Sprachlos …

Eine ehemalige Mitbewohnerin hat uns am Sonntag besucht. Ihre Oma, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hat, war drei Tage vorher verstorben und ist ohne sie beerdigt worden. Wegen des Corona-Virus konnte sie nicht zur Beerdigung anreisen. Sie hat ihre Traurigkeit mit uns geteilt.

„Gibt es ein Lied, das deine Oma besonders gern mag, das dich mit ihr verbindet und das wir mit dir singen können?“
„Meine Oma mochte besonders gern Marienlieder“

Da müssen wir leider passen. Unser ältester Mitbewohner – katholisch – singt nicht, und die beiden anderen Katholiken unserer WG sind aus anderen Erdteilen. Dann fällt ihr noch ein Lied ein, das wir mit ihr singen können:

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.
(Nikolaus von Flue)

 

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Anders – ganz anders

Eine Seelsorgerin hat eine junge Frau zu uns geschickt, die für eine Zeit einen Platz sucht, wo sie zur Ruhe kommen kann. Als die junge Frau nach unserem Frühstück die Wohnung betritt und zwei Mitbewohner im Wohnzimmer sitzen sieht, gerät sie in Panik. An einen Ort, an dem Männer sind, will sie nicht sein. Sie hat zu viel Schlimmes und Gewalt erlebt. Sie dachte, sie kommt in ein Frauenhaus. Es findet sich ein Ort für sie. Als die Männer fragen, wo die neue Bewohnerin sei und ich von der Begegnung am Morgen erzähle, meint einer: Wenn sie sich nochmal meldet, dann sag ihr, bei uns ist es anders – ganz anders. Vielleicht will sie es später nochmal hier probieren.

 

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Dezember-Geburtstag

Eine ehemaligen Mitbewohnerin hat bei uns ihren Geburtstag gefeiert mit Musik, Liedern und Tanz. Leider konnte ich nur kurz dabei sein und mußte die Feier wegen einer anderen Verabredung vor dem Ende verlassen. Am neuen Treffpunkt, erzählte ich von dem Fest, das ich eben verlassen hatte. Die ‚Gastgeberin, die das Geburtstagskind kennt, zündete spontan ein Bündel Kerzen an, wünschte „viel Licht und gute Energie fürs neue Lebensjahr“ und sprach ein alevitisches Segensgebet für das Geburtstagskind und alle auf der Geburtstagsfeier – sehr berührend.

Vorgeschmack auf 2019

„ein neues jahr  eine neue zahl   die wir dreihundertfünfundsechzig tage schreiben
ein neues jahr  es bleibt keine wahl  auch das müssen wir uns vertreiben“
luke sonnenglanz schrieb diese heiteren worte in seinen song „zweitausendneun“
und damit dieses vertreiben zum verbleiben einlädt  schenkt uns luke einige schöne
bilder  die der „kleine-WELTEN-verlag“ zu drei schönen kalendern werden ließ

Im Turbo-Modus unterwegs …

Im Lauf des Monats September haben wir ihn zurück erwartet. Immer wieder hat er in den letzten Monaten während des Samstagsfrühstücks von seinem Land aus angerufen und gefragt, wie es uns geht und ob er im September wieder kommen darf. Die Zeit verging und es wurde Oktober. Wir fragten uns schon, wann es soweit wäre. Am Dienstag dann: Er saß total übermüdet am Frühstückstisch – nach 26stündiger Busfahrt. Am Mittwoch war Feiertag, und am Donnerstag war er den ganzen Tag unterwegs und kam erst nach Mitternacht zurück. Heute (am Freitag) erzählte er, daß er am Montag ein Vorstellungsgespräch hat für eine neue Arbeit. Bitte Daumen drücken, daß es klappt.