Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Januar 2019: Das erneuernde Leben

Alle sind willkommen All are welcome
Hoffnung für Frieden Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten pause for a
moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 6. Januar 2019 um 15:00 Uhr (beim Deutschen Dom)

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

DAS ERNEUERNDE LEBEN

Das neue Jahr gleicht einem neugeborenen Kind. Achtsamkeit mit dieser heiligen Gabe und Sorgfalt mit der uns aufs neue geschenkten kostbaren Zeit ergänzen einander, damit daraus ein gelingendes Fest des Lebens wird. Dies hat wieder am Neujahrstag begonnen und leuchtet über den ersten Tag des neuen Jahres hinaus zum heutigen Tag, der vielerorts von Sternsingern begrüßt wird. Es ist ein für die Weltreligionen erhellender Tag. Drei suchende Könige, Abgesandte der Kontinente, haben ein richtungsweisendes Licht entdeckt. Es verharrt nicht als Spektakel am Himmel, sondern weist auf ein allemal spektakuläres Ereignis, ein Neugeborenes.

Jede Religion deutet den Ursprung des Lebens mit anderen Bildern. Besonders in diesen festlichen Tagen können wir lernen, die  verschiedenen Deutungen nicht als etwas Trennendes zu erleben, sondern uns an dieser Vielfalt zu erfreuen und uns durch gemein-sames Gebet inspirieren lassen. Eine neue Wahrnehmung der Wirklichkeit wird uns geschenkt, in der eine Ahnung von dem Frieden aufschimmert, der unter allen Menschen möglich ist.

Solche Gemeinschaft, wie sie auch im interreligiösen Friedensgebet entsteht und ausstrahlt, ist zerbrechlich und daher schutzbedürftig inmitten der vielfältigen Auseinandersetzungen und Anfechtungen. Nun aber wissen wir um das Geschenk der Sehnsucht, die den Verstand und alle Sinne durchdringt. Da werden die Denksysteme durchlässig und die Erscheinungsformen der Religion transparent. Miteinander empfangen wir einen neuen Zugang zum Geheimnis der heiligen Gabe des Lebens, die
unsere Lust zum gemeinsamen Handeln für den weltweiten Frieden auch im Jahr 2019 beflügeln wird.

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet im Dezember: Menschenrechte

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

auf dem Hausvogteiplatz
Sonntag, 2. Dezember 2018 um 15:00 Uhr

Menschenrechte

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Am 10. Dezember jährt sich die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zum 70. Mal, verkündet durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Artikel 1
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
In der Präambel wird erläutert, warum es notwendig ist, die Menschenrechte „als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal“ in den Raum zu stellen. Denn ohne sie ist es in der Geschichte der Menschheit immer wieder „zu Akten der Barbarei“ gekommen. Menschen verschiedener Religionen sind dabei nicht unschuldig. Dies vor allem, wenn eine religiöse Enge auf den eigenen Glauben fokussiert sich gegen anders glaubende und ihr Leben anders gestaltende Menschen richtet.

Dass ein Recht auf freie Ausübung der Religion Teil der Menschenrechte ist, ist gut und wichtig. Dazu gehört auch das Recht auf Wechsel von Religion oder Weltanschauung. Der Grund, warum wir die Menschenrechte in den Mittelpunkt unseres Gebets stellen wollen, ist aber ein anderer: Was sie vor allem auszeichnet, ist die Bedingungslosigkeit: Durch Geburt als Mensch gelten die Grundsätze für uns alle. Es braucht aber neben der Anerkennung von Rechten auch die Umsetzung, die mit Pflichten einhergeht. So, wie das Gebet nicht reicht, wenn sich nicht im Tun das Gebetsanliegen wiederfindet.

