interreligiöses Friedensgebet im Juni 2017

Der Geist des Friedens überwindet Ängste
und die Grenzen zwischen den Menschen

Mahnwache und Interreligiöses Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt am Sonntag, 4.6.2017 um 15.00 Uhr

Der Glaube an den menschenfreundlichen Gott ermutigt zum Handeln für eine menschen­freundliche Welt. So werden Kräfte freigesetzt, die sich von der Quelle des Lebens herleiten und zur Angelegenheit des Herzens und der Vernunft werden. Alle Sinne werden geweckt für eine neue Sicht der Dinge. Religiös eingestimmte Menschen nehmen sogar die erblühte Natur als Sinnzeichen des Glaubens.

Da wird Pfingsten ein Fest für alle Sinne, auf das wir uns schon eingestimmt sind:

Auf die Woche der Brüderlichkeit folgte eine Europawoche, danach wurde der Reformations-Sommer eröffnet und die Christen feierten mit den Anhängern vieler Religionen in Berlin und Wittenberg einen ‚Weltkirchentag‘.

Zum heutigen Pfingstfest leitet uns das geschichtliche Langzeitgedächtnis nach Jerusalem, wo Juden und Christen im Kreis der Völker die Vergewisserung erlebten. Sie vernahmen die Einladung zum Leben mit Gott, der Freiheit zur Gestaltung der Lebenswelt schenkt und die lebensfeindlichen Ordnungsmächte nicht länger gewähren lässt. Auch damals ermutigte der Geist Gottes schon die Menschen zur Bewahrung der heiligen Gabe des Lebens. Er gibt auch heute die Einsicht für die Lebenszusagen, die allen Menschen gelten,wenn sich europaweit Bündnisse bilden, die nach dem Pfingstfest dem Gipfeltreffen der G 20 begegnen werden.

Wir nahmen bei unserem Vorbereitungsgespräch das Anliegen des Europäischen Pfingsttreffens auf, das sich zu Pfingsten in Essen /Ruhrgebiet trifft. Priester und Pfarrer haben sich als Arbeitergeschwister bezeichnet. Sie tragen solidarisch mit an der Last der Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz – und auch anderswo in der Gesellschaft – übergangen werden. Als Abgehängte wären sie den Ängsten um ihr Überleben überlassen und dem Geschäft mit der Angst ausgeliefert. Sie sind ein Teil der Schutzsuchenden aus fremden Ländern, die sich – unseligen Angedenkens – mitten unter uns dennoch als ‚Fremdkörper‘ behandelt sehen. So wächst in allen Ländern Europas die Anzahl der Menschen, die in dieser prekären Situation unsicher und auf wankendem Grund leben. Das ist der umheimliche Nährboden, auf dem sich der Terrorismus in Symbiose mit dem zerstö­rerischen Bazillus des völkischen Nationalismus erheben kann und es öffnet neu sich der Abgrund zerstörerischer Gewalt. Es ist ganz vernünftig und vom Verstand her geboten, dass wir uns den Ängsten bei ihnen und unter denen, die sie auslösen, entgegenstellen.

Wir wissen um die kriegerische Geschichte in unserer Stadt, deren Logik von friedenswilligen Menschen und verständigungsbereiten Politikern unterbrochen wurde. Wir treten ein für die Vision einer Union Europas, die vor fünf Jahren den Friedensnobelpreis erhielt. Wir ermutigen uns betend, daß der Lebensgeist Gottes zu geschwisterlicher Partnerschaft und zu friedfertiger Solidarität die Herzen erreicht, der zur Vernunft befähigt und alle Sinne befreit.

Kirchentagsimpressionen (1)

Wolfgang, der uns oft besucht und auch ein regelmäßiger Gast beim Samstagsfrühstück ist, hat einige Eindrücke zusammengestellt. Er schreibt:

Du  siehst    mich“  ist der Slogan  des 36.  Deutschen   Evangelischen  Kirchen-tages, der zur Zeit in  Berlin, Potsdam und  Wittenberg stattfindet. Von   Norden und  dem   Süden, aus dem  Westen  und  Osten kommen die Teilnehmenden und zwar aus 108 Ländern   nehmen  am  teil.  Es ist ein  generationsübergreifender  Kirchentag. Erkennen   tut  man  die Kirchentagsbesucher an  ihren orangen Kirchentagsschals. Sie  prägen  das  Stadtbild Berlins.

