Advent 2021: Das Schöne im Schweren

Wir erleben die Adventszeit dieses Jahr als eine sehr intensive Zeit, die uns als Gemeinschaft stärkt. Bei aller Dünnhäutigkeit und Müdigkeit, über die wir miteinander sprechen können, überwiegt die Erfahrung, wie hilfreich das Miteinander Leben und Durchtragen ist – das miteinander Teilen im ganz Alltäglichem, im ganz Schlichten und Unscheinbaren..

Am ersten Adventssonntag war zugleich der Beginn des achttägigen Chanukka-Festes. Beides fand seinen Platz. Jeden Abend eine Kerze mehr am Chanukka-Leuchter entzünden, Geschichten hören, miteinander essen, anders als in früheren Jahren mit vielen Gästen sich auf eine/n Gast am Tisch begrenzen und das auch nicht an jedem Tag. Tastem. was möglich ist und eine Form finden, die stimmig ist.

Auch dieses Jahr haben wir den Adventskalender „der andere Advent“ geschenkt bekommen, lesen die Geschichten als einzelne und dann und wann miteinander und kommen darüber ins Gespräch – heute morgen über einen Text der Journalistin Meike Winnemuth, die sich als nicht religiös definiert. Sie schreibt über „was mir heilig ist“. Der Text ist vor einigen Jahren in Israel entstanden nachdem sie bei „wer wird Millionär“ 500 000 Euro gewonnen hat und den Gewinn dafür verwendet hat, ein Jahr lang jeweils einen Monat in einer anderen Stadt (Sydney, Barcelona, Tel Aviv, Havanna …) zu leben und über ihre Begegnungen, Eindrücke und Erfahrungen zu bloggen.

Besonders bewegen uns die Gottesdienste in unserem Wohnzimmer, die wir an den Adventssonntagen gefeiert haben. Eine ganz neue Erfahrung für uns und eine Kraftquelle für die Woche: Das Licht unserer Gottesdienstkerze, die Melodien und die alten Texte, die wir im Austausch miteinander für unsere heutige Situation auslegen und ins Gespräch bringen. Es ist ein ganz unerwartetes Geschenk. Und wie es dazu kam, das steht hier .im letzten Blogeintrag.  

Und auch das, was wir aus früheren Jahren kennen, hat Platz: Plätzchen backen, Überlegungen, wie wir den Weihnachtsabend gestalten wollen, Geburtstag feiern …

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Advent – Zeit der Erschütterung

Advent ist eine Zeit der Erschütterung, in der der Mensch wach werden soll zu sich selbst.

(Alfred Delp, Jesuit, Mitglied des Kreisauer Kreises, im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, im Januar 1945 zum Tod verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet)   Dieser Gedanke von Alfred Delp hat uns gestern im Kommunitätsgottesdienst begleitet auch zum Evangelium, das als Geschichte einer Erschütterung gelesen werden kann, nämlich die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria (Lk 1,26-38).

Ein anderer Advent

Müßiggang ist aller Laster Anfang, hieß es früher im Volksmund. Ich würde sagen: Müßiggang ist allen guten Lebens Anfang, ist Lebenskunst. Einfach mal nichts tun ist Widerstand gegen die heillose Hektik unserer Zeit, gegen Konsumrausch und Selbstoptimierungszwang. Der Advent ist eine Zeit, in der Nichtstun sogar zur religiösen „Tugend“ wird: eine Zeit der Unterbrechung des Alltags mit seinen hundertfachen Anforderungen und Erwartungen an uns. Eine Zeit der Offenheit für Unerwartetes, der Besinnung auf das Wesentliche und der stillen Gewissheit, dass da eine Verheißung in der Luft liegt: dass da etwas kommen wird, das nicht einfach machbar ist und über unsere Erwartungen hinausweist.