Wir beten um die Gültigkeit und Erreichung des Ideals, dass allen Menschen Ihre grundlegenden Rechte zugänglich gemacht und sie ihr Leben menschenwürdig leben können. Außerdem möchten wir die Brüderlichkeit erweitern zur Geschwisterlichkeit und das Wort Rasse ersetzt wissen um den Begriff Ethnie. Jede Zeit hat ihr Wissen und ihre Worte – um die Menschenrechte zeitlos werden zu lassen, brauchen sie Gerechtigkeit und Frieden auch in der Wortwahl.

Gedenktage im November – interreligiöses Friedensgebet

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying
Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt
Sonntag, 4. November 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

GEDENKTAGE IM NOVEMBER

Sie laden uns zur Besinnung ein, auf Vergangenes, Gegenwärtiges und Erwartetes.
Drei grundsätzliche Fragen helfen dabei, unseren Lebensweg zu gestalten:

* WOHER KOMMEN WIR?
Aus der Fülle der ‚runden‘ Gedenktage im November 2018 ragt das Ende des Ersten Welt-krieges vor 100 Jahren hervor. Rund daran ist wohl nur die Zahl Null.
Alles andere ist weder rund noch richtig, sondern nicht abgeschlossen und rissig.
Aber wir sehen auch einen hoffnungsvollen Aufbruch in eine Gesellschaftsordnung ohne die Doppelherrschaft von Staatsdiktat und Religionsmacht, von Kaiser und Kirche.

* WO BEFINDEN WIR UNS?
In unserer Gesprächsrunde war ein Gast aus Kabinda, der uns das Schicksal seines Landes und Kontinents nach dem ersten Weltkrieg vergegenwärtigte.
Mit Verwunderung und Abscheu sahen wir auf die Leiden der Menschen in den Kolonien.
Gewissenslos ließen die Regierungen des abendländisch-atlantischen, also vorrangig christ- lichen Kulturkreises, schwarze Menschen auf unterschiedlichen Schlachtfeldern vernichten.
Sie bluten im Strudel der heutigen Wirtschaft weiter aus.
Unser afrikanischer Gast wies auch auf die religiöse Verblendung hin,
die im November 1938 zur Ermordung der Juden durch die faschistische Diktatur führte.

* WOHIN GEHEN WIR?
Dem Unrecht und der Gewalt treten wir im Interreligiösen Friedensgebet mit der Hoffnung auf einsichtige Umkehr und wirkliche Erneuerung entgegen.
Wir hören mit dem Gast von dem verweigerten Recht auf Selbstbestimmung in seinem Land. Mit ihm und seinem Volk stehen wir zwischen den imperialistischen Interessen und dem nationalen Rückzug aus der weltweiten Gemeinschaft aller Menschen.

Ihr Mächtigen in Wirtschaft und Politik lasst Euch leiten von Ehrfurcht und Liebe!
Ihr Religionen öffnet eure Häuser für die Gebete der Friedensdekade 2018!
Darum bitten wir!/

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet – September 2018: Grenzen überschreiten – Brücken bauen

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
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Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin

auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 2. Sept. 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Grenzen überschreiten – Brücken bauen

Wir treffen uns zum Interreligiösen Friedensgebet am 1. Sonntag eines jeden Monats. In diesem Jahr ist es der 2. September, der Tag nach dem Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Weltweit wird der 1. September als Weltfriedenstag gefeiert. Weil seitdem nicht wieder ein Weltkrieg ausbrach, sind wir ermutigt und danken dem Gott des Lebens und den Zeugen der Gerechtigkeit und des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Bewegung der Religionen für den Frieden, die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UNO und die Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Von hier kamen die Aufrufe zu einem Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden
und Bewahrung der Schöpfung. Darauf haben sich Kirchen und Christen verpflichten
lassen. Sie sind durch die steigende Solidarität der Weltreligionen bestärkt worden,
ihre Spiritualität als Energie, Antrieb und Motiv für Körper, Geist und Seele
wirken zu lassen zum Wohl der Menschen. Wir haben dabei gelernt, dass das Leben
an den Rändern der Gesellschaft die entscheidenden Erfahrungen vermitteln kann.
Um dorthin zu gelangen, werden Grenzen zu überschreiten sein, die die Gesellschaft,
Politik oder auch die Religionen errichtet haben. Im Wissen um die Macht der
Ohnmächtigen, werden von ihnen Brücken zu errichten sein, um eine Welt des
gerechten Teilens und des Austauschs und damit des friedensbereitenden und
friedfertigen Lebens möglich zu machen.

