Einladung zum interreligiösen Friedensgebet – September 2018: Grenzen überschreiten – Brücken bauen

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 2. Sept. 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Grenzen überschreiten – Brücken bauen

Wir treffen uns zum Interreligiösen Friedensgebet am 1. Sonntag eines jeden Monats. In diesem Jahr ist es der 2. September, der Tag nach dem Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Weltweit wird der 1. September als Weltfriedenstag gefeiert. Weil seitdem nicht wieder ein Weltkrieg ausbrach, sind wir ermutigt und danken dem Gott des Lebens und den Zeugen der Gerechtigkeit und des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Bewegung der Religionen für den Frieden, die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UNO und die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Von hier kamen die Aufrufe zu einem Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden
und Bewahrung der Schöpfung. Darauf haben sich Kirchen und Christen verpflichten
lassen. Sie sind durch die steigende Solidarität der Weltreligionen bestärkt worden,
ihre Spiritualität als Energie, Antrieb und Motiv für Körper, Geist und Seele
wirken zu lassen zum Wohl der Menschen. Wir haben dabei gelernt, dass das Leben
an den Rändern der Gesellschaft die entscheidenden Erfahrungen vermitteln kann.
Um dorthin zu gelangen, werden Grenzen zu überschreiten sein, die die Gesellschaft,
Politik oder auch die Religionen errichtet haben. Im Wissen um die Macht der
Ohnmächtigen, werden von ihnen Brücken zu errichten sein, um eine Welt des
gerechten Teilens und des Austauschs und damit des friedensbereitenden und
friedfertigen Lebens möglich zu machen.

Im Licht des Weltfriedenstages am 1. September erkennen wir schuldaft unsere
Ungeduld gegenüber Flüchtlingen, die ihren ungerechten und friedlosen
Verhältnissen zu entkommen suchen. Auch sie müssen dazu Grenzen überschreiten.
Bauen wir ihnen gemeinsam Brücken der Solidarität, damit sie bei uns an ein neues
Ziel gelangen, welches sie einlädt, sich zu beteiligen an einem Prozess des Lernens
und Erlebens von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juli 2018: Sprachlosigkeit überwinden

Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 1. Juli 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Sprachlosigkeit überwinden

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Bei Verallgemeinerungen und diffamierenden Reden werden auch wir oft sprachlos und suchen nach passenden Worten, um uns aus der Sprachlosigkeit zu befreien. Auch religiös gestimmte Menschen haben es offenbar nicht leicht, ihre Meinung zu vertreten. Zeigt
nicht das weitreichende Schweigen, wie sich ausgrenzendes, sogar rassistisches Gedankengut
ausbreiten und einschüchternd wirken kann?
Wortwahl und Sprachgestalt – aber auch Wortlosigkeit und Sprachunfähigkeit – haben Wirkung auf Menschen, die mit uns nach einem Leben im Miteinander und in Würde suchen. Das betrifft
ebenso Mitmenschen, deren Lebenskonzept vom Durchschnitt oder von der gewohnten Norm abweicht. Ausgrenzung wird im Wesentlichen durch mit Vorurteilen belastete Sprache gelegt und vorbereitet. Gestörte Beziehungen, die durch Sprache entstehen, können auch durch Sprache geheilt wer

Wo Menschen beten, lassen sie sich anleiten zu einem bewussten und achtsamen Umgang mit Sprache. Mit Gebeten lassen sich Menschen sensibilisieren, dort wo Sprache verflacht und missbraucht wird. Sprachliche Bilder aus dem faschistischen Deutschland, die Falsches als wahr erscheinen lassen und Worte, die zur Verharmlosung von Ausgrenzung, Massenmord und dessen Vorbereitung genutzt
wurden, werden in den letzten Jahren wieder lautstark und instrumentalisierend genutzt: Und das zeigt Wirkung. Der Gebrauch dieser Worte und Bilder beeinflusst verunsicherte und suchende Menschen.

Durch Herunterspielen von Grausamkeiten der Geschichte und der Verwendung von überholten rassistischen Gedankengängen werden Ängste geschürt und Hass verbreitet. Ein klares Nein und ein bewusster und reflektierter Umgang mit Sprache, öffnet Wege in eine menschenwürdige Gesellschaft.

