Es ist an der Zeit

( Michael schreibt ): Gestern abend sind Christian, Iris und ich aus München zurückgekommen.

Seit Freitag-abend waren wir im spirituellen Zentrum St. Martin mit ungefähr  40 weiteren Begleiterinnen und Begleitern der Exerzitien auf der Strasse zu Gast. Eine volle Zeit, zusammen mit Zeitgenossinnen und Weggefährten, in welcher auch die ganz eigene Verbindung der Naunynstr. mit den Strassenexerzitien anschaulich war. So war denn auch dem Generationswechsel in der Naunynstr. ein eigene Zeit eingeräumt. Sonntag morgen erzählten Iris, Christian und ich aus je eigenen Sicht vom derzeitigen Stand des Prozesses.

Mein Beitrag war eher theoretischer Art, und in der Kürze der Zeit wohl dem einen und der Anderen zu komprimiert, als dass unmittelbar einsehbar werden konnte, in welchem Konflikt welcher Geister der Genarationswechsel sich gerade vollzieht.

Da ich  aus einer Schule des Denkens komme, der ich sehr viel verdanke, ist es mein Anliegen,  im Zuge einer Schule des Gewahrwerdens, als welche ich die Strassenexerzitien kennengelent habe, neben den Übungen des Fühlens auch solche des Denkens stark zu machen.

Denn es ist meine Erfahrung, daß die alte Volksweisheit Wahres erzählt, wenn sie sagt :

„Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst. Denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken.“

Oder, so habe ich es bei Martin Heidegger gelesen :

“ Das bedenkliche an unserer bedenkenswerten Zeit ist, dass wir noch nicht denken.“

Immer wieder mache ich die schmerzhafte Erfahrung, daß jedwedem Denken Skepsis bis hin zur Ablehnung entgegengebracht wird. Wir Akademiker haben dazu oft Anlass gegeben.

Es ist an der Zeit, mich zu zeigen als beteiligten Zeitgenossen im laufenden Prozess des Generationswechsels in der Naunynstr.

Ich tue das einmal mit einem Buchtitel des großartigen Jesuiten Karl Rahner, und stelle mich vor als “ Hörer des Wortes“.

Einer der Lehrer Karl Rahners, Martin Heidegger, hat übrigens das Fragen einmal „die Frömmigkeit des Denkens“ genannt.

Und so lade ich dazu ein, an die Äußerungen meines Denkens, welche ich in Zukunft des Öfteren in diesem Blog mit einstellen werde, die Fragen zu stellen, die Euch und Ihnen dazu entstehen, und freue mich auf offene und fruchtbringende Dialoge.

 Michael

Kommentare zu diesem Text sind hier möglich

Advertisements