interreligiöses Friedensgebet August 2019 – Verantwortung

Alle sind willkommen / Everybody is welcome
Hoffnung für Frieden / Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 4. August 2019 um 15:00 Uhr (nahe Deutscher Dom)

Fragende suchen nach Antwort Wir hören den Ruf in die Verant-
wortung. Wer überträgt sie wem  und wofür – und/aber :
Wer Verantwortung übernimmt, wird der sich nicht übernehmen?

Der erste Sonntag im Monat August ist begleitet von zwei weltge-
schichtlichen Ereignissen, die noch immer persönliche Fragen
wecken:
1) Was befähigte Oberst Graf Stauffenberg am 20.Juli zu dem
Versuch, dem diktatorischen Verbrecher das Leben zu nehmen? –
bevor der verbreche-rische Diktator es es sich selber nahm!
2) Angesichts des kommenden 6. August fragen wir: Was hat den
amerikanischen Lebenstraum so aufgelöst, dass er sich verwandelte
zum ungeheuerlichen Todesschrecken vernichtender Hitze und
tödlicher Verstrahlung. Als tödliche Hiebe schwirren sie über der
Zukunft der Menschheit – noch immer! Und schon wieder!
Wie lange noch?

Vielleicht erhalten wir Antworten auf die Frage nach Verantwortung,
wenn wir auf die heranwachsende Generation hören. Als Mahner
gegenüber dem leichtfertigen Teil der Menschheit haben sie eine
Botschaft für ein verantwortliches Verhalten im Klimawandel.
Ihr Mahnruf gilt den abgestumpften Gewissen verantwortungsloser
Menschen. Die Generation der Verursacher lert die Bedingen für die
Zukunft.

Wir fragen bei unseren Überlegungen für diesen Gebetsaufruf: Wie
kommt es zu solchen Aufbrüchen und Teilnahme am Leben, die
Übernahme der Verantwortung für das Leben? – Wir sollten uns
zuerst besinnen, was für jeden der Antrieb ist für sein Dasein. Treibt
die Freude an den Lebenskräften – oder treibt die tödliche Lust der
Selbstzerstörung? Die ehrliche Antwort hilft, dass die Aufmerksamkeit
sich den Lebenskräften widmet.
So tat es der Oberst, der am 20. Juli mit seiner militärischen Tradition
aus Gehorsam und Pflicht gebrochen hat. So tat es Hiroshima-Pilot
Oberst Eatherly, der nach der Untat die Lebensbotschaft im Kloster
neu lernte. So tut es die Generation nach ihm, wenn sie die Verant-
wortung mitträgt für das grenzüberschreitende Wachstum von Ge-
rechtigkeit, Frieden und Be-wahrung der Schöpfung und Befreiung! –
damit die einzig-artige Erde als unsere Mit-Welt erfahrbar und verant-
wortlich gestaltet wird.

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Wasser des Lebens – interreligiöses Friedensgebet Juli 2019

Berlin macht Ferien. Auf den Strassen ist es ruhiger als sonst. Viele Geschäfte machen Betriebsurlaub. Sozial- und Kultureinrichtungen sind in der Sommerpause oder haben kürzere Öffnungszeiten. Berlin ist im Ferienmodus – das interreligiöse Friedensgebet nicht! Jede/r ist eingeladen. Immer am 1. Sonntag im Monat. Von 15.00 Uhr bis 16.00 h. Zentral: Auf dem Gendarmenmarkt vor dem Deutschen Dom. Das nächste Mal am Sonntag den 7. Juli 2019:

Misereor Hungertuch 2019

Schweigen, Nachdenken, Singen, Innehalten, Anliegen austauschen, Hoffnungen teilen, das Schwere miteinander aushalten, Perspekti-ven in den Blick nehmen…

Dieses Mal hat die Vorberei-tungsgruppe das Thema „Wasser des Lebens“ gewählt und dazu einen Einladungstext verfaßt – schon für das interreligiöse Friedensgebet zur  Langen Nacht der Religionen.

Durch die Ereignisse um das Rettungsschiff der Seawatch und die unerlaubte Einfahrt in italienische Hoheitsgewäder von Kapitänin Carola Rackete und deren Verhaftung ist dieser Text heute aktueller als vor drei Wochen.