Im Licht des Weltfriedenstages am 1. September erkennen wir schuldaft unsere
Ungeduld gegenüber Flüchtlingen, die ihren ungerechten und friedlosen
Verhältnissen zu entkommen suchen. Auch sie müssen dazu Grenzen überschreiten.
Bauen wir ihnen gemeinsam Brücken der Solidarität, damit sie bei uns an ein neues
Ziel gelangen, welches sie einlädt, sich zu beteiligen an einem Prozess des Lernens
und Erlebens von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juli 2018: Sprachlosigkeit überwinden

Hoffnung für Frieden
Hope for Peace

innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
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Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 1. Juli 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Sprachlosigkeit überwinden

interreligiöses Friedensgebet (Foto: Krüger)

Bei Verallgemeinerungen und diffamierenden Reden werden auch wir oft sprachlos und suchen nach passenden Worten, um uns aus der Sprachlosigkeit zu befreien. Auch religiös gestimmte Menschen haben es offenbar nicht leicht, ihre Meinung zu vertreten. Zeigt
nicht das weitreichende Schweigen, wie sich ausgrenzendes, sogar rassistisches Gedankengut
ausbreiten und einschüchternd wirken kann?
Wortwahl und Sprachgestalt – aber auch Wortlosigkeit und Sprachunfähigkeit – haben Wirkung auf Menschen, die mit uns nach einem Leben im Miteinander und in Würde suchen. Das betrifft
ebenso Mitmenschen, deren Lebenskonzept vom Durchschnitt oder von der gewohnten Norm abweicht. Ausgrenzung wird im Wesentlichen durch mit Vorurteilen belastete Sprache gelegt und vorbereitet. Gestörte Beziehungen, die durch Sprache entstehen, können auch durch Sprache geheilt wer

Wo Menschen beten, lassen sie sich anleiten zu einem bewussten und achtsamen Umgang mit Sprache. Mit Gebeten lassen sich Menschen sensibilisieren, dort wo Sprache verflacht und missbraucht wird. Sprachliche Bilder aus dem faschistischen Deutschland, die Falsches als wahr erscheinen lassen und Worte, die zur Verharmlosung von Ausgrenzung, Massenmord und dessen Vorbereitung genutzt
wurden, werden in den letzten Jahren wieder lautstark und instrumentalisierend genutzt: Und das zeigt Wirkung. Der Gebrauch dieser Worte und Bilder beeinflusst verunsicherte und suchende Menschen.

Durch Herunterspielen von Grausamkeiten der Geschichte und der Verwendung von überholten rassistischen Gedankengängen werden Ängste geschürt und Hass verbreitet. Ein klares Nein und ein bewusster und reflektierter Umgang mit Sprache, öffnet Wege in eine menschenwürdige Gesellschaft.

Wir beten für eine neue Sprachfähigkeit jenseits aller Sprachlosigkeiten. Und wir beten für alle, die sich in dieser Welt unverstanden fühlen, dass sie einen Weg zum Miteinander finden.

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet Juni 2018: Lebenszeichen

Gruppe Interreligiöses Friedensgebet Berlin
auf dem Gendarmenmarkt

Sonntag, 3. Juni 2018 um 15:00 Uhr (Nähe Deutscher Dom)

Lebenszeichen

Am Beginn des Monats Juni schon erfüllt die hochsommerliche Feststimmung und heiße Festlaune unsere Stadt Berlin. Die Religionen feiern ihre so beliebten Feste auf ihren
Höfen unter schattigen Bäumen. Mit Gästen – versteht sich – denn gerade Gäste sind Teil der Menschheitsfamilie – vielleicht entdecken sie sich als Geschwister in der Familie Gottes, wenn sie gemeinsam die Festfreude erleben am Ende des Ramadan oder beim Johannisfeuer und zur Sommersonnenwende?

