Ein etwas anderes Care-Paket

Vorgestern während unseres Gemeinschaftsabends kam große Freude auf als wir miteinander ein Paket auspackten. Wir haben es von einer Unbekannten bekommen.  Es enthielt mehrere Packungen Windeln, Inkontinenzauflagen und „Nervennahrung“, also Schokolade, Nußmischungen und Studentenfutter. Ein ganz herzliches Dankeschön von uns nach Dossenheim. Und vielleicht ergibt sich nach C-orona die Gelegenheit zu einem persönlichen Kennenlernen. Wir würden uns freuen.

Zum Weiterlesen und Verstehen: 
Anstrengender Jahresbeginn

 

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Überraschung: Jerusalem

Am 7. Januar haben wir mit unserem orthodoxen Mitbewohner sein Weihnachtsfest gefeiert. Da paßte es wunderbar, daß wir das Weihnachtspaket von Michael aus Bad Säckingen auspacken konnten. Es hat sich dieses Jahr verdoppelt und war länger unterwegs.

Michael hat 2001 einige Zeit in der Naunynstraße gewohnt. Ein paar Jahre später begann er damit, ein liebevoll gepacktes Weihnachtspaket mit Schokolade, Stollen, Lebkuchen, Spekulatius, Marzipan und Keksen auf den Weg nach Kreuzberg zu bringen. Niemand von den jetzigen Bewohnern kennt Michael noch persönlich. Bis jetzt haben wir telefonischen und brieflichen Kontakt. Das persönliche Kennenlernen war für 2020 geplant, fand aber wegen Corona nicht statt.

Über das Internet fand ich einige Seidenmalbilder von Michael. Besonders haben mir die Jerusalem-Motive mit Synagoge, Kirche und Moschee gefallen. Die Überraschung war groß als nun neben dem jährlichen Süßigkeitenpaket noch ein zweites vom Packetboten an der Wohnungstür abgestellt wurde:

Wir haben uns noch nicht über den endgültigen Platz geeinigt. Im Moment hängt es an der Wand, auf die man blickt, wenn man zur Wohnungstür hereinkommt und heißt jeden willkommen.. Aber auch die Wohnzimmerwand über der Bank ist als möglicher Ort im Gespräch.

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geschenkt: fünf Kilo Quark

 

Als Anfang des Monats der Lockdown light in Kraft trat, hat ein 5-Kilo-Eimer Quark seinen Weg zu uns gefunden. Daraus wurden mehrere Quarkspeisen, Quarkkuchen, Quarkstrudel und Kräuterquark als Beilage für Pellkartoffeln. Wir haben uns sehr über dieses leckere Geschenk gefreut und wünschen dem unbekannten Geber, der es nicht mehr verwenden konnte und durfte, dass er gut durch die Corona-Zeit kommt. 

 

 

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Gänseschar am zweiten Weihnachtsfeiertag

Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir von einem Hotel eine Gänseschar in gebratener Form geschenkt bekommen (mehr als 30 Portionen). Dazu gab es Kartoffelknödel, Spinat-Kräuter-Knödel und Blaukraut. Wir waren mit dieser Menge überfordert. So haben wir in zwei Kirchengemeinden noch eingeladen und bekamen tatkräftige Unterstützung beim Verzehr. Allen hat es gut geschmeckt.

 

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Wir sind … von den Socken

Socken – handgestrickt

Gertrud hat uns wieder mit einem Päckchen handgestrickter Socken in unterschiedlichen Größen überrascht. Das ist immer wieder eine große Freude für uns. Für die alten Hasen in der Naunynstraße ist sie und die Socken eine feste Größe: „Von Frau die immer macht Socken für uns“ war der Orginalton von M., die auch das Foto für das Blog gemacht hat. Gertrud schreibt auf der beigelegten Karte:

Es ist schön, immer wieder im Naunyn-Blog zu lesen, was euch gerade freut und was euch wichtig ist. Das e-Mail-Schreiben ist nicht meine Stärke. Aber das Stricken! Da denke ich immer gern an Euch und gebe dem Wollfaden gute Gedanken und Segenswünsche für euch mit.

