Einmal ist immer das erste Mal …

Beim Samstagsfrühstück tauschten wir uns dieses Mal in kleiner Runde mit acht BesucherINNEn aus. Eine Frau, die fast jeden Samstag dazu kommt, erzählte, daß ihre Tafel-Ausgabestelle geschlossen hat. In der letzten Zeit erzählte sie immer wieder, daß es sehr wenig sei, was sie dort noch erhält. Der Internetseite der Berliner Tafel sagt, daß im März 50 Prozent weniger Lebensmittelspenden hereingekommen seien – wohl aufgrund von Hamsterkäufen und mehrere Ausgabestellen geschlossen sind. Als am Nachmittag zwei Bewohner losgegangen sind, um für unsere Gemeinschaft Lebensmittel abzuholen, haben sie nichts erhalten.

Nachtrag:
Mo 16. März: Inzwischen sind 38 Ausgabestellen von Laib und Seele geschlossen

 

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Nacht der Solidarität – Zählung von Obdachlosen

Heute Nacht ist die „Nacht der Solidarität“. 3200 ehrenamtliche HelferINNEN sind unterwegs um die Obdachlosen, die auf Berliner Straßen leben zu befragen und zu zählen – so sie gezählt das wollen. Es ist die erste Zählung dieser Art in Berlin, in Deutschland um herauszufinden, wie viele Menschen auf der Straße leben (laut Schätzungen sollen es zwischen 6000 und 10 000 sein). Danach sollen die Hilfsangebote besser auf sie zugeschnitten werden können.

Es gibt Kritik von linken Aktivisten und der „Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“. Sie bezeichnen die Zählung als „sinnlos und würdelos“. Vieh würde man zählen – Menschen brauchen Wohnungen, ist ihre Argumentation.

Andre Hoek, ein ehemaliger langjähriger Obdachloser, befürwortet die Zählung. Auf seinem Blog beschreibt er seine Sichtweise und zwar hier.

 

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Balance finden in Zwiespältigkeiten

Mich mitfreuen können, daß einer, der für geringen Stundenlohn arbeitet, sich über die Jeans für sechs Euro freut. Und gleichzeitig um die Produktionsbedingungen wissen unter denen solche Jeans entstehen.

Mich freuen können über die große Menge Himbeeren von der Tafel. Gleichzeitig fassungslos sein über Himbeeren im November und, dass sie zu dieser Jahreszeit auf den Markt kommen, und wegen der Überproduktion letztlich bei der Tafel landen und weggeworfen werden würden, wenn es die Tafel nicht gäbe.

 

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Heute ist Weltflüchtlingstag

Am 20. Juni ist seit 2001 Weltflüchtlingstag. An diesem Tag veröffentlicht das UNHCR jedes Jahr die aktuellen Flüchtlingszahlen. Dieses Jahr ist erstmals die 70-Millionen-Marke überschritten worden. Die taz nimmt das zum Anlaß, um die Schwierigkeiten der medizinischen Versorgung von illegalisierten Geflüchteten zu berichten und auf eine Veranstaltung des Medibüro aufmerksam zu machen, das sich für diese Personengruppe einsetzt und heute eine Veranstaltung organisiert:

Flashmob, Kundgebung und Performance am Donnerstag, den 20. Juni, um 16 Uhr vor der Senatsverwaltung für Gesundheit, Oranienstr. 106

Zum Weiterlesen:
Krankenversorgung Papierloser: nur schöner Schein (taz-Artikel)
Weblog: armgemacht

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Jom ha schoah – jeder Mensch hat einen Namen

Gestern Abend (1. Mai) hat der Jom haSchoah begonnen, der Tag an dem Juden in der ganzen Welt sich an die Ermordung der sechs Millionen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. In Berlin vor dem jüdischen Gemeindezentrum werden aus dem „Gedenkbuch für die ermordeten Juden aus Berlin“ die Namen der fast 59 000 aus Berlin deportierten Juden vorgelesen.

In Israel wird um 10.00 Uhr vormittags für drei Minuten das Leben still stehen während im ganzen Land die Sirenen heulen.

Bei vielen Gedenkveranstaltungen wird ein Gedicht von Zelda Schneersohn Mishkovsky (1914 – 1984) rezitiert:

Jeder Mensch hat einen Namen (Lechol isch jesch schem):

Jeder Mensch hat einen Namen
den G-TT ihm gegeben
den Vater und Mutter ihm gegeben.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Gestalt und sein Lächeln ihm geben.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den das Gebirge ihm gibt
und die Wände, in denen er lebt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Sünde ihm gibt
und die Sehnsucht, die sein Leben prägt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Feinde ihm geben
und den seine Liebe ihm gibt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den seine Feste ihm geben
den seine Arbeit ihm gibt.
Jeder Mensch hat einen Namen
vom Kreislauf des Jahres
und von seiner Blindheit ihm beigelegt.
Jeder Mensch hat einen Namen,
den das Meer ihm gibt
und schließlich auch der eigene Tod.