Auf  dem  Messegelände  findet  der   Markt  der Möglichkeiten  statt.  Ökumene  wird groß  geschrieben ,was gemeinsame  Veranstaltungen betrifft. Bibelarbeiten, Gottesdienste sowie andere   Veranstaltungen, die das  Erzbistum  Berlin anbietet. Eröffnet   wurde  er  mit  drei  Open-Air -Gottesdiensten auf  dem  Gendarmenmarkt, am Brandenburger Tor und vor dem Reichstagsgebäude. Im Anschluß  fand  der  Abend  der Begegnungen  statt, wo  Kirchengemeinden,  Einrichtungen  und  Organisationen  sich   vorstellten. Fast  200000 Menschen waren unterwegs am Abend der Begegnung. Dieser  schloß mit einem Abendgebet  und mit einem Lichtermeer ab.

2500 Veranstaltungen  werden   angeboten, die beim besten  Willen  nicht  zu  bewältigen  sind. Eine ellenlange Schlange bot sich am heutigen Freitag vor dem Berliner  Dom im  Bezug auf die Bibelarbeit mit dem zum Protestantismus konvertierten Theologen  Fulbert-Steffensky. Hunderte weitere Interessierte harrten vor dem Dom aus, sangen  Lieder mit, die im Gotteshaus gesungen wurden. Anschließend gab sich der  Spitzen-kandidat  der SPD, Martin Schulz, die  Ehre, der sich als einen passiven Katholiken bezeichnet.. Er sprach über die   Glaubwürdigkeit. Laut   seiner Auskunft glauben und vertrauen 15% der Befragten  Politikern, 60% Pfarrern. Einer der Höhepunkte  wird  am heutigen  Freitag  beim  DEKT das Feierabendmahl sein, am  morgigen Samstag Trauungen, die zum ersten Mal  angeboten werden, die   Lange  Nacht der Lichter in  Wittenberg,sowieder Abschlußgottesdienst am Sonntag in  Wittenberg, an  dem auch der amtierende Bundespräsident Steinmeier teilnehmen wird.

Im Gegensatz zu früheren Kirchentagen gibt es hohe  Sicherheitsstufen, was  die  Polizeipräsenz betrifft, sowie was das  Kontrollieren von  Taschen und Rucksäcken.  Kirchentagsbesucher sind auch Konsumenten was das  Shoppen  in  einschlägigen Geschäften wie dem KaDeWe,  Lafayette anbetrifft. Auffallend ist ,wie  bei den vorherigen Kirchentagen auch schon, dass  in  den  öffentlichen  Verkehrsmitteln kaum oder gar nicht  gesungen wird .Ebenfalls fehlt die sogenannte  O-Welle. Hingewiesen wird schon  jetzt   auf den  Katholikentag der  in  der  westfälischen Universitätsstadt  Münster  stattfinden wird  im  Mai  2018.  Dieser steht unter dem Motto: Suche den Frieden und jage ihm nach – in  Anlehnung an Psalm 34. Das  Ruhrgebiet, hier   Dortmund  ist   auch   auf dem  Kirchentag  vertreten. Sie  laden  ein 2019  ins Ruhrgebiet   zum  37. Deutschen  Evangelischen  Kirchentag zu kommen. 2121, so  ist  die  Planung  findet dann  n Frankfurt am Main der 3 ökumenische Kirchentag statt. 

Alle Zeichen stehen auf Kirchentag

Seit gestern wird die Stadt immer voller. Auch bei uns in der WG stehen die Zeichen auf Kirchentag. Conny aus der Schweiz ist schon angekommen. Rana kommt noch heute abend. Und morgen werden Markus aus Köln sowie Ibrahim und Nadine ankommen.

Wer wissen will, wo Strassenexerzitien stattfinden und wo Christian Herwartz und Klaus Mertes zugange sind findet die Infos hier.

Unser Samstagsfrühstück findet – wie immer – von 9.30 h bis 12.30 h statt. Wir sind gespannt, wer vorbeischauen wird.

Am Montag kommt dann noch Horst, ein evangelischer Pfarrer aus Bayern mit einer Gruppe aus Papua Neuguinea vorbei. Horst hat vor zwei Jahren einige Wochen bei uns gelebt.

interreligiöses Friedensgebet im Mai 2017

Hier ist die Einladung zum interreligiösen Friedensgebet:

wann: So 7. Mai 2017 vom 15.00 – 16.00 Uhr am
wo: Gendarmenmarkt / vor dem Deutschen Dom

Mitten in einer Zeit der Spannungen engagieren wir uns betend für eine Kultur des Friedens.

