still: Karsamstag

Karsamstag: still. Stiller als sonst. Durch Corona. Kollektiver Karsamstag. Wie lange noch?

Palmsonntag und Fußwaschung

Die Sankt Michaelskirche in Kreuzberg ist ein guter Ort. Die Franziskanerinnen haben mit viel Kreativität unterschiedliche Meditationsorte im Kirchenraum gestaltet. Man kann schauen, wo es einen hinzieht. Die Kirche ist zum stillen Gebet geöffnet. Links ist der Einzug nach Jerusalem mit bunten Tüchern und Palmzweigen gestaltet. Vom Altar ein rotes Tuch mit einem Wasserkrug und einer Schüssel. Die Fußwaschung.

 

 

 

leidender Jesus

Der leidende Jesus mit seinen Wunden und seiner Gebrochenheit ist mit einem violetten Tuch umhüllt. Steine können abgelegt werden, die für die eigenen Schmerzen und Belastungen stehen.

Im Hintergrund an der Wand: die Kreuzwegstationen. An jeder hängt ein Stück Stoff mit einem Gedanken.

 

 

 

Gruppe interreligiöses Friedensgebet: Abstand und Anstand

Was brauchen wir – und was muss sich dafür verändern: In uns und um uns. Was können wir dazu beitragen? Diese Frage steht hinter dem monatlichen interreligiösen Friedensgebet in Berlin. Und weil es auch von unserer WG und Freunden von uns nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausging, geben wir hier immer auch die Einladungen bekannt: Zum ersten Mal seit 2001 findet aufgrund der Corona-Krise kein Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt statt. Die Vorbereitungsgruppe hat dafür folgenden Text verfaßt: 

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

Sonntag, 5. April 2020

Abstand und Anstand befördern Nähe mit Respekt

Die Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin wird am ersten Sonntag dieses Monats
nicht zusammenkommen, sondern die besprochene Anregung für den kommenden Monat April zur persönlichen Anwendung empfehlen. Wir werden nicht auf dem Gendarmenmarkt stehen und die Vorübergehenden zum Innehalten oder Hinzutreten ermuntern. Doch wir werden mit Euch verbunden sein mit unserer erklärten Absicht: Betend den Mut finden zu sprechen.

Neben den angstvoll-entmutigenden Diskussionen über die Corona – Pandemie, ist auch zu vernehmen, dass ermutigend-verantwortungsvoll im Umgang mit der Virus-gefährdung gehandelt wird: Abstand halten bedeutet gleichzeitig Anstand wahren.
Solches Verhalten hat die Epidemologie wissenschaftlich begründet und das medizi- nische Wissen gebietet es so. Die wissenschaftliche Herkunft der Formel erhöht die Bereitschaft zur Annahme, denn wir tragen das Zeitalter der Aufklärung in uns. Wir folgen daher dem ärztlichen Rat zum Abstand und auch der sozialwissenschaftlichen Empfehlung zum Anstand gemäßen Umgang – und beten für baldige wissenschaftlich-medizinische Lösung.

Nun aber gibt es – von den Religionen bewahrt – Einsichten in ein Heilungsgeschehen, die nie an Gültigkeit verlieren. Gerade sie werden ausgelöst durch liebende menschliche Nähe und wo nötig respektvolle Rücksichtnahme. Sie leiten sich ab von der Ehrfurcht vor der heiligen Gabe des Lebens und daraus folgender Ehrerbietung gegenüber der belebten und unbelebten Mitwelt.

Wohl wissend um den Ungeist der etablierten Selbstsucht, lassen wir es nicht unterdrücken, dieses kostbare Wissen, wo sich aus Liebe, aus Solidarität und Helferwille, aus Respekt und Nähe ein lebensförderndes Gedankengut immer wieder neu bildet.

Wir beteiligen uns daran betend und geben Ihnen einen Gruß aus unserer Korres-pondenz mit auf den Gang durch die Zeiten: Wir wünschen Ihnen, dass Sie die Zeit der erzwungenen Entschleunigung gut und vor allem gesund überstehen. Vielleicht ist es auch eine Chance über unsere Abhängigkeiten in der globalisierten Welt nachzudenken.

Die Themen früherer interreligiöser Friedensgebete sind hier.

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Räume … (1)

Schon im Herbst wollten wir den Flur neu streichen, haben Farbkarten verglichen. Ein heller Gelbton war der Favorit. Immer wieder kam was dazwischen. Dann haben wir es auf den Frühling verschoben. Und nun, am Ende der ersten Woche, in der wir wegen des Kontaktverbots viel Zeit miteinander in der Wohnung verbracht haben, war es soweit:

Neugestaltung Flur

Tastend Räume suchen und finden, in denen wir uns geborgen fühlen. Jeder für sich und wir miteinander. Jeden Tag neu. Räume, in denen wir sein können. Einfach nur sein. In denen das Schweigen Raum gewinnt um in das Unvertraute hineinspüren zu können und mehr und mehr das Unwillkommene willkommen heißen.

 

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In unserer Küche …

über der Gemüsekiste und der Obstschale in der Küche hängt dieses Bild von unserem Haus- und Hofkarrikaturisten Rock’n Rolf:

Plakat Küche

Tipp: Dieser Satz besteht aus neun Worten. Lies ihn neun Mal hintereinander und betone jedes Mal ein anderes Wort. Damit erschließt sich dann, wie ein guter Umgang mit Lebens-Mitteln (konkret und im übertragenen Sinn) im miteinander Teilen von Gütern, Gaben, Zeit … gelingen kann.

 

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Advent als Perspektivwechsel

 

Eine Betrachtung von Iris Macke findet sich im diesjährigen Kalender „Der Andere Advent“.

Perspektivwechsel

Advent heißt Warten

Nein, die Wahrheit ist

Dass der Advent nur laut und schrill ist

Ich glaube nicht

Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann

Dass ich den Weg nach inne finde

Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt

Es ist doch so

Dass die Zeit rast

Ich weigere mich zu glauben

Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint

Dass isch mit anderen Augen sehen kann

Es ist doch ganz klar

Dass Gott fehlt

Ich kann unmöglich glauben

Nichts wird sich verändern

Es wäre gelogen, würde ich sagen:

Gott kommt auf die Erde!

 

Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

Seligpreisungen – mal anders

Rana, der gerade zu Besuch bei uns ist, hat uns zum G-ttesdienst am Kommunitätsabend Seligpreisungen formuliert von Klaus Hemmerle (1929 – 1994) mitgebracht:

Selig, die immer  bereit sind  den ersten Schritt zu tun  – denn sie  werden entdecken,  dass der andere viel  offener ist,  als  er zeigen  konnte.

Selig, die nie sagen:  Jetzt  ist Schluss  – denn sie werden den neuen Anfang finden.

Selig, die erst hören und dann reden  – denn man wird ihnen  zuhören.

Selig, die das Körnchen Wahrheit in jedem  Diskussionsbeitrag  heraushören  – denn sie  werden integrieren  und vermitteln  können.

Selig, die ihre Position  nie ausnützen  – denn sie  werden geachtet  werden.

Selig, die nie beleidigt  oder enttäuscht  sind  – denn sie  werden das Klima prägen.

Selig, die verlieren  und unterliegen  können  – denn der Herr kann dann gewinnen.