blumig … und Grenzen überschreitend

Foto: Maria Cruz

Blumig war unser Samstagsfrühstückstisch heute gedeckt. Abends beginnt für Juden das Wochenfest Schawuot und für Christen der Vorabend von Pfingsten. Der Midrasch (mündliche Tradition des Judentums) erzählt: Als der Ewige dem jüdischen Volk am Sinai die Torah übergab, standen alle Pflanzen der Erde in voller Blüte. Und so fanden sich Quarkspeise, Frischkäse, Obst und eine nachträgliche Geburtstagstorte in Blumenform auf unserem Frühstückstisch. Einige Gäste, die schon länger nicht mehr bei uns waren, konnten wir wieder einmal begrüßen und zum ersten Mal seit ganz langer Zeit war Werner, der Weitergeber, in unserer Mitte. Muslimische Gäste hatten wir heute nicht wegen des Fastenmonats Ramadan, der auch der Monat ist, in dem der Koran offenbart wurde. So fallen dieses Jahr drei Feste, in denen es um Offenbarung geht, zusammen: Schawuot, Pfingsten und Ramadan.

Foto: Maria Cruz

Einige Katholikentagsbesucher erzählten von ihren Erlebnissen und Begegnungen in Münster. Christian Herwartz war anschließend nach Solingen gefahren um dort Heinz-Jürgen Metzger zu treffen, mit dem er schon seit 15 Jahren in Verbindung ist. Heinz-Jürgen Metzger ist Zen-Meister und führt in Deutschland die Street Retreats, die von Bernie Glassman entwickelt wurden, durch. Nun scheint die Zeit gekommen und reif zu sein miteinander eine Form von Straßenexerzitien / Streetretreats zu entwickeln. Im nächsten Jahr wird es zwei zehntägige Kurse geben.  Sobald Termine und Details bekannt sind, werden sie auf der Straßenexerzitien-Seite zu finden sein.

Street-Retreat mit Bernie Glassman (auf englisch)

 

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Samu in der Naunynstraße

Ich komme am späten Nachmittag in die Naunynstraße. Außer einem mir unbekannten jungen Mann treffe ich niemand an. Und der junge Mann hat unseren Küchenschrank komplett ausgeräumt, was eine Leistung ist, und und unterzieht ihn einer Intensivreinigung. Ich begrüße ihn und stelle mich vor – er nennt seinen Namen. Auf meinen fragenden Blick spielt sich folgender Dialog ab:

ER: Ich mach Samu.
ICH: mhm (mehr fragend als feststellend)
ER: Ich wohn‘ hinter KahWeh (gemeint ist „Königswusterhausen“) und komm‘ alle paar Monate vorbei. Heute war der G. da. Ich hab‘ ihm erzählt, daß ich einen spirituellen Weg such‘.
ICH: mhm
ER: Da hat der G. gemeint: „Dann machen wir jetzt Samu“. Und dann haben wir in der Küche angefangen. Aber er hat einen Termin gehabt. Deswegen mach‘ ich jetzt hier allein weiter.

(Samu ist im (Zen-)Buddhismus das Arbeiten zum Wohle der Gemeinschaft, ohne dabei persönliche Ziele und Interessen zu verfolgen. Bei Zen-Retreats ist es üblich, eine Stunde am Tag zu arbeiten, meist putzen, kochen oder Gartenarbeit).