Bundesverdienstkreuz für Klaus Mertes SJ

Wir freuen uns sehr, daß Bundespräsident Frank Walter Steinmeier am 8. April Klaus Mertes, der ein langjähriger Freund unserer Gemein-schaft ist und Mathias Katsch das Bundesverdienstkreuz überreicht hat:

„Sie haben sich mit viel Mut und großer Beharrlichkeit für die Aufdeckung und Aufklärung abscheulicher Verbrechen in unserer Gesellschaft engagiert. Sie sind eingetreten für die Schwächsten unter uns, für an Leib und Seele tief verletzte Kinder und Jugendliche, für lange Zeit Vergessene oder Verschwiegene.“

Die Rede des Bundespräsidenten und die Reaktionen von Mathias Katsch und Klaus Mertes SJ kann man hier ansehen:

Der Redetext ist hier nachzulesen.

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Rudi (Rudolf) Fröhlich (1949 – 2021)

Vorgestern stand Bernd vor der Tür. Viele Jahre – solange Rudi in Berlin lebte, waren die beiden mit ihren Hunden gemeinsam unterwegs. Bernd hat uns erzählt, daß Rudi Mitte Januar verstorben ist. Zu seinen Berliner Zeiten hat Rudi uns mehrmals wöchentlich besucht. Meistens war sein Lieblingshund Dackel Benny dabei, manchmal auch Rottweiler Blacky. Rudi hatte eine große Liebe zu Tieren. In seiner Wohnung hielt er immer zwei oder drei Hunde, Vögel (Papageien, Wellensittiche und Kanarienvögel) sowie Kaninchen, Mäuse, Meerschweinchen …

Er hatte immer viel aus seinem bewegten Leben zu erzählen. Letzten Sommer hat er einige Wochen bei uns mitgelebt und war gesundheitlich schon sehr angeschlagen. Rudi war immer sehr direkt und hatte einen ganz eigenen Humor. 

Einmal bat er mich, ihn und seinen Hund Blacky zum Lebensmitteldiscounter zu begleiten um Hundefutter zu kaufen. Er konnte Blacky nicht allein vor dem Laden lassen, weil Blacky immer in Dauergebell ausbrach wenn Rudi nicht in Sichtweite war und keine andere Person sich in dieser Zeit um ihn kümmerte. So gingen wir über den Oranienplatz. Dort zog es Blacky zu einer Hündin, die mit einem schwulen Paar unterwegs war, das sich gerade in den Armen lag. Rudi zum Hund: „Blacky, laß die Dame in Ruh. Die hat schon einen Herrn. Was sag ich: Die hat zwei Herrn“

 

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Purim – oder das Fest vom glücklichen Löwen

Roswitha ruft aus dem Marien-Stift an. Weil der Chefkoch auch im Wohnzimmer ist, schalte ich das Telefon auf laut. Ich vermute, daß sie wegen Christian Schmidt anruft und die beiden sich möglicherweise getroffen haben. Aber sie weiß noch gar nichts von seinem Umzug ins Marienstift, sondern sie ruft an um mir zu Purim zu gratulieren und einen frohen Feiertag zu wünschen. Sie erkundigt sich: Und – wie feiert ihr das? Gehst Du in die Synagoge? Nein, dieses Jahr findet nichts in den Synagogen statt. Es gibt vier Gebote an Purim – erkläre ich ihr. Eines ist, daß man die Megilla hört, das ist die Ester-Rolle. Deswegen wird es an verschiedenen öffentlichen Plätzen in Berlin die Lesung des Buches Ester geben. 

Als ich aufgelegt habe, fragt der Chefkoch: Purim ist heute? Ja, von heute Donnerstagabend bis morgen Freitagabend. Er will es ganz genau wissen: Purim – Fest von glücklicher Löwe? Ja. (Die Geschichte steht hier.) Inzwischen ist Herr Tunesien ins Zimmer gekommen und hört den letzten Satz mit und staunt über das vermeintliche jüdische Fest mit einem Löwen. Das konnte aber ganz schnell aufgeklärt werden.

