus der Tiefe des Leidens rufen wir zu dir, du Gott der Barmherzigkeit.
Aus der Tiefe der Angst rufen wir zu dir, du Gott der Liebe.
Guter Gott, höre unsere Stimme, die um Frieden für unsere verwirrte Welt bittet.
Erleuchte unseren Verstand, dass wir lernen, auf deine Weise Frieden
zu schaffen, damit die getröstet werden, die um der Gerechtigkeit willen leiden.
Sende deinen Heiligen Geist, damit er uns auf den Weg des Friedens führe, den du bereits begonnen hast.
Öffne unsere Augen für die Zeichen deiner Gegenwart in unserer erschöpften Welt.
Lehre uns, in Harmonie mit dir, unseren Mitmenschen und der Natur zu leben.
Wir sehnen uns so sehr nach einer friedlichen Welt:
In der Menschen in Würde alt werden können,
in der Eltern ihre Kinder in Liebe aufwachsen sehen,
in der die Jugend von ihrer Zukunft träumen kann,
in der Kinder eine glückliche Kindheit erleben können.
Guter Gott, stärke unseren Glauben an die Möglichkeit,
Frieden zu schaffen trotz aller Gewalt, die wir sehen.
Hilf unserem Bemühen um eine bessere Welt, in der alle willkommen sind, in der sich alle zum Festmahl versammeln,
in der alle in Freiheit verkünden können, dass Jesus der Erlöser ist.
(Schwester Dr. Nazik Khalid Matty,Irak)
Die Dominikanerin Sr. Nazik ist 1975 in Bagdad geboren. Sie hat
2014 mit einem Stipendium des Missionswissenschaftlichen Institutes
MISSIO an der Universität Oxford in Bibelwissenschaften promoviert
und sollte nach ihrer Rückkehr im März 2014 am Priesterseminar in
Karakosh und an der Theologischen Fakultät in Erbil lehren.
Als am 6. August 2014 der IS in Karakosh einzog, musste sie zu
sammen mit anderen Ordensfrauen fliehen. Sie wurden auf verschie-
dene Flüchtlingslager aufgeteilt, um dort den Menschen zu helfen.
Inzwischen kümmert sie sich um die Flüchtlinge und um die Ausbildung
der Priesteramtskandidaten und Theologen.
Amill Gorgis, der als Vertreter der Syrisch Orthodoxen Gemeinde am
Friedensgebet am 1.01.2018 teilgenommen hat, brachte dieses
Gebet mit und hat es im Gottesdienst gebetet. Die Worte dieses Gebetes,
verfasst im Krieg im Irak, das so viel Glaubensstärke
und Vertrauen auf Gott ausdrückt, hat uns alle sehr berührt.

Fragen lieb haben

fragezeichengruppe-2… und ich möchte Sie, so gut ich es kann bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie jetzt nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein. (R. M. Rilke)

Was heißt das heute – hier – für uns – für Dich – für mich?

Geschenk in der U-Bahn

Roj, ein Hindu-Freund und regelmäßiger Gast hat uns zum letzten Samstagsfrühstück ein Gebet mitgebracht, daß ihm eine Frau in der U-Bahn geschenkt hat und das er mit uns teilen will. Es ist inspiriert von Psalm 138,3:

Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht,
hört er dein Gebet.
Wenn dich Furcht befällt vor der langen Nacht,
hört er dein Gebet.
Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst,
hört er dein Gebet.
Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst,
hört er dein Gebet.
Wenn die Menschheit vor ihrem Ende steht,
hört er dein Gebet.
Wenn die Sonne sinkt und die Welt vergeht,
hört er dein Gebet.
Er hört dein Gebet, hört auf dein Gebet.
Er versteht, was sein Kind bewegt.
Gott hört dein Gebet.

Roj singt: Hinduistisches Gebet beim Samstagsfrühstück

Nachtrag: Auch zu „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht …“ gibt es eine Melodie, die man hier anhören kann.

 

Das Flehen des Armen …

Nach der Messe um 11.00 Uhr in Sankt Michael gibt es ein gemeinsames Frühstück. Immer sind materiell arme Menschen dabei. Regelmäßig wird über die Predigt oder anderes, was einzelne nach der Messe beschäftigt, gesprochen. Heute hat besonders ein Satz aus der ersten Lesung, dem Buch Jesus Sirach im 35. Kapitel, viele besonders berührt und einzelne getröstet:

Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist.
Es weicht nicht, bis Gott eingreift 
und Recht schafft als gerechter Richter.