Weihnachten 2017 international – interkulturell – interreligiös

Eine sehr bunte und vielfältige Gruppe von Menschen hat sich in unserem Wohngemeinschaftswohnzimmer zusammengefunden um miteinander zu feiern: Vier Erdteile und fünf Religionen waren vertreten. Weil drei Gäste überhaupt keine Vorerfahrungen mit Weihnachten hatten, haben wir auf rosa Karten gesammelt, was für einzelne unbedingt zu Weihnachten gehört und um den Adventskranz ausgelegt.

Weihnachten 2017

Danach wurde die Weihnachts-geschichte aus einer Kinderbibel abschnittweise gelesen. In den Pausen dazwischen hat Noriko uns mit ihren Kontrabaß-Improvisationen begeistert. Wer mochte, war eingeladen ein Licht anzuzünden im Schweigen oder mit Worten für wen oder welche Situation.

Peter hatte eine Linsensuppe vorbereitet. Franz überraschte uns mit Lachs, Reis, Sauce, einem fruchtigen Salat und einer alkoholfreien Sangria. Am Nachmittag war die Weihnachtsgeschichte auf ganz überraschende Weise aktuell geworden. Eine afrikanische Frau, die im sechsten Monat schwanger ist, suchte einen Ort, an dem sie die nächsten beiden Wochen bleiben kann …

 

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet im Juli

Gewinner des Lebens

FriedensgebetMahnwache und Interreligiöses Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt am
Sonntag 3. Juli 2016 um 15.00 Uhr

Wir erleben es in diesen Tagen. Der grüne Rasen des Spielfeldes wird verwandelt zum zertretenen Boden eines Kampfplatzes. Wer kann als Gewinner darauf stehen, wer muß als Verlierer davon gehen? Die Entscheidung kann auch erst am Ende fallen. Wenn Gewinn oder Verlust auf der Kippe stehen, ist es Fünf vor Zwölf – die Zahl heißt ELF – und es entscheidet der Schuss aus elf Meter Entfernung.

Die Arena kocht, Spielgesinnung kippt um in Kampfstimmung um stolze Gewinner oder gedemütigte Verlierer. Weltweit gilt diese Kampfspielregel auch als Lebensregel.

Redet man darum vom ‚Fußball-Gott‘ und bezeichnet die globale Leidenschaft als eine Art von Welt-Religion? Haben sich denn die Religionen bisher so präsentiert, als wollten sie in den Kämpfen des Lebens als Gewinner und Verlierer erscheinen? – Im Namen eines siegreichen Gottes, der für den Erfolgreichen auf dem Platz ist? Wie kann der zeitnahe Kampfgeist als der Geist unserer Zeit, mit dem Gott der Religionen verwechselt werden?

Wir geben unsere Fragen weiter und bedachten bei der Vorbereitung: Der Kampf um ein erfolgreiches Dasein darf nicht zur Religion werden – sondern Religion verstehen wir als leidenschaftliches Dasein für Andere. Meister können sich die nennen, die sich entscheiden zum Dasein für Andere.

Zu dieser Einsicht kamen wir im Gespräch mit denen, die die Religion von ihren Ursprüngen her verstehen, ihre Religionen in verschiedenen Formen leben und dabei zur Erkenntnis kommen: Es ist Gottes Lebensgeist, der unter den Menschen – ohne Unterscheidung von Gewinnern und Verlierern – als Lebenskraft unter allen wirkt. So leben es die gläubigen Muslime im Fastenmonat Ramadan; so hören wir es aus den Ur-Religionen Indiens auf umkämpftem Adivasiland. Deren Felder und Äcker sind ein Kampfplatz der Mächtigen um Gewinne und Verluste. Die dort wohnen und arbeiten bangen nur noch um ihr Überleben. Für die indigenen Völker ist es Fünf vor Zwölf. Sie kennen das abgekartete Spiel, dessen eiskalte Regeln in den Zentren der Mächtigen als heilig gelten wie die Gebote einer Religion.

Die Leidenschaft des Religiösen hingegen entzündet sich an der Heiligen Gabe des Lebens. Sie glüht in jedem Menschen. als unbesiegbare Hoffnung. Darüber schreibt zuversichtlich Jacinta Kerketta – eine Lyrik-Preisträgerin unter denen, die ihr Leben nicht als Verlierer oder Gewinner beurteilen lassen:

In der Stadt / schwelt die Glut vor sich hin. / Am Ende wird sie zur Asche /
Im Dorf wird die Glut / von dem einen zum anderen Herd weitergegeben. /
Am Ende in allen Herdstätten flammt Feuer auf.

Religion heißt Hoffnung. Ehrung erfährt der Beginner und Vollender der Religion
im Miteinander seiner Geschöpfe – als gelingendes Leben.

Gottesdienst am Küchentisch …

… heißt ein Artikel, der in der Märzausgabe der Herder Korrespondenz erschienen ist.  Im November besuchte uns Chefredakteur Volker Resing in der Naunynstraße: Nach einem anregendem Gespräch fragte er am Ende seines Besuches, ob Christian einen Artikel schreiben würde. Der Arbeitstitel war „Mission erfüllt?

Gottesdienst am Küchentisch“ ist daraus geworden. Christian erzählt von den Entwicklungen der Kommunität und der Wohngemeinschaft in den vierzig Jahren in Kreuzberg und welche Fragen sich jetzt zum Generationswechsel stellen. Da der Artikel auf der Website der Herder-Korrespondenz noch nicht abgerufen werden kann, habe ich ihn Blog unter „zu Bedenken“ unter dem Headerbild eingestellt und zwar hier.