Eine Lego-Purim-Story ist hier (langsames Englisch mit englischen Untertiteln zum Mitlesen):

 

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Frühling im Wäscheschrank

Unser Wäscheschrank hat reichlich Zuwachs bekommen. Eine Freundin unserer Gemeinschaft hat uns Bettwäsche, Handtücher und Geschirrtücher geschenkt. Wir sind jetzt wieder gut eingedeckt und können Einiges weitergeben. Vielen Dank dafür.

Es ist für uns immer wieder eine große Freude ganz unterschiedliche Formen der Unterstützung durch unsere Freunde oder Menschen, die auf uns hingewiesen wurden, zu erleben.

Zum Weiterlesen: 
Ein etwas anderes Care-Paket
Überraschung Jerusalem
Wir sind … von den Socken 
Kräutersträuße – Kräuterbuschen
Vom Reichtum eines ganz normalen Sonntags im November xx


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ein letzter Gruß

Beim vorletzten Kommunitätsabend wartete eine Überraschung auf uns: Alle, die Rockn Rollf noch als MitbewohnerINNEN gekannt hat, bekamen eine CD mit fünf Liedern, die er im letzten Herbst mit Musikerfreunden aufgenommen hat.


Drei der Lieder gibt es auch in älteren Fassungen auf You.tube:

Roll away the Pain (Video beginnt in unserem Treppenhaus)   
Den Song hat er unserer WG gewidmet 

Horses and Hares (Song)

Good bye Old Friend (Song)

Horses and Hares (Konzert im Juli 2020)

Und einige Poster von Rockn Rollf als Zeichner / Karrikaturist für unsere WG sind: hier  oder hier  oder hier  oder  hier oder hier  oder hier.

Und hier Facepainting für einen glücklichen Löwen:

Rockn Rollf wird heute um 14.00 h in der Nähe von Potsdam beigesetzt. Wir werden ihn nicht vergessen. 

Weitere Nachrufe von Ex-Mitbewohner*innen und Freunden unserer WG sind   

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Ein Weg, der immer weiterführt …

… ist ein Artikel im Tagesspiegel zum 40. Geburtstag der Kreuzberger Regenbogenfabrik überschrieben, der in diesem Jahr gefeiert werden soll: 

Von der Besetzung bis zur Legalisierung dauerte es Jahrzehnte – heute ist die Regenbogenfabrik eines der erfolgreichsten Lebens- und Wohnprojekte:
Der Durchgang durch die enge Einfahrt in das Hofgelände mutet wie eine Zeitreise an. Auf der Lausitzer Straße künden prachtvoll sanierte Stuckfassaden von veränderten Zeiten, und drinnen auf dem Hof taucht man ein in die regenbogen-bunte Alternativszene der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Genau so ist es ja auch: Auf dem Höhepunkt der Hausbesetzerzeit, als im damaligen West-Berlin über 100 Häuser vor der Abrissorgie im Namen einer fehlgeleiteten Stadterneuerung gerettet wurden, wurde das heruntergekommene und Abriss-bedrohte Industriegelände am 14. März 1981 von den Aktiven „instandbesetzt“. Die Regenbogenfabrik war geboren – und hat sich in den vergangenen vierzig Jahren zu einem der erfolgreichsten und nachhaltigsten Wohn- und Lebensprojekte der inzwischen wiedervereinten Stadt entwickelt…        Der ganze Artikel steht hier.

