Laubhüttenfest – Sukkot … mal anders

Eine Laubhütte (Sukka) auf dem Hinterhof – kein Platz dort.
Eine Laubhütte auf dem Balkon – kein Balkon. Deshalb bei uns auf dem Tisch:

Erinnerung an die vierzig Jahre in der Wüste. EINER geht voran – geht mit: Tags als Wolkensäule – nachts als Feuersäule. Die Israeliten – wir – unterwegs, verletzbar, verwundbar, ausgesetzt äußerlich und innerlich. Die Sukka – ein Schutz: auf Zeit, vorläufig bis zum nächsten Aufbrechen.

Jeden Tag wird eine andere biblische Person in die Sukka eingeladen – traditionell alles Männer, alle waren Hirten außer Aaron. Inzwischen in neuerer Zeit gibt es auch biblische Frauen oder Paare: Abraham und Sarah, David und Abigail …

 

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Geburtstagsessen …

und viele Sprachen am Tisch: französisch, spanisch, englisch, arabisch, deutsch, portugiesisch, russisch, bulgarisch, hebräisch sowie fünf afrikanische Sprachen und:
UNO geht IMMER und mit ALLEN.

 

 

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Erntedank meets Rosch haSchana (jüd. Neujahrsfest)

Erntedank-Altar Sankt Michael

Am letzten Sonntag wurde in der katholischen Gemeinde Sankt Michael, auf deren Gebiet unsere Wohngemeinschaft liegt, das Erntedankfest begangen und ein Kind getauft. Vor dem Altar waren die reichlichen Gaben aufgebaut, die für das Fest mitgebracht worden waren. Anschließend wurde im Gemeindesaal noch bei einem schönen Essen in großer Runde weitergefeiert. In der Wohngemeinschaft freuten wir uns dann über einen großen Teil der Erntedankgaben, die unsere Gemüsekiste füllten und in den darauffolgenden Tagen verarbeitet wurden.

Kiddusch Rosch haSchana 5780

Am Abend begann dann das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana (wörtlich: Kopf des Jahres). Franz hatte ein leckeres Essen für uns und einige Gäste vorbereitet, das wir mit dem Kiddusch zum Feiertag (Bild) begannen – also mit dem Entzünden der Kerzen und den Segenssprüchen zum Feiertag und den Apfelspalten, die in Honig eingetaucht werden mit dem Wunsch, daß es ein süßes neues Jahr 5780 werden möge. Nach dem Essen haben wir noch lange mit unseren Gästen gesungen und hatten einen fröhlichen Abend.

Rosch Haschana ist der Tag, an dem G-tt den Menschen erschaffen hat als Krönung der Schöpfung. Ebenso sagt Rabbi Elieser, dass unsere Stammväter im Monat Tischri geboren wurden, da sie Anfang für eine Welt waren, die bisher sündhaft war. An Rosch Haschana wurden Sara, Rachel und Chana bedacht. Sie waren vorher kinderlos, doch von diesem Tag an schenkte ihnen G-tt die Hoffnung auf Kindersegen.

An Rosch Haschana wurde Josef aus dem Gefängnis entlassen, in dem er zwölf Jahre lang unschuldig eingesperrt war. Von diesem Tag an begann sein Licht zu leuchten. Am Rosch Haschana wurde der Sklaverei unserer Väter in Ägypten ein Ende gesetzt, und so wurde der Tag der Anfang der Erlösung.

Quelle: hier

Sehr phantasievoll gestaltete Erntedankaltäre findet man hier

 

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Schawuot und Pfingsten am gleichen Tag

Dieses Jahr fallen das jüdische Wochenfest Schawuot und das christliche Pfingstfest zusammen. Wir haben beides begangen und feiern noch weiter. Den inneren Zusammenhang zwischen Schawuot (50 Tage nach Pessach) und Pfingsten (50 Tage nach Ostern) zeigt ein Gedicht von Wilhelm Bruners auf.

Unser Samstagsfrühstückstisch war mit Blumen geschmückt. Es gab einige milchige Speisen wie verschiedene Frischkäsezubereitungen und eine süße Quarkspeise. Anschließend legten einige gemeinsam in einem Bibliolog das erste Kapitel vom Buch Ruth aus. Dabei entstand der Wunsch, auch die anderen Kapitel bibliologisch zu erschließen, was wir in den nächsten Wochen tun werden. Wer sich anschließen möchte, findet die Treffen unter „Termine“.  Das Buch Ruth kann man unter ganz unterschiedlichen Perspektiven erschließen:

Ruth …
– die Geschichte eines Aufbruchs und Neubeginns
– eine Geschichte von Loslassen und Trauer
– Die Geschichte einer Frauenfreundschaft
– eine Liebesgeschichte
– die Geschichte einer Hinwendung zum jüdischen Volk und zur jüdischen
Religion

Schawuot-Pfingsten-Abendessen

Am Abend hat Franz ein leckeres Festmahl zubereitet, an dem wir uns mit einigen Gästen erfreut haben:

Als Vorspeise gab es einen knackigen Spinatsalt mit Kirschen. Als Hauptspeise folgte der berühmte Gemüsereis mit Fisch begleitet von einer Spinat-Kokos-Sauce. Den Abschluß bildete dann eine Erdbeer-Käsesahne-Torte von Iris, die leider nicht mehr ins Bild gesetzt werden konnte, weil sie sehr schnell ihre Fans fand.

Den Sonntag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück, und wer wollte konnte dann einen Gottesdienst besuchen. Auch beim Nachgespräch in Sankt Michael waren Schawuot und Pfingsten noch Gesprächsthema. Wir wünschen denen, die hier mitlesen und feiern noch frohe Feiertage.

Juni – ein Monat voller Geschenke

 

Der Juni kommt und damit ein Monat voller Geschenke:

Musliminnen und Muslime feiern das Ende des Fastenmonats Ramadan und lassen Arme und Mittellose an ihrer Freude teilhaben. Kinder bekommen zum Zuckerfest Geschenke.

Juden und Jüdinnen feiern Schawuot – das Wochenfest und damit, daß G-tt das Geschenk der Torah, die der Ewige am Sinai gegeben hat.

Christen und Christinnen feiern das Geschenk der Geistkraft G-ttes an Pfingsten.

Aleviten erinnern sich an Abdal Musa, der ihnen die Ordnung ihres religiösen Wissens und ihrer Gebetsurituale geschenkt hat.

Katholiken feiern Fronleichnam – und damit das Geschenk der ständigen Gegenwart Christi.

Hindus begehen die Ganga Puja. Der Ganges ist der heilige Fluß Indiens. Sie geben damit ihrer Wertschätzung Ausdruck für alles, was ihnen durch den Fluß geschenkt wird.

Das Thema vom interreligiösen Friedensgebet auf dem Gendarmenmarkt am 2. Juni ist deshalb: Empfangen und Annehmen. Mehr dazu hier.

Mit Osteraugen sehen

In der Emmaus-Geschichte im 24. Kapitel des Lukas-Evangeliums heißt es:
Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Doch im selben Augenblick verschwand er; sie sahen ihn nicht mehr „War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen…“ (Neue Genfer Übersetzung)

Zum Ostermontag ein Oster-Wunsch formuliert von Klaus Hemmerle:
Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben sehen,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit
in den Wunden bis zur Heilung.
Ich wünsche uns Osteraugen,
die in Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im ICH bis zum Du
zu sehen vermögen.
Und dazu wünsche ich uns alle österliche Kraft und Frieden,
Licht, Hoffnung und Glauben,
dass das Leben stärker ist als der Tod.
Klaus Hemmerle (1929 – 1994)
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