Vielen Dank für diese schöne und liebevolle Form der Unterstützung.

Schuh-Segen

Margot Z. ist über 80 Jahre alt und in ihrer evangelischen Gemeinde in Neukölln sehr aktiv. Ich kenne sie durch eine Gruppe, in der ich gelegentlich zu Gast bin. Dort hat sie von der WG Naunynstraße gehört. Letzten Freitag kam sie mit der Gemeindepfarrerin vorbei und brachte uns Kleidung sowie 14 Paare (in Worten: vierzehn) Sportschuhe Größe 42 und 43, die ihre Tochter – „eine Schuhfetischistin“ wie sie erzählte – aussortiert hatte. Es handelte sich um Markenschuhe der beiden bekanntesten Hersteller in unterschiedlichen Designs und ohne jegliche Gebrauchsspuren. Größe 42 / 43 scheint bei Männern recht verbreitet zu sein. Einige Bewohner waren ganz fassungslos über diesem unerwarteten Schuh-Reichtum.

Am nächsten Morgen bei unserem wöchentlichen Samstagsfrühstück kam dieses Geschenk auch noch einigen Besuchern zugute. Der eine oder andere verschwand ins Büro um zu schauen und zu probieren, ob für ihn etwas Passendes dabei ist.  W. und C. waren so begeistert, daß sie das Anprobieren für überflüssig erachteten und so erst gar nicht bemerkten, daß W. zwei rechte und C. zwei linke Schuhe hatte. Ein aufmerksamer Gast wies sie darauf hin, sodaß noch rechtzeitig getauscht werden konnte und beide sich mit einem kompletten Paar auf den Weg machen konnten. Besonders berührt war G., eine ältere herzensgute Frau, die uns öfter etwas von der Tafel fürs Frühstück mitbringt, von Grundsicherung lebt und eine leichte Gehbehinderung hat. Sie weinte fast als sie sagte: „Nie hätte ich gedacht, daß ich in diesem Leben noch mal so gute Schuhe bekomme. In denen habe ich richtig guten Halt“.

 

Geschenk in der U-Bahn

Roj, ein Hindu-Freund und regelmäßiger Gast hat uns zum letzten Samstagsfrühstück ein Gebet mitgebracht, daß ihm eine Frau in der U-Bahn geschenkt hat und das er mit uns teilen will. Es ist inspiriert von Psalm 138,3:

Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht,
hört er dein Gebet.
Wenn dich Furcht befällt vor der langen Nacht,
hört er dein Gebet.
Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst,
hört er dein Gebet.
Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst,
hört er dein Gebet.
Wenn die Menschheit vor ihrem Ende steht,
hört er dein Gebet.
Wenn die Sonne sinkt und die Welt vergeht,
hört er dein Gebet.
Er hört dein Gebet, hört auf dein Gebet.
Er versteht, was sein Kind bewegt.
Gott hört dein Gebet.

Roj singt: Hinduistisches Gebet beim Samstagsfrühstück

Nachtrag: Auch zu „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht …“ gibt es eine Melodie, die man hier anhören kann.

 

Geschenk aus der Schweiz

Ovomaltine

Ovomaltine

 

Felix hat vor einiger Zeit bei uns in der WG Exerzitien auf der Straße gemacht. Jetzt war er mit einer Gruppe junger Erwachsener aus seiner Pfarrgemeinde in Berlin. Er hat sich daran erinnert, daß ein Mitbewohner besonders gern Ovomaltine trinkt. Die Dose mit dem WG Naunynstraße – Schriftzug hat uns allen sehr gefallen. Und der beschenkte Mitbewohner wußte gar nicht, ob ihn nun die Dose oder der Inhalt mehr erfreut.