Vielfältig sind die Einladungen zu den Festen. An vorgerückter Stelle sind Licht und Leben – Essen und Trinken – Lebensfreude und Lebenshilfe. Die Botschaft vom Wachsen und Werden hat uns erreicht. Die Religionen dieser Stadt tragen insgesamt dazu bei, dass wir eintreten ins volle Leben. Das geschieht durch die Schlüsselworte ihrer Botschaften. Wir erleben es in diesen Tagen. Aber wir erfahren auch dieses: Unter den Gästen unserer Sommerfeste befinden sich auch diejenigen, die vom vollen Leben ausgeschlossen sind. Sie sind unter uns als Opfer und Zeugen der dunklen und lebenszerstörenden Kräfte. Sie kommen als Schutzsuchende zu uns. Ein neuer Klang in der traditionellen Feststimmung weckt die Aufmerksamkeit für Stimmen der Verfolgten und Bedrängten. Und dann hören wir deren Aufatmen und sehen die wiederkehrende Hoffnung in ihren Gesichtern. Das Seufzen derer, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, steht unter der Verheißung: ‚…denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.‘

Unter diesem Licht zeigen wir unsere Verbundenheit mit denen, die an Geist und Seele wachsen und werden. Darauf hat der in der Weltgeschichte geachtete Prophet Johannes, genannt der Täufer, hingewiesen. Einem alten Brauch folgend, brennen und glühen deshalb am Johannistag an den Seen und in unseren Parks die Johannisfeuer.
Wachsame Frauen und Männer feiern in den Sommerfesten ihrer Gemeinschaften also nicht den Übergang aus dem längsten Tag in eine romantische Nacht, sondern die wiederkehrende Hoffnung und bleibende Gewissheit:

Das schöpferische Licht in unserer Welt wird nicht abnehmen. Das Feuer der Liebe wird nicht verlöschen. Die Wärme der Barmherzigkeit wird nicht erkalten. Dieses Wissen und Glauben und Verstehen verbindet angesichts aller dunklen Drohkulissen erst recht die Familie der Kinder Gottes. Sie findet sich zusammen bei abnehmendem und zunehmen-dem Licht in allen Religionen. Das ist das Zeugnis des Lebens der Menschheitsfamilie.

Nacht der offenen Kirchen

Am Pfingstsonntag findet in Berlin wieder die Nacht der offenen Kirchen statt. Auch in Sankt Michael wird es ein Angebot geben. Die beiden Bibliologe werden den Zusammenhang zwischen dem jüdischen Wochen-fest Schawuot und dem Pfingstfest erschließen. An Schawuot feiern Juden die Gabe der Torah am Sinai.

Licht bricht auf – aufbrechen im Licht
Wir laden ein, sich vom Spiel der Farben des Lichtkreuzes von Ludger Hinse und den Themen des Abends bewegen zu lassen.
19.30 Uhr Meditative Stille und lyrische Texte unter dem Lichtkreuz
20.00 Uhr Bibliolog zu einem neutestamentlichen Pfingstzeugnis
20.45 Uhr Meditative Stille und pfingstliche Gesänge
21.30 Uhr Bibliolog zum Buch Ruth
22.00 Uhr Meditative Stille und lyrische Texte unter dem Lichtkreuz
22.30 Uhr Pfingstliches Nachtgebet

kath. Gemeinde St. Michael
Waldemarstraße 8 /Ecke Dresdner Straße
Kreuzberg, 10999Berlin
Anfahrt: 

U8 Moritzplatz; Bus M29 Oranienplatz

geöffnet ab 19:30
Einige Fotos vom Lichtkreuz gibt es hier.
Das Gesamtprogramm der Nacht der offenen Kirchen ist hier.