3. Oktober: Mahnwache vor dem Abschiebegefängnis

Auch in diesem Jahr findet am 3. Oktober eine Mahnwache vor dem alten Abschiebegefängnis auf dem Gelände des Flughafens Berlin-Brandenburg statt:

Eine Stunde danken wir vor der Asylunterkunft im alten Abschiebegefängnis, im Gegenüber der Schutzsuchenden, unserer Geschwister, für die uns geschenkte Einheit.

Wir denken nach über unsere Wirtschaftsgewinne,
erniedrigende Handelsabkommen, Rohstoffbedürfnisse
und die uns reich-machenden Waffenverkäufe.

Das sind einige Gründe für ihre Verarmung,
viele Kriege und jetzt ihrer Heimatlosigkeit.

am 3. Oktober 2017 von 15 bis 16 Uhr

Wir sehen auf die Wirklichkeit der Schutzbedürftigen,
ihr wollen wir uns stellen und darüber ins Gebet finden.

Herzliche Einladung zum Bedenken der Einheit
mit allen Menschen, die in Deutschland Schutz suchen.

Weitere Infos (Ablauf und Anfahrt) sind hier.

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Einladung zum Interreligiösen Friedensgebet Oktober 2017

Interreligiöses Friedensgebet
in Berlin am 1. Oktober 2017 um 15.00 Uhr
Gendarmenmarkt vor dem Deutschen Dom

Menschenverachtende Abschirmungen
und 15 Jahre Interreligiöses Friedensgebet

Am Beginn des Monats Oktober wollen wir zunächst erinnern an die erste Zusammenkunft des Interreligiösen Friedensgebetes Berlin vor 15 Jahren. Betroffen müssen wir feststellen, daß die Spirale der Gewalt ihre Sogwirkung erst recht entfaltet, seitdem der Widerstand der Friedenswilligen sich betend und sprechend, singend und schweigend erhebt. Die hinter uns liegenden Jahre führten uns zur Solidarität mit der Mahnwache, die sich in diesem Jahr wieder am Tag der Deutschen Einheit aufstellt für Menschen auf der Suche nach dem rettenden Asyl vor dem ehemaligen Abschiebegefängnis auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Wir geben ihnen ein Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Verlangen, daß Gerechgtigkeit und Frieden sich ausbreiten.

Wir nähern uns neu der Geschichte der vergangener Jahre, auch den Geschenissen unserer Tage. Indem Menschen zu uns kommen aus ehemaligen europäischen Kolonialländern, erkennen wir zunehmend die schuldhafte Ausbeutung ihrer Reichtümer, die unseren Wohlstand ermöglichen. Die Waren sind uns lieb, die betroffenen Menschen weisen wir drastisch zurück:

Ihre Länder werden zum Gefängnis durch unsere Abschottungspolitik:

– Die Retter von ertrinkenden Menschen im Mittelmeer werden verurteilt
– Diktatoren werden unterstützt, wenn sie fliehende Menschen zurückzuhalten
– Menschen sind genötigt kriminelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um zu
entkommen
– Menschenhandel wird zum vermeintlichen Ausweg, der eigenen Familie
zu helfen
– Erniedrigend ist der aufgewungene Freihandel, der ihre Not verschärft
– Ganze Länder – nicht nur der Kongo – trotz reichhaltiger Rohstoffe verarmen
– Mit Waffenverkäufen in Kriegsgebiete werden wir reicher……und ernten Verlust

Wann gestehen wir ein, daß wir schuldig werden vor Gott und den
Menschen ? Wann erkennen wir die Schutzsuchenden als unsere Geschwister?
Wann verlassen wir die Schleichwege der wachsenden Wirtschaftsgewinne ?

Friedensgebet und Mahnwache helfen uns, dass wir uns vorbehaltlos zu den Notleidenden stellen und mit ihnen in das notwendende Gebet finden. Umgeben von den Stimmen aus den Religionen erwarten wir nicht das Eindringen in eine göttliche komfortable Welt. Dieser religiöse Traum wird von der christlichen Botschaft allerdings durchkreuzt. Diese verlagert Weg Wahrheit und Leben nicht in eine göttliche Komfortzone, sondern solidarisiert unterwegs mit den Notleidenden auf dem Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Frieden und Bewahrung der Schöpfung .

Alle sind willkommen. You all are welcome. Hoffnung für Frieden. Hope
for Peace.
Innehalten. Schweigen. Sprechen. Singen. Beten
Pause for a moment. In silence. Speakinmg. Singing. Praying
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offene Übungsgruppe gewaltfreie Kommunikation

Nach dem Einführungsabend über gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg wurde der Wunsch nach einer offenen Übungsgruppe von verschiedenen Teilnehmern geäußert. An Beispielen aus dem Alltag wollen wir ausprobieren, wie gewaltfreie Kommunikation aussehen kann.

