Rosch haSchanah 5778

Das jüdische Neujahrsfest (Rosch ha Schanah) haben wir am Mittwochabend mit einigen ehemaligen MitbewohnerINNEn und Freunden in fröhlicher Runde gefeiert. Franz hat ein wunderbares Fischcurry, bunten Reis und eine fruchtige Salatplatte gezaubert. Der Karotten-Zimmes (ein traditionelles Karottengericht zum jüdischen Neujahrsfest) muß besonders hervorgehoben werden – fruchtig und mit Honig – so als ob Franz mit jüdischer Küche aufgewachsen wäre. Foto gibt es leider keines.

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Ernte-Dank und Rosch haSchanah 5777

marmeladenregal

Unser Marmeladenregal

Beim letzten wöchentlichen Kommunitätsabend lag gerade das (christliche) Erntedankfest hinter uns und das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchanah vor uns. Deshalb gab es zum Abendessen eine Kürbissuppe mit einem runden Hefebrot, Äpfel in Honig getaucht (für ein süßes neues Jahr) und eine Apfelspeise nachdem die Festtagskerzen angezündet wurden und der Segensspruch über Wein und Brot gesagt worden war. Beide Feste waren ein guter Anlaß um beim Austausch einander mitzuteilen, wofür wir in der zurückliegenden Zeit dankbar sind und was unsere persönliche Ernte ist. Als Einstieg diente das Zitat einer buddhistischen Autorin:

Das Geschenk des Lebens annehmen heißt, sich für den schöpferischen Prozeß zu öffnen, dessen Teil wir sind, gestaltend und als Gestaltete.

Es heißt, sich diesem Prozeß mit der Neugier des Nicht-Wissens zuzuwenden, ohne Furcht vor dem, was das Geschenk für uns bereithält.

Und es heißt, aus diesem Geschenk dankbar all das entstehen zu lassen, was es für uns in sich trägt.

Barbara von Meibom

Ein Tisch erzählt … vom Fest (1)

Ich bin der Tisch von der Wohngemeinschaft Naunynstraße. Seit 38 Jahren stehe ich nun schon hier mitten im im Wohnzimmer. Ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und aus aller Welt haben sich schon an mir versammelt, gegessen, erzählt, gespielt, gearbeitet, gelacht und geweint … Mit dem Zählen habe ich schon lange aufgehört. Was ich schon alles gehört und erlebt habe, das geht auf keine Kuhhaut hat auf keiner Tischplatte Platz

Nur manchmal, wenn viele Leute zusammen kommen – wie an Weihnachten oder bei Freundeskreistreffen – werde ich in die Küche gebracht, mit einer Tischdecke geschmückt und habe dann viele gute Sachen anzubieten. Jeder, wirklich JEDER, der in die Naunynstraße kommt, kennt mich.

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

der Tisch beim Samstagsfrühstück – Foto: Luke Sonnenglanz

In den letzten Monaten und Wochen wurde an mir viel über das Fest geredet und diskutiert, das zu Christians 73. Geburtstag, zu seinem Abschied von der WG in der Naunynstraße und zur Übergabe der Verantwortung an Iris und Michael – oft Generations-wechsel genannt. In den letzten Wochen haben sich dann regelmäßig am Dienstag Nachmittag einige Menschen um mich versammelt, um die konkrete Planung des Festes zu besprechen. Viele Fragen standen im Raum: Wo kann das Fest stattfinden? Wieviele Menschen würden wohl kommen? Was wird es zu essen und zu trinken geben? Wieviele Getränke müssen bestellt werden?  Welche Programmbeiträge wird es geben? Ist genug Geschirr und Besteck da? Wo bekommen wir Biertische und Bänke? Wer hat Ideen für die Deko? Wer begrüßt die Gäste? Wer hilft beim Aufbau und beim Aufräumen?  Listen wurden geschrieben und dauernd verändert. Ich habe schon heftig bedauert, daß ich nicht dabei sein kann.

Aber es sollte alles ganz anders kommen. Denn da gab es auch noch andere Zusammenkünfte, Treffen, die ich nur am Rande mitbekommen habe. Sie fanden hinter verschlossener Tür – genauer gesagt in Christians Büro mit Iris und Michael – statt. Heute weiß ich, daß es bei diesen Gesprächen um das Ritual zur Übergabe und um den Dankgottesdienst am Sonntag in der Sankt Michaelskirche ging.

