Osterhase – koscher oder nicht?

Ein Mitbewohner bringt für alle Schokoladenosterhasen mit. Nur ich bekomme ein Schokoladenküken.  Auf meine Frage, warum ich mit einem Küken bedacht werde, meint er: „Habe mich erkundigt. Hase ist nicht koscher. Deswegen weiß ich nicht, ob Du Schokohasen ißt. Küken ist koscher. Kannst Du essen und ich bin auf der sicheren Seite.“

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Auferstehung ganz anders

Aber es kommt eine Auferstehung, die ganz anders wird als wir dachten
Aber es kommt eine Auferstehung, die ist der Aufstand Gottes gegen die Herren.

Kurt Marti (1921 – 2017), Schweizer Pfarrer, Schriftsteller und Lyriker

Wir wünschen allen unseren Freundinnen und Freunden, allen, die hier mitlesen und es feiern ein frohes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit. Hier noch der Ostergruß in verschiedenen Sprachen.

Nachtrag 2. April:

Heute ist mir das vollständige Gedicht begegnet:

das könnte manchen herren so passen
wenn mit dem tode alles beglichen
die herrschaft der herren
die knechtschaft der knechte
bestätigt wäre für immer

das könnte manchen herren so passen
wenn sie in ewigkeit
herren blieben in ihrem teuren privatgrab
und ihre knechte
knechte in billigen reihengräbern

aber es kommt eine auferstehung
die ganz anders ist als wir dachten
es kommt eine auferstehung, die ist
der aufstand gottes gegen die herren
und gegen den herrn aller herren: den tod

Kurt Marti

 

Einladung zum interreligiösen Friedensgebet April 2018: Wohin?

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Berlin So, 1. April 2018, 15 Uhr Interreligiöses Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt beim Deutschen Dom

Wohin?

 Das jüdische Fest Pessach ist Anlass für die Zusammenkunft von Familien, auch religiös verstanden der gewählten Schwestern und Brüder. Es erinnert an die erfolgreiche Flucht aus der Zeit der Sklaverei. An Pessach knüpft sich zeitlich das Ereignis an, das Ursprung der christlichen Religion ist: Ostern. Jesus Christus ist nach seinem Tod auferstanden. Dies ist für viele erst einmal unfassbar. Doch Jesus können wir neu begegnen und ihn mit dem fühlenden Herzen begegnen.

Welche Verantwortung haben wir für  den eigenen Glaubensweg, unser religiöses Handeln. Erkenne ich Gott? Worin erkenne ich Gott? Was will Gott von mir? Wohin weist mein Weg?

In unserem letzten Gespräch standen Fragen zum Kirchenasyl im Mittelpunkt. Eine Gemeinde/Gemeinschaft kann sich entscheiden, Kirchenasyl zu gewähren, also einem Menschen Schutz vor staatlichem Zugriff anzubieten. Mit dem Ziel für Menschen, die auf der Flucht sind, eine erneute Überprüfung der Fluchtgründe zu erwirken. Staatliche Fehlentscheidungen sollen überprüft werden. Leben oder Tod kann auf dem Spiel stehen. Das kann lange dauern und braucht das Zusammen-wirken mehrerer, die aus Überzeugung diesen Weg gehen. Sich schützend vor einen Schutzsuchenden zu stellen, braucht von jedem Einzelnen den Glauben, das Richtige zu tun in Mitverantwortung für einander. Mit diesem Mitgefühl ist für uns der Glaube da (religiös oder nicht religiös) mit dem wir Unmenschlichkeit wahrnehmen und zu mündigen Bürgern in Freiheit zu werden. Wohin weist mein Weg?

Widerstand ist ein Weg, den der religiös Gesinnte aus eigener Verantwortung vor Gott geht. Kirchenasyl ist ein Beispiel wie christlichen Kirchen Schutz bieten und auch Menschen anderer Religionen dazu ermuntern können. Schutz bieten kann jeder einem anderen Menschen, ja jedem anderen Lebewesen. Mitgefühl und Verantwortung sind nicht an anerkannte Religionen gebunden. Schutz bieten kann selbstverständlich auch ein nicht religiöser Mensch. Oder eine Gemeinschaft gegenüber anderen. Widerstand im Namen der Menschlichkeit.

Wir laden ein, die die Frage hinein zu fühlen, zu denken, betend oder mahnend und handelnd: Wohin weist mein Weg?

