Frühstücksgespräche (2) im Sommer

 

Unter der Woche frühstücken wir immer um 8.00 Uhr – also die BewohnerINNEN, die zuhause sind und nicht nachts gearbeitet haben. Manchmal kommt der eine oder andere Frühstücksgast dazu. Wenn Menschen aus so verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen und Alters zusammen sind, dann kommen ganz unterschiedliche Themen und Positionen ins Gespräch. In den Sommermonaten kamen wir über folgende Themen ins Gespräch:

  • Militärdienst: freiwillig oder Pflicht – wie lange – paramilitärische Ausbildung
  • freiwillige Feuerwehr: Aufgaben und Ausbildung
  • was bedeutet es, immer unter seinen Möglichkeiten arbeiten zu müssen
  • kleine Schwestern Jesu, wer war Charles de Foucauld, Film „von Göttern und Menschen“
  • Wie begrüßt man sich in unterschiedlichen Kulturen?
  • Verhältnis zu Eigentum / Diebstahl
  • Wer darf zu einem Schwarzen „Negerbruder“ sagen und wer nicht?
  • Einsamkeit hat viele Gesichter
  • Warum ist Pilgern in Deutschland so „in“?  Was tut ein Pilgerbegleiter?
  • Was ist ein Waldkindergarten?
  • Leben auf dem Dorf – Leben in der Stadt
  • Kinder und Großeltern: Das Miteinander in verschiedenen Kulturen
  • Ignatiusfest bei den Jesuiten in Kladow
  • welche Staatsangehörigkeit hat ein Kind aus einer bi-kulturellen Partnerschaft in den unterschiedlichen Ländern
  • welche Lautstärke beim Sprechen erleben wir bei unterschiedlichen Kulturen als angenehm oder unangenehm?
  • Opferfest
  • bi-kulturelle Ehen zwischen afrikanischen und europäischen Partnern
  • Wehrdienst – Zivildienst – soziale Freiwilligendienste
  • wie lernt man eine Fremdsprache?

 

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Caritas-Arztmobil angezündet …

Caritas-Arztmobil

„Das Arztmobil war heute gar nicht da. Machen die Ferien?“ – so fragten sich zwei unserer Bewohner, die beim Mittwochscafe in St-Marien-Liebfrauen in Kreuzberg ehrenamtlich mitarbeiten. Immer während der Öffnungs-zeiten von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr kommt gegen 16.00 h das von Frank Zander gespendete Arzt-Mobil, eine mobile Arztpraxis in der obdachlose und arme Menschen behandelt werden. Das Arztmobil fährt von Montag bis Freitag 15 Stellen im ganzen Stadtgebiet an. Auf der Seite der Caritas heißt es:

Das Caritas-Arztmobil befindet sich seit 1995 im Einsatz. Es ist ein Kleintransporter, der als einfacher Behandlungs-raum ausgestattet ist. Die Patienten werden dort besucht, wo sie leben. Menschen, die auf der Straße leben, gehen in den seltensten Fällen zum Arzt. Doch sie werden sehr oft krank, da ihre Lebensbedingungen, gerade im Winter, sehr hart sind. Das Caritas-Arztmobil bietet eine medizinische Grundversorgung, aber auch darüber hinausgehende Hilfe.

Das Team des Caritas-Arztmobils versorgt Obdachlose an diversen Standorten zuverlässig. Vor Suppenküchen, Not-übernachtungen oder an Bahnhöfen pflegen die Ärzte Wunden, geben Medizin und überführen, wenn nötig, die Kranken in ein Krankenhaus. Pro Jahr werden knapp 1800 Konsultationen durchgeführt, der Bedarf wächst stetig.

Das Arztmobil bietet aber nicht nur medizinische Versorgung an. Ziel der Ärztinnen und Ärzte, der Pflegekräfte und der Sozialarbeiter ist es, den Kontakt zu den Erkrankten zu halten und sie an weiterführende Hilfsangebote heranzuführen.

