Nachlese von Weihnachten

Wie und wann genau das Päckchen mit den Lebkuchenhausteilen seinen Weg zu uns gefunden hat ist nicht mehr nachzuvollziehen. Gestern jedenfalls hat unser Mitbewohner Micha es zusammengesetzt und gestaltet. Im Moment freuen wir uns über viele unterschiedliche kreative Talente in unseren Reihen:

Lebkuchenhaus (Foto vom Chefkoch)

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Kollektion Chefkoch

Große Freude beim Chefkoch. Eine Arbeitskollegin hat ihm diese Kollektion geschenkt.

Was für eine Wertschätzung seiner Arbeit. Wir freuen uns mit ihm. Was eine „Legende“ ist, war erklärungsbedürftig.

Kreationen vom Chefkoch sind unter “ Feste und Feiern“  hier auf dem Blog zu sehen.

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Generalprobe: Frau Holle

Am Sonntagnachmittag (gestern) war wieder mal Kultur in unserem Wohnzimmer angesagt. Karin Bretzinger hat uns und einigen Freunden der Gemeinschaft das Märchen von Frau Holle vorgetragen – mit Geigenstücken und dazu passenden Volkslieder. Wir hatten danach einen sehr anregenden Austausch über die verschiedenen Bedeutungsebenen von Märchen und wie sie verstanden werden können, was die Symbole bedeuten, welche Parallelen es in anderen Kulturen gibt … Die Eindrücke waren so nachhaltig, daß das Gespräch darüber beim Frühstück am Montagmorgen eine Fortsetzung fand.

Auch Karin selber war sehr angetan und berührt von dem Nachmittag und erzählte, daß sie am Mittwoch dieses Märchen in einem Treffpunkt im Wedding erzählen wird – also bei uns eine Art Generalprobe hatte. „Beim nächsten Mal mache ich das wieder so“ war ihr Schlußwort, das bei der Zuhörerschaft ungeteilte Zustimmung fand.

Für alle, die in Berlin sind und am Mittwoch Zeit und Lust haben:

Mi 18. Januar 2023 um 17.00 Uhr
Neujahrskonzert mit Märchenzauber
mit Violine, Gitarre und Gesang
Ort: Tageszentrum m32
Malplaquetstraße 32
13347 Berlin

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Weihnachten im Knast

Vor ein paar Wochen rief Jörg Machel an, der über 30 Jahre Pfarrer in Kreuzberg war. Für eine Sendung bei Deutschlandfunk Kultur sucht er Menschen, die über ihre Erfahrungen mit „Weihnachten im Knast“ mit ihm sprechen und vielleicht an dem Beitrag mitwirken würden. Ob nicht der eine oder andere (Ex-)Mitbewohner dazu bereit wäre, sich mit ihm zu treffen?

Ein ehemaliger Mitbewohner, der zehn Jahre in unserer WG gelebt hat, war dazu bereit. Er ist ziemlich am Anfang des Beitrags zu hören, und am Schluß erzählt er vom ersten Weihnachtsfest, das er in unserer Wohngemeinschaft erlebt hat. Die Sendung ist 18 Minuten lang und kann hier gehört werden.

Im Juni hat Jörg Machel bereits einen 4minütigen Beitrag über unser offenes Samstagsfrühstück gemacht: Wenn die Tür besonders weit offen steht. 
Sein Nachruf über „Christian Herwartz – ein Leben jenseits der Komfortzone“ steht hier.

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Versuchskaninchen – oder: Wenn der Chefkoch übt …

Tannenbaumpizza

Weil auf der Arbeitsstelle vom Chefkoch diese Woche ein Weihnachtsessen angesagt ist, und Pizza besonders beliebt ist, deshalb hat er gestern mit Unterstützung einer Mitbewohnerin eine neue  Weihnachtskreation entwickelt: Tannenbaumpizza und Weihnachtssternpizza. Wir sind dann gerne Versuchskaninchen Testessende. Allen hat es vorzüglich geschmeckt. Außerdem war es ein schöner Abschluß des dritten Adventssonntags, an dem wir nachmittags viele Gäste zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Singen hatten und Pater Benno uns mit Gitarrenbegleitung unterstützte. 

Weihnachtssternpizza

 

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#Wmdedgt Dezember 2022: adventliche Alltagssplitter

Weil wieder der 5. eines Monats ist, lädt die Blognachbarin unter dem Motto „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ kurz wmdedgT zum Tagebuchbloggen ein.

Ich bin der Tisch von der Wohngemeinschaft Naunynstraße mitten in Kreuzberg  im ehemaligen SO 36. 

Um halb sieben wurde der Kachelofen neben mir mit Kohlen neu bestückt, damit es eine Grundwärme zur Frühstückszeit gibt. Eine Stunde später ging es dann mit den Frühstücksvorbereitungen los. Um acht Uhr trafen sich dann die BewohnerINNEN, die nicht außerhalb arbeiten zum gemeinsamen Frühstück.