Aber selbst in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir nie vorstellen können, daß ich dabei eine tragende Rolle – eine Hauptrolle spielen würde…

zum Weiterlesen:
Ein Tisch erzählt … vom Fest: Teil 2

Ein Tisch … als Zeichen der Gemeinschaft (Teil 3)

Purim sameach – fröhliches Purim

Weil heute Purim war, gab es zum Frühstück (nicht nur) Hamantaschen, ein traditionelles Purimgebäck, das mit Mohn oder Pflaumenmus gefüllt ist. Unsere waren mit Pflaumenmus und Walnüssen gefüllt.

Hamantaschen

Hamantaschen

Da in diesem Jahr im jüdischen Kalender ein Schaltmonat (Adar 2) eingeschoben wird, sind Purim und Ostern nah beieinander. Purim fällt mit dem christlichen Gründonnerstag zusammen. Purim ist ein ausgelassenes Fest, das mit Verkleiden und reichlichem Alkoholgenuss begangen wird. Man soll so viel trinken, daß man Haman (den Bösen) und Mordechai (den Guten) nicht unterscheiden kann. In der Synagoge wird die Esther-Rolle gelesen.

Viele der wichtigen Botschaften aus dem Buch Esther werden in der Form von Wortspielen wiedergegeben. Ein zentraler Gedanke ist der des verborgenen Angesichtes Gottes „hester panim“, denn außer dem Hohen Lied ist Esther das einzige biblische Buch, in dem Gott explizit nicht vorkommt.

Samstagsfrühstück – Schlaglichter (1)

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

Samstagsfrühstück: der Tisch ist gedeckt

Diesen Samstag hatten wir wieder ein volles Haus. Neben denen, die mehr oder weniger regelmäßig aus Berlin zu uns kommen, waren auch einige von weit her gekommen.

Die längste Anreise hatte Conny aus der Schweiz, die mit zwei Freundinnen kam. Die drei wollen das Konzept des Supermarkts Original Unverpackt in die Schweiz mitnehmen und haben sich den Laden, der nicht weit von uns weg ist, gemeinsam angesehen und überlegt, was sie übernehmen und was sie anders machen. Sie wollen noch eine Bistro-Ecke machen, in der Gerichte serviert werden, die aus Lebensmitteln zubereitet sind, die ansonsten weggeworfen werden würden. Außerdem soll es auch ganz unterschiedliche Veranstaltungen geben. Der Laden wird „EINFACH OHNE“ heißen. Die Internetdomain ist schon reserviert.

Schwester Salome ist Novizin bei den Franziskanerinnen in Siessen und lebt während der Fastenzeit bei ihren Mitschwestern in der Kreuzberger Außenstelle mit (im Ordenssprech „Konvent“ genannt). Sie teilte mit uns ihre ersten Eindrücke von der gemeinsamen Wohnung der Schwestern, die von vielen Menschen in Not aufgesucht wird und von der Woche im Kindergarten von Sankt Michael.

Michael P. aus Münster ist gerade zu Straßenexerzitien da, und Dorothea aus Frankfurt lebt für zwei Wochen bei uns mit. Sie macht eine Ausbildung zur Exerzitienbegleiterin. Dazu gehört, daß sie zwei Wochen lang in eine Lebenswelt eintaucht, die anders ist als ihr Alltag. Sie hilft auch in einer Flüchtlingsunterkunft mit. Ein anderer Michael, der uns in den letzten Monaten viel geholfen hat, das Archiv übersichtlicher zu gestalten, wird einige Wochen in Leipzig bei den kleinen Brüdern von Charles de Foucauld mitleben. Herbert Witzel brachte liebevoll gestaltete Handzettel für Rockn Read, eine Veranstaltung, die er für nächsten Freitag organisiert hat: Rock steht für Rockn RollF und Read für Christian, also eine Kombination aus Lesung und Musik: Am Freitag den 4. März um 19.30 h in der Wildenbruchstraße 4 in Berlin-Neukölln.

Um zwölf Uhr kamen noch einige Gemeindemitglieder von Sankt Michael dazu, die an den Exerzitien im Alltag während der Fastenzeit teilnehmen. Sie nutzten die Gelegenheit zu einer Kurzform von Straßenexerzitien, der sich auch Michael und Dorothea spontan anschlossen. Nach einem Impuls von Christian gingen sie drei Stunden jede/r für sich auf die Straße und tauschten sich anschließend in unserem Wohnzimmer noch aus.

Überrascht hat uns Bernd aus der Lüneburger Heide mit einem Spontanbesuch und köstlichem Käse. Das Samstagsfrühstück findet jeden Samstag von 9.30 bis 12.30 statt. man kann in dieser Zeit kommen und gehen wann man mag. Nur am 16. April wird es wegen Christians Fest ausfallen.