Nikolaus-Frühstück religionsübergreifend

Beim Nikolaus-Frühstück haben wir die Legen-den über den Heiligen aus dem Bilderbuch von Anselm Grün gelesen, das uns der Kindergarten geliehen hat.  Es werden auch einige weniger bekannte Geschichten erzählt, etwa wie Nikolaus einen Jungen rettet, der bei einer Bootsfahrt in einen Fluß gefallen ist, obwohl der Bischof nicht vor Ort war.

Ein muslimischer Mitbewohner wollte wissen, ob Nikolaus ein Prophet gewesen ist. Im Frühstücks-gespräch fanden wir heraus, daß einige der Ge-schichten, die von Nikolaus erzählt werden, in der jüdischen und muslimischen Tradition dem Pro-pheten Elias (Elyas/ Ilyas) zugeschrieben werden.

Außerdem fanden die Socken, die uns Gertrud vor kurzem geschickt hat, die passenden Füsse zur großen Freude der Beschenkten.

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Allerheiligen

Grab Franz Keller

Heute waren die Mitbewohner, die Zeit hatten am Vormittag auf dem St. Hedwigs Domfriedhof in Reinickendorf, wo auf dem Gräberfeld der Jesuiten Franz Keller und Michael Walzer begraben sind. Einige haben Franz Keller noch persönlich gekannt. Michael Walzer, der mit Christian Herwartz das gemeinsame Leben in Kreuzberg begonnen hat, kennen wir alle nur aus den Erzählungen von Christian Herwartz. Wir hatten Blumen, Lichter und Räucherstäbchen dabei. Das gemeinsame Erinnern, die Stille und das Vater Unser miteinander zu teilen war eine schöne Erfahrung.

Wir wußten nicht, daß die Grabstellen neu belegt werden. Deshalb waren wir erstaunt und teilweise erschrocken, daß die Grabstelle von Michael Walzer neu belegt war. Pater Peter Kegebein, der uns auch verbunden war, ist dort im Sommer beigesetzt worden. Der Grabstein von Michael Walzer lag noch daneben.

Zum Weiterlesen:
Letztes Jahr Allerheiligen mit den Nachrufen von Franz Keller und Michael Walzer und zwar hier.

Fußball WM – Identifikation

Heute am Abend vor dem WM Spiel Deutschland gegen Schweden unterhalten sich vier Mitbewohner aus drei Kontinenten. Ein schwarzer Mitbewohner, dessen Herkunftsland sich nicht qualifiziert hat, fragt: „Und was ist, wenn wir morgen verlieren?“ Irritierte Reaktion des einzigen deutschen Gesprächsteilnehmers: „Von welchem WIR sprichst du?“ Antwort: „Ach von Deutschland“.

Dankbarkeit … immer wieder neu

DARÜBER

… in einem Rechtsstaat zu leben nachdem unsere afrikanischen Mitbewohner beim Frühstück erzählt haben, wie prägend in ihrem Alltag in den Heimatländern die Korruption für ihr Leben war. Die lähmende Atmosphäre, die davon ausging, hing spürbar in unserer Wohnzimmerluft

… daß ein Mitbewohner, auf dessen Rückkehr wir eine Woche gewartet haben, wieder gesund zurück gekommen ist

… daß uns Rocky heute besucht hat, von seinen musikalischen Projekten erzählt hat und so die Verbindung zu ihm weiter besteht

… daß Anna von den kleinen Schwestern bei uns vorbei geschaut hat und ein leckeres Kichererbsengericht mitgebracht hat, das von einem Projekt vom Kinderzirkus übrig geblieben war

… über Werner, den Weitergeber, der Kartoffeln, Karotten und eine Steige Trauben vorbei brachte

… daß eine Mitbewohnerin mit viel Freude und Engagement bei ihrer Weiterbildung zur Kochassistentin ist

… über die neu geknüpfte Verbindung zur Bruderhof-Gemeinschaft in Beech Grove (England) und die Nachfrage, ob sie weiterhin noch für einen Mann in der Leitung der WG beten sollen („sag bescheid sobald wir aufhören können“)