Doris Strahm
(aus: S. Burster, P. Heilig, S. Herzog: Frauenkalender 2020 Was wag
en)

zum Weiterlesen:
Advent als Perspektivwechsel (Gedicht)

 

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Frühstücksgespräche (4) zur Advents- und Weihnachtszeit

Krippe2020bVorgestern haben wir unsere Weihnachtskrippe aus Zimbabwe abgebaut und Buchweizen-Crepes gegessen, ein Brauch aus Frankreich zum 2. Februar ( bei uns: Maria Lichtmeß), und das dort „chandeleur“ heißt und auf die Kerzen hinweist, die in der Kirche für das ganze Jahr gesegnet werden. Und hier sind einige der Themen der Frühstücksgespräche in der Advents- und Weihnachtszeit:

  • Adventskranz und andere Bräuche im Advent: Woher sie kommen und was sie bedeuten
  • Weihnachtsmärkte in Berlin und ihr unterschiedlicher Charakter (kunsthandwerklich, Rummel …)
  • das Attentat auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz
  • Abschiebung, Abschiebehaft und die gesetzlichen Regelungen
  • aus welchen Pflanzen kann man Öle gewinnen – wie und wofür werden sie eingesetzt (Kochen, Gesundheit, Bäder, Duftlampe, Reinigung …)
  • Terroranschlag in Burkina Faso
  • Früchtebrot als Weihnachtsbrauch und früheres Zahlungsmittel
  • Sprachverständnis, welche deutschen Dialekte sind leichter oder schwerer für Ausländer zu verstehen
  • Grundnahrungsmittel in unterschiedlichen Ländern
  • Leben auf der Fazenda mit Menschen, die aus ihrem Suchtverhalten aussteigen wollen
  • „Wir haben es satt“ – Demo / Gedanken zur Agrarwende
  • verschiedene Arten ein Haus / eine Wohnung zu beheizen
  • Was sind Substitutionstherapien (Methadon), für wen sind sie geeignet und was bringen sie
  • Menschen im Widerstand gegen den NS-Staat
  • Film über Franz Jägerstetter (Widerstandskämpfer)
  • Geschlechtsangleichung (Transition) und zurück
  • das Regenbogencafe schließt seine Türen

Zum Weiterlesen:
Noch mehr Frühstücksgepräche

 

 

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Chanukka 5780

Am Sonntagabend hat das Chanukka-Fest begonnen. Im Wohnzimmerfenster steht  wieder ein Chanukka-Leuchter. Wer mag, ist zum Zünden der Kerzen eingeladen. Wie kommt Licht in unser Leben? Gestern haben wir uns das Wunder des Lebens und die Wunder in unserem Leben ins Bewußtsein gerufen:

Öffne mir die Augen, dass ich schaue die Wunder deiner Weisung! (Ps 119,18)

Heute haben wir die zweite Kerze angezündet in Dankbarkeit für die Schöpfung und das, was uns nährt. Im Adventskalender „der andere Advent“ gab es eine Chanukka-Geschichte, die wir miteinander gelesen haben:

 

Allen, die es feiern: חג חנוכה שמח

 

 

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Advent, Advent …

Unsere Adventszeit hat dieses Jahr einen besonderen, neuen Akzent. Unser Mitbewohner F., Koch mit Leib und Seele aus Leidenschaft, machte den Vorschlag, daß wir an den Adventssamstagabenden miteinander und mit dem / der einen oder anderen von unseren Freunden essen könnten und uns anschließend Zeit zum Singen, für eine Geschichte oder was sich sonst daraus ergibt, nehmen könnten. Jeder dieser Abende hatte ein ganz eigenes Gepräge. So leitete Schwester Rita eine Bastelaktion an, die zu einem Gemeinschaftsstern führte, Ex-Bewohner Rockn Rolf stellte neue Eigenkompositionen vor, Bruder Winfried von der Emmausgemeinschaft begleitete uns mit Akkordeon, Anna brachte ihre Geige und Elisabeth ihre Gitarre mit. Unser neues Advents- und Weihnachtsliederheft wächst und gedeiht.