Franz Keller (SJ), der vor sieben Jahren verstorben ist und zum Urgestein unserer WG gehört, hat die Besetzer*innen tatkräftig und kenntnisreich bei vielen der anfallenden Renovierungsarbeiten unterstützt und sich auch in der Holzwerkstatt engagiert. Seit dieser Zeit gibt es immer wieder Querverbindungen zwischen hier und dort.

zum Weiterlesen:
Website der  Regenbogenfabrikx
mehr zu Franz Keller


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Weltgebetstag gegen den Menschenhandel

Heute begeht die katholische Kirche den Weltgebetstag gegen den Menschenhandel. Sr. Margit Forster und Sr. Mabel Mariotti sind / waren eng mit unserer Gemeinschaft verbunden. Sie sind 2006 nach Berlin gekommen, haben in unserer Gemeinschaft mitgelebt. Daraus ist die Beratungsstelle von Solwodi Berlin für Migrantinnen überwiegend aus afrikanischen Ländern entstanden. Ein Schwerpunkt ist die Arbeit mit Frauen, die von Menschenhandel und oft auch Zwangsprostitution betroffen sind. Wie sie zu diesem Engagement gekommen sind oder dieses Engagement zu ihnen erzählen sie im Einfach-Ohne-Buch (Seite 111), einer Textsammlung der WG Naunynstraße:  

Einfach offen – Comboni Missionsschwestern in Berlin

 

Ohne Sprache….
Ich konnte damals noch kein Deutsch, als ich zu Straßenexerzitien nach Berlin kam. Es war verrückt. Jetzt weiß ich es, aber ich glaube, ich habe das erst richtig begriffen, als ich schon im Flugzeug war, unterwegs nach Berlin. Ich wusste nur einfach, dass ich das machen musste. Es war ein Moment des Umbruchs für mich. In meinem Orden nannten sie es „Krise“. Und als ich ein paar Monate in Rom war, geparkt, weil meine Oberinnen nicht wussten, was sie mit mir machen sollten, erinnerte ich mich an Gabriella, die mir einmal von den Straßenexerzitien erzählt hatte. Es war der richtige Zeitpunkt. Straße, wieder auf der Straße. Und ich hatte Lust, Gott weg von den Strukturen, weg von Regeln und vom Geplanten zu begegnen. Und du, Margit, warst auch in Rom. Warst die einzige Deutsche in unserem Orden, aber was war mit der deutschen Sprache?

Ach, die war weg. Die war irgendwie weg, ich konnte sie nicht so leicht abrufen, weil ich sie lange nicht benutzte. In den 27 Jahren die ich weg war, habe ich die Sprache nicht benutzt. Nur im Urlaub habe ich Fränkisch mit meinen Eltern gesprochen. Aber die Straßenexerzitien wollte ich einfach machen. Es war der Moment. Ich wusste, dass Christian Herwartz einmal im Jahr Straßenexerzitien in Nürnberg anbot, aber ich hatte nur im Februar Zeit und da gab es keine geplanten Exerzitien. Dann hat Christian gesagt, dass wir nach Berlin kommen könnten. Ich wollte aber nicht alleine nach Berlin, dann habe ich dich, Mabel, gefragt ob du mitkommen möchtest.

Ohne Regeln…
Wir kamen in der Nacht am Kotti an, und alles um uns herum war einfach ganz anders als im Generalat in Rom. Es war die erste Begegnung mit der Straße. Wir kamen in der Naunynstraße an, und alle hießen uns herzlich willkommen. Ich spürte sofort, dass ich an diesem Ort etwas zu finden hatte, oder zu suchen. Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich fühlte mich so angezogen, dass ichmich selbst überraschte, als ich sagte, hierher muss ich zurückkommen. Am Tag darauf gab uns Christian ein Blatt mit den Orten, die wir besuchen konnten, am Rande der Stadt, Orte der Armut, Orte des Widerspruchs, des Widerstands, wo Geschichten der Vergangenheit und der Gegenwart sich vermischten. In der Gemeinschaft gibt es keine Regeln, sagte Christian, nur die Gastfreundschaft. Der Kopf konnte das nicht begreifen, aber das Herz spürte einen großen Frieden und eine große Freude, eine Erweiterung. Das war klar: die Gastfreundschaft ist die goldene Regel, und wenn man sie lebt, braucht man keine anderen, sie sind sogar ein Hindernis, eine Ablenkung.