Oster-Geburtstag

Intensive Feiertage – Pessach und Ostern – liegen hinter uns. Am Ostersonntag feierten wir mit vielen lieben Gästen Christians Geburtstag. Rockn RollF hat einen Geburtstagscartoon gezeichnet: Christian, wie er bei der Papstaudienz Papst Franziskus die Doktorarbeit von Michael Schindler über Straßenexerzitien überreicht. Christian ließ uns an den Eindrücken seiner letzten Reise nach Wien teilhaben, die gerade in der Karwoche stattgefunden hatte. Kardinal Schönbohm, der Klaus Mertes sehr unterstützt hat als er die sexuellen Übergriffe im kirchlichen Raum öffentlich machte, hatte Christian eingeladen um für die Priester der Diözese zwei Vorträge zu halten, die auch Predigthilfen sein sollten: Wie kann es gelingen biblische Texte ganz neu zu lesen und so lebendig werden zu lassen, war eine der Fragestellungen. Viele Priester waren in den Stephansdom gekommen, denn in der Karwoche werden die Chrisamöle geweiht, die für verschiedene Sakramente verwendet werden (Taufe, Firming) oder bei der Weihe eines Altars. Außerdem erzählte er vom Entwurf eines neuen Buches. Es wird um Straßenexerzitien gehen und wie man danach wieder gut in den Alltag hineinkommt. Eine Freude war auch der Besuch von Rana, der uns von seinen ersten Monaten im Priesterseminar erzählte – muß wohl eine Mischung zwischen Jungeninternat, Schullandheim und Studentenwohnheim sein. Ajußerdem wurde von der Karfreitagsmahnwache, die am Mahnmal für Sinti und Roma stattfand, erzählt und wir durften teilhaben an den Erfahrungen der Comboni-Schwestern mit den jungen Frauen, die sich in Berlin auf ihren Einsatz als „Missionarinnen auf Zeit“ vorbereitet haben und an unterschiedlichen Orten waren, an denen Armut sichtbar wird. Roi hat vom ökumenischen Friedensgebet am Gendarmenmarkt erzählt und ein Gebet aus seiner Hindu-Tradition gesungen. Christian Schmidt rezitierte – wie bei für jedes Geburtstagskind – das Geburtstagsgedicht. Das ganze fand rund um unsere große Tafel mit einem leckeren Festessen statt: Franz hatte Lachs im Blätterteig, ein Reisgericht mit Mango-Gemüsesauce und Salat zubereitet. Zum Nachtisch gab es Geburtstagskuchen und Obstsalat.

Der Abend „Perspektiven Italiens“ (Teil 2) mit Bildern, Musik und Texten über Aosta und Spezziola schloß die Feiertage ab und entließ uns in den Alltag.

Ostern alle Tage

Ostern alle Tage

Trotzdem wieder aufstehen
nicht jubelnd
nicht erlöst
nicht heilgezaubert
aber aufstehen

Gott etwas zutrauen
keine Allmacht
keine Heerscharen
kein Donnergetöse
aber zutrauen

Im Totenreich nicht heimisch werden
das letzte Wort nicht selber sprechen
und morgen wieder aufstehen

Carola Moosbach
Gottflamme Du Schöne, 1997
© Gütersloher Verlagshaus GmbH, Gütersloh  

Allen, die es feiern – wünschen wir ein gesegnetes und frohes Osterfest.

Frühlingsanfang kulinarisch: Ostern kommt bald

 


Zum heutigen Sonntagsfrühstück überraschte uns Franz mit neuen kulinarischen Kreationen und hat schon mal für Ostern geübt: Die Eier waren gefüllt mit Frischkäse, Olivenpaste, Senf, Zitronensaft und Gewürzen. Es blieb kein Krümel übrig.

 

Außerdem gab es noch Gurken- Tomatenblumen mit einer er-frischenden Sauce, deren Zutaten Franz auch nach eingehender Nachfrage nicht preisgeben wollte. Fotografisch in Szene gesetzt wurden diese Köstlich-keiten von unserem Haus- und Hoffotografen Luke Sonnenglanz.

 

 

Karsamstag: Wie uns die Zeiten ändern

Vor zwei Jahren am Karsamstag war ich als Besucherin beim Samstagsfrühstück in der Naunynstraße. Einige Bewohner und Freunde hatten mich gefragt, ob ich ihnen bei ihrem Oasentag den Karsamstag über einen Bibliolog erschließen könnte. Über diese Erfahrung und wie ich den Karsamstag sehe, habe ich hier geschrieben.

Heute habe ich mit Christian, Hilmtrud und Andrea eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus der CAJ (christliche Arbeiterjugend) begleitet, die Exerzitien auf der Straße gemacht haben.