Wir beten für eine neue Sprachfähigkeit jenseits aller Sprachlosigkeiten. Und wir beten für alle, die sich in dieser Welt unverstanden fühlen, dass sie einen Weg zum Miteinander finden.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2018: Lebenszeichen

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin
auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 3. Juni 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Lebenszeichen

Am Beginn des Monats Juni schon erfüllt die hochsommerliche Feststimmung und heiße Festlaune unsere Stadt Berlin. Die Religionen feiern ihre so beliebten Feste auf ihren
Höfen unter schattigen Bäumen. Mit Gästen – versteht sich – denn gerade Gäste sind Teil der Menschheitsfamilie – vielleicht entdecken sie sich als Geschwister in der Familie Gottes, wenn sie gemeinsam die Festfreude erleben am Ende des Ramadan oder beim Johannisfeuer und zur Sommersonnenwende?

Vielfältig sind die Einladungen zu den Festen. An vorgerückter Stelle sind Licht und Leben – Essen und Trinken – Lebensfreude und Lebenshilfe. Die Botschaft vom Wachsen und Werden hat uns erreicht. Die Religionen dieser Stadt tragen insgesamt dazu bei, dass wir eintreten ins volle Leben. Das geschieht durch die Schlüsselworte ihrer Botschaften. Wir erleben es in diesen Tagen. Aber wir erfahren auch dieses: Unter den Gästen unserer Sommerfeste befinden sich auch diejenigen, die vom vollen Leben ausgeschlossen sind. Sie sind unter uns als Opfer und Zeugen der dunklen und lebenszerstörenden Kräfte. Sie kommen als Schutzsuchende zu uns. Ein neuer Klang in der traditionellen Feststimmung weckt die Aufmerksamkeit für Stimmen der Verfolgten und Bedrängten. Und dann hören wir deren Aufatmen und sehen die wiederkehrende Hoffnung in ihren Gesichtern. Das Seufzen derer, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, steht unter der Verheißung: ‚…denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.‘

Unter diesem Licht zeigen wir unsere Verbundenheit mit denen, die an Geist und Seele wachsen und werden. Darauf hat der in der Weltgeschichte geachtete Prophet Johannes, genannt der Täufer, hingewiesen. Einem alten Brauch folgend, brennen und glühen deshalb am Johannistag an den Seen und in unseren Parks die Johannisfeuer.
Wachsame Frauen und Männer feiern in den Sommerfesten ihrer Gemeinschaften also nicht den Übergang aus dem längsten Tag in eine romantische Nacht, sondern die wiederkehrende Hoffnung und bleibende Gewissheit:

Das schöpferische Licht in unserer Welt wird nicht abnehmen. Das Feuer der Liebe wird nicht verlöschen. Die Wärme der Barmherzigkeit wird nicht erkalten. Dieses Wissen und Glauben und Verstehen verbindet angesichts aller dunklen Drohkulissen erst recht die Familie der Kinder Gottes. Sie findet sich zusammen bei abnehmendem und zunehmen-dem Licht in allen Religionen. Das ist das Zeugnis des Lebens der Menschheitsfamilie.

Nacht der offenen Kirchen

Am Pfingstsonntag findet in Berlin wieder die Nacht der offenen Kirchen statt. Auch in Sankt Michael wird es ein Angebot geben. Die beiden Bibliologe werden den Zusammenhang zwischen dem jüdischen Wochen-fest Schawuot und dem Pfingstfest erschließen. An Schawuot feiern Juden die Gabe der Torah am Sinai.

