Der Fülle Raum geben

Ostersonne – Sankt Michael 2020; Foto: Sr. Rita

 

 

Ursprünglich eine Spirale aus Tüchern. Jeden Fastensonntag wurde ein Symbol für die jeweilige Lesung aus den Evangelien hinzugefügt. Am Karfreitag wurde alles mit schwarzen Tüchern bedeckt. In der Osternacht wurden die schwarzen Tücher weggenommen, und es erschien mit vielen Strahlen in Gelb- und Rottönen mit Tüchern gelegt – diese Ostersonne.

Wir haben sehr intensive Festtage verlebt und sind dankbar für das Viele, das uns geschenkt wurde im Miteinander und von anderen. Vielen Dank auch an dieser Stelle dafür. Es war immer wieder die Erfahrung des Beschenkt werdens auf verschiedenen Ebenen.

Ab Palmsonntag haben wir eine Ideensammlung gemacht, was und wie wir in den kommenden Tagen die Zeit miteinander gestalten wollen. Wir hatten leckere Mahlzeiten miteinander zu Pessach und den Kar- und Ostertagen. Ansonsten haben wir uns in unterschiedlichen Zusammensetzungen zusammengefunden zu Fernsehg-ttesdiensten mit Laptop und Kerze („Christian, jetzt kommt Papst. Willst Du sehen?“ Und anschließend: „Jetzt ist evangelisch“), zum Hörspiel „der Prozeß Jesu“, zum Kochen, Backen, Eierfärben, zu einem Film über Alfred Delp und Zeiten der Stille in Sankt Michael. Ein Bewohner hat am Freitagnachmittag eine Andacht zu den sieben Worten Jesu am Kreuz vorbereitet.

Erfahrungen der Fülle und des Verbundenseins in einer Zeit, die auch für uns fordernd und in manchen Punkten schwierig ist. Einer arbeitet als Sicherheitsmann in einer Klinik, ein anderer hat viel zu tun im Reinigungsgewerbe. Einer ist im Pausenstatus und sehnt sich danach bald wieder in seine Arbeitsstelle zurückkehren zu können. Alle anderen können nicht arbeiten und haben erstmal keine Arbeit in Aussicht.

 

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Einladung zum interreligiösen Friedensgebet April 2018: Wohin?

Alle sind willkommen
All are welcome
Hoffnung für Frieden
Hope for Peace
innehalten, schweigen, sprechen, singen, beten
pause for a moment, in silence, speaking, singing, praying

Berlin So, 1. April 2018, 15 Uhr Interreligiöses Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt beim Deutschen Dom

Wohin?

 Das jüdische Fest Pessach ist Anlass für die Zusammenkunft von Familien, auch religiös verstanden der gewählten Schwestern und Brüder. Es erinnert an die erfolgreiche Flucht aus der Zeit der Sklaverei. An Pessach knüpft sich zeitlich das Ereignis an, das Ursprung der christlichen Religion ist: Ostern. Jesus Christus ist nach seinem Tod auferstanden. Dies ist für viele erst einmal unfassbar. Doch Jesus können wir neu begegnen und ihn mit dem fühlenden Herzen begegnen.

Welche Verantwortung haben wir für  den eigenen Glaubensweg, unser religiöses Handeln. Erkenne ich Gott? Worin erkenne ich Gott? Was will Gott von mir? Wohin weist mein Weg?

In unserem letzten Gespräch standen Fragen zum Kirchenasyl im Mittelpunkt. Eine Gemeinde/Gemeinschaft kann sich entscheiden, Kirchenasyl zu gewähren, also einem Menschen Schutz vor staatlichem Zugriff anzubieten. Mit dem Ziel für Menschen, die auf der Flucht sind, eine erneute Überprüfung der Fluchtgründe zu erwirken. Staatliche Fehlentscheidungen sollen überprüft werden. Leben oder Tod kann auf dem Spiel stehen. Das kann lange dauern und braucht das Zusammen-wirken mehrerer, die aus Überzeugung diesen Weg gehen. Sich schützend vor einen Schutzsuchenden zu stellen, braucht von jedem Einzelnen den Glauben, das Richtige zu tun in Mitverantwortung für einander. Mit diesem Mitgefühl ist für uns der Glaube da (religiös oder nicht religiös) mit dem wir Unmenschlichkeit wahrnehmen und zu mündigen Bürgern in Freiheit zu werden. Wohin weist mein Weg?

Widerstand ist ein Weg, den der religiös Gesinnte aus eigener Verantwortung vor Gott geht. Kirchenasyl ist ein Beispiel wie christlichen Kirchen Schutz bieten und auch Menschen anderer Religionen dazu ermuntern können. Schutz bieten kann jeder einem anderen Menschen, ja jedem anderen Lebewesen. Mitgefühl und Verantwortung sind nicht an anerkannte Religionen gebunden. Schutz bieten kann selbstverständlich auch ein nicht religiöser Mensch. Oder eine Gemeinschaft gegenüber anderen. Widerstand im Namen der Menschlichkeit.

Wir laden ein, die die Frage hinein zu fühlen, zu denken, betend oder mahnend und handelnd: Wohin weist mein Weg?