Bist Du dabei?

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Interreligiöses Friedensgebet zur Langen Nacht der Religionen

Am Samstag den 15. Juni findet zum achten Mal die „lange Nacht der Religionen“ statt. Thema ist „Wasser des Lebens“. Die Initiative „interreligiöses Friedensgebet Berlin“ lädt zum Abschluß der langen Nacht um 23.00 Uhr zum Friedensgebet ein – wie immer auf dem Gendarmenmarkt. Hier der Einladungstext:

Wasser des Lebens
Die Lange Nacht der Religionen Berlin lädt in diesem Jahr am 15. Juni zu Gebeten und Veranstaltungen zum Thema Wasser des Lebens ein.
Notwendig ist das Leben schenkende Wasser, das wir innerlich und äußerlich dringend brauchen. Ist der freie Zugang zu sauberem Wasser nicht ein Menschenrecht?

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Mahnen – Nachdenklich machen – Danken – Hoffen
Damit den flüchtenden Menschen das Wasser wieder zum Wasser des Lebens wird, sehen wir kritisch auf uns. Wir sehen unsere eigene Verantwortung durch unser Konsumverhalten, durch Raubbau in Afrika und anderen Teilen dieser Welt. Wir sehen unseren Anteil an Klimaveränderungen, Wassermangel, Wüstenbildungen und Verschmutzungen der Umwelt, die zu Fluchtursachen werden. Und nicht zuletzt sind wir entsetzt darüber, wie das Mittelmeer zum Friedhof wird. Seeleute bleiben lieber unter Deck, denn sie sind angewiesen, Ertrinkende nicht zu retten. Die Europäische Union nimmt Tote in Kauf – durch die Absperrung der Häfen und Landesgrenzen und durch die Kriminalisierung von Helfenden auf dem Meer. Traurig gedenken wir der Toten.
Nach dem Aussprechen der Klage sehen wir Ermutigendes
Sehen wir die Menschen, die sich gegen offensichtliches Unrecht stellen, Worte erheben und sich gegenseitig Kraft spenden. Ja, da sind Menschen, die hinsehen, löschen, retten und Brunnen bauen. Sie entwickeln voll erwachender Kreativität Ideen und Aktionen, die uns auf dieser Erde eine menschenwürdigere Zukunft ermöglichen. Ihnen gilt unser Dank.
Wir in der Europäischen Union werden von der UN mit Sitz in New York zu selbstverständlichem Handeln ermahnt: Menschen vor dem Ertrinken zu retten.
Doch längst sind da Menschen, die das Unrecht nicht aushalten und aus den Häfen aufbrechen, um im Mittelmeer Leben zu retten. Strafandrohungen erschrecken sie nicht. Dass Ihr das einzig Richtige tut, nämlich zu retten, wo Rettung nötig ist, gibt uns unsere Menschlichkeit zurück. Ihr seid ein Segen. Danke.Wir hoffen auf ein besseres Miteinander. In dem wir uns gegenseitig ermöglichen, was wir brauchen, uns sehen und wahrnehmen als Mitwesen in dieser Welt und bereitwilliger werden, uns zu verändern.

Das Programm der langen Nacht der Religionen ist hier

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2019: Empfangen und Annehmen

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, prayingGruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 2. Juni 2019 um 15:00 Uhr (nahe Deutscher Dom)

 

EMPFANGEN UND ANNEHMEN

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Fröhliche Gebewillige und freudige Geschenkemacher haben es schwer mit sich selbst bei Empfangen und Annehmen. Das gilt für Frauen und Männer – zumal in dieser frühsommerlichen Zeit, wenn wir uns an diesem Sonntag zwischen den Pilgerfesten Himmelfahrt und Pfingsten begrüßen mit leichter Tasche – nichts zu verschenken – lächelnd: Zu Pfingsten sind die Geschenke am Geringsten!

Da wandert es sich doch beschwingt zum Rastplatz und sagt es sich leicht: Woher? – Wohin? Und : Wo bin ich eigentlich? Wie flockiger Blütenstaub sind diese Fragen über die ganze Menschheit geweht, und überall verbreiten sie sich durch kraftvolle Winde und inspirierende Boten.