Unser interreligiöses Gebet in Berlin begann 2001, als Georg W. Busch zum Krieg aufrief gegen die von ihm gesehene Achse des Bösen: Iran, Irak, Nordkorea. Mit einem Besuch in Berlin  warb er um Unterstützung. Die westlichen Militärtinterventionen in Afghanistan, Irak und Libyen töteten seitdem eine Million Menschen, weitere Millionen wurden an Leib und Seele verletzt, unzählige flüchteten aus den zerstörten Ländern. Wieder einmal fördert Gewalt das, was sie zerstören will. (Martin Luther King).

Nachdem die USA aus Geldmangel – 17 Billionen Dollar Staatsschulden – keine neuen Militäreinsätze plante, Russland und China in die Lücke sprangen, droht nach dem schnellen Abschuss von 59 Marschflugkörpern auf ein Ziel in Syrien und dem angriffsbereiten Flottenverband vor Nordkorea eine neue Konfrontation zwischen den Weltmächten.

Deutschland beteiligt sich auch an den Kriegen, um sich an Bodenschätzen zu bereichern, ohne ausreichend den eigenen Bedarf zu hinterfragen: Aufklärungs-Tornados der Bundeswehr liefern Bilder für die Bombardierung von zivilen Opfern; Afrika wird im Nahen und Mittleren Osten von der Airbase in Ramstein (Pfalz) aus mit Drohnen überwacht; die Verteidigungsministerin Ursula van der Leyen stimmte – mit der Gefahr die Kriege zu verewigen – drastischen Rüstungsausgaben zu. Wir sehen die neue Konfrontation zwischen den Weltmächten und die Waffenindustrie sucht neue Einsatzorte.

Widerstand bewirkte schon: Die Waffentechnikmesse in Köln wurde für 2018 abgesagt; der „Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ stoppte vorerst die Panzerlieferung nach Saudi-Arabien; die Europäische Investionsbank (EIB) lehnte die Finanzierung von EU-Rüstungsprojekten ab.

Mit allen Kräften setzen wir uns dafür ein, Waffenlieferungen zu ächten; Waffenstillstände auszuhandeln; Hilfskräften den Weg zu Hungernden und Verwundeten in die Ländern mit großer Not in Nordafrika zu öffnen; die Lebensmöglichkeiten zu teilen – zur Zeit besitzen acht Einzelpersonen die Hälfte des weltweiten Reichtums.
Lasst uns beten und für das Leben aller engagieren. Gott, mit all Deinen Namen, stehe uns bei.

letzten Montag – nächsten Montag: Perspektiven Italiens

Italienplakat von Luke Sonnenglanz

Enrico schreibt: Am letzten Montag (03. April) fand die Premiere vom ersten Teil des Bild – und Textvortrages „Perspektiven Italiens“ in den Räumen unserer WG, statt. Unsere Mitbewohner Marga und Enrico lasen selbstverfasste Texte und zeigten Bilder der Italienfahrt (Florenz und Assisi) von Luke Sonnenglanz, die mit atmosphärischer Musik unterlegt wurden. Auf recht unterschiedliche Weise wirkte der Vortrag auf die Besucher –  jedoch immer emotional und berührend. Nach Abschluss des Vortrags blieben die Gäste noch sitzen und es entspannen sich Gespräche untereinander und mit den Akteuren.

Die nächste Aufführung des ersten Teils von „Perspektiven Italiens“ findet am 04.Mai im Gemeindesaal von St. Michael in Kreuzberg statt. Dann werden Noriko Okamoto mit Kontrabass und der Flötist Robert Würz live für atmosphärische Klänge sorgen. Beginn ist um 19.45 Uhr.

Hier bei uns in der Naunynstrasse geht es mit dem zweiten Teil der „Perspektiven Italiens“ am Ostermontag den 17. April weiter. Diesmal werden wir auf die Reise nach Aosta und Specciolla mitgenommen. Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen ab 19.00 Uhr dieser Exkursion beizuwohnen.

Perspektiven Italiens: Assisi und Florenz

Italienplakat von Luke Sonnenglanz

Unser Mitbewohner Luke Sonnenglanz war einen Monat in Italien unterwegs. Bilder und Texte über diese Reise teilt er am Montag 3. April um 20.00 h bei uns in der Naunynstraße und am Do 4. Mai um 19.45 h im Gemeindezentrum St. Michael, Dresdener Str. 28 (Berlin-Kreuzberg)

Religionen für ein weltoffenes Berlin

Am Do 16.03.2017 möchten wir gemeinsam mit Ihnen unter dem Motto: „Religionen für ein weltoffenes Berlin- Friedenskundgebung am Breitscheidplatz“ von 17:30-19.00 Uhr ein Zeichen für den Frieden in Berlin setzen.