 

Ohne Uhr…
Und dir Margit wurde die Uhr genommen.
Ja, an einem Sonntag als der Gottesdienst eine Stunde später anfing und wir mit Christian auf dem Gras vor der Thomas Kirche warteten. Sie war weg und ich wusste nicht für wie lange, aber ich wusste es war ok. Acht Monate später beim Auszug habe ich sie wiederbekommen. Die Zeit ohne Uhr war Zeit ohne Druck, ohne Zwänge, ohne etwas zu müssen. Einfach leben. Es war nicht wichtig zu wissen wie spät es war. Nur früh morgens hat der Wecker geklingelt, damit ich um sechs im Café Krause, dem Obdachlosentreff in der Thomas Kirche, sein konnte, um mit den Obdachlosen zu frühstücken. Auch da hatte ich keine Funktion, ich war nur da um mit diesen Menschen zu frühstücken. Der Pfarrer hatte mich gefragt, ob ich das machen würde. Ich bin einfach hingegangen und habe mich dazugesetzt und gefrühstückt. Ich war eine von ihnen. Die Begegnungen haben sich ergeben, dort wie auch im Hause oder auf der Straße. Ich hatte Zeit und konnte sehen wie Menschen kämpfen um zu überleben, materiell oder in zerbrochenen Beziehungen.
Die Obdachlosen hatten oft ganz normale Familien und Beziehungen und sind dann durch irgendwelche Umstände wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit auf der Straße gelandet. Manche von ihnen waren fast glücklich auf der Straße. Das war mein Eindruck. Im Café Krause waren viele fröhliche Menschen. Manche sind auch gekommen, um dort zu duschen. Manche hatten kleine Tätigkeiten, wie Flaschensammeln. Sie hatten Zeit auch zwei Teller Suppe zu essen, miteinander zu reden. Und ich war da und hatte auch Zeit so wie sie.

Ohne Aufenthaltserlaubnis…
Nach den Exerzitien war es mir klar: Ich musste nach Berlin zurückkommen. Auch wenn es wegen der Sprache verrückt war. Aber in der Gemeinschaft gab es viele Sprachen, und jemand war immer bereit zu übersetzen. In der Gemeinschaft, die schon seit dreißig Jahren am selben Ort bestand, hatten schon viele Menschen von unterschiedlichen Sprachen, Religionen, Kulturen und Richtungen einen Ort gefunden. Dann fragte ich meine Oberin, ob ich vier bis maximal sechs Wochen nach Berlin kommen konnte.

 

Und du, Margit, warst auch in einer Krise mit deiner Arbeit Rom. Es war dir klar, dass eine Reflexion – und es war deine Aufgabe, diese auf Ordensebene zu organisieren – nur mit dem Kopf keinen Sinn machen würde. Ich habe dich bewundert, dass du den Mut gehabt hast, deine Arbeit im Generalat aufzugeben und auch nach Berlin zu kommen, auf die Spuren, die du während der Exerzitien gesehen hattest.

Ja, das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. In der Gemeinschaft der
Naunynstraße und auf den Straßen Berlins habe ich das Leben wiedergefunden, Freude über die Zugehörigkeit zu den Suchenden.

 

Nach sechs Wochen in Berlin waren wir mit unserer Suche noch am Anfang. Das war das einzige was wir wussten. Auch nach drei Monaten war es so. Als Italienerin hätte ich mich nach drei Monaten anmelden sollen, sonst war ich auf eine Art illegal. Die Anmeldung aber hatte mit einer Sesshaftigkeit zu tun, und ich wusste nur jeden Tag, dass ich den Tag dort verbringen musste. Christian, der uns beide begleitet hat, hat uns in dieser Wahrnehmung bestärkt. Und die Gemeinschaft war einfach ein freier und offener Raum, wo Leere und Fülle sich begegneten. Menschen, die alle nur das voneinander wussten: dass auch die andere oder der andere auf der Suche war, auf der Suche nach dem Glauben, nach einem neuen Auftrag, nach einer neuen Richtung, nach einem Obdach. Irgendwie waren wir alle ohne „Aufenthaltstitel“. Alle in diesem offenen Raum, der keine Grenzen kennt.

