Verlobung in der Naunynstraße

Am 12.06.2017 verlobten sich unsere beiden Mitbewohner Dorothea & Enrico miteinander. Endlich, einen Monat später, am 13.07. feierten beide das freudige Ereignis bei uns in der Naunynstraße. Viele Gäste waren der Einladung gefolgt um sich von dem Essen was beide Verlobte, unter Mithilfe einiger Mitbewohner zubereitet hatten, verwöhnen zu lassen.

Roy, Rockn Peter, und Enrico unter den Künstlernamen Luke Sonnenglanz gestalteten den Abend anschließend musikalisch. Danach und auch zwischendrin fand sich ausreichend Zeit für Gespräche, Glückwünsche und Geschenke jeglicher Art.

Wir wünschen beiden eine gemeinsame glückliche und zufriedene Zukunft, voll Freude, beidseitigen Wachstums und reichlich erfüllter Wünsche, sei es hier im Zusammenleben mit der Gemeinschaft oder an sonstigen Orten auf der Welt wo es das junge Paar hin verschlagen könnte.

Die links führen zum Liveauftritt von Luke Sonnenglanz.

https://youtu.be/fXd3oaH9sBw
https://youtu.be/L5boe3O3i6E
https://youtu.be/hMxIIJmnkMQ

Gutschein-Terror

Besuch von einem unserer afrikanischen Freunde. Als Geflüchteter lebt er in der Nähe von Halle. Bis jetzt hat er Geld bekommen um Lebensmittel und Hygieneartikel kaufen zu können. Nun wurde auf Gutscheine umgestellt. Die Gutscheine sind nur in einem bestimmten Laden einzulösen, der überteuert ist. Seine Bedürfnisse nach Fleisch, das halal ist, kann er nicht erwerben. Wechselgeld wird nicht herausgegeben, sondern einbehalten, d.h. der Betrag, der zum im Gutschein festgelegten Einkaufsbetrag fehlt, kommt dem Geschäft zugute. Selbst die Geflüchteten, die nicht mehr der Residenzpflicht unterliegen, sind so an einen Ort gebunden, denn nur dort können sie Lebensmittel kaufen.

Eigentlich dachte ich, daß die Zeit der Lebensmittelgutscheine weitgehend vorbei ist, denn in den letzten Jahren haben sich viele Initiativen dafür stark gemacht, daß Geflüchtete Bargeld zur Verfügung haben und nicht Gutscheine. Vor Jahren habe ich eine Initiative unterstützt, deren Mitglieder in Brandenburg Flüchtlingen ihre Gutscheine abgekauft haben, damit diese dann Bargeld zur Verfügung haben.

Hat jemand der Mitlesenden eine Idee, wie unserem Freund geholfen werden kann.

Zum Weiterlesen:
Einkaufen in Brandenburg: Gutscheine für Flüchtlinge (Erfahrungen von zwei Reportern von Deutschalndradio)

Gedenkgottesdienst für Godehard Pünder

Godehard Pünder

Am 26. Juni ist Godehard Pünder in Dresden verstorben. Er war Priester in Sankt Michael und der Wohngemeinschaft Naunynstraße eng verbunden. Beim Abschied von Schwester Ingrid Ende April haben wir ihn noch gesehen. Am nächsten Donnerstag (13. Juli) wird es einen Gedenkgottesdienst für ihn um 18.30 h in Sankt Michael geben.

In der Einladung von Sankt Michael heißt es:

Godehard Pünder hat in seiner Zeit als Pfarrer in Kreuzberg zusammen mit der Jesuitenkommunität in der Naunynstraße gelebt und mit seinen Erfahrungen aus Brasilien viele Entwicklungen in der Stadtteilpastoral, der Randgruppenarbeit und Ökumene angestoßen, deren Früchte heute noch in der Gemeinde spürbar sind. Anschließend war er noch einmal mehrere Jahre im Bistum Coroata im Nordosten Brasiliens und dann nach seinem Austritt aus dem Jesuitenorden u. a. als Lehrer am St. Benno Gymnasium und als Referent für die Fortbildung von Religionslehrern im Bistum Dresden Meißen tätig.
Sein Kontakt zu unserer Gemeinde ist nie abgerissen. Zuletzt war er bei der Verabschiedung von Sr. Ingrid am 25.4. in St. Michael. Er ist am 26.6.2017 nach längerer Krankheit im 83. Lebensjahr gestorben und wurde am 6. Juli auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden beerdigt.
Weil viele aus Berlin nicht in Dresden dabei sein konnten, wollen wir auch in Berlin einen Gedenkgottesdienst feiern. Pater Michael Beschorner SJ, der in der Dresdener Zeit mit Godehard Pünder zusammengearbeitet hat, wird mit uns den Gottesdienst feiern. Danach wird es noch die Möglichkeit zur Begegnung und Gespräch geben.