Es begann am Ostermontag zwischen Jerusalem und Emmaus und zurück. Unter Fragenden und meist auf dem Wege empfängt der suchende Mensch Antworten und mit ihnen den Weg, die Wahrheit und Leben:

Wohin? Unterwegs mit anderen im Dasein für andere. Selbstsicher durch andere, ohne den selbstbezogenen Kampf ums Dasein.
Woher? Geboren aus Achtung und Würde und Ehrfurcht wächst im Menschen dann auch der lebensvolle Widerstand.
Wo? An Orten, wo die Zerstörung des Lebens eindringt, auch und sogar in uns selbst, aufstehend gegen das Selbstzerstörerische – ein unheimlicher Schauplatz! In dieser Arena – mit welcher Rüstung am Leibe lässt sich der Frieden wieder gewinnen?

In welcher Bereitschaftskleidung? Der Zuschnitt wird im Brief an die Epheser empfohlen und das sollten wir annehmen: Sommerlich leicht bekleidet mit Ephesus-Fasern im Gewebe, geeignet auch für Sommerwinde und Fake-Storms:

Aufbruchwillige tragen die geistliche Zurüstung aus Wahrheit und Gerechtigkeit,  zum Auftreten mit der Botschaft des Friedens, in schnittiger Rede und beharrlichem Gebet unter dem Glaubenshut der Zusage des Heils!
Unter diesem Hut und Schirm werden sie nicht versengen, sondern sie werden sich Segen zusprechen von A bis Z als: Atheisten, Anfänger, Buddhisten, Christen, Hindu, Jesuaner und Muslime, Sarnas, Taoisten, als Wilde und Zweifler. Mitein-ander unterwegs als Söhne der Barmherzigkeit, als Töchter des Lichts, als Geschöpfe Gottes, bereitet um den Frieden auszubreiten durch das Wehen des Geistes.

Interreligiöses Friedensgebet April 2019: Beziehung erhalten

Alle sind willkommen
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Hoffnung für Frieden
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Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin
auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 7.4.2019 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Beziehung erhalten

In vielen Religionen dieser Welt gibt es Fastenzeiten. In den religiösen Fastenzeiten geht es um eine Klärung und Reinigung unter spirituellem Aspekt. Die Beziehung zum Ursprung
unseres Seins, zu Gott, wie auch die Beziehung zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen steht dabei im Mittelpunkt. Fasten als Gottesdienst, Fasten aber eben auch, um sich und die Beziehung zu unseren Mitmenschen und Mitwesen auf dieser Welt wieder neu herzustellen und wahrzunehmen. Vielleicht zu erhalten, was zu brechen droht.
Vielleicht eine Beziehung neu aufbauen, wo sie bereits brach.

Als wir uns trafen, um dieses Gebet vorzubereiten, fasteten Bahai und Christen.
Der beziehungserhaltende Aspekt des Fastens führt uns in diesem April zum Thema Brexit und Europa. Die Idee eines Zusammenschlusses Europas ist neben den wirtschaftlichen Interessen auch durch einen starken Friedenswunsch gewachsen. Der Wunsch, tragende Strukturen zu schaffen, um Konflikte anders als kriegerisch lösen zu können.

An diesen Wunsch, miteinander Frieden zu schaffen, zueinander zu stehen und sich zu
tragen in Krisenzeiten, wollen wir erinnern. Und wir beten dafür, dass die Beziehung zu unseren Freunden und Friedensinitiativen im Vereinigten Königreich (UK) erhalten bleibt. Wir hoffen auf weiteren Austausch miteinander und Wahrnehmung voneinander. Wir beten für gemeinsame Wege und Treffen in Zukunft, für das weitere Erstarken des Friedensimpulses.

Kein Dach über dem Leben

Vor einigen Tagen begann ich das Buch von Richard Brox „kein Dach über dem Leben“ zu lesen. Der Titel machte mich neugierig, weil ich vor einigen Jahren den Verfasser in der Talkshow „Nachtcafe“ vom SWR gesehen habe. Dreißig Jahre hat er auf der Straße gelebt und mit Hilfe von Freunden aus dem Chaos-Computer-Club eine Info-Seite im Netz für Obdachlose über Hilfsangebote erstellt.