27. Januar 2019 – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Dance Me To The End Of Love
Tanz mit mir die Liebe bis zum Schluss.
Leonard Cohen (Melodie & Text) dachte beim Schreiben dieses Songs an die Ermordeten der Shoah und sang für die Vielen, die nie eine Chance bekamen, ihre Liebe zu leben. Hier eine Interpretation von Karsten Troyke und Sharon Brauner auf der Weidendammbrücke in Berlin:

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet August 2018

Alle sind willkommen All are welcome
Hoffnung für Frieden Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying 

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
SONNTAG, 5.8. 2018 UM 15:00 UHR (NäHE DEUTSCHER DOM) 

HELFENDE WERDEN KRIMINALISIERT

Aus unterschiedlichen religiösen und religionsfernen Traditionen kommend, stehen wir alle mit unserer menschlichen Verantwortung vor der von uns nicht eingrenzbaren Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, in der hilflose Menschen gequält und getötet werden. Eine Wirklichkeit, in der ihre Helfer immer wieder behindert, kriminalisiert und sogar selbst zu Verfolgten werden. Besonders am 30. Juli, dem Welttag gegen Menschen-handel, wurde uns wieder bewusst, dass fast ein Drittel aller Opfer weltweit Kinder sind.(UNICEF). Diese moderne Sklaverei ist eine widerliche Plage, von der über 40 Millionen Menschen betroffen sind – über 30 Millionen in Asien und im Pazifikraum und 9 Millionen in Afrika (NGO Anti-Slavery). Die vielen Millionen Kinder und ihre Angehörigen sind auf unseren Schutz angewiesen. Staatlicher Schutz ist notwendig, doch auch das Hinsehen vieler, die diese Verbrechen öffentlich machen. Neben dem auffälligen Sexgeschäft werden Menschen beim Handel mit Organen und wegen anderer gewinnbringender Güter und Rechte verschleppt und getötet. Diese Art wirtschaftlichen Handelns, an dem letztlich auch wir teilhaben, ist im höchsten Grade verwerflich und hat hier jede zu achtende Grenze überschritten. Ein weiterer Punkt ist die Zwangsverheiratung von Mädchen. In Indien werden Jungen leider oft bevorzugt und Mädchen oft nach der Geburt getötet. So mangelt es an Frauen im heiratsfähigen Alter. Da wächst der Frauenhandel aus dem Süden. Auch werden aus Nepal jährlich etwa 15.000 Frauen und Mädchen gegen ihren Willen in das Rotlicht-Milieu der großen Städte Indiens verschleppt.

UNSER GEBET WIRD HOFFENTLICH ZUM UNüBERSEHBAREN SCHREI
MIT UNSEREN ZUR WARE GEWORDENEN GESCHWISTERN.

Lasst uns aber auch die vielen tausend Helferinnen und Helfer in unser Gebet einschließen, die sich aktiv im Namen der Menschlichkeit für all diese geschundenen Menschen einsetzen. Da werden Besatzungen von Rettungsschiffen offiziell daran gehindert, auszulaufen und müssen hilflos zusehen, wie hunderte Männer, Frauen und Kinder vor ihren Augen ertrinken. Helfen sie trotzdem, werden sie wie Kriminelle behandelt. Büros von NGOs, die sich um verschleppte Frauen und Mädchen kümmern, werden angezündet und die Mitglieder verfolgt. Viele Helfer können nur im Verborgenen agieren und notwendigerweise Gesetze brechen, wenn es der Sache hilft. Für sie alle steht Menschlichkeit an erster Stelle. Dafür nehmen sie Diskriminierung, Kriminalisierung bis hin zur Gefahr für das eigene Leben in Kauf. Angesichts dieser Verbrechen an Opfern und Helfern suchen wir im Gebet unsere Verantwortung. Denn die Sensibilisierung beginnt bei uns selbst. Dann kommen wir in die Lage, mit wachem Bewusstsein dafür einzutreten, dass kein Mensch mehr zum Handelsobjekt wird.

Wendet den Blick weg von der Fixierung auf den (Geldgott) Gewinn!
Lasst Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Menschenhandel
und anderen lebensbedrohlichen Situationen nicht allein!!!
Wir bitten um Aufmerksamkeit für diese vernachlässigten Probleme!

EINLADUNG ZUM VORBEREITUNGSTREFFEN. Interessierte sind herzlich willkommen.
Das nächste Vorbereitungstreffen findet statt am Mittwoch, 15.Aug. um 18:00 Uhr
bei Helga Ottow, Prenzlauer Promenade 147, 13189 Berlin-Pankow. Tel: 030 912 048 62
Anfahrt: S/U Bhf Pankow, Bus 255 (Richtung Schwarzelfenweg) bis Binzstraße
oder: M 2 ab Alexanderplatz bis Prenzl. Prom. Am Steinberg, Bus 255 (Richtung Osloerstr) bis Binzstr.

Die Gruppe Interreligiöses Friedensgebet trifft sich immer an ersten Sonntag eines Monats zu einer Mahn-
wache und einem Friedensgebet um 15:00 Uhr (meist) auf dem Gendarmenmarkt vor dem Deutschen Dom. Anfragen/Korrespondenz: christian.herwartz@jesuiten.org / Infos unter: www.friedensgebet-berlin.de