Offene Übungsgruppe heißt: Jede/r kann dazu kommen unabhängig von vorhandenen Vorkenntnissen. Man muß sich auch nicht zu regelmäßiger Teilnahme verpflichten. Jeder Abend wird in sich abgeschlossen sein. Wir treffen uns immer am 2. Mittwoch des Monats, zum ersten Mal am 13. September von 18.30 bis 20.30, wobei die Uhrzeit noch verhandelbar ist. Eine Anmeldung ist erforderlich und zwar bis zu 24 Stunden vor dem Treffen an MailEinfachTom@gmail.com

Wir treffen uns in den Gemeinderäumen von Sankt Michael, Dresdener Str. 28, 10999 Berlin. Einen einführenden Text über gewaltfreie Kommunikation gibt es in der Rubrik „zu Bedenken“ unter dem Headerfoto. Die offene Übeungsgruppe findet in Zusammenarbeit mit Pax Christi und Sankt Michael statt.

Jeder Abend wird verschiedene Elemente enthalten:

Einlass ist 15 Minuten vorher. Wir fangen pünktlich 18:30 mit einer kleinen Kontemplation oder Meditation zum „Ankommen und Sammeln“ an; wer zu spät kommt, wartet solange unten, bis wir damit durch sind (etwa 10-15 Min.).

Dann kurzes „Blitzlicht“, wo jeder in ein paar Sätzen sagen KANN, was in ihm an diesem Abend lebendig ist.

Wir werden uns eins der einzelnen Elemente der Gewaltfreien Kommunikation näher ansehen und probieren es eventuell aus (z. B. „Bedürfnisse“ — was sind sie, wozu dienen sie, wie gehen wir damit um?).

Wenn vorhanden, sende ich dazu an die, die an dem jeweiligen Abend teilnehmen, zusätzliches Material. Wer will, kann sich zu dem anstehenden Thema dann schon einmal Gedanken machen. Zusätzlich sind natürlich alle herzlich eingeladen, mir Material vorzuschlagen, das sie selbst als förderlich ansehen.

Wir gehen eine oder mehrere praktische Situationen aus unserem Leben einzeln durch (nur von den Leuten, die dies wünschen!), und schauen, wie wir damit gewaltfrei umgehen könnten.
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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet September 2017

Sonntag 3. September 2017, von 15 bis 16 Uhr, Interreligiöses Friedensgebet
Gendarmenmarkt vor dem Deutschen Dom (Museum Deutscher Geschichte)

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Befähigt zum Frieden

Eine Teilnehmerin am INTERRELIGIÖSEN FRIEDENSGEBET im August gab einen Impuls, den wir für den Monat September aufnehmen und weiter-geben:

Es war einmal ein mächtiger König in einem fernen Land. Eines Tages befahl er seinem Feldherrn: „Vernichte meine Feinde!“. Gehorsam zog der Feldherr mit einem großen Heer los. Ungeduldig wartete der König auf eine Nachricht. Als nach Monaten immer noch keine Meldung kam, schickte er einen Boten an die Landesgrenze. Er fand dort ein großes Lager, in dem es fröhlich und heiter zuging, denn die Soldaten feierten gemeinsam mit den Feinden des Königs ein großes Fest.

Da ging der Bote des Königs zum Feldherrn und stellte ihn zur Rede: „Du hast den Befehl nicht ausgeführt! Du solltest doch die Feinde des Königs vernichten! Stattdessen feierst du zusammen mit ihnen ein Fest!“ Der Feldherr erwiderte: „Du täuschst dich! Ich habe den Befehl des Königs sehr wohl befolgt. Ich habe seine F e i n d e vernichtet, indem ich sie zu Freunden gemacht habe.“
(zitiert nach Melanie Wolfers „Freunde fürs Leben“, Kap.VI, S. 137, adeo Verlag, 2017)

Das Friedensverlangen der Völker sucht und findet immer wieder Gestalt und Ausdruck, so auch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1.September 1939 zum „Anti-Kriegs-Tag“ zu erklären. Andere Friedenswillige erklärten diesen Tag zum „Tag des Weltfriedens“.
Die United Nations erklärten den Beginn des Herbstes zum „International Day of Peace“, weil die UNO am Beginn des Herbstes ihre Sitzungsperiode eröffnet. Dieser Einstellung folgte der Ökumenische Rat der protestantischen Kirchen in Genf, der den 21. September zum „Gebetstag für den Weltfrieden“ erhob. Die katholische Weltkirche begeht den Weltfriedenstag zu Beginn eines neuen Jahres. Darüber hinaus ist für die Religionen nicht entscheidend das D a t u m oder ein bestimmter T a g, sondern die Gestaltung der Lebenszeit aus der Einsicht: Jeder Krieg beschädigt die Würde des Menschen und gibt den Glauben an die heilige Gabe des Lebens preis.Diese Einsicht ist mit der internationalen Friedensbewegung seit dem 19. Jahrhundert gleichsam zu einem Auftrag für das Interreligiöse Friedensgebet Berlin heute geworden. Wir ermutigen zur Bereitschaft nicht nur zu e i n e m „Weltfriedens t a g“ im September, sondern zu
einem September als einem M o n a t des Weltfriedens.