Licht bricht auf – aufbrechen im Licht
Wir laden ein, sich vom Spiel der Farben des Lichtkreuzes von Ludger Hinse und den Themen des Abends bewegen zu lassen.
19.30 Uhr Meditative Stille und lyrische Texte unter dem Lichtkreuz
20.00 Uhr Bibliolog zu einem neutestamentlichen Pfingstzeugnis
20.45 Uhr Meditative Stille und pfingstliche Gesänge
21.30 Uhr Bibliolog zum Buch Ruth
22.00 Uhr Meditative Stille und lyrische Texte unter dem Lichtkreuz
22.30 Uhr Pfingstliches Nachtgebet

kath. Gemeinde St. Michael
Waldemarstraße 8 /Ecke Dresdner Straße
Kreuzberg, 10999Berlin
Anfahrt: 

U8 Moritzplatz; Bus M29 Oranienplatz

geöffnet ab 19:30
Einige Fotos vom Lichtkreuz gibt es hier.
Das Gesamtprogramm der Nacht der offenen Kirchen ist hier.

geschenkt am Muttertag

Foto: Maria Cruz

In Sankt Michael werden seit einigen Jahren am Muttertag, der immer auf den zweiten Sonntag im Mai fällt, nach der Messe Rosen aus fairem Handel verkauft. Der Erlös ist für Solwodi Berlin bestimmt –  eine Beratungsstelle für Frauen, die von Zwangsprostitution und Menschenhandel betroffen sind.

Die Comboni-Schwestern Margit und Mabel, die diese Arbeit verantworten, waren in ihrer An-fangszeit in Berlin 2006 auf der Suche nach ihrer Berufung und haben in dieser Zeit einige Monate in unserer Wohngemeinschaft gelebt. Von daher rührt unsere Verbindung, die bis heute besteht. (Mehr dazu hier)

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Mai 2018: Hineinwachsen

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin
auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 6. Mai 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Hineinwachsen

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Wir wachsen in diese Welt hinein, wenn wir aufwachsen. Eine friedliche Welt mit Menschen, die einander begegnen und die Würde der und des anderen erkennen und achten, die wünschen wir uns. Wie kann die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen, gegenüber anders denkender, anders aussehender, anders geprägter Menschen erlernt werden? Am besten geht das wohl als Kind. In einer Lebensphase, in der alle Begegnung als gut und gegeben wahrgenommen wird. Was wir sehen, so ist es. Hinterfragt und reflektiert, oder bewusst ein anderer Weg eingeschlagen wird erst nach den ersten prägenden Erfahrungen.

Doch jedes Kind wird von einer Vielzahl von Menschen in der Entwicklung seines Welt-
und Menschenbildes beeinflusst. Die Beeinflussung findet mal bewusst, mal unbewusst statt. In jedem Fall sind wir alle verantwortlich da, wo wir Vorbild sind, wo wir Haltung
zeigen, wo wir direkt oder indirekt an den Erfahrungen und Entwicklungen von jungen
Menschen beteiligt sind.

Wenn wir wünschen, dass die Welt sich zu einer friedlicheren Welt hin entwickelt, in der die Menschen einander als Menschen sehen, sind wir also gefragt. Wir, die wir erwachsen, bereits in diese Welt hineingewachsen sind. Da sind wir gefragt, bewusst die Veränderung zu sein, die wir sehen wollen. Bewusst an uns zu arbeiten und im Austausch mit anderen Menschen zu stehen, die das Weltbild von Kindern mitprägen, hin zu der gewünschten Offenheit, wo wir Menschen als Menschen begegnen mit einem echten Interesse am anderen Individuum. Manchmal ist wahrnehmen, mit Liebe antworten und begleiten gefragt. Manchmal ist Interesse wecken und leiten notwendig. Wenn wir sensibel sind mit der Liebe zum Menschen und mit der Wahrnehmung zum Göttlichen im Menschen leben und im Miteinander entstehen lassen, sind wir auf einem guten Weg.

Gestern beim Samstagsfrühstück …

… konnten wir einige Gäste begrüßen, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Walter, der vor Weihnachten zwei Wochen bei uns gewohnt hat, war gekommen. Eine besondere Freude war es, daß Jutta nach langer Zeit wieder einmal unter uns sein konnte. Sie hat die Bewohner der Gemeinschaft und den Freundeskreis in der Übergangszeit intensiv begleitet als klar war, daß Christian gehen würde und sich die Frage stellte, wie und mit wem es danach weiter gehen könnte. Alle paar Wochen hat sie eines unserer Treffen moderiert. Leider konnte sie beim Fest der Übergabe aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Gestern haben wir sie dann zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder gesehen. Sie freut sich, daß sie Zeit hat intensiv Bibel zu lesen und mit Menschen im Gespräch zu sein.