Ohne zu wissen wie es weiter geht…

 

Dass ich das mit 51 sagen würde, hätte ich mir auch nie träumen lassen. Gleichzeitig war es gerade dieses Nichtwissen, das stimmig war. Mir wurde langsam klar, dass eine Art zweite Berufung im Raum stand und dass diese mit „einfach leben“ zu tun hatte, ohne viele große Reflexionen und Planungen. Es war mir weder wichtig noch hilfreich zu wissen, wie die nächsten sechs Jahre verlaufen sollten. Es war mir wichtig und hilfreich dagegen, den einfachen Menschen nahe zu sein. Nicht in einer Funktion als Chefin oder Oberin, sondern ganz einfach als Schwester, als eine unter anderen.

Und was war mit dem Comboni Charisma an diesem Ort?

 

Das Comboni Charisma neu entdecken…

Ich hatte angefangen zu einem Sprachkurs zu gehen um die deutsche Sprache zu lernen. Die letzte Sprache, die ich mir als Comboni Missionsschwester vorgestellt hatte zu lernen. Gerade zu der Zeit, als unsere einzige Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum, in Nürnberg, geschlossen wurde, weil in Frage gestellt wurde, ob Deutschland für die Combonischwestern ein Missionsland war. In Berlin aber hatte ich meine Berufung so stark gespürt, sowohl in der Gemeinschaft als auch auf den Straßen einer Stadt, die für mich ein Symbol war für Einheit, für die Vereinbarung von Gegensätzen, eine Stadt, die noch die Spuren der Ungerechtig-keit und Unterdrückung zeigte. In dieser Zeit bekam Margit einen Anruf von Sr. Juvenalis, der wir einmal begegnet waren und mit der wir über unsere Suche nach einer neuen Aufgabe in dieser Stadt als CMS gesprochen hatten, weil wir diese neue Berufung so stark spürten. Sie sagte, dass Sr. Lea Ackermann zwei Ordensschwestern in Berlin suchte, um eine Beratungsstelle von SOLWODI aufzubauen und Frauen auf der Flucht und Opfer von Menschenhandel und anderen Formen von Gewalt zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, ein neues Leben zu finden. Ich hatte schon in den USA im Rahmen meines Studiums der Psychologie in diesem Bereich gearbeitet. Und jetzt war ich froh über solch eine Aufgabe, in der ich nicht als Direktorin wie in Dubai sondern als Begleiterin arbeitete. Diese Arbeit war ein klarer Auftrag Gottes, unser Charisma unter diesen Frauen zu leben, sie zu beschenken und uns von ihnen beschenken zu lassen. Wir wollten besonders afrikanische Frauen, die wegen Rassismus oft mehr benach-teiligt sind, unterstützen. Diese Frauen stärken uns hier in Berlin in unserem Charisma, weil unsere Leidenschaft für ihre Inklusion in die Gesellschaft und für die Gegenseitigkeit im Glauben ein Reflex der Leidenschaft Combonis für eine Welt ohne Sklaverei und ohne Grenzen ist. Für Comboni war Afrika die „schwarze Perle, die in der Kirche noch fehlte“.

