Besuch von Pater Gregor aus dem Südsudan

Pater Gregor Schmidt in Fangak (Südsudan)

Seit 2012 leben Pater Gregor und zwei weitere Comboni-Missionare mit den Nuer im Südsudan. Alle drei Jahre kommt er auf Heimaturlaub nach Deutschland. Kurz vor seiner Reise zurück nach Afrika hat er uns besucht und uns von seinem Leben mit dem Hirtenvolk der Nuer in einem vom Bürgerkrieg und seinen Folgen geplagten Land erzählt. Einiges können interessierte Leser im unten verlinkten Intervew nachlesen.

Pater Gregor ließ uns daran teilhaben, was es bedeutet, in einer patriarchal geprägten Gesellschaft zu leben, in der es keinen Kalender gibt, 98 Prozent der Menschen Analphabeten sind, Polygamie das Überleben der Volksgruppe sichert und Gewalt im Alltag eine große Rolle spielt. Mit seinen Mitbrüdern betreut er 80 Kapellen in einem Gebiet, das achtmal so groß ist wie Berlin. Da es kein Straßennetz gibt, sind die Kapellen durch Fußmärsche erreichbar oder per Boot. Vor Ort ist ein Katechet verantwortlich. Er muß lesen können und monogam leben. Das schränkt die Auswahl in diesem Umfeld ein. Die Priester kommen einmal im Jahr bei jeder Kapelle vorbei. Die Nuer haben den christlichen Glauben als Geflüchtete in Nachbar-ländern kennengelernt. Es war die Exodus-Tradition, die sie besonders berührte. Auch der Aufbau eines Grundschulsystems gehört zu den wichtigen Aufgaben.

Die Sakramente spielen eine andere Rolle im Leben der Gläubigen als in Europa. Ganz wichtig ist das Teilen der biblischen Botschaft. Die Nuer verwenden eine evangelische Übersetzung der Bibel in ihrer Sprache. Dafür wird von den Protestanten im Land der katholische Bibelleseplan verwendet…

Es war ein besonderes Erlebnis, im Detail nachfragen zu können und so zu erfahren, warum Polygamie in dieser Kultur tief verwurzelt ist und eine ganze Familie darüber entscheidet, daß ein Mann nicht polygam leben muß.

Wir freuen uns schon auf Pater Gregors nächsten Besuch 2020. Fazit eines Gastes: Katholisch geht auch ganz anders:

Zum Weiterlesen:
Interview mit Pater Gregor (mit Bildern aus dem Südsudan)

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Solwodi – oder vom Suchen, Finden und Gefunden werden

Zu den besonderen Freunden der WG gehören die beiden Comboni-Schwestern Margit und Marbel. Sie sind ehemalige Mitbewohnerinnen, denn 2007 kamen sie nach Berlin ohne zu wissen, was sie hier tun würden. Auf der Suche nach ihrem Weg mit der Frage, was sie in Berlin sollen, sind sie in der WG Naunynstraße gelandet, wo sie dann acht Monate lebten und ihre Berufung fanden. In dieser Zeit des Suchens und Fragens wurde deutlich, daß ihr Platz bei Solwodi (Solidarity for Women in Distress – Solidarität für Frauen in Not) ist. Schwester Lea Ackermann, die Solwodi 1985 in Mombassa (Kenia) gegründet hat, suchte, wer in Berlin eine Beratungsarbeit aufbauen könnte und wurde in Margit und Marbel fündig.

Seit einigen Tagen ist nun die Internet-Präsenz von Solwodi Berlin online mit den Illustrationen von unserem Mitbewohner Rockn RollF. Viel Spaß beim Anschauen 😉

Margit unterstützt uns noch in besonderer Weise, weil sie eine wichtige Gesprächspartnerin in der Zeit des Übergangs und nach Christians Weggang aus der Naunynstraße ist.

Zum Weiterlesen:
Solwodi – ein Ausstiegsprojekt für Prostituierte
Kampf gegen moderne Sklaverei in Berlin