Als religiöse Menschen einigt uns der in allen Religionen innewohnende Wunsch, zum Frieden auf Erden beizutragen. Gemeinsam wollen wir als Friedenstifterinnen und Friedenstifter wirken und Menschen zu mehr Toleranz und Barmherzigkeit ermutigen.

In Zeiten, in denen Terrorakte die Welt erschüttern, Menschenfeindlichkeit die Herzen vieler vergiftet und Verfassungsfeinde den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefährden, müssen wir gegen Gewalt, Hass und Intoleranz unsere Stimmen erheben und gemeinsam für ein solidarisches und weltoffenes Berlin einstehen.

Wir alle tragen Verantwortung für Berlin und die Zukunft unserer Verfassungswerte. Es ist an uns allen, Gesicht zu zeigen und Stellung zu beziehen, denn die

„entscheidende Trennlinie in unserer Demokratie verläuft nicht (…) zwischen Christen, Muslimen, Juden oder Atheisten. Die entscheidende Trennlinie verläuft zwischen Demokraten und Nicht-Demokraten. Es zählt nicht die Herkunft, es zählt die Haltung.“ (Joachim Gauck – Rede zum Ende seiner Amtszeit, am 18.01.2017)

Ab 17.30 Uhr wollen wir schweigend an die Opfer von Gewalt im Namen von Religionen gedenken. Um 18.00 beginnt dann unsere gemeinsame Kundgebung mit Beiträgen aus Religionsgemeinschaften in Berlin, die zum Friedensengagement aufgrund unseres jeweiligen Glaubens ermutigen werden. Als Abschluss werden wir mit Angehörigen verschiedener Berliner Religionsgemeinschaften unsere Friedensbitten an Gott richten.

Bereits Unterstützung zugesagt haben:

Martin Germer, Pfarrer der Evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Dr. Gerdi Nützel – Interreligiöse Initiative „Religionen auf dem Weg des Friedens“
Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer interreligiöser Dialog in der Evang. Kirche Berlin Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg-schlesische- Oberlausitz
Dr. Thomas Schimmel, Geschäftsführer franziskanische Initiative für Religions- und Kulturdialog 1219 e.V.
Bernd Streich, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin
Thorsten Schacht, Landesverband Berlin- Brandenburg im Bund Evangelisch- Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
Koordinierungskreis des Berliner Forums der Religionen
Rabbiner Elias Dray, jüdische Gemeinde Amberg
Salam-Schalom-Initiative
Susanne Herbolte, Pax Christi Berlin (Internationale Katholische Friedensbewegung)
Haladhara Thaler, Hindu Gemeinde – Koordinierungskreis Berliner Forum der Religionen
Ranjit P. Kaur, freundinnen und Freunde des Berliner Forums der Religionen e.V.
Bernhard Heider, Geschäftsführer Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.
Dr. Martin Ramstedt, Deutsche Buddhistische Union (DBU)
Juanita Villamor-Meyer, Geschäftsführerin Berliner Forum der Religionen
Imam Ahmad Arif, Ahmadiyya Muslim Jamaat Khadija Moschee in Berlin
Imam Osman Örs, Forum Dialog Berlin, Koordinierungskreis des Berliner Forums der Religionen
Islamische Föderation Berlin e.V. (IFB)
Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB Berlin e.V.)
Islamisches Erziehungs und Kulturzentrum (IKEZ e.V.)
Inssan e.V.
Initiative Berliner Muslime e.V. (IBMUS e.V.)
Islamisches Jugendzentrum Berlin e.V. (IJB e.V.)
Zentralrat der Muslime (ZMD)
Musikalische Gestaltung durch das Begegnungschor

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller ist ebenso für die Veranstaltung angefragt.

Nachtrag:
Im Vorfeld der Veranstaltung gab es einige Turbulenzen, weil zu den Veranstaltenden auch vier gehören, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft werden. Dazu gibt es einen Bericht in der Berliner Abendschau.
Die Berliner Morgenpost berichtet auch darüber: Heftige Kritik: Berliner gedenken Terroropfer mit Islamisten.