Vor einigen Tagen wurde es in der Nacht angezündet. Der Schaden ist so groß, daß es längere Zeit nicht im Einsatz sein wird. Die Reparatur wird teuer. Wer dazu einen Beitrag leisten kann und will, findet die Daten hier.

Zum Weiterlesen:
Artikel im deutschen Ärzteblatt über einen Einsatztag des Arztmobils
Über Armut in Berlin

Nachtrag 18. August 2019:
Das Caritas-Arztmobil ist wieder im Einsatz

Sommermorgen – ganz anders

Morgens kurz vor halb sieben. Es ist noch kühl und ich bin unterwegs zu den Franziskanerinnen. Da sitzen sie auf einer Treppenstufe zum Hauseingang: Zwei junge Münner, Nordafrikaner, Mitte zwanzig – wenn überhaupt, sehr freundlich. Ich bleibe stehen, sehe das bereits ausgepackte weiße Pulver. Es sind die Vorbereitungen für den nächsten Schuß. Ich bleibe stehen sage: „Guten Morgen“. Der eine, der links vor mir sitzt, schaut auf, sagt: „Entschuldigung“. Ich gehe um die beiden herum zur Haustür. Als ich eine Stunde später das Haus verlasse, sehe ich noch die Reste des Drogenkonsums – schon etwas verweht.

Zum Weiterlesen:
Im Görlitzer Park

 

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Eine Tasse als Gleichnis

Mehr als 15 Jahre hatte unser ältester Mitbewohner, Bruder Christian, eine schwere braune Steinguttasse in Gebrauch. Vor zwei Wochen ging sie beim Abspülen zu Bruch. Er hat sie sehr vermißt. Einige Tage später hat ihm Silvia eine neue Tasse (Foto links) geschenkt, die ihm gut gefällt und zudem viel leichter ist. Er meinte dazu: „Schon vor meiner Krebsdiagnose vor 15 Jahren hatte ich diese Tasse. Ich habe mich so an sie gewöhnt. Ich habe sie sehr vermisst und habe einige Zeit gebraucht sie innerlich loszulassen. Und jetzt habe ich eine viel schönere Tasse geschenkt bekommen.“

Dieses Gespräch ist mir einige Zeit nachgegangen und mir ist das Gebet der Töpfer von Taize wieder eingefallen:

Gebet der Töpfer von Taizé
Herr,
mache mich zu einer Schale,
offen zum Nehmen,
offen zum Geben,
offen zum Beschenktwerden,
offen zum Bestohlenwerden.
Herr,
mache mich zu einer Schale für Dich,
aus der Du etwas nimmst,
in die Du etwas hineinlegen kannst.
Wirst Du bei mir etwas finden,
was Du nehmen könntest?
Bin ich wertvoll genug,
sodass Du in mich etwas hineinlegen wirst?
Herr,
mache mich zu einer Schale
für meine Mitmenschen,
offen für die Liebe,
für das Schöne,
das sie verschenken wollen,
offen für ihre Sorgen und Nöte,
offen für ihre traurigen Augen
und ängstlichen Blicke,
die von mir etwas fordern.
Herr,
mache mich zu einer Schale.

Assisi im Wohnzimmer

Ansicht von Assisi

Weil einige Bewohner den Wunsch haben nach Assisi zu fahren, haben wir Schwester Rita letzten Sonntag eingeladen. Sie hat zwölf Jahre dort gelebt und im Gäste-haus der Franziskanerinnen viele Gruppen empfangen und ihnen Assisi nahe gebracht. Mit vielen Bildern hat sie uns und einigen Gästen, die dazugekommen waren erste Eindrücke ermöglicht und gezeigt, was uns dort erwartet. Nun sind wir gespannt, welche Wege und Türen sich öffnen und wie wir diese Fahrt realisieren können.