ein letzter Gruß

Beim vorletzten Kommunitätsabend wartete eine Überraschung auf uns: Alle, die Rockn Rollf noch als MitbewohnerINNEN gekannt hat, bekamen eine CD mit fünf Liedern, die er im letzten Herbst mit Musikerfreunden aufgenommen hat.


Drei der Lieder gibt es auch in älteren Fassungen auf You.tube:

Roll away the Pain (Video beginnt in unserem Treppenhaus)   
Den Song hat er unserer WG gewidmet 

Horses and Hares (Song)

Good bye Old Friend (Song)

Horses and Hares (Konzert im Juli 2020)

Und einige Poster von Rockn Rollf als Zeichner / Karrikaturist für unsere WG sind: hier  oder hier  oder hier  oder  hier oder hier  oder hier.

Und hier Facepainting für einen glücklichen Löwen:

Rockn Rollf wird heute um 14.00 h in der Nähe von Potsdam beigesetzt. Wir werden ihn nicht vergessen. 

Weitere Nachrufe von Ex-Mitbewohner*innen und Freunden unserer WG sind   

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Überraschung: Jerusalem

Am 7. Januar haben wir mit unserem orthodoxen Mitbewohner sein Weihnachtsfest gefeiert. Da paßte es wunderbar, daß wir das Weihnachtspaket von Michael aus Bad Säckingen auspacken konnten. Es hat sich dieses Jahr verdoppelt und war länger unterwegs.

Michael hat 2001 einige Zeit in der Naunynstraße gewohnt. Ein paar Jahre später begann er damit, ein liebevoll gepacktes Weihnachtspaket mit Schokolade, Stollen, Lebkuchen, Spekulatius, Marzipan und Keksen auf den Weg nach Kreuzberg zu bringen. Niemand von den jetzigen Bewohnern kennt Michael noch persönlich. Bis jetzt haben wir telefonischen und brieflichen Kontakt. Das persönliche Kennenlernen war für 2020 geplant, fand aber wegen Corona nicht statt.

Über das Internet fand ich einige Seidenmalbilder von Michael. Besonders haben mir die Jerusalem-Motive mit Synagoge, Kirche und Moschee gefallen. Die Überraschung war groß als nun neben dem jährlichen Süßigkeitenpaket noch ein zweites vom Packetboten an der Wohnungstür abgestellt wurde:

Wir haben uns noch nicht über den endgültigen Platz geeinigt. Im Moment hängt es an der Wand, auf die man blickt, wenn man zur Wohnungstür hereinkommt und heißt jeden willkommen.. Aber auch die Wohnzimmerwand über der Bank ist als möglicher Ort im Gespräch.

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Sendepause …

… ist zur Zeit auf diesem Blog – und zwar krankheitsbedingt (jedoch nicht C.orona).  

Am 26. Dezember ist unser Freund Christian Becker aus Nauen an einer Corona-Infektion verstorben.  

Am 29. Dezember ist unser Ex-Mitbewohner Rockn Rollf (Rolf Kutschera) an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Wir sind sehr traurig.  

  Wir wünschen allen einen guten Übergang ins Jahr 2021 und G-ttes Heil- und Segenskraft 365 Tage.    

 

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Berlin – Kastanienallee: Von Häusern und Menschen

Sie ist Inbegriff des ewigen Berliner Wandels: die Kastanienallee, Prenzlauer Berg. Einst Arbeiterkiez, dann Bohème-Quartier, Szenemeile und internationale Touristen-Attraktion. Früher arm, heute sexy. 950 Meter Großstadt zwischen Hochglanz und Tradition.

Vera, eine ehemalige Mitbewohnerin, kam 1990 aus der Schweiz nach Berlin und wohnte einige Monate in unserer WG. Dann zog es sie nach Ostberlin in den Prenzlauer Berg. Als Fotografin hat sie historische und aktuelle Fotos zu dieser sehenswerten Dokumentation beigetragen, die in der  Mediathek des RBB  abgerufen werden kann.

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Zuflucht in Zeiten von Corona (Psalm 91)

Manche Gedanken und Impulse für Blogposts liegen länger im Entwürfe-Ordner. Einige reifen, andere werden gelöscht – dann und wann scheint einer aktueller als zu der Zeit als man ihn ursprünglich entdeckte und ablegte. So ging es mir mit einer Neufassung von Psalm 91, die ich vor mehr als zwei Jahren bei Conny, einer Freundin unserer Gemeinschaft, entdeckte und kopierte.

Psalm 91 kommt täglich im Abendgebet der Kirche (Komplet) vor und wird bei jüdischen Beerdigungen gesprochen. Er paßt gut in diese Jahreszeit, in der Christen den Ewigkeitssonntag / Christkönigssonntag begehen, auf Advent und Weihnachten zugehen und in der Juden sich auf das Chanukka-Fest vorbereiten:

Dass deine Flügel über uns sich breiten,
und Schatten spenden in der Glut.
Dass wir nicht irre geh’n in dunklen Zeiten:
Gott, gib uns Zuversicht und Mut.

Dass wir geschützt sind
vor dem Pfeil der Lüge,
vor Falschheit, vor Betrug und Gier.
Und dass wir aufsteh’n
gegen Hass und Kriege:
Die Kraft dazu erbitten wir.