Weil einer sich mit einem Eiersatzprodukt, das die WG geschenkt bekommen hat, Rührei machte, führte das zum Austausch darüber, was von Ersatzprodukten für veganes Leben zu halten sei (Fleischersatz, Käseersatz, Ei-Ersatz etc.). Dann kam noch die Frage auf, was genau eine Stiftung ist, für welche Zwecke man Stiftungen errichten kann. Eine konnte ihre Erfahrung erzählen, ein Jahresstipendium von einer Stiftung erhalten zu haben und wie sich das auf sie und das geförderte Projekt ausgewirkt hat. Weil zur Zeit immer wieder Flötenmusik von Hans-Jürgen Hufeisen gehört wird, wurde auch über das Leben dieses Musikers gesprochen. Er wurde von seiner Mutter, einer Handlungsreisenden, in einer Pension geboren und dort zurückgelassen. Erst war er in einer Pflegestelle und später in einem evangelischen Kinderheim, wo eine Erzieherin sein musikalisches Talent entdeckte und förderte. Ein anderer Bewohner erzählte von einem Film, in dem gezeigt wurde, wie Häuser aus Paletten gebaut. wurden.

Nach dem Frühstück wurde abgespült und die Böden gewischt. Danach waren die Quitten zur Verarbeitung dran, die die WG geschenkt bekommen hat. Sie wurden ge-schnitten und die Kernhäuser entfernt. Danach wurden sie gekocht bis sie weich waren. Die Flüssigkeit wurde abgegossen und daraus Quittengelee gekocht (12 Gläser) – teils mit Zimt und teils ohne. Aus dem Fruchtfleisch (2 Kilo) und der gleichen Menge Zucker unter einstündigem Rühren entstand dann die Grundlage für Quittengelee, eine Art Konfekt. Der eingedickte Brei wurde auf ein Blech und auf eine Springform gestrichen, die mit Packpapier belegt waren. Das Blech landete im Herd zum Trocknen und die Springform im Kachelofen. Ein Bewohner hatte erzählt, daß seine Mutter aus den Kernhäusern von Quitten Tee macht, der gegen Husten hilft. Das wurde dann gleich ausprobiert, weil eine Bewohnerin gerade mit einem Infekt unterwegs ist …

Zwischendurch hatte ein Bewohner sich auf den Weg zur Arbeit gemacht und ein anderer ist zum Kieztreff in den Prenzlauer Berg in die Kleiderkammer gefahren.

In der Zwischenzeit hat der Chefkoch einen Nudelauflauf mit Salat vorbereitet und eine Bewohnerin in der Küche in einem Topf Zweige angesetzt. Das warme Essen tat uns allen gut. Anschließend setzten sich einige zusammen, um den Abendimpuls aus Maria Laach von unserem Freund, Pater Philipp, zu hören. 

Im „anderen Advent“ stand heute der „Tag des Ehrenamtes“ im Mittelpunkt. Ganz verschiedene Menschen wurden mit ihren ehrenamtlichen Engagements vorgestellt. Deutsch lernen mit Flüchtlingen oder Lebensmittel bei der Tafel ausgeben kannten alle. Aber daß man nach einem vorgegebenen Skript Krankheiten simulieren kann, damit angehende Ärzte Empathie einüben, war doch recht ungewöhnlich.

Das Wohnzimmer leerte sich langsam …

Weitere Beiträge zum Tagebuchbloggen #wmdedgt gibt es hier

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Waschmaschinen-Glück

… oder Reparatur-Glück. Anfang November wollte unsere Waschmaschine nicht mehr so, wie sie sollte. Der Chefkoch mit seinen vielfältigen Geschäftsbeziehungen kannte einen Technikladen, der einen Mitarbeiter zur Diagnose vorbei schickte und das für 15 (fünfzehn) Euronen. Der Heizstab war defekt, was nun nicht verwunderlich ist, da uns die Waschmaschine von einer ehemaligen Mitbewohnerin geschenkt wurde und zwar im April 2016. Das gute Stück ist bei uns nahezu täglich im Einsatz und oft mehrmals. Da darf nach sechseinhalb Jahren Betrieb schon mal ein Teil ausfallen.

Die Beschaffung des Ersatzteils und die Reparatur sollte innerhalb von zwei Tagen stattfinden. Doch dann kam Corona zu Besuch und blieb etwas. So konnte der Handwerker erst gestern zum Einsatz kommen. Eigentlich sollte er bis 14.00 h bei uns ankommen, aber er kam und kam nicht. An einem anderen Einsatzort war es zu einem Wasserrohrbruch gekommen – nicht durch ihn, aber er wurde gebraucht.

So waren wir froh, daß er um 17.00 Uhr nach seiner eigentlichen Arbeitszeit noch zu uns kam und das Ersatzteil einbaute. Da unsere Wohnung im zweiten Stock nicht saniert ist, gibt es im Bad keine Heizung. Und weil unsere Waschmaschine ein Frontlader ist, mußte er den Einbau auf dem Boden liegend erledigen, was eine knappe Stunde dauerte. Die Dichtungen hat er sich auch noch vorgenommen, sodaß unsere Waschmaschine nach dem Probewaschen kein Wasser mehr von sich ließ.  

Wir sind froh darüber, denn wäschemäßig (Handtücher, Geschirrtücher, Bettwäsche) waren wir trotz guter Bevorratung am Limit. Eine schöne Erfahrung war es zudem noch in der Service-Wüste Deutschland. Kundendienst im alten Stil. 

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