Auf der Seite vom Bistum Dresden-Meißen, wo er zuletzt in der Fortbildung von Religionslehrern gearbeitet hat, gibt es einen kurzen Nachruf.

Abschied von Michael

Am 16. April 2016 haben wir mit einem großen Fest Christians Geburtstag, seinen Abschied und die Weitergabe der Verantwortung gefeiert. Christian schrieb dazu:

In der Feier übergab ich mitten unter den versammelten Bewohnern und Unterstützern die beiden Seitenteile unseres Wohnzimmertisches an Iris und Michael als Zeichen der Übergabe der Verantwortung (Mehr dazu hier).

Michael, der seit April 2015 jede Woche zwei Tage von Münster nach Berlin gekommen ist, hat uns Ende April bei einem Kommunitätsabend gesagt, daß er sich aus der Naunynstraße zurückzieht. Dem war ein langer Prozess intensiven Ringens vorausgegangen. An diesem Tisch werden wir auch den Abschied von Michael begehen.

Michael schreibt:
Zum Sonntag, den 9, Juli 2017 lade ich Euch in die Naunynstr. ein.
Ab 14.00 Uhr soll dort Zeit sein, mir Adieu zu sagen, Euch von mir Auf Wiedersehen sagen zu lassen, miteinander zu essen und so Gottes Dienst an uns zu feiern.

Besuch aus Papua Neuguinea

Vor zwei Jahren hat Horst, ein evangelischer Pfarrer aus Bayern, zwei Wochen bei uns Straßenexerzitien gemacht. Vor einigen Monaten rief er an und erzählte, daß seine Gemeinde Besuch von Christen aus Papua Neuguinea bekommt, einer der Partnerkirchen der Bayrischen Landeskirche.  Zum Kirchentag würden sie in Berlin sein und gerne an einen der folgenden Tage zu uns in die Wohngemeinschaft kommen um Lebensformen kennenzulernen.

Wir verbrachten zwei sehr anregende Stunden. Für die Papuas war der Gedanke fremd, daß Menschen unterschiedlicher Religionen zusammenleben ohne missionarische Absichten. In ihrem Land ist das Christentum erst seit einigen Jahrzehnten bekannt und für viele bedeutet es Befreiung vom Geisterglauben. Am Schluß unserer Zusammenkunft haben wir gesungen (auf Pidgin) und in mehreren Sprachen das Vaterunser gebetet.

Inspirierendes Pfingstfest

 

 

 

 

 

 

Bild: Sybille Kramer-Tezzele

Allen, die es feiern wünschen wir ein frohes, dynamisches und inspirierendes Pfingstfest mit einem Gedicht von Wilhelm Bruners:

Pfingsten

Die Nacht war voller Musik
Tanz und Gesang
Die Tora hatten sie studiert
die alten Weisungen neu gehört
Auf dem Berg
waren sie gewesen
Die Stimme hatten sie gesehen

Jetzt taumelten sie in den Tag
noch blind von der ersten Sonne

Einige blieben
bis das Licht zum Feuer wuchs
der Wind zum Sturm
und sie ins Gebet trieb

in die Preisung
mit allem

Einige von uns waren gestern im Pfingstgottesdienst in Sankt Michael und beim anschließenden Frühstück. Dort war das Pfingstgedicht dann Ausgangspunkt für unseren Austausch. Die Jünger kamen 50 Tage nach Pessach nach Jerusalem zum Wochenfest Schawuot, an dem die Gabe der Torah am Sinai gefeiert wird. Das schlägt sich im Satz „die Stimme hatten sie gesehen“ nieder, denn im Torahabschnitt (Exodus 24) ist vom „Sehen der Stimme“ die Rede, also einer Gleichzeitigkeit einer Hör- und Seherfahrung. Dies nimmt die neutestamentliche Pfingsterzählung auf, wenn vom Brausen (Hörerfahrung) und den Feuerzungen (Seherfahrung) die Rede ist.

Mehr zum Wochenfest Schawuot