Richard Brox im Regenbogen-Kino

Eine Zeitlang hatte er eine Wohnung, die er aufgelöst hat nachdem er sein Buch fertig gestellt hatte. Nun ist er wieder unterwegs. Sein neues Projekt heißt „mobile Sterbebegleitung. Er möchte ein Hotel für Obdachlose mit einem angeschlossenem Hospiz gründen.

Nächsten Mittwoch wird er in Berlin sein und in der Regenbogenfabrik sein Buch vorstellen. Auch der Dokumentarfilm „unter Null“ über das Leben auf der Straße wird gezeigt werden. Eine Freundin unserer Wohngemeinschaft hat mich gebeten, darauf hinzuweisen, was ich gern tue

Mi., 13.3.19 | 19 Uhr | RegenbogenKino
Lausitzer Straße 22

Mehr über Richard Brox kann man durch einen Artikel in der Welt erfahren und zwar hier.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet März 2019 : Dankbar – trotz allem

Alle sind willkommen
Hoffnung für Frieden
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten                                                                   

Everybody is welcome
Hope for Peace
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 3. März 2019 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Dankbar – trotz allem

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Danken – trotz allem – das wollen wir heute. Wir sehen viel Zerstörung an dieser Welt, in der wir leben. An der Welt, auf die wir angewiesen sind, von der und mit der wir leben. Das beunruhigt uns, aber das regt uns auch an, uns auf Gutes und Hoffnungsvolles zu besinnen. Zum einen sind wir dankbar für die Geschenke, die uns in Wasser, Luft und Licht, in fruchtbarer Erde, wärmender Sonne, in den Leben schenkenden und selbstregu-lierenden Kreisläufen gegeben sind. Der erwachende Frühling lädt zum Staunen ein. Und es beginnt aufs Neue das Wachsen, das Früchte tragen wird.

Je mehr wir uns dessen bewusst sind, dass uns diese Welt lebenserhaltend trägt, desto schmerzhafter ist es, dass wir Menschen auf eine Weise in die Kreisläufe der Natur eingreifen, die diese in Ungleichgewicht bringen. Verschmutzung und Vergiftung haben gravierende Auswirkungen. Natur, Tiere und Menschen werden verachtend instrumentalisiert.

Doch auch hier gibt es Entwicklungen hin zum Erkennen, zum Schutz der Umwelt, zum Schutz von Mitwesen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gehen auf die Straße und protestieren für den Er-halt dieser Welt, für mehr Umweltschutz. Ein Volksbegehren ‚Artenvielfalt/ Rettet die Bienen‘ war erfolgreich. Die christliche Fastenzeit beginnt am 6. März: Evangelische und katholische Kirchen laden ein zum Klimafasten unter dem Motto „So viel du brauchst …“ (2. Mose 16). Foodsharing und die Deutsche Umwelthilfe e.V. rufen zum Verschwendungsfasten auf, also dem bewussten Umgang mit Lebensmitteln ohne dass Lebensmittel weggeworfen werden. Wir sehen nicht, dass die Politik ihre Möglichkeiten im Positiven ausschöpft, aber manch eine Entscheidung ist auch hier gefallen, die wir begrüßen.

Zum anderen ist die Gemeinschaft mit Menschen und Tieren, mit allem Leben um uns ein Geschenk, für das wir dankbar sind. Menschen, die in schweren Zeiten füreinander da sind und selbstverständlich durch Abschiede und Trauerzeiten begleiten. Menschen, die miteinander leben und füreinander einstehen. Generationsübergreifend, interreligiös und interkulturell – uns fallen hier viele positive Beispiele ein. Und dafür danken wir von Herzen.

Ohne die Geschenke, die unsere natürliche Umgebung uns bietet, aber auch ohne die Geschenke der Gemeinschaft mit Menschen und Tieren können wir nicht leben. Wir sind eins. Im Dank liegt die Hoffnung und das Gebet, dass die positiven Impulse erstarken mögen. Gute Impulse und Ideen haben das Potential, sich zu verbreiten, zu wachsen und fruchtbar zu wer-den. Ebenso, wie kleine Gesten und Veränderungen große Wirkung entfalten können.