Pfingstmontag 2020

Dieses Jahr zur Corona-Zeit war es ein besonderes Geschenk, daß Schwester Rita und Schwester Annette von der Berliner Kommunität der Siessener Franziskanerinnen während der Fasten- und Osterzeit in der Kirche Sankt Michael Meditationsorte und Bodenbilder gestaltet haben. Einige waren in den letzten Wochen hier im Blog zu sehen.

Bodenbild Pfingsten

 

xx

Gruß zu Pfingsten 2020

 

Installation Sankt Michael Kreuzberg

 

Komm
Heiliger Geist,
fackle nicht lange
zieh uns in deinen Bann

Komm
Heiliger Geist
hauch uns an
entfache uns

Komm
Heiliger Geist
lodere in uns
sei Kraft, die in uns glüht, ohne zu verglühen

Komm

(Angela Berlis)

 

Gedanken von Dietrich Bonhoeffer zu Pfingsten 1944
Gedicht von Wilhelm Bruners zu  Pfingsten

 

xxx

Mosaic und Feiertage von drei Religionen

Am Dienstag war der letzte Tag des muslimischen Zuckerfestes, am Donnerstagabend beginnt das jüdische Wochenfest Schawuot und am Sonntag feiern Christen das Pfingstfest. Deshalb haben wir beim Kommunitätsabend, dem wöchentlichen Treffen unserer Gemeinschaft, den Film „Mosaic“ miteinander gesehen. Es ist eine filmische Collage – eine Art Filmmeditation: Bilder von Moscheen und Synagogen aus sechs Ländern mit Musik von Künstlern und Künstlerinnen aus den jeweiligen Kulturen unterlegt mit Instrumenten aus dem jeweiligen kulturellen Kontext bestehend aus tausenden Detailaufnahmen: Eine Symphonie von Bildern, Klängen, Licht, Bewegung …

Die Künstlerin Debora Philipps hat für diesen Film Usbekistan, die Türkei, Ägypten, den Iran, Marokko und Andalusien bereist und ist in über 6000 Detailaufnahmen den Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Gegensätzen von Moscheen und Synagogen nachgegangen. Da beide Religionen figurative Abbildungen nicht erlauben, haben sich die Künstler bei der Ausgestaltung auf botanische, kalligraphische und geometrische Muster konzentriert.

Wer – wie wir – in diesem Gesamtkunstwerk schwelgen will, kann seit kurzem den Film auch im Internet ansehen und zwar hier. 

 

xxx

Zum Muttertag 2020

Für einige von den migrantischen Bewohnern ist es ein schwerer Tag, weil sie nicht bei ihrer Mutter sein können, möglicherweise nur per Telefon Kontakt haben können oder gar keine Verbindung aufnehmen können. Einer von ihnen hatte die Idee zu dieser Muttertagstorte. Sie ist allen Müttern gewidmet, und besonders denen im Umfeld unserer Wohngemeinschaft.

 

Foto: Marga Zitzmann

Er sagt: „Die Mutter ist für jeden wichtig. In meiner Kultur und Mentalität ist die Mutter besonders wichtig. Heute im Evangelium hat es geheißen, daß Jesus sagt: Ich gehe zum Vater. Dort sind viele Wohnungen. Ich bin sicher, daß Mutter dann die Tür aufmacht. In meiner Tradition sagt man: „Das Paradies ist unter den Füssen der Mütter“. Wenn Jesus sagt, da sind ganz viele Wohnungen, bin ich sicher, daß für jeden eine Wohnung da ist. Jeder bekommt eine Wohnung. Wenn ich an meine Mutter denke, dann geht es meiner Seele gut. Meine Mutter hat einen tiefen Wunsch, den ich ihr erfüllen soll. Ich wünsche mir die Kraft, daß ich das tun kann.

 

x

Ostersonntagsmenü 2020

nachgetragen mit einem speziellen Gruß vom Chefkoch:

Vorspeise Ostermenü

Tomaten-Mozarella-Tulpen mit frischen Kräutern und Minze mariniert

Huhn mariniert in Kiwi mit Granatapfelkernen

Blumenkohl-Paprika-Gemüse auf Kokosmilchsauce

Ofenkartoffeln mariniert mit Sumach

Obstsalat

Wir haben es sehr genossen – wie die vielen anderen Mahlzeiten in diesen Tagen miteinander. Wie schade, daß wir niemanden einladen konnten um diese schöne Feiertagsessen zu teilen.

 

x

Der Fülle Raum geben

Ostersonne – Sankt Michael 2020; Foto: Sr. Rita

 

 

Ursprünglich eine Spirale aus Tüchern. Jeden Fastensonntag wurde ein Symbol für die jeweilige Lesung aus den Evangelien hinzugefügt. Am Karfreitag wurde alles mit schwarzen Tüchern bedeckt. In der Osternacht wurden die schwarzen Tücher weggenommen, und es erschien mit vielen Strahlen in Gelb- und Rottönen mit Tüchern gelegt – diese Ostersonne.

Wir haben sehr intensive Festtage verlebt und sind dankbar für das Viele, das uns geschenkt wurde im Miteinander und von anderen. Vielen Dank auch an dieser Stelle dafür. Es war immer wieder die Erfahrung des Beschenkt werdens auf verschiedenen Ebenen.

Ab Palmsonntag haben wir eine Ideensammlung gemacht, was und wie wir in den kommenden Tagen die Zeit miteinander gestalten wollen. Wir hatten leckere Mahlzeiten miteinander zu Pessach und den Kar- und Ostertagen. Ansonsten haben wir uns in unterschiedlichen Zusammensetzungen zusammengefunden zu Fernsehg-ttesdiensten mit Laptop und Kerze („Christian, jetzt kommt Papst. Willst Du sehen?“ Und anschließend: „Jetzt ist evangelisch“), zum Hörspiel „der Prozeß Jesu“, zum Kochen, Backen, Eierfärben, zu einem Film über Alfred Delp und Zeiten der Stille in Sankt Michael. Ein Bewohner hat am Freitagnachmittag eine Andacht zu den sieben Worten Jesu am Kreuz vorbereitet.

Erfahrungen der Fülle und des Verbundenseins in einer Zeit, die auch für uns fordernd und in manchen Punkten schwierig ist. Einer arbeitet als Sicherheitsmann in einer Klinik, ein anderer hat viel zu tun im Reinigungsgewerbe. Einer ist im Pausenstatus und sehnt sich danach bald wieder in seine Arbeitsstelle zurückkehren zu können. Alle anderen können nicht arbeiten und haben erstmal keine Arbeit in Aussicht.

 

x