Mit Ignatius von Loyola auf die Straße …

… heißt ein Artikel, in dem einige neue Exerzitienformen wie Filmexerzitien oder Exerzitien auf der Straße vorgestellt werden und zwar hier. 

Allerdings ist der einleitende Text etwas irreführend, wenn es da heißt:

Exerzitien sind in, aber nicht jeder findet schnell einen Zugang zu Bibeltexten und geistlichen Übungen. Deshalb haben sich in den letzten Jahrzehnten einige Varianten etabliert, die Exerzitien auch für weniger geübte Menschen attraktiv machen wollen.

Den Exerzitien auf der Straße sind ja nicht Überlegungen vorausgegangen, wie man Exerzitien „für weniger geübte Menschen attraktiv“ machen könnte, sondern es kam ein Jesuit im Rahmen seiner Ordensausbildung zu Christian und wollte bei uns Exerzitien machen um herauszufinden, ob er in ein Aidshospiz gehen sollte oder nicht. Aufgrund der räumlichen Bedingungen in unserer Wohnung, in der fast immer viele Menschen sind, und der es keinen Raum der Stille gibt, ist die Straße zum Ort der Exerzitien geworden. Auch die ersten Kurse haben nicht etwa „weniger geübte Menschen“ angezogen, sondern haben mit Ordensleuten unterschiedlicher Gemeinschaften stattgefunden.

 

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Heute vor zwei Jahren – und: Uns gibt es nach wie vor

Heute vor zwei Jahren – es war ein Samstag. Es war Christians 73 Geburtstag und wir feierten ein großes Fest mit vielen Gästen. Es war Geburtstag, Abschied und Übergabe zugleich. Dazu hat Christian den Blog-Beitrag „ein Tisch als Zeichen der Gemein-schaft“ verfaßt und auch unser Wohnzimmertisch kam zu Wort. Inzwischen ist viel passiert. Einiges kann man in diesem Blog nachlesen – anderes nicht. Auf jeden Fall war es eine sehr intensive Zeit. Der Weggang von Christian als dem letzten der Gründer der WG war und ist ein Einschnitt. Wie könnte es auch anders sein.

Vor drei Wochen ist im Publik-Forum vom 23. März 2018 der Artikel „eine Arche für Essen“ erschienen, in dem die Willkom-menskommunität der Jesuiten in Essen vorgestellt wird. Leider sind einige Äußerungen mißverständlich und legen für Außen-stehende den Eindruck nahe, daß unsere Wohngemeinschat zwar eine Vergangenheit aber keine Gegenwart hat. Deshalb ist der Redaktion der folgende Leserbrief zugegangen, der leider in der aktuellen Ausgabe vom 12. April nicht abgedruckt wurde:

Sehr geehrte Redaktion,
Der PuFo-Artikel scheint zu meinen, dass es die Wohngemeinschaft in der Naunynstraße nicht mehr gibt und dass nun eine Jesuiten-Kommunität in Essen die Tradition von dort weiterführt.
So heißt es über die beiden Jesuiten:
„Wir stellen uns in die Tradition des langjährigen Miteinander-Wohnprojekts der Jesuiten Franz Keller und Christian Herwartz … Kreuzberg war eine Wohngemeinschaft für Bedürftige aller Art“.
Auch wenn Franz Keller verstorben ist und Christian H erwartz vor zwei Jahren ausge-zogen ist, so führen wir – die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaft Naunynstraße, zu denen auch der Jesuit Christian Schmidt gehört, die Traditionen hier am alten Standort in eigener Verantwortung weiter und zwar mit Unterstützung der Jesuiten und auf dem Boden dessen, was seit der Gründung im Jahr 1978 gewachsen ist. Wir freuen uns, wenn das, was hier gelebt wird eine Inspiration für andere ist.
Einen Absatz später schreiben Sie über die zwei Jesuiten in Essen
„Sie wohnen unterm Dach und haben auch einen persönlichen Rückzugs- und
Andachtsraum – anders als im früheren Wohnprojekt in Berlin“
Die beiden Essener Jesuiten haben nicht in der Naunynstraße gewohnt. Es ist auch kein Wohnprojekt, das es „früher“ gegeben hat und somit nichts abgeschlossenes. Bei uns wird nach wie vor jedem geöffnet, der kommt für kürzer oder länger – egal ob jemand um etwas zu essen bittet, eine schwangere Geflüchtete einen Ort braucht oder jemand spirituell auf der Suche ist.
Jede/r kann uns im Rahmen unseres wöchentlichen Samstagsfrühstücks von 9.30 bis 12.30 h kennenlernen. Unser virtuelles Wohnzimmer ist hier:
Mit freundlichen Grüßen
Zum Weiterlesen: