Sacred space – heiliger Raum

Sonntagabend – Sankt Michael in Kreuzberg: Auf dem Alfred-Döblin-Platz vor der Kirche fahren Jugendliche Skateboard. Kinder haben mit farbigen Straßenkreiden aufs Pflaster gemalt. Getränkeverpackungen und Papiere von Schokoriegeln liegen auf dem Boden. Die Kirche ist geöffnet: Zum Schweigen, zum Verweilen, zum stillen Gebet, um eine Kerze anzuzünden, um an die verschiedenen Meditationsorte zu gehen, zum Innehalten, einfach da sein, nichts müssen, vielleicht ein Gebet aufschreiben oder die Vesper mitbeten …

leidender Jesus

Die beiden alevitischen Jungen von neulich  sind wieder da. Sie haben noch ein etwas größeres Mädchen und einen kleineren Jungen mitgebracht. Erst gehen sie zum Taufstein und betrachteten ihn ausführlich von den verschiedenen Seiten. Dann gehen sie weiter im Gänsemarsch zum Kreuzweg an der Kirchenwand. Das größere Mädchen dreht sich immer wieder zu den Jungen um legt den Zeigefinger auf den Mund. Sie schauen sich aufmerksam drei Kreuzwegstationen an. Dann sind sie auf dem Weg zum leidenden Jesus und stellen sich im Kreis auf. Der Kleinste steht rechts von der Jesusfigur. Nachdem er sie eine Zeitlang angeschaut hat, berührt er ganz behutsam und sanft die Schulter und streichelt sie. Dann nimmt er einen der Steine, die auf dem Boden liegen, in die Hand und versucht ihn in die Hand von Jesus zu legen. Weil die Hand absteht, mißlingen mehrere Versuche.  Er legt den Stein wieder auf den Boden. Nach einigen Augenblicken schweigenden Innehaltens verlassen alle zusammen die Kirche. Und wir anderen durften – sehend oder nicht – bemerkend oder nicht – dabei sein als sich dieser Moment, dieser Raum auftat.

Zum Weiterlesen:
Licht ist da zum Weitergeben
Mehr Infos zur Jesus-Figur im Pfarrbrief April / Mai 2020  (Seite 6)

 

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Exerzitien im Alltag in der Fastenzeit 2017

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Auch dieses Jahr gibt es während der Fastenzeit wieder Exerzitien im Alltag. Wir beginnen am Donnerstag, den 9. März 2017 in den Gemeinderäumen von
St. Michael, Waldemarstr. 8-10 (U Kottbusser Tor) anbieten werden. Sie sind eine Möglichkeit, der Fastenzeit einen besonderen Akzent zu geben und zur
Ruhe bei Gott zu finden.
Unser Thema, auch mit Blick auf das Reformationsgedenken der ev. Kirche,
heißt „Der Gnade Gottes begegnen“. Wir wollen uns in fünf Wochen der
Fastenzeit von diesem Gedanken berühren und von der Gnade Gottes
beschenken lassen und durch ihre Kraft im Glauben wachsen. So kann die
Fastenzeit zu einer Gnadenzeit werden. Wir treffen uns jeden Donnerstag Abend um 19.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr.
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Das 1. Treffen beinhaltet neben Informationen auch schon den Start in die
gemeinsame Zeit mit Impuls und Meditation. Nach diesem Zusammensein
sollte entschieden werden, ob man dabei bleibt. Für die Folgetreffen
(16.3. / 23.3 / 30.3. / 6.4.; ggf. 20.4.) wünschen wir uns eine möglichst verbindliche
Teilnahme. Eine Anmeldung benötigen wir nicht.