Tatort Kirche – Macht und Mißbrauch …

Zu diesem Thema gibt es ein etwa einstündiges Gespräch im SWR-Fernsehen mit Klaus Mertes (SJ), das man in den nächsten Wochen noch hier nachhören kann. Es ist ein Live-Mitschnitt von einer Sendung, die Ende Mai aufgezeichnet wurde. Auf der Sendungshomepage heißt es:

Nach der Aufdeckung von Missbrauchsfällen erhielt Pater Mertes Anfeindungen von allen Seiten, auch aus der Kirche. Kurien-Erzbischof Georg Gänswein in Rom bezeichnete ihn noch kürzlich als „abgefallenen Priester“. Das ist er aber nicht. Vielmehr lebt der Jesuitenpater und frühere Rektor des Berliner Canisius-Kollegs heute im Schwarzwald und leitet das Kolleg St. Blasien.

Doch Klaus Mertes ist nicht ruhiger geworden. Er fordert, aus der Aufarbeitung von Missbrauch auch strukturelle Konsequenzen zu ziehen, zum Beispiel monarchische Strukturen sowie Macht- und Elitedenken auf den Prüfstand zu stellen, die Zölibatspflicht für Priester aufzuheben und falsch verstandenen Gehorsam einfach sein zu lassen.

Was hat das mit diesem Blog zu tun? Klaus Mertes ist ein langjähriger Freund unserer WG. Nachdem er den Mißbrauch im Canisius-Kolleg öffentlich gemacht hat, bekam er auch zahlreiche Hassmails. Mitbewohner unserer WG haben seine Mails gelesen und vorsortiert. Immer wieder hat ihn die Kommunität, in der er lebte, nach Kreuzberg geschickt, weil es hier immer Mitbewohner gab, die Erfahrungen mit sexuellen Mißbrauch hatten.

Nachtrag am 19. März 2021:
Im April wird Klaus Mertes das Bundesverdienstkreuz überreicht bekommen. Mehr dazu hier

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