Dass auf der Welt Vernunft
und Rücksicht walten,
dass nie ein Mensch mit Menschen spielt,
dass wir die Erde pflegen und gestalten
als Garten Gottes, sei uns Ziel.

Dass deine Engel uns auf Händen tragen,
uns retten vor der Feindschaft Pest.
dass mutig wir Versöhnungswege wagen
und uns dein Geist niemals verlässt.

Dass wir wie Kinder uns dir anvertrauen
dass uns niemals die Angst verzehrt,
dass wir am Ende unverhüllt dich schauen
in deinem Reich, sei uns gewährt.

Helmut Schlegel OFM

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Tod – eine Ausstellung

Bald beginnt der November, der Totenmonat. Ein Freund unserer Gemeinschaft ist an dieser Gruppenausstellung beteiligt und hat uns die folgende Einladung geschickt: 

Der Tod ist das Sicherste im Leben, er ist bereits mit der Geburt angelegt und bildet den Kern unseres Bewusstseins. Sterben ist das Gegenteil von Kontrolle. Fantasie, Angst und Kaltblütigkeit im Umgang mit dem Tod hat immer schon die Glaubensfragen der Menschen geprägt. Vorstellungen eines Lebens nach dem Tod wirken sich enorm auf die Lebensführung aus. Weitreichende Vorstellungen sind tradiert, gekoppelt mit Vorstellungen von Bestrafung oder Belohnung. Manche Menschen glauben, die Toten würden alles miterleben. Gern lässt man sich von Mythen, Geistergeschichten oder Filmen in eine surreale Vorstellung des Tot-Seins entführen, weil die Vorstellung des molekularen Zerfalls und der geistigen Nichtexistenz schwer fällt. Dass der Tod keine Strafe, sondern vielmehr ein Naturgesetz ist, stellte bereits der Grieche Seneca fest.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl individueller Auseinandersetzungen mit Fragen zum Thema Tod.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler:
Marion Angulanza ��� Michael Augustinski ��� Sandra Becker ��� Gerda Berger ��� Ute Deutz ��� Ute Faber ��� Ulrich Heemann ��� Sibylle Hoessler ��� Susanne Knaack ��� Ina Lindemann ��� N��NZI ��� Larissa Nod ��� Gerd Pilz ��� Jens Reulecke ��� Franziska Rutishauser ��� Marianne Stoll ��� Andrea Sunder-Plassmann ��� Catrin Wechler ��� Rolf-Jürgen Windorf ��� H. H. Zwanzig

wann:
6. November 2020 bis 29. November 2020

Verein Berliner Künstler
Schöneberger Ufer 57
D-10785 Berlin Tiergarten-Mitte

Öffnungszeiten der Galerie  
Di – Fr | 15 – 19 Uhr  
Sa – So | 14 – 18 Uhr   

Markenzeichen für unsere Gemeinschaft

Ein Mitbewohner, der seit fast einem Jahr mit uns zusammenlebt, hat sich Gedanken über ein Markenzeichen, über ein Signet für unsere Gemeinschaft gemacht, so wie er sie sieht und erlebt. Er ist Agnostiker. In der religiösen Tradition, in der er aufgewachsen ist – erzählt er – steht die Farbe grün für Liebe, Leben, Paradies und Auferstehung:

 

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Mosaic und Feiertage von drei Religionen

Am Dienstag war der letzte Tag des muslimischen Zuckerfestes, am Donnerstagabend beginnt das jüdische Wochenfest Schawuot und am Sonntag feiern Christen das Pfingstfest. Deshalb haben wir beim Kommunitätsabend, dem wöchentlichen Treffen unserer Gemeinschaft, den Film „Mosaic“ miteinander gesehen. Es ist eine filmische Collage – eine Art Filmmeditation: Bilder von Moscheen und Synagogen aus sechs Ländern mit Musik von Künstlern und Künstlerinnen aus den jeweiligen Kulturen unterlegt mit Instrumenten aus dem jeweiligen kulturellen Kontext bestehend aus tausenden Detailaufnahmen: Eine Symphonie von Bildern, Klängen, Licht, Bewegung …

Die Künstlerin Debora Philipps hat für diesen Film Usbekistan, die Türkei, Ägypten, den Iran, Marokko und Andalusien bereist und ist in über 6000 Detailaufnahmen den Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Gegensätzen von Moscheen und Synagogen nachgegangen. Da beide Religionen figurative Abbildungen nicht erlauben, haben sich die Künstler bei der Ausgestaltung auf botanische, kalligraphische und geometrische Muster konzentriert.

Wer – wie wir – in diesem Gesamtkunstwerk schwelgen will, kann seit kurzem den Film auch im Internet ansehen und zwar hier. 

 

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Osterlichtsegen

Möge das Licht der
Auferstehungssonne
unserem Dunkel
heimleuchten

Mögen Risse und Brüche
unseres Lebens
es einlassen
durchscheinen lassen
in ihm verwandelt werden

Mögen uns die Augen
des Herzens aufgehen
für seine Gegenwart
in uns
durch uns
unter uns

Katja Süss

 

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