 

Nur Dankbarkeit…
Und jetzt zurück zum Anfang: Einige von diesen Frauen haben wir im Laufe der Zeit in der Naunynstraße unterbringen können, weil sie in Not waren und ein Obdach brauchten. Wir wussten, es war der richtige Ort, ein offener Raum der Inklusion und der Grenzenlosigkeit. Dort haben alle einen Aufenthalt im Reich Gottes, und das ist genug. Und diese Frauen haben das Leben wieder neu gefunden, weil sie sein durften wie sie sind. Ja, das ist die Naunynstraße: der Ort wo jeder und jede sein darf wir er oder sie ist, das ist das Reich Gottes auf der Erde, das Reich Gottes, für das Comboni und andere Held*innen der Geschichte der Menschheit gelebt haben und für das sie gestorben sind.
Am Ende dieser unvollständigen Erzählung bleibt von uns beiden einfach eine tiefe Dankbarkeit.

 

Mabel und Margit

Ein Artikel über die Solwodi-Beratungsstelle ist hier.

Ergänzung im Februar 2021:
Margit ist im April 2020 kurz vor ihrem Renteneintritt gestorben, Mabel ist nach Italien zurückgekehrt. Die Übergabe der Beratungsstelle an ihre Nachfolgerinnen war wegen des bevorstehenden Renteneintritts von Margit bereits vorbereitet. 
Mehr vom Einfach-ohne-Buch, einer Textsammlung der Wohngemeinschaft Naunynstraße

Ein etwas anderes Care-Paket

Vorgestern während unseres Gemeinschaftsabends kam große Freude auf als wir miteinander ein Paket auspackten. Wir haben es von einer Unbekannten bekommen.  Es enthielt mehrere Packungen Windeln, Inkontinenzauflagen und „Nervennahrung“, also Schokolade, Nußmischungen und Studentenfutter. Ein ganz herzliches Dankeschön von uns nach Dossenheim. Und vielleicht ergibt sich nach C-orona die Gelegenheit zu einem persönlichen Kennenlernen. Wir würden uns freuen.

Zum Weiterlesen und Verstehen: 
Anstrengender Jahresbeginn

 

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Überraschung: Jerusalem

Am 7. Januar haben wir mit unserem orthodoxen Mitbewohner sein Weihnachtsfest gefeiert. Da paßte es wunderbar, daß wir das Weihnachtspaket von Michael aus Bad Säckingen auspacken konnten. Es hat sich dieses Jahr verdoppelt und war länger unterwegs.

Michael hat 2001 einige Zeit in der Naunynstraße gewohnt. Ein paar Jahre später begann er damit, ein liebevoll gepacktes Weihnachtspaket mit Schokolade, Stollen, Lebkuchen, Spekulatius, Marzipan und Keksen auf den Weg nach Kreuzberg zu bringen. Niemand von den jetzigen Bewohnern kennt Michael noch persönlich. Bis jetzt haben wir telefonischen und brieflichen Kontakt. Das persönliche Kennenlernen war für 2020 geplant, fand aber wegen Corona nicht statt.

Über das Internet fand ich einige Seidenmalbilder von Michael. Besonders haben mir die Jerusalem-Motive mit Synagoge, Kirche und Moschee gefallen. Die Überraschung war groß als nun neben dem jährlichen Süßigkeitenpaket noch ein zweites vom Packetboten an der Wohnungstür abgestellt wurde:

Wir haben uns noch nicht über den endgültigen Platz geeinigt. Im Moment hängt es an der Wand, auf die man blickt, wenn man zur Wohnungstür hereinkommt und heißt jeden willkommen.. Aber auch die Wohnzimmerwand über der Bank ist als möglicher Ort im Gespräch.

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Sendepause …

… ist zur Zeit auf diesem Blog – und zwar krankheitsbedingt (jedoch nicht C.orona).  

Am 26. Dezember ist unser Freund Christian Becker aus Nauen an einer Corona-Infektion verstorben.  

Am 29. Dezember ist unser Ex-Mitbewohner Rockn Rollf (Rolf Kutschera) an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Wir sind sehr traurig.  

  Wir wünschen allen einen guten Übergang ins Jahr 2021 und G-ttes Heil- und Segenskraft 365 Tage.    

 

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