… daß eine Freundin der WG ihr zweites Kind erwartet nachdem das Paar sich viele Jahre nach Kindern gesehnt hat

… über die Möglichkeit, morgens in der Nachbarschaft am Morgengebet der Franziskanerinnen teilnehmen zu können …

Im Übergang

Edith Stein schreibt:

Und wenn die Nacht kommt
und der Rückblick zeigt,
daß alles Stückwerk war
und vieles ungetan geblieben ist,
was man vorhatte,
wenn so manches
tiefe Beschämung und Reue weckt,
dann alles nehmen,
wie es ist,
in Gottes Hände legen
und ihm überlassen.
So wird man in Ihm ruhen können,
wirklich ruhen
und den neuen Tag
wie ein neues Leben beginnen.

(Aus dem Andere-Zeiten-Adventskalender)

Unsere Wohnzimmerlampe – (k)ein Kultobjekt?

Geburtstagsessen August 2017

Wer in die Naunynstraße zu Besuch kommt kennt unseren Wohnzimmertisch und unsere WOHNZIMMERLAMPE, der wegen ihrer Häßlichkeit ein gewisser Kultstatus nachgesagt wird. Das Foto links zeigt sie anläßlich eines Geburtstagessens im August diesen Jahres. Inzwischen war sie noch mehr angegraut.  Wahrscheinlich deshalb hatte unsere Mitbewohnerin Maria den Impuls, sie zu reinigen, damit die Lampe und auch das Wohnimmer zu Weihnachten neu erstrahlen können. So wurde der Stoff vom Lampengestell abgenommen. Nur: Mit der Reinigung klappte das nicht so wie geplant. Der Lampenüberzug – aus einem Feinripp-Unterhemd von Franz Keller gebastelt – und deshalb mit besonderen Erinnerungen aufgeladen (an Franz Keller SJ) machte die Prozedur nicht so mit wie er sollte: Er wurde statt sauberer eher grauer und ging noch dazu ein. Was tun jetzt?

Das Gestänge konnte nicht so nackt und kahl von der Decke baumeln und schon gleich gar nicht an Weihnachten. Mit der Nachfolge eines so besonderen Objektes ist es nicht so einfach. Schließlich hat ein Mitbewohner eines seiner Unterhemden zur Verfügung gestellt. Beim Samstagsfrühstück wurde die Veränderung von den Stammgästen sofort bemerkt und mit Bedauern festgestellt, daß die Ursprungsversion der Lampe nicht fotografisch in Nahaufnahme dokumentiert worden war. Aber wer hätte die Veränderung bzw. die damit verbundenen Umstände voraussehen sollen?

Silvia, die oft zu unserem Samstagsfrühsück kommt, hat unserer alten Wohnzimmer-lampe  im EINFACH-OHNE-BUCH ein literarisches Denkmal gesetzt und zwar hier .So sieht sie nun aus, die NEUE:

Wohnzimmerlampe Dezember 2017

 

 

 

Zwischen Advent und Weihnachten

Gestern haben wir die Gäste des Samstagsfrühstück mit einem Gedicht von Frank Howaldt aus dem „Andere Zeiten“-Adventskalender verabschiedet:

Kein Stern, das Dunkel,
kein Engel, die Menschen.

Aber dann waren es die tröstlichen Worte
die im Schneeregen fallen
leise beleuchtet

zum Tanz verleiten
ein paar Schritte und Herztöne
den Weg entlang

Und dann waren es die tröstlichen Worte
die vom Himmel schweben
berechnen nichts
beurteilen niemand
befeuchten das tote Laub
finden die Risse
erleuchten die welt

Und dann war es doch noch das
unerwartete
unübersetzbare
Wunder
einer Adventsnacht

Weihnachtskrippe 2017 (Foto: Maria Cruz)

Heute morgen haben Christian Schmidt, Maria und Rana unsere Weihnachtskrippe aus Afrika (Simbabwe) aufgebaut.

Wir wünschen allen unseren Freunden und Freundinnen, allen, die uns begleiten, die Anteil nehmen und den Mitlesenden ein frohes, lichtvolles Weihnachtsfest und G-ttes Segen für 2017.