Außerdem haben uns Susanne und Reinhard den Adventskalender „der andere Advent“ geschenkt, der uns schon die beiden letzten Jahre begleitet hat. An den Adventssonntagen gibt es immer eine Meditation über eine biblische Person aus der Weihnachtsgeschichte und deren Sicht auf die Ereignisse. Diese Impulse lesen wir zum Abschluß vom Samstagsfrühstück und schicken unsere Frühstückgäste damit in den Beginn der neuen Adventswoche.

Am Donnerstag wird uns Markus aus Köln mit seiner Trompete besuchen. Das ist immer wieder eine Freude für uns – egal ob es die alten „Hasen“ unter den Bewohnern sind oder die neuen, wenn wir einander erzählen und mit Trompetenbegleitung singen.

Wir sind gespannt, wer am 24. Dezember ab 18.00 h zu uns kommt um mit uns zu feiern. Es ist ja immer eine schöne Mischung von bekannten Menschen, Freunden und denen, die zum allerersten Mal bei uns sind.

 

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Der „andere Advent“ beim Samstagsfrühstück

Adventskalender

Nun begleitet uns das vierte Jahr der andere-Advent-Adventskalender – ein Geschenk von Susanne und Reinhard – durch die Adventszeit. Jeden Tag finden sich die Bewohner, die mögen nach dem Frühstück zusammen. Wir zünden die Kerzen am Adventskranz an und lesen die Geschichte. Dieses Jahr stehen die Sinne und Sinneswahrnehmungen im Mittelpunkt. Im Hinfüh-rungstext heißt es:

Wie riecht es im Dezember? Wo klingeln uns im Advent die Ohren? Und wie schmeckt das neue Jahr? Die Sonntage im Kalender widmen sich in diesem Jahr den menschlichen Sinnen: dem Gleichgewichtssinn, dem Sehen, Riechen, Hören, Spüren und Schmecken. Lassen Sie sich von Texten und Bildern verführen, die Advents- und Weihnachtszeit aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen!

Heute fand sich zum ‚Samstagsfrühstück eine bunt gemischte Runde zusammen. Zum Abschluß des Beisammenseins haben wir die Geschichte vom Drachen am Dezemberhimmel gelesen. Wir wünschen denen, die ihn feiern, einen lichtvollen Advent.

Zwischen Advent und Weihnachten

Gestern haben wir die Gäste des Samstagsfrühstück mit einem Gedicht von Frank Howaldt aus dem „Andere Zeiten“-Adventskalender verabschiedet:

Kein Stern, das Dunkel,
kein Engel, die Menschen.

Aber dann waren es die tröstlichen Worte
die im Schneeregen fallen
leise beleuchtet

zum Tanz verleiten
ein paar Schritte und Herztöne
den Weg entlang

Und dann waren es die tröstlichen Worte
die vom Himmel schweben
berechnen nichts
beurteilen niemand
befeuchten das tote Laub
finden die Risse
erleuchten die welt

Und dann war es doch noch das
unerwartete
unübersetzbare
Wunder
einer Adventsnacht

Weihnachtskrippe 2017 (Foto: Maria Cruz)

Heute morgen haben Christian Schmidt, Maria und Rana unsere Weihnachtskrippe aus Afrika (Simbabwe) aufgebaut.

Wir wünschen allen unseren Freunden und Freundinnen, allen, die uns begleiten, die Anteil nehmen und den Mitlesenden ein frohes, lichtvolles Weihnachtsfest und G-ttes Segen für 2017.

Erster Adventssonntag 2017

An der Wand hängt der Adventskalender „andere Zeiten“, der uns schon im letzten Jahr begleitet hat. Auf dem Tisch steht ein Adventskranz, den Maria geschmückt hat. Im Fenster hängt ein Stern aus Tortenspitze, und hier ist ein Gedicht von Wilhelm Bruners als Adventsgruß:

den stern
lob ich der
aus der reihe
tanzt
und unberechenbar
seine kreise zieht
 
den stern
lob ich den
kein fernrohr
findet
und der rechner
zur verzweiflung bringt
 
den stern
lob ich der
suchende bewegt
auf unbekanntes ziel
zu wandern
 
den stern
lob ich der
einem kind
zulieb
die alte ordnung
sprengt