Gewaltfreie Kommunikation

Vor drei Jahren habe ich Tom Froitzheim bei Exerzitien auf der Straße in Flensburg kennengelernt. Inzwischen ist er nach Berlin gezogen und kommt immer wieder zum Samstagsfrühstück in die Naunynstraße. Vor einigen Monaten bot er uns als Geschenk ein Seminar in gewaltfreier Kommunikation (non-violent communication) an. Er ist damit während eines Studienaufenthalts in den USA in Berührung gekommen und hat diesen Ansatz bei Marshall Rosenberg, der diesen Zugang entwickelt hat, gelernt.

Wir teilen dieses Geschenk gern mit anderen Intereressierten und bieten deshalb mit der Pfarrgemeinde Sankt Michael und Pax Christi einen Einführungsabend für Interessierte an und zwar am Donnerstag den 24. August ab 19.45 in Sankt Michael (Waldemarstr. 8-10). Wer dann weitermachen will, kann eine Übungsgruppe besuchen. Tom hat dazu einige kleine Einführung geschrieben:

Im täglichen Zusammenleben – sei es in der Familie, auf der Arbeit oder mit Fremden in Supermarkt oder UBahn
– kriegen wir uns (meist unvorhergesehen) mit anderen regelmäßig in die Haare. Egal, ob sich die Spannungen dabei um eine Bagatelle oder etwas ernst zu nehmendes drehen, fällt es uns schwer mit Meinungsverschieden-heiten friedlich und konstruktiv umzugehen. Wenn dann noch Schuldzuweisungen durch die Luft fliegen und es nach Rechthaberei stinkt, fühlen wir uns in solchen
Situationen oft überfordert. Im „Ernstfall“ geben wir vielleicht klein bei, was natürlich auch keine angemessene Lösung darstellt. „Gewaltfreie (bedürfnis-orientierte) Kommunikation“ ist eine Möglichkeit, Konflikte – aber auch andere schwierige Situationen – zu entschärfen und für uns (und die anderen!) zufrieden stellender aufzulösen. Wir lernen, auf was in uns und im anderen zu achten ist, damit wir während einer Auseinandersetzung zurück zu gegenseitigem Verständnis und akzeptabler Kommunikation finden. Hierbei konzentrieren wir uns vor allem auf die lebenswichtigen unerfüllten Bedürfnisse in uns und dem anderen (und die damit verbundenen Emotionen).  Dann drücken wir diese und denen entsprechende Ziele konkret aus, um der Erfüllung dieser Bedürfnisse näher zu kommen… (mehr hier)

Nachtrag:
Ab September 2017 wird es immer am 2. Mittwoch des Monats eine offene Übungsgruppe „gewaltfreie Kommunikation“ geben – zum ersten Mal am:

Mi 13.. September 2017 von 18.30 h bis 20.30 h

Offene Übungsgruppe für Gewaltfreie Kommunikation (GfK) in Kreuzberg
Ort: Gemeinderäume der St. Michael Gemeinde, Dresdener Str. 28, 10999 Berlin.
Anmeldung bis 24 Stunden vorher an Tom Froitzheim MailEinfachTom@gmail.com

 

Gedenkgottesdienst für Godehard Pünder

Godehard Pünder

Am 26. Juni ist Godehard Pünder in Dresden verstorben. Er war Priester in Sankt Michael und der Wohngemeinschaft Naunynstraße eng verbunden. Beim Abschied von Schwester Ingrid Ende April haben wir ihn noch gesehen. Am nächsten Donnerstag (13. Juli) wird es einen Gedenkgottesdienst für ihn um 18.30 h in Sankt Michael geben.

In der Einladung von Sankt Michael heißt es:

Godehard Pünder hat in seiner Zeit als Pfarrer in Kreuzberg zusammen mit der Jesuitenkommunität in der Naunynstraße gelebt und mit seinen Erfahrungen aus Brasilien viele Entwicklungen in der Stadtteilpastoral, der Randgruppenarbeit und Ökumene angestoßen, deren Früchte heute noch in der Gemeinde spürbar sind. Anschließend war er noch einmal mehrere Jahre im Bistum Coroata im Nordosten Brasiliens und dann nach seinem Austritt aus dem Jesuitenorden u. a. als Lehrer am St. Benno Gymnasium und als Referent für die Fortbildung von Religionslehrern im Bistum Dresden Meißen tätig.
Sein Kontakt zu unserer Gemeinde ist nie abgerissen. Zuletzt war er bei der Verabschiedung von Sr. Ingrid am 25.4. in St. Michael. Er ist am 26.6.2017 nach längerer Krankheit im 83. Lebensjahr gestorben und wurde am 6. Juli auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden beerdigt.
Weil viele aus Berlin nicht in Dresden dabei sein konnten, wollen wir auch in Berlin einen Gedenkgottesdienst feiern. Pater Michael Beschorner SJ, der in der Dresdener Zeit mit Godehard Pünder zusammengearbeitet hat, wird mit uns den Gottesdienst feiern. Danach wird es noch die Möglichkeit zur Begegnung und Gespräch geben.

Auf der Seite vom Bistum Dresden-Meißen, wo er zuletzt in der Fortbildung von Religionslehrern gearbeitet hat, gibt es einen kurzen Nachruf.